Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50)

Das Problem beim MultiPlus ist, das dieser ja alles kann, er kann mit Leistung X ins Netz einspeisen und er kann auch mit Leistung Y aus dem Netz ziehen um den Akku zu laden.
Das man, zumindest den Netzbezug idR gar nicht will bzw. durch das ESS gar nicht passiert, spielt bei der Anmeldung der Anlage keine Rolle.

Die Sachbearbeiter der Netzbetreiber sehen im Datenblatt/Zertifikat eine Leistung und die wird genommen.
Zu versuchen denen das zu erklären, das der Multi das Netz im Grunde nicht belastet, ist schwierig bis unmöglich, wenn man da nicht gerade jemanden hat, der sich auch damit auskennt.

Das ist leider die Realität, mit der man immer wieder zu kämpfen hat.
Das wirst du jetzt vermutlich auch nicht geändert bekommen.

Ich hatte mal bei einem Kunden eine Anlage mit einem EasySolar-II 48/5000 (also ein 5000er Multi mit integrierten MPPT 250/100) geplant.
Da gab es dann ein Problem bei der Anmeldung, weil der EasySolar nicht mit im Zertifikat stand bzw. dessen Zertifikat noch nicht mit den niedrigeren Werten aktualisiert wurde.
Ich musste das dann auf einen normalen MultiPlus-II + separaten MPPT ändern, damit die Anmeldung geklappt hat.

Wenn bei dir die Anmeldung geklappt hat, ist das schön für dich.
Im besten Fall hat es den Netzbetreiber nicht wirklich interessiert oder bei der Anmeldung wurde so gemogelt, das es passt.

Victron sagt dazu gar nix, das sind länderspezifische Regelungen und die zu beachten/einzuhalten ist Sache das Installateurs.

Nein, auch der Multiplus kann bei vollem Akku ins Netz einspeisen. In welchem Umfang das geschieht, ist reine Einstellungssache, und die kannst Du jederzeit ändern. Es zählt, was grundsätzlich machbar ist, und damit liegst Du über der Schieflastgrenze.

Soweit ich weiß darfst du 13,8 kVA einphasig aufteilen, wie das vom EVU gewünscht wird erfährst du wenn du es anmeldest. Wie bereits geschrieben wollen manche auch einen AC Speicher der keine DC gekoppelte EZA hat auch an der Phase wo Erzeugung stattfindet. Anmeldefähig ist das ganze, nur wie sagt dir das EVU

Ich stelle fest, dass wir beim Thema ob der MultiPlus nun in meinem Setup mit in die Berechnung rein kommt oder nicht unterschiedliche Meinungen/Ansätze haben. Was für mich OK ist - auch wenn die von der VDE bereitgestellten Unterlagen und Beispiele für mich doch ein sehr klares Bild abgeben.

Das Bild entspricht nahezu dem was ich derzeit betreibe (AC-Inverter auf allen 3 Phasen und einen Gleichrichter der den Akku steuert (1-phasig). Quelle VDE Unterlage - siehe oben.

Warum soll eine VDE ein solches Beispiel veröffentlichen, Der L1-Inverter liefert bereits 4.6KVA. Die Steuerung des Akkus stellt hier auch sicher, dass nichts zusätzlich ins Netz eingespeist wird.

Aber klar - gemachte Erfahrungen bei der Zulassung sind sicherlich auch Informationen die man hier mit anderen teilen kann und sollte.

Die Argumentation das man im Nachgang den MultiPlus ja auch noch umkonfigurieren kann - also nach der Abnahme, ist sicherlich richtig. Das wäre dann aber genauso, als wenn ich zusätzliche AC-Inverter hinzufüge oder andere Änderungen an dem Setup vornehme. Jede Änderung bedarf natürlich auch einer entsprechende Meldung beim Netzprovider - und somit auch einer neuen Abnahme. Das ist bei softwaregesteuerten Systemen nun mal so (siehe auch VDE Beispiel etwas höher).

Den MultiPlus gibt es ja auch noch größer. Bedeutet das dann auch, dass dieser erst gar nicht eingesetzt werden darf, da dieser in jedem Fall in der Lage wäre mehr las 4.600AH zum Provider zu liefern.

Anway - wie gesagt - es ist für mich OK wenn es hier unterschiedliche Meinungen zur Berechnung gibt.

Wer mag kann die VDE Unterlage ja nutzen - ansonsten auch gut :wink:

Ich glaube ich verzichte auch weiterhin auf einen Netzzähler für die Saldierung und verfolge mal den Weg weiter (erst mal) einen zweiten MultiPlus (gleichen Typs) zu kaufen und diesen dann mit dem bestehenden MultiPlus als ein System zu betreiben (siehe Post hier Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50) - #6 by M_Lange )

Und dann schauen wir mal - ob der Netzbetreiber auch diese Erweiterung abnimmt :wink:

Vielen Dank für den intensiven Austausch.

Du kannst gerne deine eigene Erfahrung machen, ich berichte nur aus vielen Jahren aus der Praxis.

Es kann auch, wie oben schon geschrieben, durchaus möglich sein, das dein Netzbetreiber nicht ganz so pingelig ist und das so zulässt.
Daher wäre eine erfolgreiche Anmeldung deiner Anlage aber nicht zwangsläufig allgemeingültig.

Ist letztlich dein System und deine Entscheidung, aber ich halte das für den schlechteren Weg, Gründe wurden schon zu genüge genannt.

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Widersprichst Du dir da nicht selber?

Auf der einen Seite sagst Du, dass eine Anlage die dem Installationssetup der VDE (siehe oben) entspricht vermutlich nicht zugelassen wird - bzw. wenn diese zugelassen wird keine Allgemeingültigkeit hat (Zero Feed‑In durch den Akku - nur die Inverter speisen ein). Auf der anderen Seite, hältst Du an dem Netzzähler fest der zur Saldierung dann in jedem Falle Energie aus den Akkus in das Providernetz einspeist und somit über die 4.6KVA kommt.

Wie sähe denn aus deiner Sicht und mit deiner Erfahrung das richtige Setup aus?

Bestandteile:

  • 8x AC-Inverter a 800VA
  • 1x MultiPlus 48/5000
  • 4x Pylontech US2000C

Bitte bedenke - auf Grund der Entfernung zwischen PV-Module zur Anlage kommt eine DC-Einspeisung nicht in Frage. 3-Phasige Verbraucher können unberücksichtigt bleiben - da diese separat verkabelt sind und es nur einen gibt der max 1-2% vom gesamten Strombedarf ausmacht - also zu vernachlässigen ist.

In weitere Inverter würde ich ungern investieren - beim Akku und weiteren Multis - oder weiteren Bestandteilen habe ich ein offenes Ohr.

Beste Grüße

Das ist doch trival, Du brauchst nur passend so zu addieren, dass Du auf keiner Phase auf mehr als 4,6 kW gegenüber den anderen Phasen kommst. Also so:

L1: Multiplus + 2 x 800W-PV-WR = 6,2 kW
L2: 3 x 800W-PV-WR = 2,4 kW
L3: 3 x 800W-PV-WR = 2,4 kW

maximale Schieflast = 3,8 kW

Das ist so nicht richtig, die Summe aller einphasigen Erzeuger darf 3x4,6kva also 13,8 kVA nicht überschreiten. Die max. Leistung je Aussenleiter ist hier auf 4,6kVA begrenzt. Dein Vorschlag wäre so nicht richtig wenn der Multi als Erzeuger und nicht als Speicher betrachtet wird.

Eine Anlage über 13,8 kVA geht nur mit mindestens einem 3-phasigen WR.

Ich gehe von meinen Erfahrungen der Vergangenheit und dem was man dazu sonst so hört/ließt aus, wenn dein System im aktuellen Zustand so abgenommen und angemeldet wurde, ist das doch gut für dich.
Heißt aber eben nicht, das es bei jemand anderen mit der gleichen Konstellation bei einem anderen Netzbetreiber auch klappt.

Ich würde, da das System deiner Aussage nach im aktuellen Zustand ja angemeldet ist, da an der Anordnung gar nix ändern, sondern eben nur den Zähler einbauen und fertig.

So schaust du dann, die nächsten Monate (bis das Wetter wieder einiger Maßen beständig ist), wie sich das System dann verhält und kannst dann immer noch einen weiteren Multi einbauen.

Er wäre mit seinen 11 kW ja weit unter den 13,8 kW. Oder ist das auf maximal 4,6 kW je Phase begrenzt, auch wenn die Schieflastgrenze eingehalten wird. Warum?

Ja

Weil man es so festgelegt hat.

Das ist keine Antwort. Du weiß es also nicht.

Das warum steht nicht in der VDE

Ich tauge nicht als willenloser Untertan. Wenn mir der Gesetzgeber den Grund für ein Gesetz nicht darlegen kann, dann hat das Gesetz keine Bedeutung für mich.