Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50)

Warum?
Wie schon gesagt, ist dein Zähler vom Netz saldierend, daher ist es egal auf welcher Phase du Energie produzierst und wo du sie verbrauchst.

Du würdest durch die geplante Umverteilung auch über die Schieflastgrenze kommen.

Viel wichtiger ist die Installation des Netzsensors, damit dein Victron ESS Erzeugung/Verbraucher der anderen Phasen kennen und entsprechend einbeziehen kann.

Danke - das VE-Bus Kabel kann dann auch ein normales 8 adriges 1zu1 Patchkabel sein - oder?

Wenn ich so lasse wie es jetzt ist

  • L1 = 3x 800W
  • L2 = 3x 800W
  • L3 = 2x 800W

dann werden meine Akkus (via MultiPlus) ja nur von max 3x 800W geladen.

Bei dem neuen Setup würde der Akku (via MultiPlus) mit 5x 800W (4.000W) geladen - und liegt unter der Schieflastgrenze von 4.600W

grafik

Du hast auf L1 aber noch den MultiPlus, der zählt mit seinen (laut Zertifikat) 4,39kVA mit dazu.
Somit wärst du dann auf 8,39kVA auf L1, 1,6kVA auf L2 und 0,8kVA auf L3 und damit deutlich über den 4,6kVA die zwischen den Phasen Unterschied sein dürfen.

Was spricht dagegen einen Netzsensor einzubinden (was bei der ursprünglichen Installation schon hätte gemacht werden sollen)?

Der VM-3P75CT hat VE.Can nicht VE.Bus aber ja, dafür kann ein ganz normales Patchkabel genutzt werden.
Der Zähler hat aber auch einen LAN Anschluss, damit ist die Einbindung vielleicht einfacher.

Wie kommst Du darauf? Dir wurde doch schon mehrfach erklärt, dass Dein Zähler saldiert. Dein Multiplus kann weitaus mehr als 2.400 W (3 x 800W) aus dem Netz laden. Um auf Null zu saldieren, ist es völlig egal, auf welchen Phasen Du einspeist. Wichtig ist die Einhaltung der Schieflastgrenze.

Wie schon mehrfach gesagt: ich würde dringend empfehlen, einen guten Teil der PV-Leistung über MPPTs direkt in den Akku zu laden. So wie Du es jetzt aufbaust, bist Du bei Stromausfall ziemlich aufgeschmissen, weil Du dann keinerlei Akkuladung mehr hast. Deine PV-Wechselrichter schalten bei Stromausfall allesamt ab.

@TomBerger : Das ist nicht richtig - was auch bereits ein Test gezeigt hat. Schau dir gerne das Bild weiter oben an. Die Inverter werden bei Stromausfall von dem Akku (via MultiPlus) mit Strom versorgt und verrichten somit auch wie bisher ihre Arbeit.

Ach, und Deine Akkus werden dadurch nicht leer?

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind 3x 800W WR am AC OUT des MultiPlus und laufen so bei Netzausfall weiter.

Wenn der Verbrauch kleiner als die Erzeugung ist, wird der Akku nicht leer.
Wenn keine Sonne da ist, wird halt der Akku genutzt, aber dafür ist der Akku ja auch da, damit dieser bei Netzausfall (wenig/keiner Sonne) einen Teil der Verbraucher weiter versorgt und dadurch entleert wird.
Idealerweise reicht die Energie im Akku bis das Netz wieder da ist, falls nicht, hat man den Ausfall der wichtigeren Verbraucher zumindest ein Stück verzögert.

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@M_Lange Das verstehe ich nicht ganz, warum der MultiPlus mit 4,39kVA mit dazu zählt? Der MultiPlus ist so eingestellt, das er sich vom Provider nicht mehr als 20A nehmen kann (=4.600W). Da der MultPlus stand heute selber nicht ins das Providernetz einspeist (da kein Netzsensor), können maximal die derzeit 3 Inverter (=2.400W) in das Providernetz einspeisen, wenn der Akku bereits voll ist. In 2024 ist es jedoch noch nicht vorgekommen (zumindest habe ich es nicht bemerkt), dass die Last der L1-Verbraucher an die derzeitige Grenze von 2.400W (3x 800W Inverter) plus das was der MiltiPlus via Akku (ca. 4.000W) zur Verfügung gestellt hat, herankam. Ebenso an Tagen an denen keine Energie via Inverter erzeugt wurde, bin ich gut mit der Netzstrombegrenzungsgrenze von 20A (=4.600W) in 2024 ausgekommen.

Mit Netzsensor würde es aus meiner Sicht dann wie folgt aussehen:

  • Die Akkus werden auch weiterhin ausschließlich von der Sonne geladen. Falls eine “Nachladung” auf Grund der ESS Einstellungen (Optimiert für Batterielebensdauer) erfolgt, greift hier die 20A (=4.600W) Einstellung.
  • Die 5 Inverter (=4.000 W) decken den Stromverbrauch der auf L1 anfällt ab. Wird mehr bei den L1 Verbrauchern benötigt, gleicht der Akku via MultiPlus aus. Nehmen wir an, dass die L1-Verbraucher eine Last von 4.600W anfordern und weder der Akku noch die Inverter unterstützen und es derzeit keinen Verbrauch auf L2 und L3 gibt, dann bleiben wir immer noch innerhalb der Schieflastgrenze (wegen der Netzstrombegrenzung von 20A).
  • Nehmen wir an, das es keinen Verbrauch auf L1 gibt, jedoch auf L2 und L3 einen Gesamtverbrauch von 5.000W, dann - wenn ich es richtig verstehe - versucht der MultiPlus aus seinem Akku eine Saldierung auf Basis der Informationen, die er aus dem Netzsensor erhält. Da müsste dann bei der eingestellten Netzstromgrenze bei 4.600W (20A) ende sein. Das Delta von 500W kann dann nicht ausgeglichen werden - richtig?

Unter der Annahme, dass die Netzstrombegrenzung auch das tut was der Name sagt, sollte es also nie zu einer Schieflage von mehr als 4.600W kommen. Ist meine Annahme soweit richtig?

Genau das ist der Ansatz - Inverter gleichen den direkten Verbrauch aus - überschüssige Energie der Inverter gehen via MultiPlus in die Akkus - wir mehr Energie von den Verbrauchern benötigt als die Inverter leisten - dann hilft der Akku bis zu einem bestimmten Schwellwert aus. Unter den Schwellwert geht das System nur bei Stromausfall.

Danke

Damit liegt er dann aber schon über der Schieflastgrenze, denn an L3 hat er nur 2x800W. Zwischen L1 und L3 hat er dann maximal 5.400 W Schieflast.

Und er hat halt genau dann den geringsten PV-Ertrag zum Laden des Akkus, wenn er diese am meisten braucht.

@TomBerger : Hi - ich kann leider nicht nachvollziehen wie Du auf diese Werte kommst? Bitte lies doch mal was ich hier geschrieben habe zum Thema “Netzstromgrenze” (Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50) - #49 by R-D).

Laut Victron ist die Feinsicherung nicht mehr nötig.

https://professional.victronenergy.com/news/detail/334/

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Hallo R-D, so schön das mit den Wandler klingt, bei Björn sieht mal wieviel Platz so ein Wandlerzähler wirkliche braucht die Sicherungen für die Spannungssensoren sind noch garnicht dabei.

Ich entscheide mich bewusst gegen Wandler weil ich es mir nicht unnötig schwer machen will.

Egal wie wir es rechnen….die Netzbetreiber addieren einfach die Wechselrichterleistung nach Typenschild zusammen. Zumindest in aller Regel. Ich habe es aber auch schon erlebt dass sich Netzbetreiber einen reinen AC-Speicher an der selben Phase wie die Erzeuger „gewünscht“ haben.

Ohen Deinen Link gelesen zu haben, hier die simple Bilanz:

L1: MPII mit 4.600 W und 3x800W PV-WR = 7.000 W
L3: 2x 800W PV-WR = 1.600 W

Die Differenz beträgt 5.400 W. Das kannst Du zwar vermutlich durch Einstellungen begrenzen, aber solche Einstellungen zählen nicht.

Nimm doch einfach einen PV-WR mit 800 W vom MPII weg und hänge ihn an L3 rein, und schon passt es.

Das ist nun mal leider so, es werden einfach von allen Geräten die Werte vom Typenschild bzw Zertifikat zusammengerechnet, dass der MultiPlus bei ESS Konfiguration im Grunde das Netz so gut wie gar nicht belastet, ist dabei egal.

Stimmt, das hatte ich mir noch gar nicht so genau angeschaut.
@R-D Auch deine aktuelle Konstellation ist im Grunde schon nicht zulässig (wenn die Anlage überhaupt angemeldet wurde).

Bitte auch in die Anleitung schauen, das trifft nicht auf alle Anwendungszwecke zu!

Wenn du den Zähler zur Erfassung eines PV-WR oder eines Verbrauchers nutzt und der Zähler hinter dessen Sicherung sitzt, kann man die extra Sicherung für den Zähler weglassen.

Wir der Zähler allerdings als Netzsensor direkt nach den NH/SLS Sicherungen installiert, dann MUSS weiterhin eine Sicherung eingebaut werden!
Du kannst ja nicht einfach von den 10 oder 16mm² Hauptklemmen mit 1,5mm² auf die Klemmen des Zählers gehen, das muss abgesichert werden (idealerweise auch der N).

Daher bin ich auch kein Freund des VM-3P75CT, der braucht, wenn man ihn korrekt installiert, inkl. Sicherung 8TE.
Ich installiere da lieber den EM540, der hat selbst nur 3TE + 1TE für die Absicherung des N.

Oder die Module von dem einen MR über einen MPPT auf den Akku.

Danke für die vielen Rückmeldungen. Mir scheint, dass das Bild - zumindest für mich - doch noch nicht ganz so klar ist wie gedacht.

Kurze Info da schon ein paar mal der Hinweis kam doch direkt den PV Strom via MPPS in den Akku einzuspeisen. Zwischen Module und Akku-Standort liegen rund 30(+) Meter und die Möglichkeit hier noch weitere Kabel zu verlegen wäre nur mit sehr hohen Kosten umzusetzen. Was ein Grund für mich war, die Umsetzung auf 230V direkt an den Modulen via AC-Inverter durchzuführen.

Dann haben ich eben noch die folgenden Infos gefunden - aber bisher nur kurz überflogen.

Da stehen sehr viele Beispiele drin wie man was anschließen kann/darf/muss - auch so geschrieben, dass man es verstehen kann (ohne Studium) :wink:

Mal schauen, was ich da noch für Erkenntnisse gewinnen kann.

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OK, das ist natürlich nachvollziehbar. Aber dann musst Du die PV-Wechselrichter und den MPII so integrieren, dass alle Regeln eingehalten werden. Im Moment verletzt Du die zulässige Schieflastgrenze, so dass Dein System gar nicht anmeldefähig ist.

Hallo zusammen - ich habe die Zeit einmal genutzt um mir das bereits oben verlinke Dokument von der VDE durchzulesen und noch mal zu reflektieren wie es sich nun mit der Bewertung der einzelnen Komponenten verhält.

In der Unterlage steht, wie hier auch bereits mehrfach angesprochen drin, dass man in einem 3-Phasen Netz darauf achten muss, dass der Lastunterschied zwischen den einzelnen Phasen nicht größer als 4.600 VA beträgt.

Auszug aus der Unterlage:

Hier steht jedoch eine Information mit drin, die bisher so noch nicht - zumindest habe ich diese so nicht wahrgenommen - dargestellt wurde und einen erheblichen Unterschied macht –> “pro Energieflussrichtung”

Betrachtet man die Energieflussrichtungen mit, dann führen nur meine AC-Inverter Energie zum öffentliche Netz wenn die Akkus voll sind. Der Akku - bzw. der MultiPlus führen keine Energie zum Provider ab, da ich keinen zentralen integrierten 3-Phasen Energiezähler verwende, der ggf. Energie zur Zähler Saldierung bereitstellt.

Auszug aus der Unterlage:

Kleiner Hinweis noch für alle die auch ein E-Auto mit angeschlossen haben der ggf. auch Energie in beide Richtungen abgeben kann (Details in der besagten Unterlage).

Im Verlauf des interessanten Austauschs zu dem Thema kam auch mal die Frage auf, ob meine derzeitige Anlage überhaupt abgenommen wäre - ja ist sie - vermutlich genau aus den Gründen, dass hier die Energieflussrichtung mit berücksichtigt wurde. Ich muss allerdings gestehen, dass die Anlage nur aus 4 Invertern bestand hat (2x L1 / 1x L2 / 1x L3). Ansonsten aber vom Setup identisch.

Ich habe das erweiterte Setup einmal aufgeführt, das aus meiner Sicht und dem was ich aus dem VDE Dokument entnommen habe, dem Regelwert entsprechen sollt. Falls der Text unter dem Bild zu klein sein sollte - kurz melden und ich poste den noch mal so rein.

Mich würde echt mal interessieren, was die den Victron zu Thema Berechnung von Energieströmen sagen.

Für heute soll es das erst einmal sein - freue mich auf euer konstruktives Feedback.