Multiplus 2 48/5000/70-50 mit ESS funktioniert nicht parallel zum Netz, sonst schon

Geräte:

Multiplus 2 48/5000/70-50

SmartSolar MPPT RS 450/100

Energy meter VM-3P75CT

Pytes E-Box 48100R LiFePo4

Cerbo GX MK2

Verbindung zwischen Cerbo und Batterie mit Kabel: VE.CAN zu CAN-bus BMS type B, angeschlossen an Cerbo VE.CAN 2 mit 500kBit

Verbindungen zwischen Energy meter – Cerbo - MPPT RS 450/100 mit 250kBit

Topologie:

Zählerschrank Netzsicherung (3-phasig) → Energy meter VM-3P75CT direkt hinter dem Zähler (erfasst den gesamten Hausverbrauch, funktioniert ordnungsgemäß) → Abgänge an drei Unterverteilungen mit Automaten 32A abgesichert. Parallel dazu ein FI/LS mit B16A → Multi Plus II AC Eingang und dann die „Standardverschaltung" mit MPPT RS 450/100 und Pytes E-Box 48100R LiFePo4 (beide über Cerbo GX verschalten, funktioniert ordnungsgemäß)

Mein gesetztes Ziel: Victron soll zunächst am Netz parallel laufen, die Sonnenenergie dazu verwenden, um zunächst die Hauslasten (also all die Lasten die hinter dem Energy meter angeschlossen sind, versorgen, danach die Batterie laden (wenn nötig) und keine Energie ins Netz einspeisen (Nulleinspeisung). Im Falle des Netzausfalls sollen die „essential loads" (Heizung, Router, Kühlschränke), die als einzige am Multi Plus II am gesicherten Ausgang angeschlossen sind, versorgt werden. Wenn das Netz zurückkommt, soll wieder alles wie davor sein. Hier meine erste Frage: Ist diese Betriebsart möglich? Ich denke ja, jedoch irgendetwas passt noch nicht…

Zur Zeit funktioniert das System erwartungsgemäß, wenn ich den Multi Plus II (MP2) über seinen FI/LS vom Netz trenne (alle anderen Lasten sind noch am Netz). In diesem Fall werden die essential loads am Ausgang vom MP2 weiter versorgt, entweder direkt über PV oder aus der Batterie. Die anderen Hauslasten laufen natürlich auch weiterhin, denn sie sind ja parallel zum Victron-System angeschlossen.

Sobald ich aber den MP2 mit dem Netz kopple (über den FI/LS), wird die vorhandene Leistung von der PV (zum Zeitpunkt des Tests ca. 2kWp) nicht abgerufen. Der MPPT RS geht nach einem Ausregelvorgang (ca. 5 sek.) auf ca. 20W zurück (die essential loads haben etwas 1kW). Ich komme nicht dahinter, habe die offiziellen Videos angesehen, Handbücher gelesen, Blogbeiträge durchsucht.

Was ich bisher gemacht habe:

Alle Firmare in den Geräten aktualisiert. Über VE Configure den Gridcode für Deutschland mit internem NA-Schutz aktiviert. Der Assistent ESS ist aktiviert. Die Kommunikation scheint zu passen, denn alle Werte sind im VRM online zu sehen. Bei den zu berücksichtigenden Lasten sind die Lasten am Ausgang und am Eingang des MP2 ausgewählt. Die Batterieladung liegt bei ca. 90%, Batterietemperatur liegt um 19°C, Alle Sicherungen zwischen Batterie, MP2 und MPPT sind in Ordnung

AC-Eingang 1: Netz

Position der AC-Lasten: AC-Eingang und Ausgang

Überwachung bei Netzausfall: Deaktiviert

ESS Modus: Optimiert ohne BatteryLife

Netzmessung: Externer Zähler

Netzzähler erforderlich: Ja

Eigenverbrauch aus Batterie: Alle Systemlasten

Mehrphasige Regulierung: Summe aller Phasen

SoC Mindeswert: 10%

Wechselrichter Leistung begrenzen: Aus

Sollwert Netz: 50W

AC-gekoppelte PV-Überschusseinspeisung: Aus

DC-gekoppelte PV-Überschusseinspeisung: Ein

Systemeinspeisung begrenzen: Aus

Geplante Ladestufen: Inaktiv

DVCC: erzwungen Ein

Ladestrombegrenzung: 70A

Maximale Ladespannung: 54V (normalerweise 55V, ich wollte jedoch, dass die Batterie auf etwa 90% max. geladen wird, später wird wieder 55V eingestellt)

Ladekontrolle: keine gemeinsamen Sensoren

Ladekontrolle: Steuerndes BMS: Automatisch (Pytes)

VRM: Verbindungsstatus: kein Fehler

Ich habe die System mehrmals neu gestartet, versucht die Reihenfolge des Hochfahrens zu ändern, über Nacht ausgeschaltet…

Hat jemand eine Idee? Ich vermute, dass es am ESS liegt, aber wo?

Ich habe hier zwei Bild beigefügt:

  1. Der Test mit vom Netz getrennten MP2 und einer essential load von ca. 1kW. Alles funktioniert wie erwartet.

  1. Hier ist der Zustand nachts. Eigentlich sollte die Batterie entladen werden, da der MP2 am Netz ist. Leider wird hier aus dem Netz versorgt. Essential loads sind keine dran, nur andere Hauslasten, die zwischen dem Energy meter und dem MP2 angeschlossen sind.

Hänge mal noch deine VE.config Einstellungen an.
(entferne ggf. die VRM ID aus dem Dateinamen)

Für eine 0-Einspeisung musst du das ausschalten.

Hallo Thomas,

Hast du evtl. Unter Geräten / Multiplus die Netzstrombegrenzung reduziert? Die gilt in beide Richtungen.

Ist der Multi am Netzzähler wirklich auf L1 angeschlossen?

Oder eine Brücke auf AUX1 beim Multi?

Danke für die schnelle Antworten.

Hier zunächst die VE Config.

20260430_Victron_settings.vsc (6,1 KB)

DC-gekoppelte PV-Überschusseinspeisung: Ein ist nun auf Aus gestellt. Leider keine Besserung.

Der MP2 ist jetzt auf Phase 1 (statt bisher Phase 2) umgeklemmt. Leider keine Besserung.

Die Netzstrombegrenzung steht auf 50A.

Ich habe die Vermutung, dass es an den Batterieeinstellungen (Erhaltungsspannung etc.) wie bei Pylontech-Batterien liegen kann?

Bin für eure Hilfe dankbar!

Keine Besserung? Er MUSS auf dem Netzzähler an L1 erfasst werden.

Brücke Aux 1?

Brücke Aux 1?

Ich war gerade im Keller und habe die Brücke geprüft. Hier ein Foto. Wenn dies der Aux 1 ist, dann ist dort keine Brücke gesetzt.

Ist der Multi am Netzzähler wirklich auf L1 angeschlossen?

Hier habe ich die Frage missverstanden. Der MP2 war physikalisch im Zählerschrank an L2 angeschlossen. Jetzt ist er an L1 zu Testzwecken angeschlossen. Jedoch bezieht sich die Frage auf die Softwareeinstellung, ob ein oder mehrere MP2 konfiguriert sind. Dort ist es auf jeden Fall L1 in Sinne eines Einzelgerätes, Einphasenbetriebs.

Danke für das PDF zur Batterie. Das schaue ich mir jetzt an.

Jetzt habe ich auch die L1-Zuordnung im VRM gefunden:

Die Batterieeinstellung nach Anleitung eingespielt. Neugestartet.

Dann habe ich noch die Ladespannung wieder auf 56V gestellt, um zu sehen, dass die Batterien geladen werden.

Dem war so, siehe Bild. PV hat die Batterie von 93% dann jetzt auf 97% geladen. Da funktioniert.

Aber das ursprüngliche Problem, dass PV/Batterien die Hauslast übernehmen sollen, besteht nach wie vor. Hier nochmal die aktuelle VE Config.

20260502_VE_Settings_Z85.vsc (6,2 KB)

Vielen Dank für eure Unterstützung!

hallo,

wenn du beim ess batterien im geladenen zustand halten ausgewaehlt hast, wird er die nicht entladen. ausserdem musst du den richtigen netzzaehler eintragen, sonst geht das auch nicht und der multi muss an L1 der zaehlers fuer das system liegen, sonst geht es auch nicht richtig. und der mindestsoc darf natuerlich auch nicht auf 100% stehen!

allerdings sollte normalerweise zumindest der PV-ueberschuss zur versorgung des hauses benutzt werden, wenn der akku nicht entladen werden darf!

hast du eine leistungsbegrenzung fuer das ess eingetragen, damit kannst du die versorgung naemlich ganz unterbinden, genauso wie mit einem zu hohen netzsollwert!

tschuess

2 Sachen die mir auffallen … Deinen 5000er Multi müsstest du schon mit mehr absichern als einem FI/LS 16A … die Leistung könnte durchaus höher werden als 3600W mit 16A … es sei denn du hast eine Begrenzung im Multi hinterlegt … die 70A Ladestrombegrenzung wären schon mehr als 16A auf der AC Seite.

dann sehe ich ja eine Ladung der Batterie mit 1516W ABER nur einen PV Ertrag von 1484W … ohne die Verluste des Systems … wo kommt denn die andere Leisung her … die -66W DC Last wären eine Leistung zur Batterie … woher kommt das und was ist die DC Last bei dir ?

Schau mal in die Details deines Akkus rein ob eventuell die ENTLADUNG im Moment vom Akku unterbunden wird …

hi, probiere es doch mal mit einem “echten” Stromausfall und mache die Hauptsicherung vom Haus raus und nicht nur die Sicherung vom Multiplus.

Eventuell beeinflusst der Energy Meter (3-Phasig) irgendwie das verhalten von deinem System (1-Phasig)

Ja das lässt sich Softwareseitig auch nicht ändern, die Phase im allgemeinen ist egal, aber der Multi muss am L1 gekennzeichneten Anschluss des VM Zählers sein.

Hallo dennibu,

danke soweit für deine Unterstützung. Ich habe noch nicht ganz erschlossen, wo ich am VM Zähler (VM-3P75CT) den MP2 an L1 zuweisen muss? Kannst du mir einen Hinweis geben, damit ich das überprüfen kann, bitte.

Vielen Dank.

Hier noch mein Anlagenaufbau als Übersichtsbild.

Hallo Wolfi,

danke für den Hinweis. Wenn ich einen Stromausfall simuliere, auch nur mit dem einphasigen FI/LS am AC-Eingang des MP2, werden die “essential loads” am AC out 1 ordnungsgemäß über die PV und wenn es nicht reicht, z.B. am Abend (PV-Ausrichtung zur Zeit nur nach Osten), wird die Batterie entladen. Das passt alles. Mein Problem ist, dass während der MP2 am Netz ist, die Hauslasten, die parallel zum MP2 angeschlossen sind IMMER aus dem Netz gespeist werden und nicht aus der PV (MPPT) bzw. aus der Batterie (MP2). Das ist eine harte Nuss, zumindest für mich.

Ich habe jetzt auch noch eine Übersicht unserer Anlage hier im Forum eingestellt.

Nehme jede Unterstützung gerne an!

Grüße

Der Multi ACin muss an der Phase sein an der die Wandlerklemme L1 und die Spannungsanschlüsse L1 am VM Zähler sind. Der Multi „erwartet" seine Einspeisung auf L1.

Unter ESS „Mehrphasige Regulierung" auf „Summe aller Phasen"

Hallo Steffen,

danke für deine Hinweise.

Zum FI/LS 16A… ich wäre ja froh, wenn er einmal ansprechen würde :wink: .

Die unterschiedlichen Leistungen sehe ich als Unschärfe in der Messung. Ich habe so etwas 30..50W mit denen sich die Batterie über nacht z.B. entlädt. Ich nehme an, dass dies die Aktivität der Anlage ist. Anbei ein aktuelles Bild:

Schau mal wie Steffen gemeint hat unter Geräte-Pytes-Parameter nach dem DCL

2 Phasen deiner Hauslasten werden immer und nur vom Netz gespeist.

Nur 1 Phase wird vom deinem einzigen MP2 versorgt. Für 3 Phasen bräuchtest du 3 MP2

Hallo dannibu,

danke für den Hinweis. Das habe ich geprüft. Hier der Ausdruck:

Ich hätte noch die bitte, dir meinen Anlagenaufbau anzusehen, denn der MP2 ist parallel zu den Hauslasten angeschlossen. Meiner Meinung nach, müsste es so funktionieren, d.h. der MP2 speist einphasig ins Netz und zwar gerade soviel, dass die dreiphasige Messung im Energy Meter (der ja direkt nach dem Zähler angeschlossen ist) eine Leistung von ca. 0W bzw. die eingestellten 50W ergibt. Damit ist sichergestellt, dass keine Leistung (rechnerisch!) aus dem Netz bezogen wird. Kann das der MP2 nicht? Habe ich hier einen Denkfehler und muss ich die Hauslasten an AC out 2 dem MP2 nachschalten?

Eine Rückmeldung wäre hilfreich!

Hallo Wolfi,

ich dachte, dass die Leistung am Hausanschluss 3-phasig im Energy Meter erfasst wird. Danach wird über diese drei Phasen saldiert, d.h. der MP2 versucht die Leistung die ihm zur Verfügung steht (und bis zur etwaigen Begrenzung, die eingestellt ist) derart ins Netz zu speisen, dass die Summe über alle drei Phasen die eingestellten 50W (bei “Nulleinspeisung”) ergibt. Liege ich hier falsch?