Victron ESS Pylontech "High cell voltage" zu Beginn Balancing

Hallo liebe Victron-Spezies,

ich habe eine kurze Frage.

Ich denke, dass ich eine ähnliche Konfiguration wie der Themenersteller habe, und bei mir sind die Pylontech Akkus aufgebläht.

Nun möchte ich im Detail herausfinden warum das passiert ist.

Kann mir hier jemand helfen?

Soll ich ein neues Thema eröffnen?

Erstmal kurz zu meiner Anlage:

2 Stk. Multiplus II-3000 als 2 Phasensystem

Ein Solarladeregler MPPT 150/100 (6,15kwP angeschlossen)

3 Pylontech US2000

An der AC In Seite arbeitet noch ein Fronius Wechselerichter Symo 3.0.3 light mit ca. 5kwP auf einem Norddach

Ich wäre über Hilfe extrem dankbar!

Grüße

Jens

Hallo Jens,

du bist scheinbar kein Einzelfall, diese Probleme mit den US2000C häufen sich offenbar im Moment.

Mir wäre aber die Kapazität der 3 2000er etwas knapp zu 2 MP 3000er. Aber als Ursache würde ich das nicht sehen. Falls du den 2.Multi und eine zusätzliche Batterie später erweitert haben solltest, könnte das noch ein Ungleichgewicht in die Batterieblöcke gebracht haben. Ich nehme an du bist Netzparallel….

Allerdings erwartet man da regelmäßig Alarme vom BMS wenn etwas falsch laufen würde, deshalb bin ich der Meinung dass das ohne Vorwarnung vom BMS nicht passieren darf.

Victron hat wohl (ich schätze seit ca. 2Jahren) an der Firmware des Cerbo etwas angepasst für die Pylontech. wie aktuell ist die FW bei Dir? Hattest Du Alarme vom BMS? Wie alt sind die Pylontech (Seriennummer)?

Hallo Dennibu,

Danke für Deine Nachricht!

Ich habe die 2 Multiplus II-3000 bei Erstinstallation im 2-Phasenbetrieb netzparallel auf L1 und L2 installiert, also auf der Seite nichts nachgerüstet. Auch die Akkus wurden bei Erstinstallation installiert. Dann habe ich die max. Ladespannung zuerst auf 51,5 V und dann alle 2 Tage um 0,2 V erhöht, bis 52,4 V, danach dann wieder auf 51,5V eingestellt.

Nachgerüstet habe ich den Fronius Wechselrichter auf der AC-In Seite. Dadurch hat natürlich nicht nur der MPPT die Batterien geladen, sondern auch die beiden Multiplus. Kann es dadurch zu zu hohen Ladeströmen gekommen sein?

Ich habe von Victron den Alarm “High Cell Voltage” bekommen. Der Alarm kam dann öfters und ich habe versucht die Ursache zu finden. Ich hatte einen Hinweis bekommen, dass ggf. die beiden Multiplus zu stark entladen würden und habe die Wechselrichterleistung verringert. Ebenfalls hatte ich die Ladeleistung verringert. Allerdings ohne Erfolg.

Die Seriennummern der Akkus habe ich nicht griffbereit, kann ich aber morgen versuchen herauszufinden. Gekauft habe ich sie 2022.

Ja, aber DVCC ist erzwungen An und der Teil der AC seitig geladen wird sollte durch das BMS begrenzt werden. Kurz gesagt: höher als der Ladestrom des MPPT sollte begrenzt werden. (bei Überschusseinspeisung)

Du kannst hier im Forum mal suchen, es gibt schon ein paar Beiträge mit geblähten US2000. Es gibt schon bekannte Fälle mit US2000 in Anlagen wo man sicher sagen kann dass alles korrekt war.

Ja, ich habe auch schon mehrere Beiträge mit geblähten Pylontechs gefunden. Nur bin ich mir nicht sicher, ob es nur an den Akkus liegt. ich habe etwas Bedenken nun “einfach” neue Akkus oder einen neuen Akku zu kaufen, ohne das ich das verifizieren kann. Meine Anlage ist auch nicht exakt gleich, wie die anderen Anlagen. (2 Phasensystem, großer MPPT,…

ggf. wurden ja die Ladeströme kurzfristig mal überschritten, weil das System nicht so schnell reagieren kann? (Beispiel: Sonne-Wolken)

Die Pylontech Akkus können sich scheinbar auch nicht selbst balancieren, oder? Können das andere Akkus? Oder immer nur ein einzelner Akku?

DVCC ist erzwungen an und der Ladestrom im MPPT ist auf 75A eingestellt, der MPPT wird “Extern geregelt”-d.h. doch über den Cerbo bzw. das ESS, richtig?

Im ESS ist als Ladestrom 35A konfiguriert. (Das habe ich ja über diese Extra-Software und den MK3-USb Adapter eingestellt, für jeden Multiplus einzeln) Wenn ich es richtig sehe, könnten die 2 Multiplus somit max 70A Laden.

3 Akkus sollen ja eigentlich mit max 75A geladen und entladen werden dürfen. Insodern wird eigentlich kein Grenzwert überschritten.

Allerdings sehe ich unter dem Gesamtverlauf des MPPTs eine Maximalspannung von 55,24V.

Das hätte ja eigentlich gar nicht passieren dürfen, da 51,5V eingestellt ist. Oder?

Im DVCC kann ich auch einen Ladestrom begrenzen und einstellen. Ist dieser für die Akkus oder betrifft das nur die Multiplus? Ich habe dort mal nur 6A eingestellt, aber dann in der Übersicht gesehen, dass die Akkus dennoch mit 25A geladen wurden.

Steuerndes BMS steht auf “Automatic”, ist das korrekt?

Wenn man das Datenblatt anschaut sind wohl 90A für 15s noch in Ordnung für ein Block. 270A für länger als 15s? Niemals. Wenn dem so wäre hätte das BMS Alarm geschlagen. Du hattest ja die Kommunikation zum GX, DVCC aktiviert, keine High Current Alarme….

Die Ballancer sind wohl nicht sonderlich leistungsstark, aber die tun ihre Arbeit normalerweise.

Ja, extern geregelt. Aber wenn du sogar den MPPT gedrosselt hast auf den empfohlenen Dauerladestrom der Pylontech ….

Ja das könnten sie, aber die Multis halten sich an die Vorgaben des BMS, nur die MPPT ignorieren den Max. Strom vom BMS wenn DC Überschusseinspeisung aktiviert ist. Deshalb hast du auch hier nichts falsch gemacht.

75A ist der empfohlene Dauerwert. Pylontech sagt 50A Max. Und sogar 90A 15s….

Das würde ich im VRM kontrollieren, da hättest du aber sicher einen Alarm vom BMS bekommen. 55,24V könnten am MPPT anliegen wenn pv angeschlossen ist aber die Batterie getrennt wird, dann würde die Spannung am MPPT auch ansteigen.

die 6A konnte das System nicht einhalten, wie gesagt ignoriert der MPPT die Grenze in DVCC wenn DC Überschusseinspeisung aktiviert ist. Der Multi nicht, dieser lädt ab dem Grenzwert nichts mehr dazu.

Ich stelle grundsätzlich immer das BMS fest ein um bei Kommunikationsverlust ganz sicher zu sein dass auf Durchleiten geschaltet wird. Aber vermutlich ist das garnicht nötig.

Ich sehe keine groben Fehler die ein aufblähen einer Zelle erklären würde. Letztendlich wäre interessant was im log der Pylontech steht, aber das würdest du vermutlich mitbekommen haben wenn dort gravierende Alarme drin stehen würden.

OK…

Es ist sicher mal der Fall gewesen, dass ich die Batterien abgeschaltet und PV noch am MPPT angeschlossen war.

Es liest sich durch Deine Anmerkungen, das ich wirklich “nur” Pech mit den Akkus hatte….

Ich hatte mir vor der Installation mal Infos im Netz zusammengesucht und in eine Datei geschrieben:

victron Einrichtung.pdf (127,1 KB)

Da kann man sehen, welche Einstellungen ich wo gemacht habe.

Was ich allerdings sehen konnte, dass die Zellen auseinandergelaufen sind. Kann daran eine Einstellung schuld sein, bzw. müsste ich dagegen regelmäßig etwas tun?

Die Batterien sollten regelmäßig voll werden, der Ballancer arbeitet erst im oberen Spannungsbereich. Bei Pylontech würde ich schätzen ab ca.51.5V. Und dann brauchen die Ballancer etwas Zeit. Wie oft und wie lange lässt sich aber schwer voraussehen.

Moin,

Ok, soweit.

Nur für mich nochmal zum Verständnis:

Ich stelle im MPPT 75A Ladestrombegrenzung ein. Dieser wird aber extern geregelt, wenn man die Multis mit ESS konfiguriert und einen Cerbo angeschlossen hat. Und in dem Fall, wenn man DC-Überschusseinspeisung aktiviert, würde der MPPT immer mit 75A Laden, wenn er kann? Ganz unabhängig davon, was das BMS oder das DVCC sagt?

Vermutlich wird dann bei z.B. 3 US2000 alles in die Akkus geladen, bis das BMS entscheidet weniger aufnehmen zu wollen und dann geht der Überschuss über die Multis ins Netz (Hausnetz oder Einspeisung). Klingt ja plausibel.

Das heißt dann aber ja, dass ich ohne Probleme im MPPT auch die 100A laufen lassen kann, oder? (Ob das nun sooo viel bringt bei meiner Anlage bezweifle ich fast, weil die Morgens und nachmittags eh beschattet ist und fast waagerecht montiert ist).

Gut, so langsam komme ich durch Deine Hinweise auch zum Entschluss, dass es einfach die Akkus waren. Schon doof, aber beanstanden hat wahrscheinlich wenig Sinn.

Kann man das durch die Seriennummern noch zusätzlich verifizieren? Oder sinnlos? (Ich bin heute doch nicht mehr zu dem Haus gefahren, um nachzusehen)

Dann kommt ja die Entscheidung welchen Akku ich nehmen soll?

Ist es besser einen Akku zu nehmen oder mehrere Akkupacks?

Wenn du die im MPPT einstellst kommen da Max 75A raus. Egal wer wie steuert, das ist hart begrenzt.

Das etwas blöde ist dass wenn Überschusseinspeisung aktiviert ist kann das BMS melden was es will, auch am Cerbo lässt sich der MPPT Strom nicht begrenzen außer am MPPT direkt.

Das BMS hat wie gesagt keinen Einfluss auf den Ladestrom über MPPT, das ganze muss über die Spannung oder eben über die Einspeisung am Multi geregelt werden, genau weiß ich das auch nicht, nur dass hier Victron am Ladeverhalten nachgebessert hat im Zusammenhang mit Pylontech.

Ist nervig, würde ich aber unbedingt machen. Ich vermute Pylontech weiß um das Problem… Du bist nicht der einzige.

Ich habe bisher Pylontech bevorzugt bin aber auf Pytes umgestiegen. Ich nehme immer die 5000er. Viele kleine bieten meist den höhere Strom. Es gibt auch 16 und 32 auf dem Markt dort finde ich aber den Max. Strom meist zu dünn für ein 3-phasiges Offgrid.

Hast du die Pylontech auf der Webseite registriert? Ich würde das aber auf jeden Fall reklamieren egal wie es ausgeht. Hab da noch keine Erfahrungen sammeln müssen.

Das wären dann ja die Pytes V5a LiFePO4-Batterie 5,12kWh.

Wenn man da 2 Stk nimmt, müssen dann dicker Anschlusskabel gewählt werden als 25mm². Mein Kabel ist ca. 2m Lang bis zu den Sammelschienen. Derzeit hatte ich die 3 US2000 mit dem 25mm² angeschlossen.

Ich habe im VRM mal nachgesehen, ca. 10kWh werden Ab Mitte März sicher voll. Wenn ich das Victronsystem dann mit Batterielife optimiert laufen lasse, sollte es doch reibungslos auch über Winter laufen…

Ich hatte sonst auch mal zu dem NKON Akku mit 10,24kWh geguckt… Da gibt es auch dickere Anschlusskabel im Shop. Ist aber scheinbar nicht verfügbar.

Was mir noch zu meiner Konfiguration einfällt: Die Akkus sind in einem Technikraum, indem im Sommer auch mal Batterietemperaturen von 30 bis 32 Grad entstehen und dann ist es so, dass die Akkus ab 1530Uhr wieder recht schnell entladen werden, weil dann in dem Appartementhaus die Sauna hochheizt.

zuviel Streß für die Akkus? sollte ja laut technischen Daten eigentlich kein Problem sein, aber mit niedrigeren Strömen oder größerem Akku vielleicht besser

Nein, das hatte ich nicht gemacht. Soll ich das nachholen? Ich hatte die bei Bau-tech.shop gekauft. Dann wende ich mich zuerst an den Verkäufer richtig?

32 Grad am Akku im Sommer ist völlig OK, und deine Multis halten sich beim Entladen an DCL des BMS solange Netz da ist, du solltest es aufgeben es zu versuchen Dir die Schuld zu geben….

Ja

DANKE!

Magst Du mir noch eine Empfehlung zum Anschlusskabel für 2 Pytes Akkus mit dann insgesamt ca. 10kWh geben?

Ich kontaktiere mal den Verkäufer…

Ich habe heute die Pytes 48100r-tc oder so ähnlich bestellt, mit dem passenden Amphenol Kabel auf M8 Kabelschuh. Die haben glaub 35mm2 …. Ich habe mit jeweils 125A Megafuse abgesichet.

Wenn du mit 2 Stk. ins Rennen gehst sind die V5a aber vielleicht die bessere Option diese liegern einen höheren Dauerstrom. Die V5a haben auch eine Heizung wenn’s mal kalt werden sollte

Ok, und das Datenkabel von Victron zu Pytes ist aber nicht das gleiche wie bei Pylontech, oder?

doch ist es. Ein Typ A Kabel. Belegung siehe Victron Doku.

Hallo Jens, was mich aber auch völlig verunsichert hat ist die Tatsache dass die OFFgrid Sets im Internet immer das Typ B Kabel im set enthalten, ist es möglich dass beide Varianten funktionieren?

In der Regel funktionieren beide. GND ist anders verschaltet, welches man aber normalerweise nicht benötigt.

Ok, dann kann ich also das Kabel weiter benutzen, welches ich von den Pylotechs habe.

Ich muss nun doch nochmal wegen des Ladestroms und der DC-Überschusseinspeisung fragen.

Wenn ich im Haus wenig Verbauch habe, die beiden PV Anlagen aber viel liefern, werden ja die Akkus geladen. Können dann die Ladeströme zu hoch werden?

Theoretisch könnten die beiden Multiplus mit bis zu 70A laden und der MPPT mit 75A. Richtig?

Vielleicht sollte ich die DC-Überschußeinspeisung abschalten? Die DC-EInspeisung hat ja keinen wesentlichen Umfang, dass sich das unbedingt rechnen würde.

Brauchst du nicht: wenn du im DVCC auf 70A begrenzt, die MPPT aber schon 71A liefern weil die den CCL ignorieren, dann Laden die Multis nichts mehr dazu weil diese den CCL nicht ignorieren.