Neuling in der VictronWelt

Hallo liebe Victron-Gemeinde,

ich bin neu hier und hätte gerne ein paar sinnvolle Konfigurationsvorschläge zu meinem System.

Mein System:

  • 3 × MultiPlus II 5000/48 im 3-Phasen-Betrieb

  • 2 × Smart Lithium LiFePO₄ 24 V / 200 Ah in Serie (48 V)

  • 1 × Color Control GX

  • 1 × BMV-712 Smart

  • 1 × BMS v1 (BMS v2 kommt nächste Woche)

  • 1 × SmartSolar MPPT 250/70 TR-VE.Can

    • 8 × Trina PV-Module à 450 W (2 × 4er-String)
  • 1 × Fronius Symo 5.0-3-M

  • 1 × HM-1500

Ich denke, das müsste alles sein.

Aktuell läuft das System im ESS-Modus.
Die AC-gekoppelten Erzeuger (Fronius & HM-1500) hängen momentan auf der AC-IN-Seite, außer dem SmartSolar MPPT natürlich.

Im Verteiler habe ich einen Umschalter, mit dem ich mein Haus, entweder auf AC-OUT oder – wie aktuell – auf AC-IN legen kann.

Soweit läuft das System seit ein paar Wochen stabil.

Was mir aufgefallen ist / meine Fragen:

  1. Wenn ich DC-gekoppelte Überschusseinspeisung aktiviere und gleichzeitig die Einspeisebegrenzung, läuft die Absorptionsladung nicht mit 56,8 V, sondern mit 57,2 V.
    → Warum ist das so?

  2. Momentan achte ich darauf, dass die Batterie täglich voll wird und 1 h Absorptionszeit hat.
    → Ist das so empfehlenswert?

  3. Ich stelle den Netzsollwert während der Absorptionsphase bewusst hoch, damit die Absorption auch dann fertig wird, wenn die PV-Leistung einbricht und die Anlage kurzzeitig aus dem Netz bezieht.
    → Kann man irgendwo einstellen, dass die Absorptionszeit immer vollständig abgeschlossen wird, unabhängig davon, ob Netzbezug stattfindet oder nicht?

  4. Da ich jede einzelne Zelle der Smart-Batterien sehen kann:
    → Ist es normal, dass beim Erreichen der Volladung vor Beginn der Absorptionsphase einzelne Zellen schon ca. 3,61 V haben?

  5. Ich dachte eigentlich, dass der Multi die Ladespannung schon vorher reduziert und die Batterie langsam auf 56,8 V „eintaktet“.
    Tatsächlich beobachte ich aber, dass er erst auf 56,8 V hochfährt und danach erst herunterregelt.
    → Ist dieses Verhalten korrekt?

  6. Und was mir ganz besonders aufällt, seitdem ich den mppt dabei habe und die Absorptionsphase vorbei ist, schnellt der Multi hoch und schiebt kurzzeitig 10kw zurück bis die Ladung auf 99% ist, dann läuft wieder alles normal weiter.
    → Ist dieses Verhalten korrekt? und warum?

Ich hoffe, ich habe mich verständlich und korrekt ausgedrückt :slightly_smiling_face:

LG und danke schon mal!
Ich würde mich über ein paar Antworten freuen.

Ein ESS mit den teuren Victron Akkus sieht man selten, wie kam es dazu?
Ist das System erst kürzlich gebaut worden oder läuft das schon länger?

Eine Reihenschaltung von zwei 24V Akkus halten ich immer für problematisch.
Vorteil der Victron Akkus ist, das das gemeinsame BMS ja auch auf (Zell-) Überspannungen der einzelnen Akkus reagiert.


  1. Ist normal, damit DC Überschuss eingespeist werden kann, wird das Spannungslimit um 0,4V angehoben. Dem könnte man entgegenwirken, in deman die Ladeschlussspannung etwas reduziert, würde ich sowieso empfehlen. Die Victron Akku brauchen bei 12V mind. 13,8V um mit dem Zellausgleich zu starten, also mind. 55,2V bei 48V, darüber solltest du mind. mit der Ladeschlussspannung kommen.
  2. Ist nicht nötig bzw. Energieverschwendung. In der ertragsschwachen Zeit solltest du aber schauen, das du alle paar Wochen mal auf 100% kommst für den Zellausgleich.
  3. Siehe 2. Bei der regelmäßigen Vollladung sollte die Ladeschlussspannung dann für eine gewisse Zeit gehalten werden.
  4. Das ist dann der Zeitpunkt bei dem schon der Zellausgleich arbeiten sollte ist nicht kritisch.
  5. Bis zur Ladeschlussspannung wir mit voller Leistung geladen, erst dann reduziert sich langsam der Strom, das ist eben die Ladekurve.
  6. Vermutlich durch den Wechsel von der Absorptionsspannung auf die niedrigere Floraspannung, das ist, wenn du die Standardladekurve für LiFePO4 genommen hast, ein recht großer Sprung und durch die DC Überschusseinspeisung versucht der MultiPlus diese Differenz schnell abzubauen.
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Hallo Matthias,

Danke Vorweg mal für deine Antwort.

Ja habe bis jetzt im Multi und mppt die Standardladekurve in verwednung.

Bezüglich ESS mit Victron Akkus, ist das nicht Optimal?

Ohne ESS wäre es ja nur eine Insel Anlage ohne Rückspeis möglichkeit, oder habe ich da was falsch verstanden?

Das System ist erst kürzlich errichtet worden.

Was wären lt. deiner Meinung nach die Optimalen einstellungen des Systes?

Sende dir auch gerne meine Konfig.rvms wenn du willst zur durchsicht.

Die Akkus von Victron sind sehr gut für Boot/Caraven, da nutzten wir diese sehr gerne.

Man kann sie auch ESS nutzen, nur sind diese da aber pro kWh sehr teuer, da gibt es durchaus günstigere fertige Akkus bei denen ironischer Weise auch die Steuerung besser Funktioniert.

Wie schon geschrieben halte ich auch die Reihenschaltung von mehreren Akkus für nicht optimal.

Wenn das System neu ist, ist auch der Einsatz des Color Control GX nicht optimal, dieses ist von der HW sehr alt und seit einigen Monaten wurde da auch die Produktion gestoppt.
Ein Cerbo GX (+ GX Touch) oder ein Ekrano GX wäre da die bessere Variante gewesen.

Ja, hänge mal deine Konfig mit an, ändere aber ggf. den Namen der Datei, damit deine VRM ID hier nicht zu sehen ist.
Optimale Einstellungen habe ich da gerade nicht parat, da so ein System eben doch etwas ungewöhnlich ist.
Das müsste man sich mal mit den aktuellen Einstellungen im Betrieb ne Weile anschauen.
Ich würde vermutlich zunächst mal die Ladeschlussspannung etwas senken, auf z.B. 56V.
Da muss man dann eben beobachten, das beide Akkus weiterhin ordentlich in den Zellausgleich kommen und dann kann man die Spannung ggf. noch weiter absenken oder wieder etwas erhöhen.

Ja das das Color Control GX nicht optimal ist, ist mir auch schon aufgefallen. (es ist sehr träge zeitenweis)
Ich würde zu einen Cerbo GX tendieren, mit abgesetzten Display (muss erst sehen wie ich es in die Wohnung bekomme, die HDMI leitung).

Oder liegt die empfehlung klar bei dem “Ekrano GX”

Bezüglich der Ladespannung, okay die könnte ich ja mal runtersetzten, aktuell 56,8V (Zellen werden im moment im schnitt mit 3,53V-3,56V ausgeglichen +/- 0,03V von zelle zu zelle) dachte das ist okay?!

Wie weit wäre es denn vom Cerbo bis zum geplanten Installationsort des GX Touch?

Du kannst dir die Oberfläche des GX Gerät aber auch auf jedes Smartphone/Tablet/Laptop holen, entweder über das heimische Netzwerk oder auch über das VRM Portal.
Kommt halt darauf an, wie wichtig dir ein dediziertes Display für die Anlage ist.

Vielen unserer Kunden reicht es, wenn sie per Netzwerk/VRM auf die Anlage zugreifen können.
Da ist meist gar kein Display im System oder das Display ist eben direkt bei der Anlage.

Das Ekrono ist zwar das aktuell leistungsstärkste GX Gerät, aber zum einen für deine Anlage nicht wirklich nötig und zum anderen hat es den Nachteil, das alle Kommunikationsleitungen zum Montageort des Ekrano verlegt werden müssen.

Die Einstellungen sehen erstmal ganz gut aus, nur ist bei L2 und L3 der interne Batteriemonitor deaktiviert und im Assistenten stehen nur 10Ah drin, das solltest du mal noch anpassen.
Wir machen das immer so, das wir die Einstellungen aus L1 abspeichern und diese dann in L2 und L3 einspielen, so haben alle 3 Geräte die gleichen Werte.

Bezüglich Oberfläche über tablet und co ist mir sehrwohl bekannt, nutze ich auch so, es geht halt immer nur ein gerät.
Es wären ca. 20-30m bis zum GX Touch. (ist nur eine vision von mir ist nicht lebens notwendig).

Wenn das Color Cotrol GX regeltechnisch keine einschränkungen für mein system hat, nutze ich dieses einstweilen.

ja hast recht, gerade gesehen

…….nur ist bei L2 und L3 der interne Batteriemonitor deaktiviert……

ja auch gesehen, dachte es wird nur im L1 eingestellt, Master Slave System.

Also L1 Konfig speichern → in L2 und L3 einfach die gleiche einspielen.

….Assistenten stehen nur 10Ah drin……

Bezüglich der Zelelnspannung nochmals, zitat aus Victron:

Wann findet der Zellenausgleich statt?

Der „aktive“ Zellenausgleich beginnt, wenn die erste Zelle 3,3 V oder weniger erreicht, wenn die Batterie stark unausgeglichen ist.

Der „passive“ Zellenausgleich beginnt, wenn die Zellspannungen 3,50 V betragen. Dies kann nur während der Konstantspannungsladephase geschehen, da in dieser Phase die Konstantspannung (14,2 V bzw. 28,4 V) so hoch ist, dass auch die Zellspannungen ausreichend hoch sind, um kleinere Zelldifferenzen zu korrigieren.

Der Zellausgleichsprozess ist fast abgeschlossen, wenn alle Zellen eine Spannung von 3,55 V erreicht haben und der Ladestrom unter 1,5 A gefallen ist. Der Ausgleich ist abgeschlossen, wenn die Ladespannung noch weiter gesunken ist.

Vertsehe ich da jetzt was grundsätzlich falsch? wären ja genau die 56,8V ?

Mit der neuen GUI V2 können mehrere Geräte gleichzeitig zugreifen, die gibt es ab Venus OS 3.50.
Theoretisch sollte das mit den CCGX für Remoteverbindungen klappen, auf dem CCGX selbst geht es nicht, weil da die HW zu langsam ist.

Ein guter Händler hätte dich auf die Nachteile des CCGX hinweisen sollen, aber da wollen einige sicher noch ihre Bestände los werden.
Wir haben schon vor ein paar Jahren für uns entschieden, das CCGX nicht mehr für neue Anlagen zu nutzen und haben Kunden nur noch das Cerbo + Display angeboten.
Wenn jemand nach dem CCGX gefragt hat, haben wir dann auch auf die schwache HW hingewiesen.

Das CCGX wird vermutlich in deinem System seine Arbeit machen können, nur kann es eben zu einer etwas langsameren Regelung kommen und die Darstellung/Bedienung ist entsprechend träge.
Wie gesagt, mit der neuen GUi könnte das auch etwas flüssiger sein.


Das muss in der Anleitung mal angepasst worden sein.
Wenn man die Akkus bei der Ladung über VictronConnect beobachtet, wird erst bei etwa 13,8V (bzw. 27,6V bei 24V Akkus), also 3,45V, angezeigt, das der Zellausgleich läuft, daher sollte man mind. bis zu diesem Wert laden.

Kannst die Werte auch so lassen, wenn du willst.

Aber alleine schon um die Überhöhung um 0,4V durch die DC Einspeisung auszugleichen, würde ich die Spannung etwas herunter nehmen.
Wenn du das auf 56,4V einstellst, bist du mir den 0,4V ja dann auch wieder bei 56,8V.

Wie gesagt, das kann man dann nur beobachten und ggf. weiter anpassen.
Ich habe habe zwar schon etliche der Victron Akkus verbaut, aber eben noch nicht als ESS.

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Okay kenne mich ein wenig mehr aus.

Danke vorab für deine Hilfe, werde mir in den nächsten Tagen den Cerbo GX zulegen, der ist preislich ja nicht so teuer.

Desweiteren klingt dein vorschlag bezüglich den 56,4V logisch. Wenn man weis das bei DC Einspeisung die Spannung um 0,4V ansteigt (wusste ich nicht).

Da ich die einzelnen Zellen sowieso auch Über HA überwache, bekomme ich schnell mit wann eine aus der norm wäre und bekomme auch sofort eine benachrichtigung.

Halte dich am laufenden wie es läuft,

Danke

auch wieder so ein merkwürdiger Fall wo Akkugröße und Wechselrichterleistung in keinster Weise passend zueienander sind?

Wozu brauchst bei 0kWh Akku ein Wechselrichersystem das 15kW kann?

Für off-grid, wegen mir - aber für ESS?

Aber ja, Victron freut es wenn jetzt alle meinen 3 x MP2-5000 ist der Standart

Hallo kr0815,

im Normalfall stimme ich dir natürlich zu, dass 48/3000 sicherlich ausreichen.

Ich habe das System jedoch sehr, sehr günstig bekommen, und selbstverständlich wird die Anlage in späterer Folge noch erweitert,
da sie langfristig für drei Haushalte ausreichen soll.

Für Kritik sowie für Konfigurationsvorschläge bin ich jederzeit offen.

LG

Hallo nochmals,

habe heute das neu Victron Energy VE.Bus BMS V2 bekommen und installiert.

Frage zur verständnis, auf der anleitung ist ja der Remote Port des BMS mit dem Cerbo GX verbunden.

Gilt das selbe auch für das alte CCGX ? (Habe es momentand: CCGX → zu den Mulits → zu BMS)

Muss ich zwingend das “VE.Direct non inverting remote on/off cable” an den MPPT verbinden? Den sobald ich das BMS Testweise abgesteckt habe, ging der mppt aus und CCGX bringt die meldung BMS unterbrochen …….

Bitte so installieren, wie es in der Anleitung steht.
Das CCGX ist auch ein GX Gerät wie das Cerbo, es aber logisch, das Victron in den neueren Anleitungen nicht mehr das alte CCGX als Beispiel nimmt.

Das spezielle VE.direct Kabel ist nicht nötig, aber du hast doch sicher auch mit dem “alten” BMS eine Ader vom “charge disconnect” am Remote-Kontakt des MPPT angeschlossen?
Das ist zwar theoretisch mit dem V2 nicht mehr nötig, ich würde das aber trotzdem noch mit anschließen.

Hallo,

@M_Lange ja habe ich so gemacht, danke

Andere frage, was haltest du von der Pytes E-box 48100R-c16.

Wäre diese Okay / empfehlenswert für meine anlage anstatt der Victron Lifepo Batterie?

Würde 4 stk um ca. 720.- pro stk bekommen.

Die E-box 48100R kenne ich nicht, bzw. habe ich selbst noch nicht verbaut.
Wir verkaufen/installieren hauptsächlich die V5 und die laufen bisher sehr gut.

Hmm jetzt wollte ich gerade schreiben: wenn Kälte kein Thema ist dann ist die E-Box 48100 (zukünftig) meine erste Wahl. Das überrascht mich jetzt, ich dachte die v5 sind mit Heizung ausgestattet ansonsten baugleich mit 48100 .?

soweit ich das bis jetzt herrausgefunden habe:

V5: technisch moderner, höhere Ströme (75 A Dauer / bis ~100 A+ Max) , Heizfunktion/temperaturrobuster, etwas besser für höhere Lasten.

Und die V5 Soll noch einen eigenen DC Trennschalter haben.

E-Box 48100R: bewährte Standard-Batterie, etwas günstiger, solide aber mit niedrigerem Dauerstrom-Limit (~50 A Dauer (max. ~100 A)).

Hoffe ich erzähle jetzt keinen schwachsinn :slight_smile:

Für die 48100 Zahle ich hier in Österreich ca. 850-900.- für die V5 ca. 1050-1150.- hmm….

Was überrascht dich?

Wir haben uns entschieden nur die neuere V5 auf’s Lager zu nehmen, wir haben einfach nicht den Platz zu viele verschiedene Modelle anzubieten.
Auf Kundenwunsch können wir auch die andern Pytes Akkus liefern, da haben wir dann aber entsprechende Lieferzeiten und ist dann auch etwas teurer, wenn wir da nur ein paar bestellen (bei V5 bestellen wir immer mind. 1-2 Paletten).

Den hat nur die V5 Plus.
Zusätzlich hat die Plus einen pre-charge circuit, also um die Kondensatoren in Geräten beim Einschalten des Akkus zu laden, und ein Feuerlöschsystem.

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Nein du hast recht, das mit dem Dauerstrom ist mir nicht aufgefallen. Wenn man einen entsprechend großen Akku hat spielt der Maximale Strom der einzelnen Packs vielleicht auch keine Rolle. Ich denke das schwächere BMS begrenzt beim 48100 den Strom die Zellen sind vermutlich identisch.