Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50)

Habe ich oben ja auch schon geschrieben, das von uns bzw. in der Anleitung beschriebene Verhalten funktioniert nur, wenn du einen entsprechenden Netzsensor hast.
Aktuell “sieht” dein System die Lasten/Erzeugung auf L2 und L3 nicht.

Ein solches Setup ist aber auch sehr ungewöhnlich, da gab es offensichtlich bei ursprüngliche Planung der Anlage schon Verständnisprobleme.

Mit dem Einbau eines solchen Sensors wirst du aber in deinem System schon viel erreichen können.

Ich würde bei der Erweiterung mit einem zusätzlichen Zähler (EM540 oder VM-3P75CT) anfangen. Damit kennt Dein System die Verhältnisse auf allen 3 Phasen und das ESS kann dann die Phasen gegeneinander aufrechnen (aka “Nullsummenspiel”).

Die Erweiterung auf 2- oder 3-phasig würde ich nach Installation der Klimaanlage(n) angehen. Erst dann lässt sich abschätzen, ob und wieviel tatsächlich nötig ist. Moderne Spilt-Geräte sind sehr effizient. Wirklich Leistung fordern die nur nach dem Anschalten, wenn der Raum auf Zieltemperatur gebracht werden muss. Danach dümpeln die mehr oder weniger vor sich hin.

wie in Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50) - #15 by M_Lange geschrieben einen EM540 oder VM-3p75ct direkt nach dem Netzzugang installieren und Dein einer MP2 5k gleicht das meiste aus.

Nimm anstelle weitere PV-Wechselrichter ein paar Smart-MPPT, dann wird die gesamte Anlage effizienter und der MP2 5k limitiert die Batterieladung nicht.

Wenn Du im Sommer die Klimanalage nutzt, werden die vorhanden 2-3 800W PV-Wechselrichter Deinen Bedarf komplett decken. (400W Grundbedarf zzgl. 1200W Klima). Wenn du kochst, liefert der MP2 5k weiter 4000W aus der Battereie, die zuvor effizient vom MPPT geladen wurde.

Meine stark verschattenten Panel liefern 750 kWh/kWp/Jahr (normal sind 1.000 in HH). Damit erzeuge ich an einem sonnenreichen Tag zwichen April un Juli ca. 40 kWh.

Daher hier nochmal die Zusammengassung als Fahrplan:

  1. Victron Energiemesser VM-3p75ct installieren
    Damit werde alle Phasen saldierend vom ESS berücksichtigt und L2 und L3 ebenfalls ausgeglichen und im Cerbo und VRM sichtbar.
  2. weitere Panels per Victron MPPT z.B. 150/45 oder 250/xx anschließen
  3. Klimaanlage anschließen
  4. Batterie vergrößern, ggf. ein 16-Zellen NKON 16 kWh - oder 32 kWh-Block
    Die Pylontech haben mit 15 Zellen eine geringe Spannung und sind verhätlnismäßig teuer, sowie schlecht/nicht anpassbares BMS.
  5. Überschuß-Energie im Sommer sinnvoll nutzen, z.B. per Brauchwasserwärmepumpe oder einfach Heizstab
  6. Schauen, ob Du doch 3 MP2 haben möchtest.

Wenn eine Klimaanlage mit 1kW elektrisch (4kW Kühlleistung) 24/7 per PV-Strom durchlaufen soll, dann benötigst Du 7-10 kWp PV, wovon mind. 50% per MPPT die Batterie direkt laden und einen 32kWh Akku. Jedoch reicht ein MP2 5k aus.

Ich habe 56kWh Speicher angeschlossen und noch ein 14 kWh-Block stehen. Die 56kWh reichen gut für zwei Tage Dunkelheit, bei 40% Reserver für Notstrom.

Der Voreigentümer unseres Hauses hat vor zwei Jahren noch eine neue Gasheizung eingebaut. Daher habe ich nur einen 3,5kW-Heizstab für Warmwasser nachgerüstet. Wenn wir im Sommer unsere kleine Aqua-World für die Kinder erhöffnen verbrauche ich so bis zu 50kWh PV-Strom an einem Tag. Da freue ich mich immer über den Akku :wink:

Hier noch ein Screenshot einer schönen Sommerwoche mit warmer Wasserutsche, Rutschbahn und Pool. Der Verbrauch lag entsprechend bei z.T. über 40 kWh/Tag… der PV-Ertrag jedoch jeweils höher. Die Batterie hat die Schwankung über den Tag und die Woche gepuffert.

Bzgl. Planung.
Im Sommer habe ich bis 40 kWh/Tag.
Jetzt im Dezember oft nur 1-2 kWh/Tag. Grund sind diverse Bäume und hohe Hecke, die Schatten werfen, sodass nur 1-2 Stunden Sonne auf das Dach fallen.
Von März bis September bin ich mit einem normalen Verbrauch von 12 kWh/Tag bzw. 4.500 kWh/Jahr autark.
Den Mehrertrag im Sommer verbrauch ich mit dem besagten Heizstab. Im Winter ist der natürlich abgeschaltet. Um so mehr Pannel du Verbaust, desto länger bist Du in den Winter hin autark. Wie lange sich das rechnent, musst Du für Dich ermitteln. Zu viel PV-Strom bekommt man eigentlich immer weg, sei es per Infrarot im Wohnzimmer heizen. Das ist immer noch günstiger als Gas.

Zur Kühlung wirst Du im Sommer sowieso genügend PV-Strom übrig haben, und im Winter hast Du sowieso nicht genügend PV-Strom, um damit heizen zu können.

Damit überschreitest Du die zulässige Schieflastgrenze von 4,6 kW. Deshalb mein Vorschlag, nur so viel PV-Wechselrichter zu verwenden, wie der Multiplus an Ladeleistung in den Akku bringen kann, und die restliche PV über MPPTs direkt in den Akku zu laden. Andernfalls verschenkst Du ja viel Strom, den Du sonst gut selbst nutzten könntest.

Relevant ist, wie oft und für wie lange Du mehr als die 1phasig maximal zulässigen 4,6 kW Last im Haus haben wirst. Im normalen Haushalt kommt da idR nicht so viel zusammen, dass Du durch den eventuell höheren Anteil selbstgenutzten PV-Stroms die Mehrkosten jemals amortisieren könntest.

Bei mir (Single-Haushalt mit elektrischem Warmwasser und Wärmepumpenheizung mit insgesamt knapp 3.000 kWh Jahresstromverbrauch) ging es sogar nur um die Frage, ob ich einen MPII-3000 oder einen MPII-5000 nehmen soll, und obwohl ich viel und gerne koche und mein Brot nur selbst backe, hätte ich durch den 5000er nur ca 50 kWh pro Jahr mehr eigengenutzten PV-Strom haben können (wovon ein guter Teil durch den höheren Eigenverbrauch des 5000ers noch abzuziehen wäre). Und mit diesen 50 kWh höheren Eigenverbrauch pro Jahr hätte ich die Mehrkosten von ca 400 € für den 5000er niemals wieder herein holen können.

Meine Wärmepumpe ist übrigens auch eine Split-Klima, auch wenn ich so gut wie nie damit kühle. Auch beim Heizen (mein Altersruhesitz ist nur 60 m² groß) zieht sie selbst jetzt im Dezember nur für ein paar Minuten die vollen 1.000 W Leistung, und läuft dann den ganzen Tag mit ca 400 W.

Mit 5,4 kWp Solar (600 W BKW-WR, sonst nur MPPTs), 1phasigem MPII-3000 und 15 kWh Akku decke ich meinen Stromverbrauch von Anfang März bis Ende Oktober fast vollständig, und hätte da auch noch mehr als ausreichend Strom zum Laden eines E-Autos übrig.

Das ist ein Versäumnis, dass Du sowieso schnellstens nachholen solltest. Das sollte man übrigens schon im Vorfeld der PV-Planung tun, denn nur dadurch bekommt man die notwendigen informationen, die unabdingbare Voraussetzung der Planung eines PV-Systems sind.

Victron unterstützt pffiziell leider keine über WLAN kommunizierenden Gridmeter, obwohl sehr viele Leute alternativlos darauf angewiesen sind. Ich verwende einen Shelly 3EM, der bestens in ein Victron-System integriert werden kann. Ist halt nix “offizielles”, aber andernfalls hätte ich dann eben kein Victron-System.

Also wir hatten in den Anlagen, die wir bisher so installiert haben, damit keine Probleme.
Die Anlage kommt ja meist in den Keller und da ist ja oft auch der Zählerschrank in der Nähe.
Zudem muss man idR ja sowieso auch ein Stromkabel zur Anlage verlegen.

Aus MEINER Erfahrung heraus würde ich daher sagen, das Anlagen, in denen es wirklich nicht per Kabel geht, eher die Ausnahme sind.

Des weiteren hat der VM-3P75CT ja einen LAN Anschluss, somit kann man diesen mit ins Netzwerk einbinden oder über einen D-LAN Adapter auch über das Stromnetz weiter leiten.

Eine kabelgebundene Kommunikation sollte man immer einer kabellosen bevorzugen.

Habe im CarPort einen Fronius hängen der in Victron eingebunden ist, das habe ich auch per D-LAN gelöst weil ich keine 50m Netzwerkkabel wieder extra eingraben wollte! Das funktioniert einwandfrei!

'tschuldigung, aber das sagt ja wohl exakt gar nix. Ich jedenfalls hätte enorme Mehrkosten zu schultern, wenn ich einen Gridmeter per Kabel an das GX Gerät anschließen müsste. Das hätte ungefähr genau so viel gekostet wie die gesamte PV-ANlage inkl Victron MPII und MPPTs.

Und bei mir kommt sie außen an die Hauswand, wo schon ein Stromkabel liegt. Und dieser Platz liegt genau auf der anderen Seite vom Zählerschrank.

Ja, durchaus, denn kabelgebunden ist zuverlässiger als WLAN (ums extra nochmals zu erwähnen: Geschwindigkeit der Datenübertragung spielt keine Rolle dabei). Aber es geht eben manchmal nicht anders. Und nach meinen Erfahrungen ist das recht häufig so.

Deswegen habe ich ja geschrieben: “Aus MEINER Erfahrung heraus (…)”
Das war keine allgemeine Aussage, die auf alle Anlagen zutrifft.

Das es Fälle gibt, in denen es wirklich nicht anders geht, habe ich mit keiner Silbe bestritten, ich habe nur aus meiner über 15 jährigen Erfahrung mit der Installation von Victron Anlagen gesprochen.
Ich habe über die letzten Jahre sicher über 30-40 Anlagen selbst installiert und da konnten wir immer ohne großen Aufwand einen kabelgebundenen Netzsensor installieren.

ICH(!!!) vermute aber auch mal, das viele den Shelly 3EM vor allem auch aus Kosten/Platzgründen genommen haben, nicht weil es nicht per Kabel ging.

:+1:

Viele Informationen :wink:

Wie geschrieben - einen Netzsensor habe ich (Finder 7M.38) ich mir damals als erstes gekauft um mal zu sehen, was da so alles an Energie rein und raus geht und welche Phasen wie belastet werden. Dieser wird jedoch nicht unterstützt. Habe hier jetzt aber verstanden, das es ggf. hier auch Wege gibt den vielleicht doch mit einzubinden.

Zweite Herausforderung ist - alles was PV ist nicht dort, wo der HVT ist. Der HVT ist via einer zusätzlichen Leitung mit dem PV Standort verbunden. Dummerweise - kann ich da kein weiteres Kabel hinzufügen ohne größeren Schaden anzurichten. Somit müsste es eine Kabellose Lösung geben die den Finder 7M.38 (Keller HVT) mit dem Cerbo (Außenstelle) verbindet.

Für einen Test könnte ich natürlich erst mal ein Kabel verlegen. Wenn das geht, müsste man mal schauen wie man dann auf WLAN umsteigt.

Vorschläge?

A) Finder als Test mit langem Kabel per ModBus anschließen. Wenn es funktioniert ggf. per ModBus-LAN/PowerLAN übertragen.

B) Sonst durch baugleichen EM540 ersetzten. Ebenfalls per ModBus-PowerLAN übertragen.

C) VM-3p75ct per LAN/PowerKAN übertragen.

Ich würde den VM-3p75ct nehmen.

Ich bin mir nicht sicher, ob in der aktuellen Venus OS Beta eine virtueller Netzzähler per NodeRed gebaut werden kann. Darüber könnte man es auch probieren.

Danke - gibt es dazu eine Anleitung was man alles an Kabeln benötigt - bzw. wie man es dann konfiguriert?

Für das EM540 nutzt man ein RS485-usb-Kabel.

ModBus kann man auch per Zigbee übertragen.

Wenn Du es rum liegen hast, ist es super.

Bevor Du habe je nach Distanz 30-200 EUR in Experimente investierst, würde ich direkt den Finder tauschen.

Man kann aber durchaus LAN-fähige Victron Zähler wie EM24ethernet oder VM-3P75CP mit Hilfe von z.B. AVM Repeatern per WLAN anbinden.

Shelly 3PM tut es auch voll und ganz als Wireless Energy Meter. Ich hab auch ein offiziell nicht unterstützten Sunny Home Manager laufen.

PS

Powerline ist die letzte Lösung und gehört verboten. Du gibst ein hochfrequentes Signal auf ungeschirmte Leitungen, die dann wie eine Antenne wirken. Bei klassischem (V)DSL nicht wundern, wenn du im worst case paketloss, kein sauberes IPTV mehr hast. Die Dinger sorgen für Interferenzen. Kann man gut mit einem AM/Kurzwellen Radio testen.

Kann auch bei Nachbarn für Frust sorgen, weil die Dinger nicht nur in deinem Haus „funken“ und somit auch nicht an deinem Hausanschluss aufhören.

Frohes Neues Jahr erst einmal ! ! !

Ich habe die letzten Tag dazu genutzt, die von euch bereitgestellten Informationen für mich zu sortieren.

Angefangen habe ich mit der Auswertung meines Verbrauchs in 2024. Also der wirkliche Verbrauch - egal ob von der Sonne bereitgestellt oder vom Provider.

Grob kann man sagen, dass pro Tag über das Jahr ca. 14 kWh benötigt werden.

Dagegen habe ich die Werte gelegt, die durch die PV Anlage erzeugt wurden.

Daraus ergibt sich eine (Voll-) Abdeckung von April bis August. Wobei ich ergänzen muss, dass seit 11/2025 die Anzahl der Inverter von 4 auf 8 erhöht wurden - also von 3.200 Watt auf 6.400 Watt. Das mehr an Energie sieht man ganz gut in Dezember Vergleich (BLAU 3.200 Watt).

Ich gehe deshalb davon aus, dass ich in 2026 bereits ab März die benötigten 14 kWh erreichen werde. Bis September sollte die 14 kWh gehalten werden können - was dann eine (Voll-) Abdeckung von 7 Monaten ausmachen würde.

Der Einsatz der geplanten Klimaanlage der sich ohnehin nur auf die Hochphasen des Sommers beschränkt, sollte damit dann auch abgedeckt sein.

In den Monaten April 2026 bis August 2026 werden die Inverter vermutlich mehr Energie liefern, als ich derzeit verbrauchen oder speichern kann. Aktuell habe ich 4x Pylontech US2000C an den MultiPlus-II 48/5000/70-50 angeschlossen. Ich habe die Anlage gestern etwas umgebaut, dass man nun auch noch weitere Pylontechs hinzunehmen kann (eine max. Anzahl habe ich nicht gefunden).

Anfangen würde ich mit zwei weiteren Pylontech US2000C. Dann könnte ich mit den Akkus 15 kWh speichern.

Anpassen muss ich dann auch noch die Verteilung der Inverter (jeweils 800W) auf:

  • L1 5x 800W (Hauptverbraucher und das ESS System mit den Akkus)
  • L2 2x 800W (Nebenverbraucher und die Klimaanlage)
  • L3 1x 800W (Nebenverbraucher)

Im Anschluss muss ich mir anschauen ob ich den bestehenden Energiezähler mit eingebunden bekomme - oder ob ich ggf. die Victron Variante in die Nähe des Multi eingebaut bekomme.

FYI: Ich hatte damals alle 3-Phasen vom HVT über die Garage zurück zum HVT verlegt - für den Fall, dass ich mal auf ein 3 Phasen System gehe.

Macht das alles Sinn?

Final Question - wo kauft ihr eure PV Artikel ein? Ich greife meist auf die folgenden Quellen zu:

Vielen Dank vorab

Guter Plan.

Du kannst auch einen US5000 statt zwei US2000 nehmen. Der ist dann das Master-BMS.

Wenn‘s passt, bau Dir irgendwo einen MPPT ein. Der lädt die Batterien effizienter und bietet Schwarzstart-Fähigkeit.

Schau Dir mal die Videos von Helmut „SchattenPV“ auf YouTube an. Da bekommst Du häufiger Gutscheine für PandaSolar.

1 Like

Gerade noch gesehen - Thema Energiezähler –> Victron VM-3P75CT Energy Meter 3-phasiger Stromzähler inkl. 75A Stromwandler

Da müsste ich meine Verkabelung nicht umbauen, sondern könnte mit den Stromwandlern arbeiten :wink:

1 Like

Du benötigst zusätzlich dünnen Leitungen um die Spannung zu messen.

So sieht es bei mir aus bevor die Messleitungen unten in den VM-3p75ct gingen. Die Feinsicherung fehlt auch noch.