Ich brauche Hilfe. Ich habe eine PV Anlage für ein Sommer-Tiny-House bestehend aus einem Multiplus 2 GX, einem Distributor Lynx, einem Laderegler 150/35, 4 Modulen a 440 Watt und einer Pylontech US5000. Ich habe die Verkabelung bis auf die Module und die Batterie abgeschlossen. Nun stehe ich vor der Erdung der Gehäuse. Ich habe nur ein Kabel für die Batterie mitgeliefert bekommen. Welche weoteren Geräte brauchen eine Erdung? Und wie gehe ich bei der Erdung der Geräte konkret vor?
Hat das Tiny-House denn einen Netzanschluss ? Hier hättest du dann ja schon einen Schutzleiter vom “Versorger” … auch wenn es ein Insel System ist Du hast ja sicherlich schon eine kleine Verteilung mit den entsprechenden Sicherungen verbaut oder ?
Grundsätzlich benötigst du keine weiteren Komponenten … alle Metallgehäuse sind über eine Erdungsverbindung einzubinden.
Der Multi2, der Mppt und das Pylontech Gehäuse. Die Module kannst du erden da hier eine Spannung von über 50V zu erwarten wäre … falls es zu einem Fehler in der Solarverkabelung kommen sollte, ist hier keine Gefahr durch Berührung.
Mach doch mal zur Not ein paar Fotos vom Aufbau und den Komponenten. Das kannst du hier einfach anhängen …
Interessant wäre noch die Konfiguration der Komponenten … Spannungswerte im Mppt und dem Multi Gx weil du ja die Pylontech Akkus mit ihrem 15S Aufbau nicht zu sehr mit der Ladespannung “stressen” solltest …
Was für ein "Daten"Kabel hast du “mitgeliefert” bekommen ? ein schwarzes Pylontech oder ein blaues Typ “A” von Victron ?
Ich würde dann am AC-Out auch noch Erde und Neutralleiter brücken (schützt das Erdungsrelais bei Kurzschluss) dahinter einen Lastschalter/Sicherung der den Multi schützt vor Kurzschluss und Überlassung:
Bei Multi II 3000 mit 13A absichern für die 3000W z.B. mit Siemens 5SL60136 Leitungsschutzschalter 1+N-polig, B-Charakteristik, 13A
Dahinter würde ich noch einen FI installieren, denn 230V aus dem Multi sind genau so gefährlich für Menschen wie das Netz. (kann ein einphasiger 16A FI sein, denn die 13A davor schützen den Multi schon bei Kurzschluss und 13A FI dürfte es nicht geben)
(diese 230V Verkabelung darf eigentlich nur ein Elektriker machen)
Es ist eigentlich eine ganz normale Verteilung/Verkabelung wie in einem Haus nur ersetzt der Multi den Netzanschluss. Ein Haus muss auch geerdet und abgesichert werden… (Ist halt nur kleiner und nur eine Phase)
Die Unterkonstruktion der PV Module muss übrigens auch geerdet werden.
Kreuzerder zur Potentialausgleichschiene wird normalerweise mit 16mm2 verlegt (würde ein Elektriker so machen, dann ist man auf der sicheren Seite). Ob man in dem Fall nach DIN/VDE darunter bleiben darf kann ich auch nicht sagen. Ist für den konkreten Fall sehr hoch dimensioniert (sieht man auch an den 6mm2 PV Erdung). 6mm2 würden technisch sicher ausreichen, aber ob da Vorgaben drauf eingehen kann ich auch nicht sagen, müsste man recherchieren.
Ohne FI bringt auch eine Erdung keine zusätzliche Sicherheit. (außer Blitzeinschlag)
din und vde sind keine gesetze, nur bestehen eventuell versorger und versicherung darauf, dass man sich daran haelt!
was die erdung angeht, sind eigentlich mindestens 16 mm² vorgeschrieben, selbst wenn bei einem einfachen erdspies selbst 0,5 mm² ausreichen, weil der widerstand des kabels selbst dann nur einen bruchteil des widerstands des erdspieses zur erde hat! oder willst du den 10 m tief einschlagen oder mindesens 20 davon verteilt?
und wenn der blitz direkt einschlaegt, duerfte selbst ein 16 mm² kabel in rauch aufgehen. ich glaube, bei blitzschutzanlagen sind das eher um die 50 mm²!
und wenn das einzige 16 mm² kabel das zum erdspies ist, gehen einfach alle anderen kabel im fehlerfall in flammen auf!
man muss es also nicht uebertreiben. leider scheint das in DE aber der standard zu sein!
„DIN und VDE sind keine Gesetze" Richtig, aber bei Personenschaden bekommt man mindestens eine Teilschuld, wenn man sie nicht einhält. Das ist in allen Rechtsstaaten so in ganz Europa. Die Vorgaben können andere sein, einhalten sollte man sie aber.
16mm2 Kupferkabel übersteht übrigens in der Regel einen Blitzeinschlag (Spannung extrem hoch, Strom auch aber alles nur in Millisekunden) Blitzableiter sind eher aus weniger gut leitenden Metallen, dafür dann dicker.
Die Erdung ist nun abgeschlossen. Danke für die Unterstützung. Ich habe das System nun einschalten und konfigurieren wollen. Batterie (Pylontech) ist an und läuft auf RUN. Sonst passiert nichts. Multiplus 2 GX ist auf 1 gestellt.
Woran kann das liegen?
Am Distributor sind alle plus Kabel auf der mittleren schiene, weil ich die Schrauben dort nicht entfernen kann, da sie durch ein dünnes quadratisches Plättchen mit der grünen Server karte verbunden sind. Und eine 125 mega fuse ist eingebaut beim Batterie Anschluss.
Gx ist auf 1 eingeschaltet. Ein Messgerät habe ich im Moment leider nicht da.
Die Verkabelung im lynx erklärt sich glaube von selbst. Dort sind an der mittleren schiene kleine quadratische metallplättchen über den Schrauben, welche mit der Server Platte verbunden sind. Deshalb konnte ich sie nicht entfernen. So kann ich den Multiplus und den MPPt aber nur ab der mittleren schiene anschließen. Liegt es daran?
Du brauchst noch zwei Sicherungen, für MultiPlus und MPPT, so wie beim Akku.
Wie soll der Strom sonst von der oberen Schiene zu den mittleren Anschlüssen?
… ja da hat der Strom es schwer … …die kleinen quadratischen Metallplättchen die mit der Serverplatte verbunden sind ??? Meinst du eventuell die kleinen “+” Abgänge zur Lynx Platine ?
!!! Wenn du die Sicherung vom Multi “raufmachst” wird es kurz laut knallen weil die Kondensatoren aufgeladen werden … nicht alles vor Schreck fallen lassen !!!