DIY - Welche MPPT und Konnektivität MP2, VM-3P75CT, Batterie?

Hallo.

Ich möchte mir eine kleine PV-Anlage aufbauen (2 kWp, MP2 3000/48V und 5 kWh; 51,2 V). Mein Nachbar ist Elektriker und wird die Anmeldung vornehmen; hat aber selber außer das Grundverständnis sich nicht weiter mit der Thematik befasst; sind auch nur 1,5 Jahre bis zur Rente und mir reicht es, wenn er die Anmeldung vornimmt. :wink: Selber machen finde ich auch viel interessanter. :wink:

Konkretisierung meines Vorhabens:

Geplant sind 4 Module á 500 Watt (Trina Solar 500W Vertex S+) auf meiner Gartenhütte. Alle Module werden eine Süd-West Ausrichtung haben. Der Winkel des Dachs hat eine Neigung von 15°.

Die Technik (Multiplus II, Batterie und Solarladeregler etc.) soll komplett im Keller stehen. Von der Gartenhütte geht hierzu ein KG-Rohr in den Keller. Vom Dach der Gartenhütte bis zum Installationsort der Solarladeregler wird eine Strecke 10 m betragen.

Das Dach meines Hauses beschatte am Vormittag meine Gartenhütte. Da je 2 Panels hinter einander stehen werden, wird die hintere Reihe etwas länger beschattet sein als die vordere Reihe. Derzeit sind es ca. 50 Minuten.

Ich hatte daher an 2 Laderegler vom Typ SmartSolar MPPT 100/20 gedacht. Oder sollte ich doch besser zu einem großen greifen und 2 parallele Strings a 2 Module in Reihe aufbauen? Welche SmarSolar wäre dann zu empfehlen?

Sofern letzteres zu bevorzugen wäre, sollte ich die Parallelisierung möglichst nah bei den Panels machen oder eher möglichst nach am Laderegler oder ist es egal?

Da mein Zählerschrank auf der Ost-Seite des Hauses ist, muss ich als Kompromiss den MP 2 mit Anhang in einem Kellerraum auf der Süd-West-Seite installieren. Die Leitungslänge vom Zählerschrank zur Technik wird 9 meter (inkl. sauberer Bögen etc.) bemessen. Zuleitung würde ich rechnerisch bei einem Spannungsabfall von 3% mit 4 mm² auslegen oder würdet ihr mir zu mehr raten?

Wie sieht es beim Kabel zwischen SmartMeter VM-3P75CT und MP2GX aus. VE.CAN wäre hier meine bevorzugte Anbindung. Lt. Anleitung handelt es sich um RJ45 UTP Kabel. Sind dort irgendwie Pole vertausch oder kann ich auch ein vorhandenes vernünftiges RJ45 Kabel für die Verbindung nutzen?

Beim Speicher hatte ich an einem Pytes oder NKON gedacht. Brauche ich hier noch einen Victron Battery Shunt zwingend oder reicht es hier aus, wenn ich mit dem Victron VE.CAN zu CAN-bus BMS Kabel die Batterie anbinde. Was wäre der Vorteil bei Nutzung eines Victron Battery Shunt?

Hallo Bernd,

zu den letzten Fragen:

  • beim VE.CAN Kabel zwischen SmartMeter VM-3P75CT und MP2GX sind keine Pole vertauscht o.ä.

  • Bei uns arbeitet das Pytes BMS direkt mit einem Cerbo zusammen. Du brauchst kein Shunt.
    Es gab(gibt) den Cerbo-S GX. Bei der Variante gibt es keinen dezidierten BMS Port. Man kann zwar die VE.Can Ports dafür nutzen, aber ich würde dir empfehlen einen normalen Cerbo GX zu kaufen um flexibel bleiben zu können, was spätere Erweiterungen betrifft.

  • Hier die (vielleicht nicht mehr aktuelle?) Dokumentation zur Einbindung des Pytes BMS, mit der es bei uns gut funktioniert hat:

    pytes_victron_ve_configure_setting_with_pytes_51.2v_batteries.pdf (967,2 KB)

Hallo Noemo,

vielen Dank für die Rückmeldung. Das klingt schon mal gut. Erweiterung würde damit es sinn macht bzw. um nicht zweimal anzufangen, eine komplette Hausdacherneuerung bedeuten. Angebote hatte ich dazu schon aber 70k mit Gerüst etc. ist mir einfach momentan und vermutlich auch in den nächsten 10 Jahren einfach zu viel.

Theoretisch müsste ich das VE.Can-Signal dann auch über mein Patch-Panel laufen lassen können und müsste nicht zusätzlich eine Netzwerkleitung ziehen? Hat das schon mal jemand getestet?

Kannst Du mir einen Rat zum MPPT geben? Oder benötigst Du nähere Informationen?

Ich habe ferner gerade gesehen, dass es von Victron eine 6-fach Busbar gibt: Fuse holder 6-way for MEGA fuse - M. E. müsste die für meine Zwecke doch vollkommen ausreichen. Die Lynx sieht schöner aus, aber ich bin vermutlich die nächsten 10 Jahre erstmal noch auf meine Gartenhütte begrenzt.

Ich habe eine MPPT 150/35 mit 4x 425Wp in 2p2s. Funktioniert super. Parallel vornort und ein Kabel-Paar zum Haus reicht.

Schalte die jeweils gleich verschatteten Panels in Serie zu einem String. Dann die Strings parallel. Bei Verschattung hast Du ca 60% der Leistung, sonst nur 10%.

Graphen zu MPPT vs 4in1-Mkrowechselrichter bei Verschattung findest Du in meiner Systemvorstellung.

DAs “VE.CAN” zwischen SmartMeter VM-3P75CT und MP2 ist “ganz normales” Netzwerk. Also ordinäre Netzwerkkabel verwenden. Ich habs über einen ganz normalen Router / Switch zusammen mit dem normalen Internet im Hausnetzwerk.

Akku: würde Pytes V5 empfehlen (hab ich selber ^^), das funktioniert Plug an Play mit Victron. Achtung, das ist ein spezielles Netzwerkkabel
Victron Battery Shunt ist hier nicht erforderlich, da die Pytes ihr eigenes BMS haben.

MPPT / Modulwahl:
Wenn du nur 2 PV Module als String schalten wolltest, mußt du 144 Halbzellenmodule nehmen=> höhere Spannung, Strom geringer. 108 Zeller haben je nach Temperatur nur ca 30 V, das reicht nicht für die ca 56 V Zielspannung eines 48 V Akkusystems. Deine geplanten Trinas sind 108 Zeller !

VE.Can und LAN sind 2 Paar Schuhe. Ich nehme an Du hast die LAN Schnittstelle am VM genutzt. VE.Can läuft auch über die normale Netzwerkverkabelung, jedoch nicht am Switch im Heimnetzwerk.

Nachteil am LAN ist halt die Abhängigkeit vom Netzwerk/switch/router

Gibt’s denn einen Grund für die geringe PV-Leistung? Hast Du nicht mehr Platz zur Verfügung? PV-Module kosten doch fast gar nix mehr, und da sparst Du eventuell am falschen Platz. Das Gleiche gilt IMO für die Akkukapazität.

Auch mir (SingleHaushalt mit Wärmepumpenheizung und elektrischem Warmwasser) reicht ein MPII-3000 wirklich gut aus, aber ich habe 5,4 kWp Solarmodule installiert und einen 15 kWh Akku. Schon seit Ende Februar decke ich damit meinen Stromverbrauch inkl Wärmepumpenheizung und Warmwasser vollständig.

Beim Akku würde ich auch nicht sparen, denn selbst wenn Dir ein 5-kWh-Akku über Nacht reicht, so wirst Du die geringen Mehrkosten für einen größeren Akku schon alleine über dessen sehr viel höhere Lebensdauer wieder einsparen. EIn größerer Akku mit ein wenig mehr PV-Leistung als von Dir angedacht würde sogar für’s nächtliche Laden von einem E-Auto ausreichen.

äh, stimmt, das habe ich, jetzt wo du es sagst :zany_face:

Hallo.

Ich danke Euch für Eure Rückmeldungen.

Ich habe mir jetzt für die Kellerwand mal eine Anordnung überlegt. An die Erfahrenen unter Euch, macht die folgende Anordnung sinn (Kabelkanal zum Zählerschrank verläuft unter der Decke)?

Kabel sollten ja möglichst nicht in Schlaufen legen. Könnt ihr mir ggf. einen Anbieter empfehlen, wo ich passende vorkonfektionierte Kabel bestellen kann? Ich habe nur eine Crimpzange bis 16mm².

Ich hatte an folgende Querschnitte gedacht:

MP2 zu Lynx 35mm²

Lynx zu Akku 35mm²

Lynx zu SmartSolar 25mm² (Anschluss 2x2 Panels)

Ferner würde mich noch interessieren, wie ihr den Abgang zu den PV-Modulen realisiert. Der SmartSolar 150/35 hat keine MC4-Anschlüsse. Habt ihr zwischen SmartSolar einen Trennschalter gesetzt oder ein kurzes Stück Kabel mit MC4-Stecker/Buchse, sodass bei Wartungsarbeiten ordnungsgemäß getrennt werden kann. Bei Amazon finde ich auch passende Produkte mit Trennschalter, aber die Firmen sagen mir nix und klingen sehr aus fernost. Muss nicht schlecht sein, aber bei allen anderen wird immer Wert auf qualität gesetzt und dort sieht man vielfach in Youtube-Videos so Teile von Amazon mit sehr günstigen Preisen.

Hallo Bernd, ich achte darauf über MPPT und Multi nichts zu montieren, da wird’s warm überm MPPT kann es sehr warm werden.

Ich nutze gerne die „billigen“ Schalter für PV achte aber darauf und beschrifte das auch so dass nicht unter Last geschaltet werden soll.

Batteriekabel crimpe ich nicht mehr selbst die kann man im Netz in passender Länge mit passenden Kabelschuhen fertig bestellen. Hier sollte man mit den richtigen Kabelschuhen und gutem Presswerkzeug arbeiten. MC4 Anschlüsse sind mMn nicht geeignet für Wartungszwecke

Die verbindung zwischen MP und GX ist VE.bus, nicht VE.can. Kabel ist aber auch ein gewöhnliches netzwerkkabel mit RJ45 steckern.

Ich bestelle meine Kabel alle bei Fraron. Da kannst du zwischen verschiedenen Kabelquerschnitten und Anschlüssen wählen, und die Kabel gibt es in rot und schwarz. Auch ein Rechner für die empfohlenen Querschnitte gibt es dort.
Für die MPPT hab ich die Stiftkabelschuhe gewählt, allerdings muss man die in der Breite noch ein wenig abschleifen (Flex oder Feile), damit sie in die Schraubkontakte passen.
Beim Lynx ggf. den PowerIn wählen und mittels Sicherrungshack anpassen, damit kommst du günstiger als mit dem Distribution, hast dann aber keine Anzeige für defekte Sicherungen, welche man meiner Meinung nach nicht braucht.

Vielleicht kann uns einer helfen ?
Setup:

  • VM-3P75CT via LAN im Hausnetz
  • MP2GX via wLan im Hausnetz
  • Pytex V5 via VE.can/BMS am MP2GX

In der Remote Console ist sowohl das VM, als auch Pytes BMS mit Werten zu sehen.
MP2GX ist mit ESS Assistent eingerichtet und in der Remote Console unter ESS ist externer Zähler eingetragen.

Es gibt aber keine Interaktion Laden/Entladen.

Mein Eindruck, der MP2GX versteht / sieht das VM nicht wirklich.

Da das VM via LAN eingebunden ist, muß ich es auch noch unter ModBus TCP/UDP device bekannt machen ?

Eine andere Idee wäre ja, beides über VE.Can einzubinden, nur der VM hätte gerne 250 kbit/s und Pytes 500 kbit/s - also auch keine Lösung.

Oder stehe ich auf dem berühmten “Schlauch” ?

Richtig erkannt. Aber wenn der VM in der Geräteliste erscheint, seine Rolle „Netzzähler“ ist und Werte plausibel angezeigt werden scheint das mit dem LAN zu passen.

Guten Morgen.

Erneut besten Dank für Euer Feedback. Ich werde die Anordnung mal überarbeiten.

Ich hätte auch nochmal eine generelle Frage zum VM-3P75CT, da bin ich gestern bei der Vorstellung eines AIO-System von einem konkurreten zufällig drauf aufmerksam geworden.

Victron arbeitet in seinem Kosnmus Cerbo GX, MP2 und VM-3P75CT lokal, am besten über das jeweilige Bus-System. Wie schnell ist die Reaktionszeit bei Laständerungen. z. B. ich mache den Backofen an und der fängt dann mit seinem vollen 3,6 kw an zuarbeiten. In dem Video war gestern von 10 Sekunden zuhören, weil Shelly die Meldung an seine Cloud gibt und dann weiter an die nächste Cloud und dann zum AIO. Ich will nicht wissen, wenn dann noch WLAN Signal schlecht oder durch 5 Ghz Netz-Vorangregelung wie lange das dann dauert.

Danach habe ich dann noch was zu einem DIY-System mit Lumentree und Shelly gefunden. Hier gehts richtig lokal und im video war auf die Reaktionszeit in der Software zu sehen. Es waren um 60 bis 100 ms. Fand ich sehr gut.

Wie schlägt sich der VM-3P75CT im Vergleich zum EM540? Kann hierzu jemand was sagen?

Der VM3 muss als modbus device eingerichtet werden, damit er als Netzzähler fungieren kann, wenn er über das lokake LAN eingebunden wurde. Aber es geht leichter und stabiler, wenn man das ETH Kabel vom VM3 zum gx device DIREKT ziehen kann und richtig einsteckt.

“Die andere Idee” ist aber die bessere. Am gx device gibt es ZWEI VE.Can Anschlüsse.

Links die Pytes rein u. rechts das VM3 anschließen. Alles schön mit Abschlusswiderstand im Nachbarport.

Dann rennt das VM3 SOFORT als Netzzähler los (instance #0).

Die 1. Wahl ist immer das VM3 zu nutzen, wenn man “von vorn” anfängt.

@MSl1 Okay dann war meine Vorauswahl schon mal gut. Wie schnell regelt den der VM3? Teilweise konnte ich ältere Infos finden mit 400 W Anpassung pro Sekunde.

Die Regelzeiten werden nicht vom VM3 bestimmt, sondern vom gx device, dem Inverter und nationalen Stromnetzvorgaben.

(Das VM3 schickt übr. seine Messwerte alle 100ms zum gx device. Such bitte mal im Forum nach meinen Beiträgen, dort gibt es Grafiken aus meinem Home Assistant, die zeigen das Regelverhalten im Detail.)

Falls Du Dich f. Pytes entscheidest, meine Empfehlung 2xPytes V5. Die Preise sind gut gefallen seit letztem Jahr, da kommt es auf den zweiten im Stack nicht an.

Und. Du hast mit 10kWh genug Reserven für dunkle Tage, beim Minimum SOC 20% stehen effektive 8kWh bereit u. mit dem richtigen Firmwarestand läuft der Speicher zusammen mit Victron wie “Schmidt’s Katze”.