Kleine PV-Anlage um AC-Speicher mit MP2 erweitern?

Guten Morgen.

Ich habe eine kleine PV-Anlage. Diese besteht aufgrund seiner dezentralen Verteilung aus 4 Mikrowechselrichtern mit je 2 Modulen a 400 Wp und kommt in Summe auf 3,2 kW/peak.

Ich habe mir jetzt verschiedene Lösungen angesehen. Die Systeme um Anker, Jackery, Marstek, Sun Energy XT, Zendure, etc. sagen mir jedoch alle nicht zu und ich möchte gerne in Zusammenarbeit mit meinen Elektriker eine AC-Speicher-Lösung auf Victron-Basis ergänzen wollen.

Nach vielen Recherchen hier im Forum habe ich an folgende Lösung gedacht:

Victron Multiplus II GX 48/3000/35-32

NKON ESS Eco – 51.2V 5.12kWh Heimspeicher oder Pytes V5 5,12kWh LiFePo4 Speicher

Victron VM-3P75CT

Brauche ich bei dieser Lösung zwingend auch eine Busbar oder gibt es eine zuverlässige Möglichkeit Akku und Multiplus mit einander zu verbinden. Bei der Absicherung zwischen den beiden Bauteilen hatte ich an einer Adler EF3 Sicherung 150A gedacht.

Leitungsquerschnitt MP2 zu Akku in 50mm² (1 bis max 1,5 m) und MP2 zum LS in 6mm² (ca. 3 m)

Was haltet ihr von dieser Konfiguration? Gibt es Anregungen?

Kurze ergänzende Frage. Von Anfang November bis Ende Februar hatte ich geplant den MP2 und den Speicher auszuschalten. Spricht da was gegen? Wie viel sollte der Speicher geladen sein? Ggf. einmal auf 100%?

Da hast du schon alles sehr gut recherchiert.

Eine BusBar brauchst du nicht, der Akku wird direkt mit dem Multiplus verbunden.

Eine BusBar brauchst du erst wenn du mehrere Batterien und oder Lader, MPPTs, Multiplus, etc. zusammen anschließen willst.

Wegen den Querschnitten, Batterie passt, aber die 6mm² sind zu viel.

Da reichen locker auch 2,5mm². Gut, wenn du mal später umrüsten willst auf was größeres, dann wärst du vorbereitet. Aber das würde dann aber ohnehin einr größe Baustelle.

Ob Pytes oder Nkon, kommt wohl mehr auf den Preis an. Beide werden gut funktionieren.

Die Adler Sicherung ist sehr gut.

Hallo Jetlag,

vielen Dank für Deine schnelle Rückmeldung. Das hört sich schon sehr positiv an.

Bzgl. der Integration der Adlersicherung habe ich jetzt folgende “Mini-Bus-Bar” gefunden bzw. Halterung: Offgridtec MEGA-Fuse Sicherung Halter

Sieht mir sehr solide aus. Kabel würde ich fertige nehmen. Bei fraron.de habe ich gesehen kann ich mir die passend konfektionieren lassen. Wie viel sollte ich mindestens von MP2 weggehen, sodass ich noch gut daran arbeiten kann. Reichen 30 cm oder besser 40/50 cm?

2,5mm² hätte ich erstmal noch. Hatte jetzt aufgrund der Transferstromfähigkeit von 32 A die Leitung ausgewählt. Bei 2,5mm² würde ich dann aber auf 16 A den LS reduzieren wollen oder gibt es dann ggf. Probleme beim Anlaufen?

Würde ein vollgeladener Akku 4 Monat ausgeschaltet überleben? Mein Keller hat im Winter immer mindestens so 17 bis 18°C. Aufgrund der Ertragssituation der PV wird sich aber ein “Mitlaufen” dort nicht lohnen.

Also 30cm weg vom MP2 geht völlig problemlos, aber wenn du die Sicherung bzw. den Sicherungshalter meinst, die sollte so nah wie möglich an der Batterie sein. Die Sicherung soll ja in erster Linie die Kabel absichern, wenn die Kabel aber noch vor der Sicherung zusammenkommen könnten (aus welchen Gründen auch immer), und da einen satten Kurzschluss verursachen, dann bringt diese Sicherung ja gar nichts. Dann würde nur noch das BMS schützen (im Idealfall).

Der Sicherungshalter sollte passen, die Kabel machen lassen macht wahrscheinlich auch Sinn, wenn es nur die sind.

Der Transferschalter besagt, dass soviel Strom “über” den Multiplus vom AC_In zum AC_Out fließen kann. Das ist das Maximum, d.h. hier wäre eine Absicherung im Bereich max. 30A sinnvoll, eher sogar weniger weil die Sicherungen auch träge sind. D.h. 25A ist hier wohl besser. Das ginge für ein offen verlegten 2,5mm² noch in Ordnung.

Die Frage ist aber, ob du den AC_Out überhaupt nutzen willst?

Falls nein, dann spielt der Trasferschalter keine Rolle.

Und zum Überwintern, - ja, das ist kein Problem bei den ca. 17°C, allerdings besser bei ca. 50% SoC.

Der Akku verliert vielleicht ein paar % über den Winter, aber selbst bei 40% ist es überhaupt kein Problem.

Einfach gelegentlich mal prüfen und nur bei Bedarf mal nachladen. Sollte aber gar nicht nötig sein.

Im Sommer einfach wieder einschalten und gut ist.

Du wirst auf Dauer diesen kleinen Akku bereuen. Zu Deinen 3,2 kWp passt ein 10 kWh Akku viel besser. Der Preisunterschied bei NKON ist ja auch nicht die Welt. Und falls Du doch mal Platz für weitere PV-Module finden kannst, würde ich gleich auf einen 16 KWh Akku gehen.

Ich habe für meinen Single-Haushalt 5,4 kWp Solarmodule und einen 16 kWh Akku, und das passt recht gut. Für 's Laden eines E-Autos bräuchte ich dann aber am besten nochmals weitere 16 kWh.

Warum willst Du das System dann ausschalten? Es kommt dann zwar recht wenig, aber doch erheblich mehr als der Eigenverbrauch des Systems.

LFP Akkus NIEMALS vollgeladen herumstehen lassen. Am besten so um die 50 bis 60% SOC.

Noch eine Ergänzung: die NKON Akkus haben AFAIK ein Seplos-BMS, und ich weiß nicht, wie gut das den SOC bestimmen kann. Das JK Inverter BMS ist dabei grottenschlecht, und deshalb habe ich mein System mit einem Victron SmartShunt ergänzt. Kostet nicht die Welt, und dann sind die Probleme mit der SOC-Bestimmung erledigt.

Hallo.

Erneut besten Dank für Eure Antworten.

Die Idee mit Ausschalten war, weil ich in den Monatens nichts zurückspeise oder maximal 1 bis 2 kWh. Die Ausrichtung ist so gewählt, dass ich eine gute Spreizung habe. E-Auto habe ich bisher nicht. Ich würde aber gerne in den anderen Monaten über die Nacht kommen. Klar Herd auf volle Pulle etc. dafür wirds vermutlich auch nicht ganz zur Unterstützung reichen.

Bzgl. der Größe kann ich ja nochmal überlegen. Preislich wäre es im Rahmen.

50 bis 60 % soc wird beachtet! Vielen Dank für den Hinweis.

Von November bis Ende Februar speist niemand wirklich nennenswert viel PV-Strom ins Netz ein. Aber Du kannst in dieser Zeit selbst mit Deiner kleinen Anlage vermutlich 10 bis 20% Deines Stromverbrauchs decken, aber dazu muss sie natürlich laufen.

Ich heize mit einer Wärmepumpe, und bereite mein Warmwasser elektrisch zu. Und ich komme über die 4 Wintermonate auf gut 20% Deckungsgrad. Im Februar alleine sogar über 50%. Die Netzeinspeisung von gut 24 kWh in dieser Zeit geschah alleine an zwei sonnigen Tagen im Februar:

Du willst nicht nur knapp über die Nacht kommen, sondern Deinen Eigenverbrauch weitgehend decken, so weit das wirtschaftlich machbar ist. Du hast nicht nur sonnige Tage, und selbst ein kleiner Akku wird in der Übergangszeit nicht täglich voll werden, und wenn dann ein trüber Tag folgt, dann packt der Akku das schon nicht mehr.

da gibt es einen Haken, der mir zuvor nicht aufgefallen ist: Der MP-II-3000 kann maximal 1.700 Watt in den Akku laden, also wesentlich weniger, als Deine PV-Inverter liefern können. Der große rest würde gegen niedrige Vergütung ins Netz gespeist werden, anstatt Deinen Eigenverbrauch zu mindern.

Ich würde an Deiner Stelle überlegen, mindestens 2 der Mikro-WR durch einen Victron Smartsolar MPPT zu ersetzen. Das kostet nur kleines Geld, aber der Nutzen wäre sehr groß.

Hallo Henk, nur damit du die verschiedenen Meinungen vergleichen kannst…

Ich finde deinen Ansatz in Ordnung, das ist denke ich mit geringstem Aufwand und Kosten verbunden. Da deine Module mit der Ausrichtung gestreut sind wirst du mit Verbrauch kaum über die 1600W Ladeleistung kommen, und wenn Du einen Teil über MPPT änderst macht Ausschalten im Winter keinen Sinn mehr.

Das nur damit du weißt dass deine Lösung keineswegs Falsch ist es aber unterschiedliche Meinungen gibt.

Mit 3,2 kWp ist auch nicht an ein eAuto zu denken, das reicht kaum für den Eigenverbrauch…

Wenn die Module nach Süden ausgerichtet sind, können sie an einem sehr sonnigen Tag schon 20kWh Energie erzeugen. Ich weiß ja nicht wie viel die kleine PV maximal bei dir erzeugen kann. (hängt an der genauen Ausrichtung, Neigung und Verschattung)

Ich würde die Speichergrösse nach an dem Ertrag und Eigenverbrauch dimensionieren. Man kommt bei zu großen Speichern schnell in einen Bereich wo es auch unwirtschaftlich wird.

Abhängig davon ob du Victron Smartsolar MPPT einsetzen kannst, wegen der Verkabelung zu den PV Modulen, würde ich, wenn das nicht geht oder zu viel Aufwand macht einen Multi II 5000 wählen, denn der kommt mit der kompletten Ladeleistung deiner PV Wechselrichter klar (liegt aber auch an der Ausrichtung der Module, denn z.B. bei Ost/West wäre ja die Leistungsspitze über den Tag verteilt, so dass der 3000er reicht)

Dazu müsste der Speicher schon absurd überdimensioniert sein. Bei einem Akku mit beispielsweise doppelt so hoer Kapazität wie sinnvoll nötig rechnen sich die geringen Mehrkosten aber durchaus schon alleine wg der deutlich längeren Lebensdauer des Akkus. Der Akku wird erstens weniger gestresst, und ist zweitens nicht schon bei 80% SOH Schrott, sondern kann bis 50% SOH weiter genutzt werden.

Wenn zwei der vier PV-Inverter durch einen Smartsolar Laderegler ersetzt werden (Kosten unter 150 €), dann kann die volle PV-Leistung in den Akku gespeichert werden, was die Eigenverbrauchsquote drastisch erhöht. Aber dann kann der MP2 bei vollem Akku und viel Solarleistung nur noch einen Teil des Überschusses ins Netz einspeisen. Und genau das wird dann mit einem größeren Akku gelöst, denn damit kann man die Überschüsse zeitlich verzerrt vollständig einspeisen. Da bringt der größere Akku also auch noch mal Vorteile, die ihn vermutlich schon alleine amortisieren können.

Und dann muss er auch bedenken, dass der 5,2 kWh NKON Akku eine empfohlene maximale Lade- und Entladerate von nur 0,5C hat. Die 3,2kWp Solarleistung überschreitet das bereits.

Und zuletzt erhöht der größere Akku auch noch geringfügig die Eigenverbrauchsquote, weil damit eben auch über etliche schlechte Tage hinweg dennoch der Verbrauch im Haus gedeckt werden kann.

Es kommt natürlich auf das individuelle Lastprofil an, aber beim Normalhaushalt ist IMO ein Akku in der 3fachen Größe der installierten PV-Leistung ziemlich optimal. Das rechnet sich immer.

Ein Akku rechnet sich, wenn er den kompletten Tagesverbrauch abdeckt. Man kann noch etwas darüber gehen, um Reserven zu haben um die Lebenszeit etwas zu erhöhen.

Man man muss aber bedenken, dass ein Akku auch ohne Nutzung altert. Das heisst allein durch den Alterungsprozess ist seine Lebenszeit limitiert ohne an die maximalen Ladezyklen zu kommen. Daher würde ich einen Akku immer versuchen auf 15Jahre auszulegen und zu optimieren. Das ist auch die Zeitspanne, wo elektronische Systeme anfangen auszufallen. Wenn das dann noch 5 Jahre hält, umso besser, aber dann läuft es eigentlich auf eine komplette Erneuerung des gesamten Systems heraus.

Ob sich des Gesamtsystem mit dem Akku ist recht einfach. Über 15 Jahre müssen die kompletten Kosten kleiner sein, als das was man an Stromkosten einspart. Akkus die kaum täglich genutzt werden, tragen dann kaum noch zur Einsparung bei und rechnen sich irgendwann nicht mehr. Bei Nutzung eines eAutos kann sich das dann wieder etwas verändern, da geht der Verbrauch dann deutlich nach oben.

5kWh sind übrigens sehr wenig. Bei einem Jahresverbrauch von 3000kWh würde ich das verdoppeln. Würde allerdings dann nicht raten auf 20kWh zu gehen, dann wird es unwirtschaftlich. (ohne deinen Verbrauch zu kennen)

Und bitte die Größe des Victron Multi beachten. Es bringt wenig, wenn der Multi weniger als 80% PV Leistung laden kann, dann verschenkt man viel Energie (ausser man benötigt diesen Spitzenertrag eh nicht für den täglichen Eigenverbrauch).

Bei der PV mit 3kW AC Wechselrichter ist der 3000er aus meiner Sicht fast zu klein bei seiner Ladeleistung von 1,7kW.

5kWh wird der Multi 3000 laden, aber der Akku ist vermutlich zu klein wenn man mehr als 1500kWh Strom im Jahr verbraucht. Ich würde dir eher zu dem 5000er raten. Er kann auch 5kW liefern, was mehr beim Verbrauch kompensiert. Mit einem E-Herd oder Backofen kommt man sehr schnell über 3kW Leistung.

Es kommt auch darauf an, ob du in Zukunft ein eAuto laden kannst/willst. Ob du deine PV erweitern kannst. Dann kann und sollte man immer höher gehen.

Bei 3,2kWp muss man erstmal 3kW haben.

Wenn die Module unterschiedlich ausgerichtet sind, dann ist es weniger Leistung dafür aber länger über Tag gestreckt.

Bei angenommenen 2kW, und ca. 300W Hausverbrauch, bleiben die 1,7kW übrig.

Ich würde beim 3000er bleiben, zumal der Standby Verbrauch auch nochmal deutlich kleiner ist.

Das wird sicher so sein. Aber diese Aussage ignoriert, dass er sich noch wesentlich besser rechnet, wenn er darüber hinaus mehr Eigenverbrauchsquote liefern kann, wenn er für mehr Netzeinspeisung sorgen kann, und wenn er länger lebt.

Sicher, er altert v.a. durch nicht ideale Temperatur und durch Temperaturschwankungen. Aber das tut er ja sowieso.

Das ist falsch, denn einen größeren Akku muss ich nicht entsorgen, wenn er unter 80% SOH gefallen ist, sondern kann ihn noch Jahre weiter betreiben.

Ergänzung dazu: Es gibt gar keine validen Aussagen bzgl der Alterung von LFP Zellen über die Zeit. Die Hersteller machen dazu keine Aussagen, allenfalls die Garantien mancher Herstelelr von 10 Jahren geben eine leichte Ahnung davon. Die KI sagt das: “Zusammenfassend lässt sich sagen, dass LFP-Zellen auch ohne Nutzung über Jahre hinweg nur geringfügig an Kapazität verlieren, solange sie nicht permanent bei 100 % Ladung und hohen Temperaturen gelagert werden

Ja, aber das hängt entscheidend vom Lastprofil ab. Ich habe auch nur einen 3000er, und nehme es in Kauf, dass ich meine Hauslast eben manchmal nicht decke. Aber das kommt so selten vor, dass ich mit dem 5000er nur etwa 50 kWh pro Jahr mehr Eigenverbrauch gehabt hätte, und damit hätten sich die Mehrkosten von ca 300 € für den 5000er nie amortisieren können.

Dabei darf man aber durchaus auch die Psychologie berücksichtigen. Es nervt jeden Monat, wenn man 5 kWh Netzbezug registriert, die man nicht gebraucht hätte. Wirtschaftlichkeit ist eben nicht alles.

Ich hatte ja geschrieben, es liegt auch immer an der Ausrichtung. Meine 11,2kWp liefert Mittags mehr als 10kW. (sogar mit 10kW Wechselrichter) Daher können 3,2kWp durchaus locker 3kW bei gleicher Ausrichtung liefern.

Ob der 3000 Multi reicht liegt auch am Eigenverbrauch. Bei meinem Verbrauch wäre er deutlich zu klein. (selbst 3 mit 3 Phasen einspeisen würden bei mir nicht reichen. Nur meine Wärmepumpe würde bereits zu viel Energie für einen Multi ziehen). Das muss sich jeder selbst ausrechnen man sieht das ja an seinem Verbrauchsprofil über den Tag. Bei Mikrowelle reichen 3kW, aber 2 oder 3 Herdplatten geht nicht mehr mit 3kW.

Es liegt stark am Nutzerverhalten und ob das der Endausbau der PV etc. ist. Es macht Sinn sich darüber vorher Gedanken zu machen. Ich kenne nicht das Lastprofil, nicht die maximale PV Leistung von der Anlage daher kann ich es nicht ausrechnen.