Cerbo GX – Strom des DC-Systems wird bei CCL=0 ignoriert

ich konnte in der Community leider nichts über diesen, meinen GX-Fehler finden oder bin eventuell nicht so gut im Recherchieren. Vielleicht könnt ihr mir helfen bzw. mir erklären, wie man VICTRON dazu bewegt, sich diesem Problem anzunehmen.

Ich betreibe seit knapp 3 Jahren erfolgreich und ohne Probleme ein OffGrid-System mit folgenden Komponenten:

System:
1 x MultiPlus-II 48/5000/70-50 (OffGrid)
1 x Victron Energy Cerbo GX
1 x Victron GX Touch 70
1 x Victron SmartSolar MPPT RS 450/200-Tr VE.Can
1 x SmartSolar MPPT 250/70 Tr VE.Can
1 x Victron SmartSolar MPPT 150/70 Tr VE.Can
1 x Victron SmartShunt 300A/50mV VE.Direct
4 x Pylontech-Akku US3000C (14 kWh)

6 x Solarstrings mit insgesamt 17kW

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Beim OffGrid-System ist es wichtig, dass wenn die Batterie an die Kapazitätsgrenze kommt, das GX-Gerät die MPPTs abregelt und in Abhängigkeit der BMS-Infos den Batterie-Ladestrom am Ende auf 0 regelt. Im eingeregelten Zustand ist dann der MPPT-Gesamt-Ladestrom genau gleich dem Strom, den der MP2 benötigt, so dass das GX-Gerät einen Batteriestrom von 0 anzeigt. Das funktioniert sehr gut.

Nun war meine Idee die Überschussenergie mittels Heizstab zur Warmwasseraufbereitung zu nutzen und um den Wechselrichter zu schonen, direkt die 48V-DC zu nutzen. Habe also insgesamt 3kW DC-Heizstäbe über einen SmartShunt 300A an die Batterie angeschlossen. Der SmartShunt hängt über VE.Direct am GX.

Und nun der Fehler:

Die Stromentnahme des SmartShunt wird im GX-Gerät korrekt angezeigt und das GX-Gerät regelt die angeschlossenen MPPTs korrekt aus, solange das BMS eine Ladestrombegrenzung größer 0 anzeigt. Wenn genügend Solareinstrahlung vorhanden wird wie folgt geregelt:

Korrekte Regelung bei CCL>0
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BMS zeigt CCL=14,8A an.
Über den SmartShunt werden 3000W (60A) entnommen
Der MP2 zieht bspw. 1000W (20A)

Das GX-Gerät regelt nun die MPPTs so aus, dass sie insgesamt 20A+60A+14,8A= 94,A liefern.
Im GX sieht man, dass 14,8A in die Batterie geladen werden. So muss es sein.

Das funktioniert so lange, wie CCL größer als 0 ist. Wenn das BMS nun CCL=0 sendet, dann wird das DC-System (SmartShunt) komplett ignoriert und der Strom des DC-Systems wird von den MPPTs nicht mehr geliefert. Es wird nur noch der Strom des Wechselrichters kompensiert. Das sieht dann so aus:

Falsche Regelung bei CCL=0
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BMS zeigt CCL=0,0 A an.
Über den SmartShunt werden 3000W (60A) entnommen.
Der MP2 zieht bspw. 1000W (20A)

Das GX-Gerät regelt nun die MPPTs so aus, dass sie nur noch den MP2 beachten, also nur noch die 20A liefern.
Im GX sieht man nun, dass -60A aus der Batterie entnommen werden. Die Batterie wird also entladen bis das BMS wieder einen Ladestrom CCL>0 anzeigt, dann wird wird korrekt ausgeregelt.
Das ist definitiv ein Fehler, es müssten auch die 60A, die der SmartShunt meldet von den MPPTs geliefert werden, so dass in Summe 0A bei der Batterie ankommen. Wie gesagt funktioniert die Regelung sauber, wenn nur der MP2 angeschlossen ist.
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Im GX_Device_Manual-de.pdf ist folgendes zu lesen:

Zitat aus „GX_Device_Manual-de.pdfGX_Device_Manual-de.pdf“ Kapitel 8.4.1. Ladestrom begrenzen

8.4.1. Ladestrom begrenzen

. Wenn der SmartShunt als Gleichstromlastmonitor konfiguriert ist, der maximale Ladestrom auf 50 Ampere eingestellt ist und der Shunt des Gleichstromsystems eine Stromaufnahme von 25 Ampere meldet: Dann sind die
Ladegeräte so eingestellt, dass sie mit 50 + 25 = 75 Ampere laden…..

8.5. DVCC-Funktionen bei Verwendung einer CAN-bus-BMS-Batterie
Dieses Kapitel gilt für alle Systeme, in denen ein intelligentes Batterie-BMS installiert und über den CAN-bus angeschlossen ist.

Beachten Sie, dass dies nicht das Victron VE.Bus BMS umfasst.
Ein solch intelligentes BMS sendet die folgenden Parameter an das GX-Gerät:
1. Ladespannungsgrenze (Charge voltage limit - CVL): die maximale Ladespannung, die die Batterie derzeit akzeptiert.
2. Ladestrombegrenzung (CCL): der von der Batterie angeforderte maximale Ladestrom.
3. Entladestrombegrenzung (DCL): der maximale Entladestrom, wie von der Batterie gefordert.
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Ich würde also davon ausgehen, dass die Ladegeräte immer die Stromaufnahme des Gleichstromsystems wie auch des Wechselrichters kompensieren, solange genügend Solarleistung vorhanden ist.

Habe übrigens gerade die GX-Version 3.71 installiert, der Fehler ist aber immer noch vorhanden.

Ist dieser Fehler schon bekannt und falls nicht wie kann man VICTRON motivieren, diesen Bug im GX zu fixen, was meint ihr?

Ob das beschrieben Verhalten ein Bug ist, weiß ich nicht. Was mich wundert, das das BMS die Ladung über CCL regelt. Normalerweise wird das über die Ladespannung (CVL) geregelt, wodurch sich dann die Ladeströme anpassen. CCL kenne ich nur, um den maximalen Ladestrom anzupassen, bzw. zu begrenzen, aber nicht um damit das System abzuregeln.
Vielleicht ist das Verhalten aber auch so gewollt. Ströme kann man ja nicht direkt beeinflussen, sie ergeben sich immer durch Spannungsunterschiede.
Ist denn der Smartshunt richtig konfiguriert, das das System weiß, das es DC-Lasten sind?

hallo,

reduziere einfach die ladespannung ueber dvcc, dann passiert das nicht mehr. du kannst ja die zellspannungsdifferenz abfragen und die ladespannung wieder erhoehen, wenn die zu gross wird.

mit node-red kann man das auch automatisieren. ich lade meine us2000c normalerweise nur mit 51V und zum ausbalancieren mit 52,5V bis der soc auf 100% geht. zugriff auf die zellspannungen habe ich leider nicht.

das hier wird von victron mit sicherheit auch nicht als bug gesehen und deshalb auch nicht geaendert. andere dinge, wie ausfall des can-busses sind dagegen tatsaechlich bugs, interessiert victron aber auch nicht, weil sich nicht genug kunden beschweren! das duerfte sich aber mit der verbreitung des can-bus-smartmeters aendern, wenn dann die ess-systeme gleich ganz ausfallen und nicht nur die can-bus-mppts!

tschuess

Das ist leider eher die Regel und bei Pylontech normal.
Ich kenne bisher nur Pytes, die mehr mit dem CVL regeln, aber auch da wird aktuell noch bei 100% das CCL auf 0 gesetzt. Das soll wohl aber mit einem FW Update noch angepasst werden, zumindest möchte Victron das.

Keine Ahnung, ob es da bei Pylontech mir aktuellen FW Versionen da Änderungen gab, ich arbeite nicht mehr so viel mit Pylontech.

@wack Ich meine mich zu erinnern, das ich das Thema vor langer Zeit schon mal hatte, ich glaube die “Lösung” war damals, das das nur funktioniert, wenn auch ein BMV/SmartShunt als Batteriemonitor im System ist.
Du brauchst also zwei BMV/SmartShunt.

Das Problem ist das CCL von 0A und das kommt ja vom Akku.

Hm, also ich würde das aus folgendem Grund doch als Bug ansehen: Und zwar regelt das GX das ganze System korrekt, wenn nur der Entladestrom vom MP2 gezogen wird. Hier sind alle eure Anmerkungen auch vorhanden. Das BMS sendet exakt die gleichen Werte, die Ladespannungen sind die gleichen usw. Wenn ich aber jetzt das DC-System zuschalte, dann existiert dieses Phänomen. Wenn es am BMS liegen sollte, dann müsste das Problem auch ohne DC-System existieren. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass es an den Ladespannungen liegen sollte.

Aber ich werde die einmal reduzieren, um das auszuschließen.

Übrigens ist es richtig, dass das BMS nicht über CCL regelt, man kann das gut beobachten, der Ladestrom wird schon bei 52,0V reduziert und geht dann bei 52,2V fast auf 0 bis 100% Ladung erreicht sind. Das ist schon alles richtig, hat aber mit dem Problem scheinbar nichts zu tun.

Ich habe einmal eine Tabelle erstellt mit allen relevanten Werten (alle 3 Sekunden). Weiß aber nicht, ob ich das senden kann (bin neu im Forum).

Also müsste es am SmartShunt liegen, sehe ich auch so. Denke, dass der richtig konfiguriert ist. Im GX kann ich das DC-System sehen und auch die Leistung, die abgezogen wird. Wie gesagt funktioniert alles super bis Pylontech CCL=0 sendet. Ich versuche einmal ein paar ScreenShots anzuhängen, wenn ich das hinbekomme.

Ich habe einen BMV/SmartShunt an der Batterie hängen, der ist aber nicht am GX angeschlossen, da ich ja das BMS der Batterie nutze. Das BMS ist ja in der Batterie eingebaut und weiß besser über den Ladezustand Bescheid als der BMV. Das hatte ich nur als Redundanz eingebaut. Dann müsste ich also den BMV als Batteriemonitor einsetzen und das BMS abschalten? Wäre ein Workaround, wenn es funktioniert, aber keine wirkliche Lösung.





2026-03-17_GX_Regelverhalten.pdf (166,5 KB)

GX bei voller Sonne, alles abgeregelt (Warmwasser ist abgeschaltet). Aber man sieht, dass das DC-System angezeigt wird.

Also, ich habe die Ladespannungsbegrenzung auf 52,0V gesetzt, damit wird die Batterie nur auf max. 95% geladen und CCL wird dann auch nicht mehr auf 0 gesetzt. Klar, das Problem tritt ja nur bei CCL=0 auf - Ich würde das als Problemvermeidung bezeichnen, aber nicht als Lösung. Aber besser eine Problemvermeidung als das ständige Be- und Entladen der Batterie bei 100% SOC.

hallo,

dann benutz node red und diesen flow: Wer moechte wissen, wie man bms-daten aendert, die einspeisung steuert oder system koppelt? - #13 by d_ferdi

die function-nodes kannst du nach deinen wuenschen anpassen und damit auch verhindern, dass der ccl auf 0 gesetzt wird. du kannst ja die cvl auf 51 oder 52V setzen lassen oder langsam reduzieren, wenn das bms einen ccl von 0 meldet und du setzt den ccl dann einfach auf 10A.

wenn du die cvl ploetzlich runter setzt, besteht halt eben die gefahr, dass das system eine hohe leistung einspeist. wenn du aber bereits anfaengst, die cvl zu reduzieren, sobald das bms die ccl reduzierst, bist du auf der sicheren seite und wenn die auch noch die min- und max-zellspannung vom bms bekommst, kannst du die auch noch in die entscheidung, wie hoch die cvl sein soll einbeziehen, wenn die spannungsdifferenz > 10 mV bei mehr als 3,45V ist. die grenzwerte kannst du natuerlich beliebig festlegen!

wenn bei mir ein system nicht macht, was es soll und was ich will, dann wird es eben dazu ueberredet oder gezwungen, zu tun was ich will! meistens gibt es naemlich eine loesung fuer das problem, wenn man es nicht einfach ignorieren kann!

tschuess

CCL ist eigentlich nur ein Limit, wenn die Konstantspannung an der Batterie anliegt gibt die Physik den Strom vor. Der CCL 0 kommt bei meinen Pylontech schon bei 51,7 V, der SoC zeigt 100%. Zumindest nach dem Update. Wundert mich dass du mit 52V nur auf 95% kommst. Wenn es mit 52V funktioniert ist es doch perfekt, mehr brauchen sie nicht und man macht ihnen auch kein Gefallen. Ich würde das mal beobachten ob sich der SoC nicht irgendwann auf 100% synchronisiert mit 52V.

hallo,

ich bekomme von meinen pylons leider keine zellspannungen, aber wenn ich ueber 52V komme (normalerweise lade ich nur mit 51V), dann synchronisiert der akku nach einiger zeit auf 100% und dann gehe ich wieder auf 51V ladespannung runter. die vorgabe ist >=52V fuer 120 minuten in der woche, wobei ccl und soc ausgewertet wird.

mit zellspannungen waere es wesentlich einfacher, das ganze zu steuern.

funktioniert prima und es wird auch nur fuer einige stunden in der woche mit >=52V geladen.

tschuess

Wenn du einen SmartShunt zur Verfügung hast, installiere den doch mal so, das dieser NUR die DC Lasten erfasst und programmiere ihn entsprechend, könnte mir vorstellen dass das so dann klappt.

Das steht so glaube ich auch in der Anleitung bzgl DVCC, das DC Lasten nur berücksichtigt werden, wenn diese über einen separaten BMV/SmartShunt erfasst werden.