Zwei Victron Systeme koppeln

Jemand anderes kenne ich nicht. Mein kleines System läuft in Prinzip, das große System dazu ist noch im Aufbau welcher aktuell aus verschiedenen Gründen stagniert. Du kannst dir den Streß mit dem VNB vorstellen wo ich vermutlich sowieso der einzige Netzkunde bin, der überhaupt irgendwas von Victron angemeldet hat. Für die 2x100 MWh EEG Vergütung brauche ich jetzt vor der Verjährung im dritten Jahr noch einen RA. Voll und Überschusseinspeiser verschwimmen in einer solchen Konfiguration sowieso vollständig weil man einfach der Anlagengröße entsprechende Mengen in dazu passende Netzverknüpfungspunkte schieben kann. Es entzieht sich bereits der Vorstellungskraft eines VNB warum eine Anlage mit Akku als Volleinspeiser angemeldet wird. Dazu behauptet er dann auch noch schriftlich daß man ab 30kWp (nicht 30kVA!!!) einen Wandlerschrank bauen müsste. Die VNBs tun dabei immer so, als ob sie zum ersten Mal etwas von einer PV Anlage hören.

Die PID Regler funktionieren wie erforderlich nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch stabil. Komplett alles in NR, aber in vielen Teilen sehr projektspezifisch weil ich neben Fronius auch noch Kaco und Ziehl Geräte angekoppelt habe. Alles über SunSpec, aber hart codiert. Zu allem Überfluss handelt es sich auch noch um zwei verschiedene Mittelspannungstrafos. Also weder fertig noch für jemand Anderes allgemein lauffähig.

Wenn du eine fertige käufliche Lösung suchst, kannst du dir mal Pionierkraft anschauen. Die Lösung basiert auf einer eigenen Hardware, welche nichts anderes tut als ein Microgrid “hintenrum”, also hinter den öffentlichen Zählern aufzubauen und die Wechselrichter dazu (über die MSB Zähler) parallel zu schalten. Die wenigen öffentlichen technischen Infos sind auf der Seite etwas weiter hinten versteckt. Mit den WR kann man dann das Verhalten der Stromzähler der einzelnen Teilnehmer gezielt beeinflussen (solange genug Energie dazu vorhanden ist). Ist per Default auf Nulleinspeisung eingestellt. Wie die das beim VNB angemeldet kriegen ist mir auch ein Rätsel. Die Hardware ist das “Pionierkraftwerk”, welches ein ganz normaler handelsüblicher WR ohne MPPT und ohne DC Isolationsüberwachung ist. Dafür hat er (wie die Multis) eine galvanische Trennung damit es auch auf verschiedenen Phasen funktioniert. Die Lösung ist dazu aber auf 2kVA begrenzt. Grundsätzlich geht das aber auch mit allen anderen Leistungen.

Der Ansatz für das Verbundnetz dürfte aber sowieso technisch überholt sein, sobald unsere Politik die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und nächstes Jahr auch das Energy Sharing praktikabel nutzbar macht. Das ist aber nicht abzusehen, weil sich die VNB und MSB mit den ImSys maximal dämlich anstellen. Überhaupt eine Zukunft hat deshalb nur der Ansatz von Victron völlig ohne Ankopplung ans Verbundnetz wozu dann eben auch netzbildende Funktionen am AC-In vorhanden sein müssen.

Oh @Janvi , das hört sich alles größer an :wink:
Dein Klagen kenne ich gut von einer Bürgerenergie Genossenschaft.

Also mir geht es mehr um ein Proof of Concept einer solchen Kopplung.

Die Lösung die sich @dognose programmiert muss ich mir nochmals genauer anschauen und wie er sich da den virtuellen Grid Setpoint zur Steuerung des Slave ESS berechnet hat. Hoffe, dass sich so was mit einem virtuellen Gridmeter in NR mit überschaubaren Aufwand realisieren lässt. Aber auch dazu ist ein Forum wie dieses da um sich solche Ideen auszutauschen.

Sind bei mir keine virtuellen Grid Setpoints sondern effektiv physikalisch vorhandene. Virtuell wäre so etwas etwa im Rahmen einer österreichischen Energiegemeinschaft zu implementieren: Ein Teilnehmer in Wien möchte aus dem Verbundnetz Strom beziehen. Der Lieferant in Salzburg muß jetzt seine Anlage dazu bringen, zu genau dieser Zeit die benötigte Strommenge einzuspeisen. In diesem Fall muß er wissen wieviel Strom in Wien benötigt wird. Diesen Wert liefert der Stromzähler in Wien an den Multiplus in Salzburg. Also genauso als ob du einen VM-3P75CT über das Internet von Wien nach Salzburg verbindest.

Virtuell deshalb, weil der Strom natürlich nicht von Salzburg nach Wien fliesst. Die Viertelstundenabrechnung mit den iMSys tut lediglich zur Abrechnung so, als ob es so wäre. Im Viertelstundenraster ist das Echtzeitverhalten noch nicht mal so kritisch, so daß selbst eine sehr langsame Datenübertragung zwischen den Standorten ausreichen würde. Es ist praktisch eine über die Standorte geschlossene Regelschleife per Internet. Das kriegen die iMSys mit ihren Webseiten bzw. auch APIs falls es welche gibt bis heute nicht schnell genug hin. Zumindest nicht in Echtzeit, so daß man die Bereitstellung der Energie darauf ausregeln könnte.

Der erste Node Red Code für die ESS Kopplung läuft schon. War erstaunlich einfach. Mal sehen ob es eine Runde Sache final wird.

Prima, die ganzen Zugriffe über dbus sind ja von Victron auch schon vordefiniert. Wenn man erst mal NR kapiert hat geht es wirklich einfach. Den Regler (und auch die Zustandsmaschinen) habe ich übrigens auch selbst geschrieben. Sind nur etwa 10-20 Zeilen Javascript. Es gibt hunderte verschiedene Teile als Bibliothek wo man aber nicht recht weis welchen man nehmen soll. Modbus TCP habe ich dann aber doch aus der Bibliothek genommen. Wenn du mit einer Oberfläche anfängst, nimm gleich die Version 2. Die ältere Version ist nicht kompatibel und wird nicht weiter gepflegt. Kann aber aktuell noch etwas mehr als die neue Version.

Um auf die Ausgangsfrage bezüglich des Akku koppelns mal zurück zu kommen. Dafür gleich 2 komplette Systeme zu bauen oder ganze Programme zu schreiben halte ich doch für extrem aufwendig. Ich würde mal in Richtung Batteriekoppler oder Trenner schauen…….Ich glaube citrix oder so nennt es sich bei Victron

Da hast du recht..

Nennen wir es deswegen mal FORK :slight_smile:

Das Thema mehrere ESS System zu koppeln findet man hier häufiger..

Und warum nicht mal neues ausprobieren…

hallo,

das problem dabei sind meistens unterschiedliche akku-nenn-spannungen oder die entfernung!

ansonsten kann man die ja einfach mit nur einem akku fahren!

tschuess

Genau wegen den unterschiedlichen Spannungen ja ein digitaler Batteriekoppler!!!

Ferdi, abwechselnd die Batterien /ESS Systeme zu nutzen weckt bei mir keinen echten Spieltrieb (die Idee hatte ich aber auch schon :wink:

@Sarowe1990 wie willst du weit auseinander liegende Batteriespannungen digital koppeln?

hallo,

auch dann muessen die akkus gleiche nennspannug haben, sonst kannst du die nur mit einem bidirektionalen hochleistungsspannungwandler koppeln!

tschuess

hallo,

das mag ja sein, aber es gibt faelle, wo man keine andere wahl hat!

ich habe ein 48V-system mit 2 3-phasensystemen, wobei das eine zur einspeisung angemeldet werden soll und das andere dahinter nur als usv arbeiten wird!

dann gibt es noch das 3-phasen-system mit 24V in der garage das ca. 20 m entfernt ist und als erstes 3-phasen-system installiert wurde!

an dem 24 V akku haengen dann auch die wechselrichter und spannungswandler fuer die technik im buero und die dc-versorgung verschiedener dc-verbraucher!

und dann gibt es noch den 36V akku, der das 24V system unterstuetzt und der dieses jahr auch einen multi bekommen hat.

da an allen system mppts und pv-module haengen, ist die energieverteilung auch nicht immer optimal, vor allem, nachdem 2 der 3 24V-akkus ausgefallen sind. und damit passt die restkapazitaet nicht mehr zum bedarf und der pv-leistung.

und natuerlich muessen alle systeme zusammen arbeiten, damit die PV und die akkus optimal benutzt werden, was aktuell leider beim 24V-system nicht mehr funktioniert! aber spaetestens naechstes jahr werde ich das aendern!

es gibt aber auch noch andere gruende, mehrere systeme zu koppeln, als eine unterschiedliche akkuspannung!

tschuess

Das Victron System auf die gesamte Spannungsbreite konfigurieren. Vor S15 System ein Trenner/Koppler der trennt wenn die Spannung zu hoch für S15 ist. Vor S16 System einen Trenner/Koppler der trennt wenn die Spannung fürs S16 System zu gering ist. Entscheident ist eine gemeinsame Range in der die Systeme parallel laufen. Bekannter betreibt so etwas für die Kombination Blei und LEP und ich werde es wohl in 1-2 Jahren umsetzen bei LEP in Kombination mit Natrium Zellen.

hallo,

das ist zwar moeglich, hat aber entscheidene nachteile, da du in der regel nur von einem akku-system den strom bekommst und auch nur ein akku-system laden kannst, weil die ueberlappung nicht sehr gross ist. bei einem 24V und 48V oder 36V system geht das aber definitiv nicht!

also ich ziehe da optionen vor, bei denen ich weniger einschraenkungen habe!

tschuess

Man sollte auch immer bedenken wie der Einsatzbereich so aussieht.
Will man verschiedene “Akkus / Spannungen koppeln” oder
benötigt man eine zb. die Kopplung innerhalb eines Gebäudes / Grundstücks …“noch” relativ kurze Strecken. Wir bleiben im Niederspannungsbereich oder auf der Akku / DC Ebene
oder eben … und so wird wohl die kommende Cluster Lösung von Victron
auf der Niederspannungsebene und / oder HS Speicher für größere Strecken …

Ich hatte auch schon die Idee für eine Art von Zwischenkreislösung … ähnlich wie im Werkzeugmaschinenbereich … Bohr und Fräscenter mit bis zu 800V Zwischenkreiskondensatoren …
Kondensatorspeicher wären hier eine gute Lösung … breiter Spannungsbereich und als Entnahme wäre ein RS Mppt garnicht ungeeignet … natürlich in abgewandelter Form und dem Mppt Tracking … durch die Eingangskennlinie haben wir hier einen sehr breiten Spannungsbereich …
Nur wie lädt man dann solch einen Zwischenkreis auf …

Ach … diese Ideen :wink:

Das ganze muss auch immer wirtschaftlich darstellbar sein. Eine komplette 2te Anlage aufzubauen um einen 2ten Akkutyp nutzen zu können ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Und auf die Idee ein 12V Akkusystem mit einem 48V System zu kombinieren muss man erstmal kommen. Wenn ich mich recht entsinne ging es um S15 mit S16……

Eine weitere Frage ist natürlich was will/kann ich durch die Kombination erreichen. Will ich NUR die Kapazität erhöhen, dann ist das relativ einfach umsetzbar. Will ich allerdings die Lade und Entladerate erhöhen wird es schwieriger

Das Victron R&D liest hier sicher mit um die zukünftigen Kundenwünsche zu erkennen, daher nur raus mit den guten Ideen.

Die Reglung die mir vorschwebt misst die Leistung des Master Multipluses und regelt dann den Slave Multiplus über den Gridsetpoint.

Der NR Code ist bisher sehr trivial, bin aber noch nicht fertig.

hallo,

wenn man mehrere inselsysteme koppeln will, ist die einfachste loesung eine ringleitung mit bypass. sobald mindestens 2 systeme in betrieb sind, koennen zwischen den systemen in beide richtungen energie ausgetauscht werden! aber das ganze muss natuerlich auch irgendwie gesteuert werden, damit es gut funktioniert!

mit etwas mehr aufwand bei der steuerung geht es auch, wenn man alles system hintereinander schaltet, natuerlich wieder mit bypass!

tschuess

Das ist gar nicht so abwegig und wird durchaus häufig praktiziert. Da hat man ein Wohnmobil, in dem etliche Geräte auf 12V laufen, und will mit einem 48V System mit Wechselrichter auch noch 230V Geräte bedienen. Da wird ein Orion dazwischen geschaltet, und schon flutscht es.

Hallo Dieter Ferdinand, mich würde interessieren ob du deine Anlage mit der Konfiguration ”..hintereinander schalten ist generell einfach, aber die Verbraucher müssen dann an das letzte System. Das ist die Variante, die bei mir zum Einsatz kommt und die Lastverteilung wird dann über die Eingangsstrombegrenzung oder eine Abschaltung von AC-IN gemacht! und wenn ich PV-Strom verbrauchen will, muss ich sowieso das Netz abschalten, sonst geht das nicht! aber ess und Einspeisung steht für das nächste Jahr auf dem Plan, wenn der neue Zählerschrank installiert ist.” Es würde mich interessieren ob du mit dem System schon Erfahrungen machen konntest? Danke Martin