Weiß jemand, ob sich diese typischen, in Victron-Systemen eingesetzten Bypass-Schalter (z.B. Kraus & Naimer), die man nutzt, um die Victron-Anlage z.B. im Wartungsfall zu umgehen, so schnell umschalten lassen, wenn man’s beherzt macht, dass die Lasten dahinter sauber weiterlaufen? Dabei meine ich jetzt weniger den Backofen als vielmehr die ganze IT-Technik mit Router, NAS, Kameras usw.
Also ICH mache das immer “langsam” mit 1s auf AUS.
Theoretisch sollte es aber auch klappen sehr schnell zu schalten.
ich denke das wird in 9 von 10 Fällen nicht klappen das die IT-Technik weiter läuft
Gerade bei IT (Router, kleines NAS) klappt es meiner Erfahrung nach recht gut, weil die alle Schaltnetzteile haben, die ein paar ms überbrücken können.
Aber sicher ist das natürlich auf keinen Fall.
hallo,
den schalter moeglichst schnell umzuschalten sollte man vermeiden. schaltnetzteile sind da kein problem, aber wenn zuviele induktive lasten aktiv sind, kann das auch bei weniger als 2 kW last eine 35er sicherung raushauen und es schadet dann auch den kontakten.
ich mache das anders, abgesehen vom automatischen bypass am wechselrichter, der zeitverzoegert schaltet, habe ich noch einen manuellen bypass mit leitungsschutzschaltern. allerdings wird der N bei mir nicht geschaltet. da kann ich zuerst den bypass aktivieren und dann den wechselrichter wegschalten.
leider geht das aber bei einem ESS so nicht, weil wegen das NA-schutzes ja auch der N geschaltet werden muss. man kann zwar, mit einem anderen grid-code, auch ein ESS so konfigurieren, dass der N nicht mehr geschaltet wird, aber dann fehlen bestimmte grid-einstellungen.
meine rechner haengen aber trotzdem noch eine USV! so dass ein kurzer netzausfall nichts ausmacht.
tschuess
Ich setze für die USV-Funktion der IT-Technik einen Victron Filax ein. Das ist ja nicht viel Leistung, die da geschaltet werden muss. Habe die Umschaltung auch schon getestet. Man kann problemlos Firmware-Updates am MP2 machen, ohne dass man sich Sorgen um das IT-Equipment machen muss. Am besten steckt man dann auch noch eine Lampe mit an, falls der Ort des MP2 kein Tageslicht hat. Den Normal-Eingang des Filax habe ich am MP2 hängen und der zweite Eingang ist an einem Phoenix-48V-Inverter angeschlossen. Man könnte natürlich statt des Anschlusses am Phoenix auch den normalen Netzanschluss nehmen.
Eine APC-USV hatte ich lange Jahre, aber die kocht regelmäßig den eingebauten Bleiakku kaputt und da ist es dann mit der Ausfallsicherheit nicht weit her. Warum also als Pufferbatterie nicht den sowieso vorhandenen 48V-Hausspeicher nutzen.
Das Thema ist schon älter, aber ich habe damals keinen Umschalter für die Überbrückung zu Wartungszwecken vorgesehen.
Der Grund war einfach, ich möchte keinerlei Unterbrechung haben, wozu habe ich sonst solch ein System.
Nun habe ich mit folgendes überlegt (3Phasen Multiplus2 System, aber das ist im Grunde egal):
Ich nehme 3 Lasttrennschalter bzw. C32A LS alle 4polig.
LS(1) schaltet EVU auf das Haus. (Überbrückt MP2)
LS(2) schaltet EVU auf Multiplus2 Eingang
LS(3) schaltet Multiplus2 Ausgang auf das Haus
Im Wartungsfall schalte ich LS(1) ein. Multiplus2 ist damit überbrückt. Danach trenne ich LS(3) und dann LS(2). Multiplus2 ist stromlos.
Nach der Wartung wird LS(2) eingeschaltet bis Multiplus2 aktiv, dann schalte ich das Haus über LS(3) dazu. Letztendlich trenne ich Überbrückung LS(1).
Vom Schaltplan des Multiplus2 sollte das kein Problem darstellen oder irre ich mich da?
Gibt es Bedenken diese Schaltung anzuwenden?
Besten Dank
Jörg
Man macht ja nicht ständig Wartungen, daher sehe ICH kein Problem, wenn man da 1x Jahr oder so mal geplant das Haus kurz abschaltet.
Ansonsten braucht man das ja nur, wenn es mal zu einem Ausfall der Victron Anlage kommen sollte und das kommt ja meist ungeplant und dann ist dein Haus trotzdem erstmal dunkel.
Vorteil des normalen Umschalters ist dann, das man da auch per Telefon einem Laien einfach sagen kann, welcher Schalter geschalten werden muss.
Eine falsche Schaltreihenfolge.
Ohne eine Skizze vor Augen ist das ein wenig schwierig, es sich vorzustellen. Aber in bestimmten Schaltzuständen scheint mir die EVU-Versorgung am ACout anzuliegen. Das ist sicher nicht gut. Abgesehen noch davon, dass man sogar für sich selber eine Liste mit dem Ablauf der Schaltfolge machen sollte, um keinen Fehler zu machen. Jemand anderes braucht man da gar nicht erst dran zu lassen. Die Umschaltung muss mM entweder automatisch oder idiotensicher sein.
hallo,
ich mache das bei mir genauso, erst den multi ueberbruecken und dann wegschalten, das geht ohne unterbrechung. bei normalen umschaltern muss man immer fuer kurze zeit alle verbraucher abschalten!
wenn man einen fehler macht, faellt eben der strom aus oder der LS loest aus, wenn man versehentlich das netz auf den ausgang des multis schaltet, wenn der im inselbetrieb laeuft. normalerweise sollte der multi das auch ueberleben, getestet habe ich das aber nicht, ich mache naemlich absichtlich keine kurzschluesse!
aber man sollte sowas nie mit einfachen last-schaltern machen, immer nur mit LS oder mit LS dazwischen!
tschuess
Ich sehe es nicht so, dass ich mein Haus ausschalte muss, nur weil ich ein Update einspielen muss.
Das ist ein eklatanter Designfehler.
Nun, eine Dokumentation ist bei mir Standard, ohne diese geht nichts.
An sensiblen Bereichen hängen bei mir auch entsprechende Handlungsanweisungen. (Bspw. Ventile im Poolschacht, welche Reihenfolge wie zu schalten ist bei Filterreinigung etc.)
Selbst meine Frau bekommt es hin, 3 Schalter nacheinander zu betätigen.
Hier die Skizze, ja ich bin mir über den N’ bewusst, daher schalte ich den stets mit. Im “Normalzustand”, also EVU liefert, ist N’ gleich N.
Sicherlich wird ACout mit ACin über LS(1) verbunden (ca. 1 bis 2 Sekunden), dann trenne ich ja mit LS(3). Das Haus hat aber stets Versorgung.
Im Grunde, vom vereinfachten Schaltplan am MP2, überbrückt der LS(1) nur die Netztrennung innerhalb der MP2.
hallo,
wenn du das system so konfiguriert hast, dass du den N trennen musst, er also nicht durchverbunden ist, dann macht es sinn, einen ueber-/unter-spannungschutz hinter dem multi zu installieren oder auf andere art und weise sicherzustellen, dass der N immer verbunden ist und moeglichst vor den phasen eingeschaltet wird, wenn einmal alles ganz abgeschaltet war.
ich hatte deshalb auch schon mal in erwaegung gezogen, einen drehstromtrafo mit passender leistung zu installieren, damit ich nur noch die phasen schalten muss. aktuell wird das aber so laufen, dass ich das erste system mit einem externen NA-schutz ueberbruecken werde, wenn das ausser betrieb ist, so dass ich immer einen NA-schutz vor allem habe, also entweder den im multi oder den zusaetzlichen. da ich noch weitere systeme dahinter haengen habe, kann ich so dafuer sorgen, dass es nie zu einem stromausfall bei wartung kommt und das erste system wird auch als usv konfiguriert. bei allem dahinter ist dann der N immer fest durchverbunden um eine sternpunktverschiebung auf jeden fall zu vermeiden und hinter den zusaetzlichen NA-schutz bekommt auch noch eine spannungsueberwachung weil ich dort den N schalten muss!
ich hasse vorschriften, die sich gegenseitig aushebeln und deshalb nur probleme bereiten!
tschuess
Hmm,
Der MP2 trennt ACin bei Netzausfall per doppelten Schütz. Da ich das System dann als USV nutze, muss der N’ vom Multi kommen.
Bei Netzbetrieb sind N und N’ meines Wissens nach verbunden und trennen sich bei Netzausfall.
Bei Netzausfall darf natürlich nicht LS(1) und LS(3) zusammen eingeschalten sein. Damit würde ich den Netzschutz aushebeln.
Bei Wartung würde ich natürlich dafür sorgen, dass die Zeit sehr kurz ist.
was passiert wenn du den MP2 mit dem LS(1) überbrückst und dann es einen (geplanten) Stromausfall vom Netzversorger gibt ?
dann hast du deine Spannung von AC-Out am Netz vom Stromversorger hänge (wenn auch im idealen Fall nur für ein paar Sekunden)
da sind dann alle Sicherheitseinrichtungen ausgehebelt
- mach dir das keine Sorgen ?
hallo,
dass der N mit geschaltet wird, ist normalerweise kein problem. aber wenn du den im ess-betrieb mitschalten willst, solltest du ueber den LS nur die phasen schalten und fuer die umschaltung selbst schalter mit vor/nacheilendem N beim ein/ausschalten benutzen.
solange kein fehler auftritt, ist das ja kein problem, aber sobald aus irgendeinem grund der N zu irgendeinem zeitpunkt nicht wieder richtig zugeschaltet wird, kommt es zu einer sternpunktverschiebung und damit ueber- und unterspannung im haus und das kann toedlich fuer die geraete sein!
genau das ist ja auch der grund, warum ich den N fest verkabelt durchverbunden habe, aber noch habe ich auch kein ess laufen, so ist das kein problem. bei einem 3-phasen-system ist das normalerweise auch kein problem, weil das dann vom multi ueberwacht wird, aber sobald ein schaltbarer bypass dazu kommt, sollte man sich nie auf nur einen kontakt verlassen und immer dafuer sorgen, dass der N zuerst verbunden und zuletzt getrennt wird.
deshalb bekommt bei mir auch der bypass, naemlich der externe NA-schutz, der als bypass arbeitet, ein zusaetzliches schuetz fuer den N, damit sichergestellt ist, dass der N immer verbunden ist, wenn die phasen zugeschaltet werden und zusaetzlich noch eine spannungsueberwachung, die eine sternpunkt-verschiebung feststellen kann und dann erst garnicht einschaltet und leicht verzoegert die phasen zuschaltet!
man kann ein ein ess zwar auch so konfigurieren, dass der N durchverbunden sein muss, aber dafuer muss man einen anderen grid-code einstellen und dann fehlen leider einstellmoeglichkeiten, die der netzbetreiber verlangen kann!
das ist ja auch der grund, warum ich mir ueberlegt habe, einen trenntrafo einzubauen, dann dann muss ich den N nicht mehr schalten, weil alle ankommenden leitungen durch den trenntrafo getrennt sind! leider beseitigt das aber nicht das problem mit den grid-code-einstellungen fuer die einspeisung, die nicht fuer alle grid-codes gleich sind!
diese vorschriften, die verlangen, dass eine leitung unterbrochen werden muss, damit man feststellen kann, dass sie unterbrochen ist, die im betrieb aber trotzdem IMMER verbunden ist, ist der absolute schwachsinn! das ist im prinzip das gleiche, wie ein stopschild mitten auf der strasse oder autobahn wo keine andere strasse vorhanden ist! das wuerde nur den verkehr ausbremsen!
tschuess
Hallo,
im Fehlerfall etc. sehe ich das alles eventuell ein.
Aber hier geht es um einen kontrollierten Wartungsvorgang. Der N ist stets verbunden, außer der LS ist defekt. Dann hab ich aber ein anderes Problem.
Mit meiner Schaltfolge ist stets alles verbunden. Sollte in den 1 bis 2 Sekunden das Netz ausfallen, gut, dann habe ich eventuell ein Problem.
Wahrscheinlichkeit geht gegen 0.
das ist ganz klar nach VDE nicht zulässig, da Du keine automatische allpolige Trennung sicherstellen kannst. Im schlimmsten Fall speisst Du bei einem Ausfall ins Netz zurück und der Elektriker an der Straße fängt das zappeln an. Daher ist auch ein schalten über Null Pflicht (sprich - beide Seiten sind freigeschaltet). Kannst Du so bauen, aber wenn dann was passiert dürftest Du vor Gericht echt schlechte Karten haben. Kein Elektriker würde es Dir so bauen und abnehmen. Der MP2 prüft des weiteren beim einschalten, ob AC-IN und AC-OUT verbunden ( der N) sind und schaltet nicht frei, wenn man den deutschen Gridcode nutzt.
Wahrscheinlichkeiten zählen in dem Fall nicht. Es darf keine Möglichkeit geben, dass (warum auch immer) entsprechend geschaltet wird.
hallo,
der ankommende N und der N vom ac-out sind immer miteinander verbunden, sobald der multi eingeschaltet ist. entweder ueber die NA-schutz-relais oder das erdungsrelais! wenn du den ankommenden N wirklich komplett trennen willst, musst du auch den PE zum ankommenden kabel des netzbetreibers trennen!
es kann also nicht sein, dass der multi bei stromausfall einspeist. abgesehen davon, dass der sofort auf ueberlast gehen und abschalten wuerde.
ausserdem gibt es auch noch die vorschrift freischalten und erden, damit ist es absolut unmoeglich, dass nach einer freischaltung des netzes, dort noch eine spannung anliegt, egal wo sie herkommt!
da wuerde ich mir schon eher sorgen um die chaoten machen, die den wechselrichterausgang direkt mit dem netz verbinden!
tschuess
das stimmt …. es gibt aber bei einem NA Schutz auch die Vorschrift, dass dieser allpolig (also auch N) zu trennen hat. Wenn Du dort brückst bist Du nicht mehr VDE konform.
hallo,
ob ich den bruecke oder nicht, das macht der multi nach deutschem grid-code sowieso, weil er naemlich den abgehenden N mit dem PE verbindet und damit ist der ankommende N auch wieder mit dem abgehenden N verbunden, weil im haus naemlich nur ein PEN ankommt und nicht N und PE getrennt! und selbst dann waere eine bruecke am trafo zwischen N und PE, die beiden leiter also trotzdem niederohmig verbunden.
abgesehen davon, wieviel strom kann denn noch durch einen trafo fliessen, wenn man ihn einpolig abschaltet?
diese allpolige trennung wurde nur eingefuehrt wegen der trafolosen PV-wechselrichter, bei einem wechselrichter mit trafo ist die absoluter unsinn und erhoeht die moeglichkeit eines fehlers, der dazu fuehren kann, dass geraete beschaedigt werden. und ein multi ist KEIN TRAFOLOSER wechselrichter.
wie das bei dem neuen drehstrom hochvolt-wechselrichter von victron sein wird, weiss ist aber nicht!
vorschriften sollten sich auf die vorhandenen gegebenheiten beziehen und dabei auch zwischen geraeten, die unterschiedlich arbeiten, unterscheiden. sonst dauert es nicht mehr lange, dann muessen ALLE geraete allpolig abgeschaltet werden, auch lampen! und das nur, um ganz sicher zu sein, dass garantiert kein strom mehr fliessen kann, egal wie herum die kabel angeschlossen werden. das problem ist nur, dass bei einem erdschluss trotzdem der FI ausloesen wird, weil trotzdem strom fliesst wenn der schalter fehlerhaft ist!
wenn , dann muesstest du schon den ankommenden PEN trennen und das ist wieder verboten!
tschuess
