Welcher Wechselrichter und wo bei Multiplus II dreiphasig

Hallo,

ich hatte bisher einen 8kW WR am Netz (kein Hybrid), nennen wir ihn WR_M, welcher wegen Startproblemen ausgetauscht werden soll. Vorhanden ist Multiplus II 48/3000 v558, dreiphasig, ESS, Smartsolar MPPT 150/35 (1,8kWp), Ekrano GX und 4 Stk. TAB L5.1 Akkus (ca. 20kWh). Am AC-out1 hängt ein Fronius Symo 8.2-3-M (kein Hybrid). Zwei Strings je 4,5kWp, einer mit 18°, einer mit 55° Neigung, selber Azimuth. 18° hat Schattenproblem durch Laubbaum im Winterhalbjahr.

Bisher hat WR_M die beiden 4,5kWp Stränge bedient, der Symo war ein Schnäppchen und nur für Notfälle gedacht.

  1. Manche behaupten am AC-out1 sollte weniger als 5kW eingespeist werden, stimmt das ?

  2. Welchen WR :

–> den Symo am AC-out mit den beiden 4,5kWp Strängen verwenden (wegen unterschiedlicher Neigung werden die theoretischen 9kWp sowieso nie erreicht)?

–> den Symo am Netz verwenden und im Notfall auf AC-out1 umschalten. Ist der Wirkungsgrad besser am Netz als am AC-out1 ?

–> welche WR mit gutem Schattenmanagement soll ich kaufen ?

Vielen Dank für die Hilfe/Vorschläge

Schau dir dazu die 1:0 Regel an. Ich betreibe auch Systeme mit dem symo 8.2.3 am ACout mit 3multi 3000. es dürfen max 9kva oder kwp an den ACout mit 3x3000 Multi. Die Akkugrösse spielt dabei auch eine Rolle, wie eng man das sieht ist jedem selbst überlassen.

Den Symo bei Bedarf umzuschalten macht wenig Sinn da weder 1:0 Regel und Batteriekapazität im Netzparallelbetrieb eine Rolle spielen.

Danke, Faktor-1 Regel kenne ich.

Umschaltung ist dazu gedacht den Stromausfall zu merken und den Verbrauch einzuschränken. Mit USV-Verhalten wie bei den meisten WR ist der Akku sonst leer, wenn er wirklich gebraucht wird.

Umschalter ist absolut sinnvoll… Ich habe das auch lange so gemacht damit man den Netzausfall auch bemerkt. Den PV Wechselrichter lasse ich beim Umschalten aber immer am ACout da sonst die „Position AC PV“-Konfiguration beim Umschalten nicht mehr passt und die VRM Auswertung dann für den Eimer ist. Letztendlich ist es egal was man tut mit dem Symo 8.2.3 am ACout passt das ja. Den Netzausfall aber unbedingt einmal kontrolliert durchspielen und das System dabei beobachten um die korrekte Funktion des WR bzw. ESS Assistent zu prüfen.

Danke für die Antworten, noch ein paar Fragen…

Nutzt du deinen Symo 8.2-3-M voll aus und wie groß ist dein Akku ? Hattest du Probleme ?

Manche behaupten ja, dass bei Multiplus II 48/3000 dreiphasig praktisch nur 5kWp am AC-out1 verwendet werden sollen, keine Ahnung ob die zu kleine Akkus hatten oder Konfigurationsfehler.

Grundsätzlich sollte man an einem MP2 3000 Max 3kWp oder 3kva/kw Wechselrichterleistung am ACout betreiben. Bei 3 Stück macht das 9 kVA also 9kWp oder 9kw Wechelrichterleistung. Der Symo 8.2.3 ist ja auch 3-phasig das passt also.

Das System mit dem kleinsten Akku hat 20kWh Akku, 3x MP2 3000 und den Symo 8.2.3. Netzausfall ist aber eher selten vor allem dann wenn auch gerade der Symo volle Leistung bringt. Aber auch hier ist Ost West Ausrichtung und somit 8 kw AC PV sehr unwahrscheinlich. Hier ist also der Akku nach Victron Regel etwas zu klein für den AC WR am ACout, Probleme hatte ich nie.

MMn ist das völlig in Ordnung.

Ein 3000er Multi hat einen Ladestrom von max. 35A, das 3x = 105A x 50V = 5,2kW.
Deine drei MultiPlus können deinen Akku also mit max. etwa 5,2kW laden, was mehr an AC-PV-Leistung da ist, geht ins Netz oder wird abgeregelt.

Vielen Dank ! Wenn ich den Symo 8.2-3-M am AC-out1 betreibe habe ich demnach als einziges “Problem”, dass ich nur mit 5,2 kW laden kann. Ist bei mir irrelevant, weil ich den Akku meistens ohne Multiplus, nur mit MPPT 150/35 lade.

Es gibt also keine Regelungsprobleme und ich brauche keinen WR am Netz, werde also glücklich mit dem Symo 8.2 am AC-out1 ?

Stimmen diese Einstellungen am Symo oder muss ich noch etwas machen (im Ekrano GX habe ich den Symo konfiguriert):

Egal wo der PV-Wechselrichter ist, die Multis können nur die etwa 5,2kW in Richtung Akku laden.

Wichtig ist beim Anschluss an den AC OUT nur die schon erwähnte Faktor 1.0 Regel und das im ESS Assistent auch angegeben wird, das ein PV Wechselrichter am AC OUT ist.

Im Fronius müssen nur Einstellungen vorgenommen werden, wenn du eine 0-Einspeisung machen willst oder die Einspeiseleistung begrenzt werden muss.

Die nötigen Einstellungen sind hier beschrieben:

Welcher Grid Code ist am Fronius eingestellt?

MG50 da am AC-out1

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Ich betreibe alle Froniussen mit 4105. was die Blindleistungseinstellungen angeht musst du aus der Antwort deines EVU rauslesen. Meistens steht das beim Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung. Einige betreiben den Fronius am Ausgang der Multis mit MG50 weil ja der NA Schutz im Multi vorgeschaltet ist. MMn könnte das aber gegen die Regel sein da man die Blindleistungsbereitstellung und dynamische Netzstützung aushebelt. Kurz gesagt: 4105 ist im Inselbetrieb angeblich etwas träger als MG50, MG50 aber mMn umstritten. Wenn du den Fronius mit einem Umschalter direkt an das Netz schalten kannst musst du ganz sicher 4105 nehmen

Danke, ich exportiere alles was an Überschuss da ist in das Netz (darf ich), aber bei Netzausfall macht er ja 0-Einspeisung nach meinem Verständnis. Demnach kann ich die Einstellungen wie oben angegeben lassen und stelle nichts um oder soll ich wegen möglichen Netzausfall doch ?

Im Ekrano GX v3.67 sind AC + DC Export erlaubt.

Du kannst auch ACout1 für kritische Lasten und Fronius nutzen und die nicht kritischen an ACout2 anschließen.

In der Standart-Konfiguration wird ACout2 bei Netzausfall getrennt. Das vVerhalten kann per Relais-Assistent geändert werden.
Ich schalte ACout2 bei 25% SOC ab und bei 30% wieder zu.

Schau auf das Diagramm an der Front Deiner MP2s, ob dort eine Relais für ACout2 eingezeichnet ist. Frühere Versionen hatten keine Relais.

Ich habe auch zwei 1-0-2-Unschalter. Einen für ACout1 und einen für ACout2.

Bei Netzausfall wird der Fronius IMMER über die Frequenz geregelt. Die Einstellung am Fronius brauchst du nur wenn du den Fronius regeln willst solange Netz da ist. Wenn du die Überschüsse einspeist brauchst du die Steuerung über Modbus eigentlich nicht.

Ich habe halt einen 1-0-2 Schalter welcher das Netz direkt(1) auf die Verbraucher oder AC-out der Multiplus(2) auf die Verbraucher schaltet. Vom Netz über LS geht es auf die Multis. AC-out1 und 2 hängen am zweiten 1-0-2 Schalter. Damit kann ich den Bypass der Multiplus (LS aus und zweiten 1-0-2) auf 0 realisieren wobei der erste 1-0-2 das Netz direkt auf die Verbraucher schaltet.

Danke. Demnach kann ich meine Einstellungen unverändert lassen oder kann ich etwas verbessern ?

Wenn der Fronius mit dem Umschalter auch auf das Netz umgeschaltet werden kann, darf dort MG50 eingestellt NICHT eingestellt sein.
Du musst dann einen deutschen Gridcode einstellen, damit auch der NA-Schutz arbeitet, wie er soll.

Danke, aber das ist nicht der Fall. Der Fronius hängt am AC-out1, die Multiplus (und damit der Fronius) können abgeschaltet werden und die Verbraucher (NICHT der Symo) direkt auf das Netz geschaltet werden. MG50 ist daher korrekt.

Kann ich also meine Einstellungen belassen oder noch etwas verbessern ?

Hmm… ist meiner Meinung nach nicht optimal.
Wir installieren es immer so, das der Fronius über den Umschalter auch mit auf das Netz geschaltet werden kann.

Der Umschalter ist ja dafür da, die Verbraucheranlage auf das Netz zu schalten, wenn das Victron System mal ein Problem hat.
So wie du es bei dir nun hast, kannst du in der Zeit die PV Leitung des Fronius gar nicht mehr nutzen.
Je nach Ursache des Ausfalls, kann die Behebung ja auch mal mehrere Tage/Wochen dauern, wenn ein Gerät zu Prüfung/Reparatur um Händler zurück muss.

Wie schon geschrieben brauchst du im Fronius keine Einstellungen ändern, wenn Überschuss eingespeist werden darf.
Wenn du die Einstellungen wie in der Anleitung beschrieben gemacht hast, sollte das aber auch nicht stören.