Hallo
habe 3 Smart Shunts (Typ 300A) im Einsatz um meine Batteriepacks einzeln zu überwachen.
Durch Ladesteuerung zur Schonung reduziere ich (über DVCC) die Ladung auf 53,9V. Zeitgesteuert erlaube ich dann einmalig eine Ladung auf 55,2V (RCV) wo der 100% Reset nach meinem Verständnis sowohl beim BMS als auch beim Smart Shunt passieren sollte.
In der “Schonzeit” bis 53,9V wird nur über den Coloumbzähler der SOC ermittelt.
Nun beobachte ich aber immer wieder das alle 3 Smart Shunts einen SOC von 100% ausweisen obwohl schon mehrere Tage bis Wochen nicht höher als die 53,9V geladen wurde und somit die Packs nicht ganz voll sein können.
Stimmen denn die gemessenen Spannungswerte an den Shunts überein oder gibt es deutliche Abweichungen innerhalb der Anlage ?
Hast du mal eine Nullstromkalibrierung durchgeführt ?
Der Schweifstrom ist etwas hoch für einen 314Ah Akku … das entspricht ja noch ungefähr 5A Ladestrom zur Erkennung … und die Erkennungszeit ist mit 3 min recht kurz …
Verstehe die Frage nicht. Bis zur 100% Darstellung wird kein Strom entnommen. Das passiert natürlich schon, spätestens bei Dunkelheit und dann fällt auch der SOC der Shunts wieder.
Hatte sie zB letzte Woche runter auf 34% durch E-Auto-Ladung und die nächste Aufladung auf 53,9V hat dann wieder 100% SOC gezeigt.
Die Kalibrierung würde ich auf jeden Fall mal machen … und da du ja pro Akku einen Shunt hast, kannst du ja jeden Akku separat ausschalten ohne die Anlage zu stören. Die 0,5% würde ich auf jeden Fall probieren und die Erkennungszeit noch auf 30min. erhöhen weil du ja bestimmt noch einen Balancer im Hintergrund hast.
So lange mehr Strom in den Akku rein- als rausgeht, und das passiert auch bei 53,9V, wird der Shunt immer 100% anzeigen. Es sei denn, du past den Peukerwert besser an. 53,9V ergeben immer noch über 95%.
Wichtig ist natürlich auch der Ladewirkungsgrad. Bei mir beträgt er nur 97,5%. Kann man aus geladener und entladener Energie berechnen.
Wenn der SOC gerade 100% zeigt, kann das nicht sein und hier sollte 0 stehen. Der SOC wird also über den Coloumbzähler in die 100% gebracht, nicht über Reset. Korrekt?
Ist jedenfals nicht verkehrt. Mit dem Berechnen des Ladewirkungsgrades würde ich noch etwas warten. Deine jetzigen Werte ergeben ja unter 95%. Ich denke, der wird sich noch etwas höher einpegeln.
ok, ist nun auf 55,2V geladen und habe synchronisiert/kalibriert wo alle Shunts im IDLE waren. Vom Verständnis, wenn er jetzt bis Floatspannung entläd, sollten die Shunts das auch darstellen und solange ich nicht mehr bis 55,2V lade bleibt er unter 100% (wenn die Einstellung der Ladeeffizienz passen würde), korrekt?
Ob man das wirklich so genau hinbekommt mit einer 95% Anzeige, wage ich zu bezweifeln. Dazu spielen zuviele andere Faktoren mit rein. Wie z.B. Ladestrom, Ladedauer, Temperatur. Aber einfach mal probieren.
Also ich denke das eine sollten wir mal klar herausarbeiten. Aus meiner Erfahrung mit dem Victron shunt und das sind jetzt fast 4 Jshre erreicht es die 100% nur durch Kalibrierungs Auslösung. Solange der Akku noch Strom aufnimmt steigt dieser Wert nicht auf 100, sondern verhart bei irgendwas 97-98%. Auch wenn rechnerisch schon die 100% erreicht wären. Das heißt im Umkehrschluss, wenn er 100% Soc erreicht hat ist die Kalibrierungsschwelle zumindest kurzfristig ( 3 min) überschritten gewesen.
Das bedeutet ja aber noch lange nicht das überall im System die Spannung geherrscht hat. Probleme mit irgendwelchen “Engpässen” in der Verkabelungen sind nicht selten. Andere Beispiele könnte auch das BMS sein oder andere Verbinder. Deshalb nochmal, damit 100% Soc erreicht wird muss AM SHUNT einmal das Kalibrierungsmerkmal ausgelöst haben oder Victron hat in den vergangenen 1-2 Monaten etwas elementar geändert, was mir entgangen ist
Ich würde hier zwei Dinge trennen: SOC-Rechnung und automatische Synchronisation.
Beim SmartShunt wird der SOC laut Victron-Handbuch automatisch auf 100% gesetzt, wenn gleichzeitig gilt: Spannung über Charged voltage, Strom unter Tail current, und das länger als Charged detection time. Entscheidend ist dabei der Wert im SmartShunt, nicht der RCV-Wert im BMS oder DVCC.
Praktisch würde ich daher so eingrenzen:
Charged voltage im SmartShunt prüfen. Wenn der Wert bei/unter deiner Schonladung liegt, kann er auch bei 53,9 V sauber auf 100% synchronisieren.
Tail current deutlich runter, z.B. 0,5%, und Detection time eher 20-30 min, besonders wenn Balancer im Spiel sind.
In der Historie beim nächsten Sprung auf 100% prüfen, ob die max. Spannung am jeweiligen Shunt wirklich kurz über der Schwelle lag. Bei nur wenigen mV Unterschied reicht schon ein kurzer Überschwinger.
Battery SOC on reset prüfen. Der sollte nicht auf „Set to 100%“ stehen, sonst sieht ein Neustart/Power-Cycle wie eine Voll-Synchronisation aus.
Die Nullstromkalibrierung würde ich nur machen, wenn bei wirklich getrenntem System-Minus noch ein Reststrom angezeigt wird. Victron schreibt selbst, dass das fast nie nötig ist.
Ja, so würde ich es auch lesen: Der 100%-Sprung kam vermutlich nicht durch die Auto-Synchronisation, sondern durch die Coulomb-Bilanz plus den angenommenen Lade-Wirkungsgrad. Wenn nach echter Volladung/manuellem Sync bei der 53,9-V-Schonladung ca. 5,7 Ah/1,8% „Rest bis voll“ stehen bleiben, passt das ziemlich gut.
Ich würde jetzt nicht zu viel gleichzeitig ändern:
- Charged voltage oberhalb der Schonladung lassen, damit bei 53,9 V keine Auto-Syncs passieren.
- Tail current/Detection time wie oben konservativ setzen.
- Charge efficiency erst nach ein paar sauberen Vollzyklen anfassen: entnommene Ah/kWh vs. nachgeladene Ah/kWh vergleichen und dann nur in kleinen Schritten korrigieren.
- Nach jedem manuellen 100%-Sync die drei Shunts nicht mehr einzeln nachjustieren, solange sie ähnlich driften.
Der SmartShunt kann den SOC rechnerisch bis nahe 100% führen; die Auto-Sync ist nur der definierte harte Ankerpunkt. Bei deiner Betriebsweise mit absichtlich unterhalb RCV begrenzter Ladespannung ist das Verhalten <100% nach der Schonladung eigentlich genau das, was du erreichen wolltest.
Wenn die obere Grenze funktioniert möchte ich auch nochmal besser die Untere Grenze verstehen. Ich limitiere im BMS recht früh auf SOC-0% bei 3V. Ob dazu die 10% Entladungsboden passen bin ich mir noch nicht sicher.