ich hatte die Tage im VRM Portal eine “Low Voltage” Meldung.
Obwohl der Smart Shunt noch 54% SOC anzeigte, war die Batteriespannung nur noch gut 47V.
Die Akkus haben eine Gesamtkapazitat von 400 AH und werden im Winter nie unter 50% entladen.
Mitte November waren die Akkus das letze Mal auf 100%.
Gehe ich recht in der Annahme, daß der Shunt also langsam den Überblick über den Ladezustand verliert, wenn die Akkus nicht von Zeit zu Zeit vollgeladen werden?
Da er ja eigentlich immer mißt, was ge- und entladen wird, war ich der Meinung, daß der SOC dadurch doch etwas genauer wäre.
Das ist grundsätzlich immer so, und wie sehr die Abweichung sich im Lauf der Zeit entwickelt, hängt einerseits von der Qualität der Strommessung ab, und auch davon, welch hoher Anteil des Ladestroms in die schlechteren Messbereiche fällt.
Ausnahmslos alle Messgeräte unterliegen Messungenauigkeiten, und die hängen bei der Strommessung sehr stark von der Stromstärke in Bezug zum Messbereich ab. Ein Messgerät, das Ströme bis 200A messen kann, kann einen Strom von 1A nur sehr ungenau messen. Das liegt in der Natur der Sache und lässt sich nicht wirklich ändern.
Einzige Abhilfe: den Akku ab und zu wirklich voll laden und durch einen aktiven (!) Balancer die Zellen ausgleichen lassen. Ich mach’ das mit meinem JK Inverter BMS im Winter ca einmal pro Monat. Einfach die Entladung ausschalten und ein paar Tage warten, bis der Akku wieder mal voll wird. Stromertrag geht dadurch ja nicht verloren.
Übrigens: ähnlich krass falsche SOC-Daten wie Du hatte ich bei meinem JK Inverter BMS auch schon. Das hat der Hersteller mit neuen Firmware-Versionen zwar weitgehend in den Griff bekommen, aber leider auf Kosten einer wirklich krass verfälschten Anzeige der Stromstärke. Irgendeine Kröte muss man halt schlucken …
Ja, leider. Abgesehen von der schon erwähnten Messungenauigkeit, haben auch der Peukert-Faktor und die Ladeeffizienz einen Einfluss. Als Grundeinstellung bei LiFePo verwende ich dabei Peukert-Faktor 1.05 und Ladeeffizienz 99%. Das heisst aber nicht dass dies wirklich die korrekten Werte sein müssen für die jeweilige Installation.
Aus meiner Sicht und Beobachtung heraus, ist es vorallem der Standbyverbrauch von BMS, Ballancer, evtl Heizung und Display. Dieser Wert ist leider nicht kalibrierbar und wird deshalb nicht berücksichtigt
Nein, das kann man weitgehend als Ursache ausschließen, denn dieser Verbrauch ist so marginal, dass er die erheblichen SOC-Abweichungen im kWh-Bereich über wenige Wochen nicht erklären kann. Allerdings fließen dabei ja auch besonders kleine Ströme, und deren Erfassung dürfte durch eine Messeinrichtung, die bis 200A messen können soll, äußerst ungenau sein.
@Sarowe1990 hat vollkomen Recht. Selbst ein kleiner Verbrauch von 5W (BMS, Balancer eventl. Cerbo) der nicht gemessen wird macht im Monat 3,6kwh. Ich mache bei mehreren Anlagen die gleichen Beobachtungen, besonders stark bei 3 Packs mit Neey-Balancer.
5 W das BMS, 5 W der Ballancer, 5 W ein Display mit Beleuchtung, Heizung???, Noch irgendwelche Sensoren und Temperaturfühler verbaut? Das ganze 24/7…….. Das summiert sich dann. Je kleiner dir Eiheiten je BMS, desto mehr Verlust. Auch das kann man hier im Forum wunderbar beobachten und mitlesen
Vielen Dank für die rege Diskussion! Ich denke, das was @TomBerger geschrieben hat, erklärt das Phänomen und eigentlich hätte ich da auch selber darauf kommen können.
Wenn niemand zuhause ist, liegt der Entladestrom oft nur so bei 2-5A, bei schlechtem Wetter ist der Ladestrom meist auch nicht mehr. Der Shunt ist für ganz andere Ströme ausgelegt. Ich denke, daß die Meßgenauigkeit in diesem Bereich nicht gerade optimal sein dürfte und dann das ganze mit der Zeit auseinander driftet.
Es waren jetzt ein paar schöne Tage und ich hatte den Akku nur laden lassen. Heute war er dann seit November das erste mal wieder voll. Über zwei Stunden stand der SOC auf 100% bis dann wirklich vollgeladen war. Jetzt hat sich der Shunt auch wieder justiert und alles ist wieder korrekt.
Das werde ich zukünftig im Winter gelegentlich wieder so machen. Ich denke, da freut sich auch das BMS und ein wenig Reserveenergie im Akku schadet auch nicht. Vielleicht bastle ich mir eine Automation in Home Assistant.
Ich habe 7 Akkublöcke und 7 BMS und 7 Ballancer in meinem System. Wenn ich meinen “schleichenden Verlust” betrachte liegt er ziemlich genau in dem Bereich den die Hersteller als Standup Verbrauch angeben und weit entfernt von dem was Victron als Abweichungen angibt. Aber wahrscheinlich betrügt Victron mit diesen Angaben
Darum habe ich bei mir die Shunts mit dem Labornetzteil neu kalibriert.
Also alles abschalten und nur den Shunt an den Akkus lassen, und dann mit dem Labor-NT einen „Ladestrom“ (bei meinem JK-BMS 50mA) einstellen. Dann den Shunt kalibrieren sobald kein Strom fliesst hast du dann automatisch einen Entladestrom im Shunt (welcher dem BMS-Strom entspricht).
Aus meiner Erfahrung ist der SmartShunt sehr genau, Abweichungen sind vermutlich meistens auf Peukert-Exponenten bzw. Ladeeffizienzen zurückzuführen. Welche im Realen System anders sind alsin den Einstellungen, natürlich wird der Shunt nie perfekt messen können. Da überall Toleranzen im Spiel sind, oder Messungenauigkeiten sich über lange Zeit aufsummieren.
Du hast völlig Recht eine 100prozentige Lösung wird es nicht geben. Deine Methode ist natürlich eine Möglichkeit aber ich würde es gut finden wenn so ein “Standbyverbrauch” einfach kalibrierbar ist, wie Peukert Exponent oder Wirkungsgrad.
Auch das kalibrieren über deine Methode ist nur eine Annäherung. Denn auch der Standbyverbrauch unterliegt gewissen Schwankungen ( läuft eine mögliches Heizpad? Läuft der Ballancer?) aber einen gewissen Verbrauch “jenseitz” des Shunts ist mittlerweile Standard und sollte wenigstens annähernd zu berücksichtigen sein. Auch ohne “Versuchsaufbau” mittels Labornetzteil. Ohne jetzt große Vorwürfe oder Forderungen aufzustellen, sehe ich Victron dort etwas in der Pflicht. Wer eine Technik wie das DESS entwickelt (die ich persönlich großartig finde), die elementar auf eine korrekte SOC Bestimmung aufgebaut ist, sollte seine hauseigene Technik auch so gestalten das diese Soc Bestimmung möglichst reibungslos funktioniert. Das sind jetzt sehr deutliche Worte aber ich denke mit so einer Funktion würden sich einige viel diskutierte Probleme hier im Forum lösen lassen
IMO kann man keine zuverlässig genaue SOC-Bestimmung erreichen, ohne den Kostenrahmen gewaltig zu sprengen. Die vieldiskutierten Probleme würden sich sehr viel leichter lösen lassen, wenn man den Leuten klar macht, dass sie Messwerte ganz grundsätzlich nicht für Gottes letztes Wort halten sollen.
Wie soll man das im Shunt berücksichtigen?
Da bräuchte man Feedback aus dem BMS (Heizung/Balancer läuft) um dann mit anderen Werten zu rechnen.
Den normalen Verbrauch des BMS über die Methode von @domi93 im Shunt “einzustellen” ist da schon das beste/einfachste, was man da machen kann um Abweichungen zu minimieren.
Dafür eine Einstellung im Shunt einzubauen sollte nicht allzu schwer sein und werde ich Victron mal vorschlagen.
Auf der anderen Seite kann man das Problem auch reduzieren, in dem man den Akku auch im Winter regelmäßig auf 100% bringt, damit sich der Shunt synchronisieren kann und zusätzlich auch die Zellen ausgeglichen werden können.
Ich sehe es ähnlich das es eigentlich nicht das große Problem sein sollte neben den Soc Berechnungen im Shunt neben den Faktoren Peukert Koeffizient und Wirkungsgrad einen weiteren Faktor (zeitabhängig) hinzu zufügen.
Beim Thema regelmäßiger Vorladung gehe ich nicht mit. Gerade das DESS bewirkt das über Winter nicht mehr Energie “vorgeladen” wird als nötig. An anderer Stelle wird diskutiert dem Soc Wert eine Dezimalstelle zuzufügen um die Funktion genauer zu gestalten. Und hier sprechen wir davon Schwankungen oder Standbyverluste von 0,5 oder 1% zu vernachlässigen um sie 10 oder 14 tägig neu zu kalibrieren über eine Volladung. Passt nicht wirklich.
Matthias ich persönlich kann wunderbar damit umgehen den Soc alle paar Tage etwas zu korrigieren. Auch die Methode über die Nullstrom Kallibrierung ist natürlich möglich. Und alles ist immer noch um ein vielfaches besser als die Soc Bestimmung der MEISTEN BMSe aber es müsste eigentlich einfacher und besser gehen. Wenn ich hier etwas durchs Forum stöbere ist gerade die Soc Bestimmung ein immer wiederkehrendes Problem. Zur Zeit habe ich das Gefühl jeder 3-4 Threat hängt irgendwo damit zusammen
Noch etwas zu dem Thema. Es geht nicht darum eine 100% Soc Kalibrierung zu ersetzen. Es geht auch nicht darum die Soc Bestimmung auf 2 Jahre ohne Abweichungen laufen zu lassen. Aber wenn ich das Problem in einen größeren Umfang verbessern kann, sollte man es machen. Übrigens wenn ich hier oft mitlese besteht das Problem ja auch oft im Caravan Bereich
In den allermeisten Fällen is da der Shunt falsch programmiert oder schon falsch eingebaut worden (Masseverbindung vom Chassis vor dem Shunt o.ä.).
Gerade beim Caravan lädt man ja doch eher regelmäßig mal über Landstrom auf bzw. reicht da das PV für die Vollladung bzw. lädt da ja auch die Lichtmaschine bei der Fahrt.
Würde behaupten, das da die wenigsten über Monate ohne Landstrom/PV/Lichtmaschine unterwegs sind und somit der SOC signifikant abdriftet.
Das Thema DESS habe ich überhaupt nicht auf dem Schirm, da ich selbst keine Anlage habe, bei der ich das nutzen/testen könnte bzw. wir glaube ich auch noch nicht so viele Kunden haben, die das aktiv nutzen.
Auch bei uns in der Firma können wir das nicht wirklich testen, da wir Offgrid sind.
Ich dachte eigentlich ehr an die “Winterpause” bei den Caravans. Ich bin selber kein Caravan Besitzer. Habe allerdings mehrfach gelesen, daß Tiefenentladungen stattgefunden haben oder die Akkuspannung nicht mehr zum Soc passen. Zumindest bei einigen dieser Probleme gehe ich von ähnlichen Ursachen aus.
Für mich ist gerade das DESS elementar und das ist ganz angewiesen auf eine korrekte Soc Erfassung. Alle Berechnungen und Zeitpläne beruhen auf den SOC. Wenn dieser Wert nicht passt funktioniert ist das gesamte System “für die Tonne”.