Stromversorgung mit 230V im Wohnmobil oder ähnliche PKW

Hallo zusammen,

wie baut man eine vernünftige 230V Versorgung mit Batteriespeicher in einem Wohnmobil:

Ich stelle mir das so vor:

Ein MP2 3000 als Wechselrichter und als Lader aus der Camping-Steckdose.

Ein DC-DC Wandler Orion 12V→48V 8A damit die Batterien während der Fahrt geladen werden.

Eine 48V LiFePO4 Batterie. Aber welche?

Wenn ich es richtig sehe, braucht man keinen Cerbo oder ähnliches. Es sei denn, man hat noch PV auf dem Dach.

Im Multiplus stelle ich die Ladeschluss- und Entladeschlussspannung und Float-Spannung ein.

Im Orion kann man vermutlich auch die Ladeschlussspannung einstellen.

Aber wie macht man, es dass die Batterie ab und zu mal so hoch lädt, dass der Balancer arbeiten kann, aber dann auch wieder auf eine geringere Spannung zurück geht?

Oder sollte man auf LiFePO4 komplett verzichten und doch lieber paar gute Bleiakkus verwenden? Die dürfen ja ruhig bei 12V dauerhaft mit 14,3V herumstehen.

Wie verhindert man, dass der Orion die Autobatterie im Stand leer zieht um die 48V Batt zu laden? Wie verhindert man, dass der MP2 3000 die 48V zu stark entleert, wenn das Auto mal wochenlang herumsteht? Hilft hier nur manuelles ausschalten? Oder muss man das Auto dann dauerhaft ans Netz anschließen?

Danke für Eure Ratschläge

und

viele Grüße aus der Eifel

Karl

Im Wohnmobil und anderen automobilen Verwendungen müssen alle fest integrierten elektr(on)ischen Geräte über ein ECE-R10-Zertifikat verfügen. Das wird in letzter Zeit auch vermehrt kontrolliert. Das gilt für Wohnmobil-Kühlschränke ganz genau so wie für Akkus mit BMS. Das ist auch sehr sinnvoll, weil damit zertifiziert wird, dass von den Geräten keine elektromagnetischen Störungen auf die Fahrzeugelektronik ausgeht. Ich hab’ sowas vor Jahrzehnten selbst schon erlebt mit einem auf dem Armaturenbrett eines VW Passat abgelegten Handys alten Typs. Als während der Fahrt ein Anruf rein kam, ging der Motor aus.

Google einfach nach “Akku ECE-R10” und Du wirst fündig werden.

Das erledigt das BMS von alleine. Und es reicht, wenn die Zellen eines LFP Akkus alle paar Wochen mal balanciert werden.

Würde ich nie machen. Auch ein LFP Akku darf herumstehen. Bleiakkus musst DU alle 3 bis spätestens 5 Jahre austauschen, ein LFP Akku hält solange wie Dein Auto.

Dafür gibt es sogenannte Batteriewächter. Einfach danach googeln

The Orion has a remote on/off that can be used to turn it off when the engine is not running.

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Du bist hier im deutschsprachigen Bereich des Forums, es wäre nett, wenn du dann auch auf deutsch antwortest. Nicht jeder ist des englischen mächtig.

Orion kann erkennen ob die Lichtmaschine läuft und lädt nur dann, also nie von der Starterbatterie

… hat also einen Batteriewächter integriert.

Vielen Dank für Eure Hilfe. Muss man das manuell durchführen oder kann man das automatisieren? Schön wäre es ja, wenn das Systems selbst weiß, wann die paar Wochen um sind und balanciert werden muss und dass es dann automatisch durchgeführt wird.

Dass die Orions eine Remote haben und vermutlich über Zündung des Autos aktiv wird, ist eine super Sache. Damit wäre das Problem schon mal gelöst.

Bleibt noch die Batterie.

Ich selbst habe seit 6 Jahren eine (echte) Inselanlage zuhause mit vier Pylontechs. Einer war nach 4 Jahren aufgebläht und wurde auf Garantie getauscht. Ein weiterer hatte kurz danach aus dem Ruder laufende Zellspannungen von zwei Zellen. Wurde auf Garantie ausgetauscht. Jetzt nach knapp 6 Jahren kommt der dritte Block mit aus dem Ruder laufenden Zellspannungen. Man sieht, meine Erfahrungen sind nicht sooooo positiv, obwohl die Akkus bei mir nur gestreichelt wurden. Sowohl Lade, als auch Entladeströme weit unter 0,5C. Nie unter 9°C und nie über 27° C (nach Remote-Konsole) Einziger Fehler in den ersten vier Jahren Betrieb immer zwischen 70 und 90 % und wahrscheinlich zu oft und zu lange balanciert.
Für meine Heim-Inselanlage habe ich jetzt MB31 und ein EEL V6 mit JK BMS in der Mache. Ich warte nur noch auf die Zellen.

I Used to translate the response to the original language, but since there is a nice friendly translate button on the forum, I don’t do that any more.

Entschuldige, das war mir nicht bewusst, das es so einen Knopf gibt. Trotzdem irritiert es wenn hier englisch geschrieben wird.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Es war nicht meine Absicht, jemanden zu verärgern, insbesondere nicht durch meine Wortwahl. Meiner Meinung nach ist es diskriminierend, Abschnitte für „andere Sprachen“ anzubieten. Jeder sollte sich frei fühlen, den entsprechenden technischen Abschnitt in seiner eigenen Sprache einzufügen.

Thank you for your reply, I did not intend to irritate anyone, particularly by use of language. To my mind, it is discriminatory to have “other language” sections, anyone should feel free to past in the appropriate technical section in their own language.

Das hängt wohl vom BMS ab. Ich kenne nur meines, das “JK Inverter BMS”. Das hat einen aktiven Balancer, und da stellst Du die Auslösespannung ein, ab der balanciert wird. Die meisten werden es so wie ich zwischen ca 3,43 und 3,45 V eingestellt haben. Außerdem stellst Du dann noch eine Mindest-Differenzspannung für die Zellen ein. Ich habe diese auf 5 mV gesetzt, weil meine Zellen bei Erreichen von 3,45V meistens noch zu eng für den Vorgabewert von 10 mV beieinander liegen. Sobald eine einzelne Zelle die Auslösespannung erreicht und die Differenzspannung zwischen den Zellen höher als die Mindestdifferenz ist, wird balanciert.

Das Victron System balanciert Deinen Akku nicht. Aber Du kannst in der Victron Konsole → ESS den Modus “Optimiert mit Battery Life” einstellen. Damit wird dann der MindestSOC jeden Tag ein bißchen weiter angehoben, so dass nach einiger Zeit der Akku dann wieder mal voll wird. Ob dann balanciert wird, hängt vom BMS ab. Ich denke aber, dass diese Einstellung eher was für Bleibatterien ist. Ich habe sie nicht aktiv.

Alternativ könntest Du über Node Red selbst was basteln, um den Akku im Winter hin und wieder voll zu laden und zum Balancieren zu motivieren. Einfach zu drei oder vier definierten Zeiten im Winter den MP2 den Akku über Nacht aus dem Netz laden lassen …

Ich lese dies immer wieder, das der Akku nicht immer voll geladen werden soll. Aber was bedeutet voll? Hier wird dann ein berechneter Wert genommen, der den Akkufüllstand darstellen soll, genannt SOC. Damit dann die Akkus nicht so sehr belastet werden, wird eben nur auf 70, 80 oder sonst wieviel von diesem theoretischen Wert geladen. Das ist in meinen Augen Unsinn.
Es ist richtig, das man die Akkus nicht immer voll lädt, aber eine theoretischer Wert ist dafür nicht das richtige Kriterium.

Ladet einfach die Akkus gerade so weit auf, das die Ladekennlinie in den ansteigenden Bereich kommt, damit der Ballancer driftende Zellen erkennt, oder besser gesagt sich diese Zellen zeigen. Bei den meisten Zellen sind das so 3,40 bis 3,45V.
Meiner Meinung schadet es den Zellen überhaupt nicht, wenn man diese täglich auf diesen Wert aufladet, unabhängig davon, was da für ein SOC angezeigt wird. Der SOC wir ja durch einen bestimmten Algorithmus auf 100% syncronisiert. Je nachdem wie die Algorithmus eingestellt ist, ist der Akku voller oder eben nicht.

Wenn ihr dann doch den Akku noch mehr schonen wollt, dann reduziert die Ladespannung auf z.B. 3,4V, aber nicht auf 70% laden.

Wobei anzumerken ist, dass eine LFP Zelle bei 3,45 V Ruhe(!)spannung schon zu mindestens 98% voll ist.

Schon mit 3,4V wäre ich nicht einverstanden, denn da kommt man gerade eben an den Punkt, an dem die Spannungen lange nicht ausbalancierter Zellen auseinander driften. Aber die Differenzspannung zwischen einzelnen Zellen ist dann oft so gering, dass das BMS nicht sicher daraus ableiten kann, welche Zelle zwecks Balacning jetzt entladen werden soll. Die meisten Empfehlungen im Netz gehen von einem Beginn (!) des Balancing aus, wenn die erste Zelle 3,45 V erreicht. Der Akku selbst hat dann aber ja noch lange keine 16 x 3,45V = 55,2V. Die 55,2V sind das Ziel nach der 1stündigen Absorbtionsladung mit durchgehendem Balancing.

@Karli

Wenn Du es Dir einfach machen möchtest, dann nimmst Du einfach die 12V LFPs von Victron.
Die ganzen anderen BMSe, wie JK Inverter beziehen sich auf Heimspeicher mit nominell 48V (Real 54V bei 16s).

Zu den Victron-Komplett-Anlagen gibt fertige Schaltbilder:

https://www.victronenergy.com/support-and-downloads/systems

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Nur zur Richtigstellung Nöö, es gibt jede Menge BMS Varianten für alle möglichen DIY-Akku-Designs. Du musst auch beim JK BMS nicht alle 16 Anschlüsse nutzen und kannst auch einen 24V Akku damit bauen. Alle fertigen 12V und 24V LFP Akkus haben irgendein BMS verbaut, und in aller Regel ist das ein zugekauftes.

@TomBerger

Du hast natürlich Recht, dass man nicht alle Anschlüsse nutzen muss und auch andere Varianten existieren.

Es ging mehr eher darum, dass die meisten hier von DIY-Heimspeichern schreiben.

Im Auto gibt es weitere Anforderungen z.B. an Störsicherheit.

Da kann es sinnvoll sein ein fertig verpacktes Akkupack zu kaufen, dass einfach per Riemen fest geschnallt wird.

Ein Bastellösung mit ein paar Zellen zwischen Multiplex und dazu ein separates freibleibendes BMS wie in einigen Kellern ist im Auto evtl nicht so angebracht.

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Genauer: so eine Bastellösung im Auto ist in der ganzen EU verboten. Aus guten Gründen, übrigens.

Vielen Dank für Eure Meinungen. Besonderen Dank an Björn für den Link zu dem fertigen Schaltplan von Victron. Den muss ich mir erst mal in Ruhe anschauen. Beim ersten Block war ich etwas erschlagen von den vielen Komponenten in diesem Plan. Auf den zweiten Blick, war es dann aber doch nicht mehr so wild. Warum braucht man darin eigentlich den Cerbo?

Kleine Abdrift zu einem verwandten Thema:
In einem Mobilen Chemie-Laborwagen habe ich eine ältere Installation gesehen, bei der beide Blei-Batterien nach vielen Jahren Nutzung geplatzt sind. Was könnte da Eurer Meinung nach die Ursache gewesen sein. Klar, die haben gegast und es gab wohl keine Überdruckventile, aber warum gasen die plötzlich?

Nur eine laienhafte Vermutung: interner Kurzschluss durch Dentritenbildung.

Ich hatte auf einem Segelboot mal eine äußerst gefährliche Situation mit einer AGM-Batterie. Die hat während des Ladens plötzlich sehr aggressiven Schwefelsäuredampf aus dem Ventil geblasen. Das geschah zum Glück tagsüber, und ich war im Cockpit beschäftigt, aber das hätte auch tödlich ausgehen können, falls es nachts während meines Schlafs geschehen wäre.