BMV-702 Einstellungsproblem bei LifePo4 und 24v

Guten Tag liebe Community, ich war schon mal hier aber irgendwie wurde mein Account wohl gelöscht (inaktivität?). Ich benötige mal etwas Hilfe bei meinem BMV, ggf die Einstellungen- vielleicht seht Ihr das Problem oder habt eine Lösung:

Ich habe im Schiff mit Easysolar 2 GX, BMV-702 und (theoretischen) 2,5 KW Solaranlage. Das ganze überwache ich von zu Hause, das komplette Schiff ist „smart“.

Die jetzige Konstellation ist seit 2023 im Schiff verbaut - zuvor noch mit 4x AGM a280AH bei 24V, also je 2 in Reihe. Diese wurden im Dezember 2024 auf Lifepo4 gewechselt, da die alten Batterien nach immerhin 12 Jahren langsam nachliessen. Und der BMV machte dies auch deutlich. Am Black Friday hab ich mir dann 300 Ah LifePo4 Akkus von Werchtay gegönnt, aber nur noch 2 Stück. Die tatsächlich nutzbare Leistung entspricht dann ungefähr den bisherigen 4x280ah. Die Akkus haben ein 200A BMS und keine eigene Heizung.

Zwischen den Akkus hängt noch mal ein kleiner Balancer, der die 12V Batterien untereinander ausbalanciert, so das zum Mittelpunkt gemessen immer beide Batterien die gleiche Spannung haben. Ich bin Elektriker und mit Victron mittlerweile sehr vertraut (so glaube ich es zumindest). Die Installation ist also so erfolgt, das wirklich alles über den BMV-Shunt fliesst und dieser auch alles „sehen“ kann. Das Schiff ist weitestgehend autark, und Energieprobleme bekomme ich nur beim Heizen in den kalten trüben Wintermonaten, da kommt nicht genug Solar.

Problem:

Der BMV-702 zeigt mir jeden Tag irgendwann 100% Kapazität der Batterien an, aber die Batterien werden noch immer voll geladen, sofern Solarstrom rein kommt. Ich setze die Kapazität dann manuell auf 95% zurück. Je nach Tageslicht kommen dann zwischen 100-300 Watt in die Batterien. Ich sehe dann wie irgendwann auch die Spannung hoch (über 27V) geht und die Batterien voller werden. Komplett voll (29,2-29,4) erreiche ich aber leider nicht, da es dafür derzeit zu trübe ist. Irgendwann (ein paar Stunden später sehe ich die Anlage dann meist schon wieder bei oder knapp unter 100%). Wenn ich mir das so ansehe, kommt die Energie auch wirklich in die Akkus. Also hier wird keine vorzeitige Synchronisation ausgelöst, weil die Spannung zB längere Zeit zu hoch ist.

Aber warum hängen die Batterien so sehr daneben? Wo geht die ganze Energie hin? Gibt es irgendwas, was diese Energie verbraucht und was der BMV Shunt nicht sieht? - das wäre dann nur der Mittelpunkt Balancer- und da kann ich nicht glauben, das dieser soviel zu balancieren nötig hat. Oder schlucken die BMS innerhalb der 2 Akkus soviel Energie? Angegeben sind diese mit einer Ladeschluss-Spannun von etwa 14,4-14,6 V.

Wir reden hier davon, das der BMV tagtäglich mindest. 5% daneben hängt. Das sind 0,36KW! Und das jeden Tag. Das kann ja so nicht sein. Im Sommer, wenn genug Solarstrom da ist, werden die Akkus auch richtig voll und das Problem ist nicht da, oder ich sehe es nicht, weil der Sprung auf „voll“ sehr zügig geht.
Es scheint, als wenn hier ein Verbrauch da ist, den der BMV nicht registriert. Letzte Lösung wäre mal eine Nullstromkalibrierung, aber davon wird ja abgeraten. Ohne Solar hat das Schiff mit fern-abgeschaltetem MP2 laut BMV einen stby Strom von 13Watt. Das sind im Detail 2 Kameras, ein Teltonika Router und das GX vom EasySolar. Demnach verliere ich in der Nacht ca 220-230Wh. Bei einer Dunkelphase von ca 17 Stunden gerechnet.

Hier mal die Einstellungen, die ich im BMV gesetzt habe. Ich habe hier auch schon viel experimentiert.


Und hier mal was passiert, wenn ich manuell auf 95% runter gesetzt habe, ungefähr vor 30Minuten:

Habt Ihr eine Idee ?

hallo,

zuerst einmal, bei 28V sind deine akkus schon zu 100% voll und wenn du dann noch weiter versuchst, den akku zu laden, dann machst du ihm nur unoetigen stress. 28V entspricht einer zellspannung von 3,5V. das ist fuer die erhaltung eigentlich schon zuviel! ich lade normalerweise nur bis 3,45V pro zelle und maximal zum balancing einmal bis maximal 3,5V!

bei 29V sind das schon 3,65V pro zelle, bei 3,4V sind die zellen normalerweise schon voll!

willst du dass dein akku schneller ausfaellt?

und ob du den soc vom shunt runter stellst oder nicht, das wirkt sich nicht auf den ladestrom aus!

bei mir steht die ladespannung normalerweise eher auf 27,2V weil das voellig ausreicht, bei einem akku, der nicht zyklisch entladen wird!

tschuess

Danke für die Antwort - dem stimme ich aber nicht zu:
Eine moderne LifePo4 Zelle hat eine Ladeschluss-Spannung von 3,6-3,65 Volt. Diese sollte eine bestimmte Zeit anliegen, danach soll die Spannung auf Erhaltungsladung gehen, was dann bei 100% etwa Deiner genannten 3,45 V entsprechen.

Wieso sollte ich den SOC am Shunt einstellen wollen? Dieser wird an den Ladegeräten eingestellt. Am Shunt könnte ggf noch eine Nulljustierung Kalibrierung durchgeführt werden- davon sprach ich.

Wir brauchen uns hier aber nicht darüber unterhalten, wie die Zellen generell gelagert werden sollten, wenn sie nicht benutzt werden. Da halte ich die Zeilen eigentlich bei 80 %.
Es geht hier um die Diskrepanz wie viel Energie oben immer wieder fehlt.
Und der Hersteller gibt 14,6 V als obere Grenze an pro Batterie. Wobei man ganz klar sagen muss, dass in jeder Batterie noch mal ein eigenes BMS drin sitzt, was die einzelnen Zellen regelt. Ich könnte hier auch 15 V anlegen, das BMS würde abregeln und verhindern, dass ich die Zellen überladen. Das ist ausdrücklich so beschrieben.

Auf Nachfrage zur maximalen Ladeschluss-Spannung hat mir der Hersteller Werchtay das hier geschickt. Ich bin trotzdem etwas drunter geblieben:

Davon wird abgeraten, wenn man nicht vorher die Bedingungen dafür schafft. Es muss sicher sein, dass kein Strom durch den shunt fließt. Das geht nur durch abschraueben der Leitung am Shunt, die zur Batterie führt. Wenn die abgeschraubt ist, darf der BMV keinen Strom mehr anzeigen. Zeit er trotzdem einen Strom an, kann man ihn auf Null kalibrieren. Das ist eine der wichtigsten Überprüfungen bzw Einstellungen! Macht man das bei fließendem Strom, ist alles versaut.

Die vom Hersteller angegebenen Ladespannungen sind eigentlich nur für das Aufladen am Netz mit dem Ladegerät gedacht. Das ist für Lifepo4 viel zu viel. Selbst mit 27V wird die Batterie voll.

Der BMV loggt den Strom und beaufschlagt ihn mit Korrekturen. Das sind Ladewirkungsgrad und Peukert-Exponent. Damit kann man rumexperimentieren, bis es einigermaßen stimmt. Besser als einigermaßen wird es nie funktionieren. Deshalb wir der BMV synchronisiert. Dazu muss man definieren, wann eine Batterie voll ist und diese Werte dort eintragen. Das Problem ist, dass es eigentlich keine Definition für “voll” gibt. Aber du hast ja schon erkannt, dass die Spannung am Ende der Aufladung relativ schnell steigt. Wenn eine Lifepo4 3,45V pro Zelle (27,6V) hat und kein nennenswerter Strom mehr fließt (in deinem Fall würde ich von 3A ausgehen), ist die Batterie zu mindestens 98% geladen und die Spannung sollte dann abgesenkt werden

Ein BMS kann überhaupt nicht regeln. Es kann nur den Ladestrom abschalten.

hallo,

du kannst den akku mit 3,4V pro zelle auf ueber 98% vollladen, eine hoehere spannung wird nur benoetigt, wenn der balancer im bms die braucht, um zu starten!

und bei mir haben 3,45V immer ausgereicht um auf 100% soc aufzuladen und zu synchronisieren!

du wirst oben immer wieder etwas energie in den akku druecken koennen, wenn du mit maximaler spannung laedst und die spannung vorher etwas absinken laesst. die wird dann aber nur in waerme umgewandelt und das schadet dem akku!

tschuess

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Falsch ausgedrückt- das meinte ich auch so.

Danke für die Antworten- also demnach reicht auch 27V aus?

Aber ist nicht die obere Grenze nötig um den internen Balancer in der Batterie dazu zu bringen, die Zellen zu balancieren? Ich kann ja die einzelnen Zellen nicht messen um zu sehen ob dies nötig ist.

Und woher weiß ich ob er es braucht?

ja

Man kann nicht wissen, wie der Balancer arbeitet. Deshalb kann es sinnvoll sein, etwa alle 2 Wochen ganz aufzuladen.

Man kann das vereinfachen, indem man im Laderegler eine Bleibatterie wählt und die Temperaturkompensation auf null stellt. Dann kann man eine Absorbtionsspannung von 28V und eine Float Spannung von 27V einstellen. Dann noch den Schweifstrom auf 6A Stellen. Das könnte schon reichen. Dann noch im Expertenmodus Die maximale Zeit der Konstantspannung auf 30min stellen und Zeit Dazu kann man dann noch die Ausgleichsspannung auf 29V stellen und bei Bedarf manuell einschalten. Dabei darf kein Verbraucher angeschaltet sein.

Deshalb rate ich grundsätzlich zu Batterien mit Bluetooth. Und immer als 24V Batterie. Parallelschalten ist betriebssicherer als Reihenschaltung.

Das sind mal andere Ansätze zum Thema LifePo4. Interessant!

In meinem Fall hätte ich sogar bis 32V keine Probleme. Naja….mich wundert nur das immer wieder im oberen Bereich soviel „nachgeladen“ wird, obwohl doch eigentlich voll ist.

Bluetooth bringt bei Batterien nur etwas, wenn man vor Ort ist. Das bin ich aber oft nicht- und das Schiff ist autark, also muss auch so etwas autark funktionieren. Ich kann natürlich im Solarregler die Ladespannungen runter setzen und alles „niedriger“ programmieren, aber ich hab mich an die Herstellerangaben gehalten. Mach ich eigentlich immer so, auch bei Kunden. Ladegeräte werden 0,2-0,4V unterhalb der maximalen Ladeschluss-Spannung programmiert. Und bisher hat das immer gut funktioniert.

Im Sommer konnte man gut sehen, wann „voll“ war. Irgendwann ging die Spannung dann recht zügig über 27V und dann bis 29V rauf.
Der BMV war früher auf eine recht schnelle Erkennung eingestellt und hat dann auf 100% synchronisiert. Das hab ich gerade experimentell geändert, auf der Suche nach dem „Fehler“. Dabei hab ich mich an dem hier orientiert:

Im Winter bei trübem Wetter kommt oft nicht mehr als 3-4 Ampere rein. Eigentlich sollte das dazu führen, das im oberen Füllstandsbereich des Akkus die Zellen schön ausbalanciert werden. Dabei hab ich gesehen, das hier recht viel Energie einfach weg geht- und warm wird hier gar nichts, das überwache ich direkt an den Batterien.

Im Sommer regelt eine externe Schaltung bei 29V dann, das der Solarregler nicht abregelt, sondern die (überflüssige) Solarenergie in den 1200 Watt Heisswasserboiler geht. Dadurch sinkt die Spannung direkt wieder ab, bis sie unter einem definierten Punkt ist. Dann wird die Batterie wieder nachgeladen.

Regulär halte ich die Batterien im Winter so bei 80-85%. Aber seit Wochen versuche ich, diese (mit Solar) einmal auf echte 100% zu bringen, damit die Zellen einmal alle balanciert sind. Dabei ist mir das aufgefallen.

Direkt eine 24V Batterie einzubauen ist jetzt etwas günstiger geworden- vor 2 Jahren war das noch utopisch teuer, da diese nicht im großen Stil auf dem Markt verfügbar waren wie jetzt.

ja, so steht es zum Beispiel in den Datenblättern der Zellen. Da wird mit Konstantstrom, zum Beispiel mit C/5 geladen. Und bei erreichen der Ladeschluss-Spannung von 3,65V wird das Ladegerät nach kurzer Haltezeit abgeschaltet. Die Zelle ist dann voll und die Spannung fällt sofort etwas ab weil der Strom weg ist. In einer Installation wird die Ladung aber nicht abgeschaltet. Deshalb muss die Spannung niedriger sein. In der Paxis sinkt der Strom zum Ende der Ladung hin. Bis zum SOC von 100% dauert es dann länger und wird bei 3,45V erreicht. Schau mal die Ladekurve verschiedener Ströme an:

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hallo,

wenn man zugriff auf das bms hat, kann man das leicht an den zellspannungen feststellen, ansonsten hilft es normalerweise, den akku alle paar wochen auf 28V aufzuladen, damit der balancer startet.

normalerweise startet ein balancer immer zwischen 3,4 und 3,5V wobei meistens schon 3,45V ausreichen. optimal ist es natuerlich, wenn man das selbst einstellen kann. deshalb muss ich meine akkus mit jk-bms auch nicht voll aufladen, sobald die zellspannungsdifferenz 10 mV ueberschreitet startet der aktive balancer mit 2A und sorgt dafuer, dass es keine probleme gibt.

auch bei den anderen habe ich die startspannung fuer die balancer mittlerweile auf 3V gestellt, sofern das moeglich war! damit kann man zumindest ein starkes abdriften der zellspannungen verhindern!

tschuess

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Wenn man davon spricht- heute war mal die Sonne da und siehe da, echte Voll-Ladung.

Bei 28,8V habe ich manuell synchronisiert. Reicht…. 7,6 KW voll!
Jetzt wird mittels Klimaanlage aufgeheizt und die Akkus runter gefahren.

Welche BMS in einem 12,8V 300ah Werchtay Akku stecken, kann ich nicht sagen. JK wäre gut, aber ich glaube so etwas Gutes wird da nicht verbaut. Und ich werde den Teufel tun und die öffnen- die haben 5 Jahre Garantie!
Der Händler hat nen guten Ruf und reagiert auf Probleme- also reicht mir das so.

Aber wenn das BMS Balancing schon bei 14V aktiv anspringt, kann ich das auch nutzen und muss nicht so hoch aufladen. Aber kann ich die Akkus dann auch als „voll“ betrachten oder fehlt nach oben dann noch etwas?

hallo,

wenn jede zelle mehr als 3,4V hat, kannst du davon ausgehen, dass der akku zu ueber 99% soc hat!

tschuess

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