Ursache gefunden! Das JK Inverter BMS kann Ströme nur grottenschlecht messen.
Ich habe jetzt mit einem Zangen-Amperemeter (ZAM) den Stromfluss in den Akku gemessen und mit dem BMS-Wert verglichen:
BMS; ZAM; Abweichung
+25,3 A; +21,5 A; -3,8 A
-38,8 A; -30,2 A; +8,6 A
Für mein Zangenamperemeter würde ich zwar auch nicht die Hand ins Feuer legen, aber dessen Messwerte erklären immerhin, warum die hohe Verlustleistung, die das BMS meldet, nicht zu einer starken Erwärmung des Multiplus-II führt. Deshalb traue ich vorerst mal der Messung des Zangenamperemeters.
Die Sache ist die: man kann im JK-BMS den aktuellen Strom kalibrieren. Das habe ich bei Einrichtung des Systems getan, aber damals nur mit dem sehr niedrigen Ladestrom von unter 5 A beim Top-Balancing der Zellen. Geringe Abweichungen bei diesem niedrigen Ladestrom führen zu großen Abweichungen bei starken Strömen. Bei den gerade gemessenen 8,6 A Abweichung bei gut 53 V ergibt das einen Fehler von über 450 W.
Die bei höheren Strömen offenkundig stark überhöht von der Realität abweichenden Messergebnisse des BMS führen auch dazu, dass ein deutlich zu niedriger SOC ermittelt und an das ESS kommuniziert wird. Wird die Akkukapazität überwiegend mit relativ hoher Leistung entladen, dann wird beispielsweise ein im ESS angesetzter Mindest-SOC von 20% schon bei ungefähr realen 40% erreicht, und das ESS stoppt die Entladung. Ein großer Teil der Akkukapazität kann somit nicht mehr genutzt werden.
Ich habe den Strom im BMS entsprechend der Messung durch das ZAM nun erneut kalibriert, diesmal bei ca 20A Ladestrom. Das passt dann bei dieser Größenordnung, aber nach dem Einschalten von hohen AC-Lasten zeigt das BMS dann einen Entladestrom von -32 A, und das Zangenamperemeter zeigt nur -24 A. Wieder eine Abweichung von +8 A bzw 25%.
Fazit: das JK Inverter BMS kann Ströme nur mit extrem großen Fehlern messen, und damit auch den SOC nur extrem schlecht abschätzen. Eine Kalibrierung der BMS-Strommessung bringt eher nichts, vermutlich sollte sie einem möglichst nahe an der Realität liegenden SOC zuliebe nahe beim Durchschnittsstrom durchgeführt werden, damit sich die Fehler halbwegs ausgleichen.