Seeehr hoher Eigenverbrauch - wie reduzieren?

Hallo,
im Durchschnitt verliert mein ESS gut 25% des Solarertrags durch den Verbrauch des Systems selbst. Das ist nicht gut, aber verkraftbar, denn zusätzliche Module zum Ausgleich kosten so gut wie nix mehr.

Aber in der Spitze sehe ich einen Verbrauch des MP2 von sehr deutlich über 1.200 Watt. Hier ein Beispiel von gerade eben. Als Last läuft fast nur der Backofen mit gut 2.600 W, der Solarertrag ist gleichzeitig ca 2.850 W, und dennoch zieht der MP2 zur Deckung der Last satte 950 W aus dem Akku. Um also die Last von gut 2.600 W zu decken, zieht das System insgesamt 3.800 W. Das ist schon heftig.

Der Solarertrag kommt aus zwei MPPTs und einem alten BKW, das statt der max erlaubten 600 W bei bestem Sonnenschein immer bis 720 W liefert:

Gibt’s irgendwas, um diesen sehr hohen Eigenverbrauch des MP2 zu reduzieren?

Moin,

wieso werden hier 2640W aus L1 entnommen und 2623W aus L2 eingespeist ?

Der Betrieb von MPPTs via MP II ist nun mal mit Verlusten vrsehen.. da wird 2 x gewandelt…
Meistens ist es sinnvoller die Module aufzuteilen … 2/3 via AC-WR und 1/3 via MPPT..
das ist vom Wirkungsgrad besser.. hängt aber auch vom Hausverbrauch ab ;O)))
Was für einen Netzzähler benutzt Du denn?

Der speist doch auf Phase 1 ein … und entnimmt aus 2 und verbraucht auch auf Phase 2

Naja, da wird eher nur einmal gewandelt, denn die interne Wandlung im Smartsolar aus z.B. 100V DC in 53 V DC sieht man in den Daten ja gar nicht. Der MP2 wandelt DC Solarertrag / Akkuleistung in AC-230V um. Einmal.

Dass Verluste zwingend entstehen, ist hier gar nicht das Thema. Das Thema ist: müssen diese Verluste so extrem hoch sein?

Der Netzzähler ist wie meistens völlig irrelevant, denn die angezeigte Last erklärt sich allerbestens durch den Backofen, der bei mir 2.600 W zieht. Und die Last ändert sich hier auch nicht, genau so wenig wie der Solarertrag. Da kannst Du also nicht mit Deinem Dauerbrenner der langsamen Kommunikation des Helly kommen, denn der daht wie praktisch immer bei Deinen Einwänden hiermit nichts zu tun. Bitte such’ Dir mal ein anderes Thema.

Interessieren würde mich eher, mit welchen Verlustleistungen Ihr hier meistens zu tun habt.

hallo,
irgend etwas stimmt da definitiv nicht! wenn ich mal annehme, dass du einen mp2 5000 hast, der hat einen wirkungsgrad >= 80% und ein verlust von 1 kW ist da einfach nicht drin. bei meinen bisherigen wirkungsgradberechnungen bin ich immer bei >90% rausgekommen!

zudem dein bkw ja auch noch 720W beisteuert und das auf ac-seite, der multi also nur ca. 2 kW liefern muss und da ist der wirkungsgrad vom mp2 5000 >90%. laut anzeige braucht er aber ca. 3 kW, das waere nur ein wirkungsgrad von 66%!

wenn ich mal raten soll, wo das problem liegt, kaemen folgende moeglichkeit in frage: bkw vor dem victron-smartmeter!
damit wird dann zwar seine leistung eingespeist, als pv-leistung erfasst, aber dein multi muss alleine die last komplett versorgen und die leistung vom bkw fehlt und wird quasi als verlustleitung angezeigt! allerdings kannst du dann den akku auch nicht ueber das bkw laden, ausser du stellst einen netzsollwert>0 ein!

in dem fall kaemst du dann aus einen leistungsverlust von ca. 500W, also einen wirkungsgrad von ueber 80%, was auch realistisch ist!

tschuess

@TomBerger Ich frage mich in so einem Fall immer, ob die Messwerte tatsächlich stimmen. “Wer misst, misst Mist” heißt es doch so schön.

Ich habe immer eine Differenz zwischen den am AC-Eingang des Multiplus mit einem externen Messgerät gemessenen Wert und dem Wert, den der Multiplus selbst ermittelt. Ich weiß nicht, wie das User-Interface bzw. die Software dahinter aufgebaut ist. Aber mir kommt es so vor, dass nicht alle Werte, die dort angezeigt werden, gemessen sind. Einige werden vermutlich aufgrund der Konfiguration berechnet.

Vielleicht einfach mal mit einer Stromzange nachmessen.

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Hallo, so sieht das bei mir aus…Multi RS Solar bei gutem Sonnenschein,off grid :hugs:

hallo,
die last an ac-out wird berechnet, ac-in und trafo werden gemessen und der messfehler kann recht gross sein!

aber bei dir gehen ca. 3800W rein und es kommen nur 2700 raus → das kann nicht sein!!!

es gilt naemlich immer noch der energieerhaltungssatz und du verheizt garantiert keine 1100W!

tschuess

Ja, das sollte immer die erste Überlegung sein. Die vom Gridmeter gelieferten Werte sind aber völlig plausibel, da sind nur die üblichen Ungenauigkeiten von vielleicht 2% möglich, die keinen solch hohen Eigenverbrauch erklären können. Messfehler zwischen MP2, BMS und Smartmeter kann ich übrigens durchaus bestätigen. Bei höheren Ladeströmen von 50A oder mehr meldet der Akku bis zu 100 W mehr Ladeleistung, als die Smartsolar und das BKW/Shelly zusammen an PV-Leistung liefern. Aber auf 100 oder 200 W soll es mir hier nicht ankommen, es geht darum, dass das ESS zur Deckung der 1.900 W AC-Lücke satte 3.100 W DC Leistung zieht. Das sind 63% Verlustleistung!

Die im ersten Bild angezeigten Batteriewerte kommen vom BMS und sind ebenfalls plausibel. Und die Werte von den MPPTs eigentlich auch, zumal sie, wie es sein soll, bei vollem Sonnenschein allesamt an der maximalen Auslegung liefern. Das alte Balkonkraftwerk wird mit einem Shelly 1PM gemessen, und ob das jetzt wirklich die gemeldeten 720 W liefert oder nur die zulässigen 600 W, macht das Kraut auch nicht fett.

Ich habe also gar keinen Grund, die angezeigten Werte anzuzweifeln. Und genau deshalb würden mich Vergleichswerte aus anderen Anlagen sehr interessieren. Der durchschnittliche Eigenverbrauch meines Systems von ca 25% deckt sich auch mit den Angaben vieler anderer User, so dass ich geneigt bin, anzunehmen, dass solche hohen Eigenverbräuche wie hier gezeigt auch bei allen anderen Usern vorkommen.

Aber morgen werde ich bei ähnlichen Verhältnissen den Entladestrom aus dem Akku mal mit einer Stromzange nachmessen.

Andere Überlegungen sind müßig. Das System ist kohärent aufgbaut, der Gridmeter misst am Zugang des Netzes zum Verteilerkasten und damit ausnahmslos alle Ströme aus und in der Stromnetz. Und die angezeigten Werte für PV-Ertrag und AC-Last sind plausibel.

Das sind also nur ca 140 W Verlust, was völlig OK ist. Aber off-grid ist nicht wirklich vergleichbar, finde ich, weil das System sehr viel weniger zu regeln hat. Solange mein System in den Akku lädt, ist die Verlustleistung aber in einem ähnlichen Bereich.

Trotzdem danke!

ich denke auch, das ist eine fehlmessung oder fehlanzeige irgendwo.

wären da wirklich über 1000W verlust, müsste irgendwas sehr warm werden, das ist ein kleiner heizlüfter auf stufe 1, das müsste sich ganz ohne wärmebildkamera lokalisieren lassen.

ich seh bei meinem system (3x MP-II 3000) jedenfalls wirkungsgrade, die halbwegs mit dem datenblatt und den irgendwo geposteten effizienzkurven der multis zusammenpassen.

Deswegen off grid :smiling_face_with_three_hearts:

Aber auch hier sieht man die Differenzen: der Multi Rs Solar misst etwas anders als der smart shunt(der nach meiner Meinung genauer misst…Frank

hallo,
ich kann dir zwar nicht genau sagen, was auf dc-seite in den multi geht, aber wenn du die angezeigten werte als basis nimmst, gehen 1956W raus und 2176W rein. das macht dann 220W verlustleistung im reinen inverter-betrieb. bei einem ess mit 6 x mp2 5000 liegt die leerlaufverlustleistung bei ca. 300W!

der wirkungsgrad liegt als bei ca. 90%!

und wie bereits erwaehnt, ich vermisse bei dir die leistung deines bkw. denn das ist genau die leistung, die bei dir wohl zusaetzlich als verlustleistung anfaellt! messfehler einfach mal ignoriert!

da der multi ca. 3 kW aufnimmt und auf ac-in ausgibt, muesste dein netzzaehler auf irgend einer phase noch die zusaetzlichen 720W des bkw anzeigen, das ist aber nicht der fall. also wo landen die 720W vom bkw???

tschuess

Naja, sowohl die vom Gridmeter kommunizierte Netzlast als auch der kommunizierte Solarertrag sind völlig plausibel, und damit auch die Daten, die das GX bzw der MP2 daraus errechnet. Und dass das JK-Inverter-BMS des Akkus so eine grobe Fehlmessung bzgl des Entladestroms liefert, kann ich nicht so recht glauben. Das funktioniert ja sonst auch bestens.

Aber morgen ist wieder satter Sonnenschein gemeldet, und da kann ich das ja mal prüfen.

du bist dir auch sicher, daß dein backofen echte 2600W nimmt? und daß die 0W auf den anderen phasen korrekt sind? wie gesagt, 1kW verluste MUSST du als wärme spüren.

Ja, dass der Backofen 2.600 W zieht, ist gesichert. Und ja: 1,2 kW Verlust muss man als Wärme spüren. Morgen prüfe ich das mal.

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Ursache gefunden! Das JK Inverter BMS kann Ströme nur grottenschlecht messen.

Ich habe jetzt mit einem Zangen-Amperemeter (ZAM) den Stromfluss in den Akku gemessen und mit dem BMS-Wert verglichen:
BMS; ZAM; Abweichung
+25,3 A; +21,5 A; -3,8 A
-38,8 A; -30,2 A; +8,6 A

Für mein Zangenamperemeter würde ich zwar auch nicht die Hand ins Feuer legen, aber dessen Messwerte erklären immerhin, warum die hohe Verlustleistung, die das BMS meldet, nicht zu einer starken Erwärmung des Multiplus-II führt. Deshalb traue ich vorerst mal der Messung des Zangenamperemeters.

Die Sache ist die: man kann im JK-BMS den aktuellen Strom kalibrieren. Das habe ich bei Einrichtung des Systems getan, aber damals nur mit dem sehr niedrigen Ladestrom von unter 5 A beim Top-Balancing der Zellen. Geringe Abweichungen bei diesem niedrigen Ladestrom führen zu großen Abweichungen bei starken Strömen. Bei den gerade gemessenen 8,6 A Abweichung bei gut 53 V ergibt das einen Fehler von über 450 W.

Die bei höheren Strömen offenkundig stark überhöht von der Realität abweichenden Messergebnisse des BMS führen auch dazu, dass ein deutlich zu niedriger SOC ermittelt und an das ESS kommuniziert wird. Wird die Akkukapazität überwiegend mit relativ hoher Leistung entladen, dann wird beispielsweise ein im ESS angesetzter Mindest-SOC von 20% schon bei ungefähr realen 40% erreicht, und das ESS stoppt die Entladung. Ein großer Teil der Akkukapazität kann somit nicht mehr genutzt werden.

Ich habe den Strom im BMS entsprechend der Messung durch das ZAM nun erneut kalibriert, diesmal bei ca 20A Ladestrom. Das passt dann bei dieser Größenordnung, aber nach dem Einschalten von hohen AC-Lasten zeigt das BMS dann einen Entladestrom von -32 A, und das Zangenamperemeter zeigt nur -24 A. Wieder eine Abweichung von +8 A bzw 25%.

Fazit: das JK Inverter BMS kann Ströme nur mit extrem großen Fehlern messen, und damit auch den SOC nur extrem schlecht abschätzen. Eine Kalibrierung der BMS-Strommessung bringt eher nichts, vermutlich sollte sie einem möglichst nahe an der Realität liegenden SOC zuliebe nahe beim Durchschnittsstrom durchgeführt werden, damit sich die Fehler halbwegs ausgleichen.

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hallo,
das ist auch einer der gruende, warum ich immer zusaetzlich ein bmv oder einen smartshunt einbaue, die messen deutlich genauer, der soc ist nicht geschaezt und man kann die einstellungen solange anpassen, bis die messung passt.

abgesehen davon, kann man den wirkungsgrad des akkus berechnen.

tschuess

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