Seit kurzem habe ich einen RS450/100 mit 2x10 Modulen in Betrieb. Das funktioniert soweit gut.
Probleme gibt es erst, wenn der Akku voll ist und die überschüssige PV-Leistung eingespeist werden soll. Aus mir unerklärlichen Gründen wird dann nicht nur die überschüssige Energie aus den Modulen sondern auch ein (Groß)Teil des Akku-Inhalts eingespeist. Wenn ich dann z.B. die Entladung auf einen SoC von 80% begrenze, schaltet sich dann auch der RS450 ab und es wird keine Energie mehr erzeugt.
An welchen Einstellungen muss ich schrauben, damit das nicht passiert?
Die Ladung via RS450 funktioniert bis ca. 11 Uhr. Dann schaltet sich der RS450 ab. Nach ca. 2h ohne Erzeugung entlädt sich der Akku ins Netz und der RS450 nimmt seine Arbeit wieder auf.
Ich habe lediglich DC-gekoppelte PV-Überschusseinspeisung aktiviert. DESS ist aktuell deaktiviert, ESS-Mode steht auf 1.
Damit die Akkus nur via Laderegler und nicht via Netzstrom geladen werden, kann ich vermutlich die DVCC Ladestrombegrenzung aktivieren.
System: 3xMP2 48/3000, RS450/100, 2x16kWh EEL DIY-Akku mit JK-BMS und Can-Bus-Anbindung, konventionelle WR-PV-Anlage parallel am Netz
probier einmal ueber dvcc die ladespannung zu reduzieren. 3,4-3,45V pro zelle reichen zum volladen aus, zum balancieren braucht man aber eventuell nochmal 50 -100 mV mehr pro zelle.
ausserdem die ladespannung im multi mal pruefen, denn das ist auch das kriterium fuer die ueberschusseinspeisung und die kann normalerweise auch vom gx geaendert werden. ich stelle alle ladegeraete immer auch eine sichere ladespannung (ca. 3,4V pro zelle oder etwas weniger) ein regele dann die spannung zentral ueber das gx. das ist besonders dann wichtig, wenn kein bms am system haengt.
wenn das bms die ladespannung reduziert, fuehrt das auch dazu, dass aus dem akku eingespeist wird, bis die neue soll-spannung erreicht ist!
Die Anlage wird maßgeblich vom BMS gesteuert. Die max. Ladespannung ist im BMS sowie im DVCC auf 16x3.45V=55.2V eingestellt. In den MP2s sind 55.3V als Konstant- und 53.2V als Erhaltungsspannung hinterlegt.
ich stelle immer fuer alle akku-spannungen den gleichen wert ein, also um die 3,4V pro zelle. ich weiss auch nicht, ob beim multi mit bms die ladespannung geaendert wird. aber haettest du kein bms, wuerde der multi beim umschalten auf erhaltungsspannung, den akku so lange durch einspeisung entladen, bis die neue soll-spannung erreicht ist. mir ist das bei meinem test-ess aufgefallen, als ich ein wenig mit den einstellungen gespielt habe!
aber wie gesagt, wie sich das mit bms verhaelt habe ich nicht ausprobier, da ich dort kein bms angeschlossen habe, ich koennte nur eines simulieren, wenn die neue firmware installiert ist.
Aktuell scheint leider nicht so viel Sonne, dass meine Module genügend Überschuss produzieren, um den Bedarf für BEV, WP ect. abzudecken. Ich habe mir jetzt aber mal eine Liste in NodeRed erstellt, um diverse Einstellungen probieren zu können.
Das BMS steuert nicht die Anlage .. dafür ist es auch nicht vorgesehen…. es gibt nur die MAX. + MIN werte vor… und überprüft diese.
Einzige Regelung findet statt bei Balancing.
Und bei DC Anschluss an den Akku wird die Spannung um ca. 300mV angehoben zu der Einstellung vom GX.
Und wenn der Akku dann voll ist wird die Spannung um diese 300mV abgesegt und es findet eine Entladung statt… wie hoch, hängt halt von der Einstellungen ab.
ich hab ähnliche Verhalten schon mehrfach gesehen, auch bei mir. Soweit ich es verstehe passiert folgendes:
Morgens wird dein Akku geladen auf Absorption. Die Akkuladung erfolgt über den MPPT RS und von den Multiplus. Wenn der Akku voll wird die Leistung des MPPT RS reduziert um gemäß den Akkuvorgaben den Akku vollends voll zu laden. Nach erreichen der Zielspannung wird der Akku eine Zeit auf der Spannung gehalten, bevore er in Float wechselt. Durch den Wechsel in Float wird die DC Spannungsvorgabe des Akkus angepasst in deinem Fall von 55,2 auf vermutlich 54.5V herum, dadurch wird der Akku entladen. Ab diesem Zeitpunkt kann dann auch der MPPT RS wieder anfangen zu arbeiten. Das Problem ist, dass aus mir noch unbekannten gründen die MPPT herunter geregelt werden anstatt der Multiplus II. Die Anhebung der DC Spannung um 0,3V wie es die MPPT bei DC Überschusseinspeisung machen, hilft hier leider auch nicht weiter, da die MP ja laden und nicht Entladen.
Du kannst gerne mal probieren an einem sonnigen Tag wo der Akku trotzdem voll wird in DVCC den Ladestrom auf 0A zu stellen. Dadurch laden die MP2 die Batterie nicht mehr sondern nur noch der MPPT RS und er wird den ganzen Tag normal durchlaufen. Das ist was ich bei mir in der Regel einstelle, sofern ich es nicht vergesse.
Ich habe leider noch nicht herausgefunden ob ich dieses Verhalten auch ohne 0A in DVCC umgehen kann durch anpassungen der Einstellungen. Bezüglich deiner Einstellungen mit Float, musst du schauen welche Werte du hier im BMS eingestellt hast.
Woher deine Float-Voltage kommt müsste man noch prüfen. Ist das Seplos über ein Victron BMS Kabel direkt angebunden, oder nutz du Dbus Serial Battery oder Ähnliches? Je nach dem müsstest mal in den Einstellungen deines Seplos BMS schauen ob du die 52,5V irgendwo wieder findest.
Ich hoffe das hilft dir erstmal weiter das Problem zu verstehen?
Kann ich bestätigen daß es bei mir momentan auch so ist, früher aber nicht so war.
Der Grund bei mir scheint aber etwas spezieller zu sein. Ich gebe mit NR den Grid Setpoint vor. Der Sollwert für Grid Setpoint geht bei 30kVA in die “Sättigung” bzw. hat dies als höchsten Sollwert. Tatsächlich kann mein Multi Array aber 45kVA, blos nicht dauerhaft bei allen Temperaturen weshalb ich da einen guten Tacken davon weg bleibe.
Die Regler schwingen sich nun auf, wenn die Akkus >97% SOC haben und gleichzeitig eine Abregelung vom VNB kommt. Diese Abregelung schiebt NR in die Variable “Maximum Inverter Power”. Zur Nachmittagszeit wo der Akku überläuft und von den Modulen mehr kommt als man ins Netz schieben kann, regelt das BMS den Ladestrom über CAN ab. Die Multis überschreiten dabei ihren Maximum Power Wert solange der Grid Setpoint höher ist. Nach einigen Sekunden setzt aber irgendein Sicherheitsmechanismus in den Multis ein, welcher die Einspeisung schlagartig auf Null setzt. Der Netzschütz wird dabei nicht getrennt und die Multis fangen nach einer Minute dann wieder langsam an einzuspeisen. Der Gradient zum Hochfahren auf den Grid Setpoint dauert hier mehrere Minuten während es bei einer blosen Änderung des Grid Setpoints sehr viel rascher funktioniert.
Gleichzeitig werden natürlich die RS450 zwangsweise in der Produktion abgeregelt. Deshalb liefern die Akkus zunächst mal wieder ein Zeit lang. Bei mir sind das übrigens Pylontech. Andere Akkus könnten sich gegen 100% SOC völlig anders verhalten. Es scheint also so, daß der Regler im ESS und der Regler im BMS gegeneinander arbeiten und dabei eine Schwingung im Minutenbereich entsteht, bei welchem sich der Akku abwechselnd lädt und entlädt.
Ausserdem macht es mir den Eindruck, als ob die Variable Maximum Inverter Power nicht wirklich korrekt abregelt. Ich werde mein Skript demnächst aber mal umbauen um direkt mit einem variablen Anschlag an dem in NR geschriebenen Regler arbeiten, so daß Maxmimum Inverter Power ständig offen bleiben kann.
Da bin ich mir nicht ganz sicher. Man kann den erlaubten Netzbezug ja im VEConfig angeben und es scheint nicht gut, wenn man diesen auf Null setzt. Die beste Methode zur Verhinderung von Netzbezug scheint mir immer einen kleinen negativen Grid Setpoint zu haben so daß immer eine Mindestmenge eingespeist wird. In diesem Fall gibt es ja auch Überschwinger der Regelung welche dann aber maximal bis 0 Watt Einspeisung gehen und keinen Bezug verursachen. Bevor ich das verstellt habe, lief die Regelung gegen 100% SOC auch besser aber ich hatte alle paar Wochen doch mal wieder eine Kilowattstunde unbeabsichtigten Bezug. Der AC Regler im ESS scheint tatsächlich etwas überschwingen zu müssen damit er korrekt arbeitet.
Die Schwingungen von @KannNixRichtig sind aber viel länger und unregelmässiger als meine, so daß die Ursache ganz anders scheint.
und dass du ueber den netzsollwert und die dc-ueberschusseinspeisung nicht ueber 30 kW kommst, das duerfte am vorgegebenen limit liegen, weil hausanschluesse normalerweise nur um die 30 kW haben!
mit welcher leistung darfst du denn maximal einspeisen?
Ich habe beim BMS 3.45V also 55.2V, Float setzt bei 3.35V also 53.6V ein, bei den MPPTs 55,4V und im DVCC habe ich ebenfalls 55.2V als max. Ladespannung angegeben. (Ich habe zwei 16kWh Akku-Blöcke mit EVE MB31 Zellen und JK BMS). Den GridPoint habe ich aktuell auf -20W stehen. Trotzdem kommt es ab und an zu Bezügen aus dem Netz im Bereich von 100-200W. Das nehme ich als Regelabweichung hin.
@Janvi Aktuell setze ich den DVCC max. Ladestrom auf 0. Somit wird bei mir keine AC-Energie (z.B. von meiner Huawei-PV) über die MP2s in die Akkus gespeist sondern ausschließlich die Energie aus dem RS450/100. Damit vermeide ich ein zu schnelles “Überlaufen” der Akkus und ein Auslösen des beschriebenen Verhaltens.
Zur Zeit habe ich DESS deaktiviert, um Eingriffe darüber ausschließen zu können. Ich habe den Punkt Darf man Energie zurück ins Netz verkaufen in Verdacht, welchen man im VRM DESS einstellen kann. Diese Funktion habe ich bislang nicht im VenusOS (NodeRed) finden können, um sie manuell zu kontrollieren.
Die Einstellung GreenMode scheint dabei keine Rolle zu spielen…
Nachdem ich mir hier und bei Andi´s OffGridGarage ein paar Denkanstöße geholt habe, stelle ich mal die kühne These auf, das Problem der harten Entladung hat mit dem Übergang in den Erhaltungsmodus zu tun.
Um ähnliche Ausgangsverhältnisse zu haben, habe ich das JK BMS meines Master-Akkus auf die neueste Version 19.27 upgedated, was nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch geklappt hat. Aus mir bislang unerklärlichen Gründen erscheint das neue Feature Re-Bulk SoC bei mir nicht
Ich werde das Verhalten jetzt erst einmal beobachten. Vielleicht brachte das Update eine Änderung….
jeder aenderung der soll-ladespannung nach unten hat einen einspeisung mit maximal erlaubter leistung zur folge, bis die neue ladespannung erreicht ist!
diese aussage von mir gibt es auch schon mehrfach im forum.
@d_ferdi Das Entladen tritt bei mir nur ein, wenn die -wie auch immer eingestellte- Ladespannung erreicht ist. Ich weiß nicht, wie eine Änderung dieses Parameters dabei helfen könnte, dieses Verhalten zu ändern
abhaengig davon, wie du dein system konfiguriert hast, wird die ladespannung reduziert, sobald der akku voll ist und das hat dann diesen unerwueschten effekt. ich stelle deshalb alle ladespannungen immer auf den gleichen wert ein: 3,3-3,4V pro zelle bei den ladegeraeten und maximal 3,5V pro zelle im gx, da diese spannung prioritaet hat.
das hilft natuerlich nichts, wenn das bms bei 100% soc die maximale ladespannung reduziert!
aber du kannst die ladespannung ueber dvcc begrenzen, so dass nicht mehr das bms die maximale spannung vorgibt! alternativ kann man auch ein virtuelles bms benutzen, um die maximale ladespannung langsam zu reduzieren, anstatt direkt um 1V oder mehr, dann sollte dieses problem auch nicht mehr auftreten.
ich habe inzwischen festgestellt, dass es fast immer eine moeglichkeit gibt, dafuer zu sorgen, dass sich ein victron-system so verhaelt, wie man es moechte!