Ich habe die Diskussion verfolgt und verstehe die Sache nicht so ganz: den SoC kann ich bei einem System mit BMS eigentlich nicht einstellen, das ist ja die Idee vom BMS, dass der Ladezustand von dort kommt. Deshalb nehme ich an, es geht um den “Minimum SOC” im ESS Setting. Warum will man das auf so hohe Werte für einen LiFePo4 (=LFP) stellen? Die Idee ist, ja beim ESS, so viel Energie wie möglich aus dem Akku zu verwenden. Mich wundert nicht, dass das ESS dann nichts Gescheites mehr macht. Ich käme ja nie auf die Idee, den Wert auf 100 zu stellen…
Nur Bleibatterien darf man nicht zu lange zu tief entladen. Da stellt man z.B. 80% für MinSOC ein. Die brauchen auch die regelmäßigen Zyklen mit deutlich höherer Spannung für’s balancing. Das brauchen die LiFePo4 auch nicht, dafür ist ja das BMS (und die Balancer pro Zelle) da - es gibt nur eine “Ladeschluss-Spannung” sozusagen, der Rest wird mit Strom gemacht. Ergo: Blei braucht komplett andere Settings und Algorithmen, deshalb diese bitte nicht herummischen - was mir irgendwie vorkommt, was in dieser Diskussion auch passiert…
Ich habe auch Pylons, deshalb steht das “Minimum SOC” bei mir auf 10%. Ich habe aber auch ausreichend PV-Leistung, die sicherstellt, dass auch nach einer Woche Schlechtwetter, wenn die Batterien wirklich mal 10% erreicht haben, dass sie nach allerspätestens 2 Sonnentage wieder auf 100% kommen. Pylontech erlaubt sogar offiziell im beiliegenden Datenblatt der Batterie 5%, was mir aber dann doch etwas zu tief erscheint.
Ich nutze auch ESS ohne Battery life, da das System aus eigener Kraft die Batterien wieder laden kann. Ansonsten fängt das System an, wenn die 10% erreicht sind, die Batterien erst mal aus dem Netz wieder zu laden - was natürlich Unsinn ist, denn dann zahle ich ja drauf, wenn ich zuerst billigen Strom einspeise, um danach teuren wieder zurück zu kaufen. Bei Blei ist das aber was anderes, denn die gehen ja wirklich schnell kaputt, wenn man sie länger ohne Nachladen stehen lässt. LiFePo4 fühlen sich hingegen am wohlsten, wenn man sie irgendwo bei 50-60% SOC halten könnte (und eben nicht zu den Extremen geht) - und nur gelegentlich wieder ein Balancing macht und sie wieder mal auf 100% bringt…
Meine Batterien sind inzwischen (wieder, siehe unten) sauber “eingependelt”, in der Regel fangen die Batterien so bei 95% an, den Strom zu reduzieren, dann fängt das ESS an, den Überschuss ins Netz zu liefern. Der SOC bleibt dann noch eine Weile bei 99%, bei sehr kleinen Strömen unter 1A (so genau ist die Messung ja nicht). Kann ich nicht ganz genau sagen, weil das ja von anderen Faktoren wie Temperatur u.s.w. auch abhängt. Ganz aus ist dann tatsächlich bei 100% SOC (dann geht alles nur nach AC-out bzw. als Einspeisung zu AC-in, wie es sein soll). Ein “Plateau” bei 90% sehe ich nicht. Ev. ist das was Spezielles der US5000, die ich nicht habe. Hier der SOC von mir von gestern, da ging es sich gerade noch mit den 100% aus, dann wurde es schon wieder dunkel und die Batterien begannen sich zu entladen (in dem Fall ziemlich stark, weil der EVC aktiv war, wir kamen gerade nach Hause - das Auto lade ich auch eher langsam über Nacht, um die Batterien zu schonen - Wirkungsgrad ist dann halt nicht so toll, aber die Batterie im Auto ist ja auch die teuerste im ganzen System…):
Zu den Einstellungen hat Victron eine tolle Infoseite, da steht alles zu den empfohlenen Settings. Da braucht es keine andere Infoquelle. Die Seite ist Englisch - ev. einen Webtranslator nutzen: Victron-Seite zu Pylontech - oder hier für diverse andere Typen. Und der Rest muss im Datenblatt der Batterie stehen. Die sollte man auch tunlichst einhalten und immer querchecken, wenn man die Garantie des Batterieherstellers sicherstellen will (viele BMS merken sich ja auch unerlaubte Überschreitungen). Zum Herumexperimentieren sind mir die Teile dann doch zu teuer…
Meine Batterien habe ich größtenteils schon seit über 3 Jahren, dieses Jahr habe ich noch welche nachgekauft und dazu geschaltet (sind jetzt 16 Stück die noch ohne Hub verbunden werden können, gemischt US2000C und US3000C) die maximale Zellendifferenz ist im schlimmsten Fall nicht größer als ca. 40mV (beim Ausgleichen bei 100% SOC). Das heißt den Batterien geht es soweit sehr gut, dank dieser Settings von Victron…
Ev. eine letzte Anmerkung: wenn man an den diversen (Grund-)Einstellungen herumdreht (was man sich generell gut überlegen soll, ob das nötig ist), kann es oft mehrere Tage dauern, bis man einen kompletten Zyklus des Setups 1x durchgefahren ist, um den Erfolg zu sehen. Zu schnell und zu viel zu verdehen ist nie eine gute Idee. Was ich auch von anderen gesehen habe ist, wenn das ESS versucht die Batterieladung zu steuern und das BMS meint, das auch noch mal tun zu müssen (speziell die CV/CC Umschaltung) - das klappt nicht. Das wird aber auch in meinem 2. Link oben in den Victronseiten erklärt (Thema DIY Setups)… Ach ja, und ich habe auch PV-Einspeiser auf AC-out, die Leistung der Teile muss man bei der ESS-Konfig auch korrekt angeben, das auch nur noch erwähnt - siehe ESS Installationsanleitung.