Neue Vorschrift: Wirkleistungsvorgabe - Wie extern gesteuerte Nulleinspeisung bei ESS umsetzen

Na ja 5,4 ist schon was anderes als 19,5 kWp… wenn er 4 kWh einspeist gibt es .. oh toll.. € 4,00 Vergütung..

und wenn der Akku schon um 10.oo Uhr voll ist, muß alles abgeregelt werden..

und die wahrscheinlich zusätzlichen 50-80 kWh bleiben ungenutzt.

Aber lassen wir das .. gehört ja nicht zum Thema.. aber ich habe auch so eine kleine Anlage… weil es halt billiger ist, im Winter für ca. 3 Monate etwas Strom zu kaufen… als eine Riesenanlage aufs Dach zu packen.

Er hat 3 MPII-5000, kann also von seinen maximal 19,1 kW Ertrag schon 13,8 kW ins Netz einspeisen. Seinen Speicher muss er also nur dann füllen, wenn seine PV mehr als 13,8 kW liefert. Nachts hat er aber gar keinen Solarertrag, und macht da seine 20 KWh Speicher wieder leer.

Ich sehe nicht, dass da irgendein Solarertrag ungenutzt bleiben würde.

Ich konnte es leider auch noch nicht in einem realen System testen, wie es sich mit einem Fronius und AUX 1 verhält.

Meinst du einen Netzsollwert von -4000W?
Ich könnte mir vorstellen, das das nicht so wirklich klappt, besser wäre es vermutlich das mit einem Netzsollwert von 0W und einer tatsächlichen Überschusseinspeisung zu testen.

4.3.14. im ESS Handbuch bezieht sich auf die 0-Einspeisung bzw. Einspeisebegrenzung, die man am GX Gerät einstellt (Einstellungen → ESS → Netzeinspeisung), das hat nicht wirklich etwas mit dem Signal “disable Feed-In” über AUX 1 vom MultiPlus zu tun.

Hello,
da ich im gleichen EVU Gebiet bin (Waldviertel) u meine Anlage in etwa gleich aufgebaut ist u ich auch auf die Genehmigung warte :face_with_peeking_eye:
Kann ich sagen, wenn der so konfiguriert ist wie die wollen, dann geht der Fronius in Standby.

Also ist die Aussage von Dennibu und Ferdi leider richtig -der AUX1 gibt das Signal nicht an den Cerbo weiter. Bleibt also nichts anderes übrig als die Version mit der Kontaktvervielfältigung. Na gut, hat auch gewisse Vorteile ….

Nein, ich meine nicht den Netzsollwert, dieser ist eh auf 0 Watt eingestellt, sondern eben die max. Einspeisung.

Naja, das ist ja (leider) der Oberunfug - die 19,1 KW sind der maximale Ertrag, welchen die PV-Module bei senkrechter Einstrahlung erzielen könnten, in Mitteleuropa (meine Anlage befindet sich auf 48° 20’ nördlich Breite) ist dieser Wert auch theoretisch niemals zu erreichen - aber das ist hier nicht Sinn der Diskussion. Genaugenommen sollte bei jedem Modul der Peakwert in Bezug auf den Breitengrad des Aufstellungsortes angegeben werden.

Realistisch gesehen bringen die Module um die Mittagszeit maximal 12-15KW, wobei ich diese Leistung noch niemals gesehen habe, denn im Sommer bei wolkenlosem Himmel sind die Akkus (21KWh - Kapazität, wobei SOCmin auf 20% eingestellt ist und ich im Normalfall nur auf 95% SOC auflade) gegen 10:00 voll. Mein Nachtverbrauch beläuft sich im Sommer auf ca. 4 KWh, also wird der Speicher da eher nicht leer, im Winter sieht es da ganz anders aus … Abgesehen davon darf ich nur 4KW einspeisen. Und daher hat HolgerBle leider recht, im Sommer gehen vermutlich 50 - 80 KWh verloren …

So wie es aussieht, geht der Fronius nur dann auf Standby, wenn du auf den entsprechend konfigurierten IO-Pin das richtige Signal anlegst (offen oder geschlossen). Ob das bei allen Froniusen gleich ist, weiß ich nicht. Wenn du also wie ich ein Victron-System und einen Fronius hast, bleibt dir nichts anderes übrig, als eine Kontaktvervielfältigung zu realisieren. Sobald ich das bei meiner Anlage realisiert habe, gebe ich die Vorgangsweise hier bekannt.

PS: Schaltbilder entfernt, da fehlerhaft !

Nicht richtig gelesen ??? Er darf nur 4 kW einspeisen…. und nicht 14 kW.

Du hast wohl was nicht so richtig verstanden. Er braucht nie mehr als 4 kW ins Netz einzuspeisen. Er muss nur darauf achten, dass sein Akku vor der mittäglichen Mittagsspitze leer ist. Dann geht der ganze Überschuss seiner PV in den Akku, und dabei speist er auch nur die 4 kW ins Netz ein. Nach 3 Stunden ist die Mittagsspitze vorbei, und er leert seinen Akku wieder durch Eigenverbrauch und 4 kW Netzeinspeisung.

Dann lies doch bitte mal 2 Einträge weiter oden ;O))))

Und es geht auch mehr darum darauf hinzuweisen, da´viele eine viel zu große (und damit sehr teure Anlage) aufbauen, statt im Winter etwas Strom dazu zu kaufen.. und mit einer Eigenversorgung von 20-30% zufrieden zu sein .. und viel Geld zu sparen.

Also ich habe heute bei eitel Sonne weiterprobiert. Und es sieht nicht schlecht aus. Keine Ahnung warum, aber sobald ich (nur am Fronius) den Schalter (in Vertretung für die WLV) einschalte, wird nichts mehr ins Netz geliefert, aber die Verbraucher weiter versorgt. Wobei die vorhandenen Unterlagen, welche ich von Fronius habe, sind mehr als dürftig - hunderte Seiten über Monitoring und ACHTUNG - GEFAHR - BLABLABLA, aber kaum brauchbare technische Informationen. Vorsicht auch bei der Beschaltung der PIN´s - im Handbuch steht zwar PIN 3, gemeint ist aber augenscheinlich PIN 4 … Bis dato habe ich die Geräte nur unabhängig voneinander getestet, jetzt werde ich mal die Verdrahtung und Verkabelung für die Kotaktvervielfältigung durch führen und mal testen, was dann passiert … die Ergebnisse werden ich dann hier posten.

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@all
Hier mal zur Erläuterung des Themas WLV (Wirkleistungsvogabe) - da es hier wohl sehr viele unterschiedliche Auffassungen gibt,
was damit gemeint ist und wie es auszuführen ist…

+++ Betrifft NUR Österreich +++

Netz-Ausführungsvorschriften der MEISTEN Netzbetreiber in A verlangen seit Anfang 2025 (gilt auch für Änderungen/Erweiterungen)
folgendes von JEDER Parallelbetriebsanlage größer 800W Engpassleistung:

Die Ausgangsleistung (nicht die Rückspeiseleistung) der gesamten Parallelbetriebsanlage muss durch einen
Pot.-freien Schaltkontakt des Netzbetreibers (Lastschaltgerät) auf 0W Abgeregelt werden können!
(D.h. wenn dieser Kontakt geschlossen wird muss die Ausgangsleistung NULL sein UND alle Verbraucher müssen wieder vom NETZ gespeist werden (=Bezug!))

+++++

Lösung mit NUR Fronius - ganz einfach: Schaltkontakt zwischen V+ und IN8 (zB); Einstellungen in I/O-Leistungsmanagement entsprechend vornehmen

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Lösung mit NUR Victronenergy MultiPlus-II:

Schaltkontakt an AUX1 des MP-II MASTER (L1); GRID-code: Austria

Hier wird die AC-Ausgangsleistung des MULTI-PLUS-II Systems auf NULL geregelt / Fremdwechselrichter (egal ob primär oder sekundär) werden NICHT mit geregelt. DC-Laderegler (zB MPPTs) dienen noch zur Ladung der Batterien, aber es wird nichts zur AC-Seite invertiert :wink:

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Bei gemischten Systemen (zB Victron + Fronius) ist derzeit NUR ein diskreter Aufbau mit SIGNALVERVIELFÄLTIGUNG und einzelner Führung zu JEDEM Wechselrichter möglich, um die Netzvorgaben gemäß WLV einzuhalten.
(Bitte Spannungsabfall langer Signalleitungen / Relaisleistung etc. beachten)

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Hoffe nun ist alles klar :wink:

Ich wollte NUR von MATTHIAS LANGE @M_Lange wissen, ob die Weiterleitung des WLV-SIGNALS von AUX1 über MODbus an die Fronius WR geplant ist(zur Abregelung auf NULL)?

DANKE

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Man man man…….Wann bekommen wir endlich halbwegs einheitliche Regeln in Europa

Wünschenswert wäre das, aber in den USA sind die Regeln noch viel weniger einheitlich als in Europa. Und von den Vereinigten Staaten von Europa sind wir leider, leider noch sehr weit entfernt.

Danke für die Info, Thomas. Sehr gut verständliche Erklärung. So deutlich steht es in keiner Anleitung, weder von Victron und erst recht nicht von Fronius.

Vorher eventuell mit einem einfachen Schalter ausprobieren. Mei meinem Symo 5.0-3-M ist es V+ und IN5.

Für beide: Einfach über den Schaltkontakt des EVU und einer Gleichstromquelle (Netzteil, max.48V DC) ein Relais ansteuern. Das Relais muss mind. 2 entsprechende Schaltkontakte (Bei mir Umschalter) haben.

Was ich allerdings so nicht akzeptieren will:

Ich hatte vor wenigen Monaten ein Gespräch mit einem Mitarbeiter der EVN, der lediglich von einer Null-Einspeisung sprach. Das wäre für mich okay, schließlich will ja keiner, dass das Netz zusammenbricht. Ich werde da nochmal nachfragen, weil einen aufgezwungenen Netzbezug will ich so nicht akzeptieren.

Na, ja … die EVUs wollen doch verkaufen….. und da machen sie halt solche Vorgaben… (die eigentlich NIEMAND verstehen kann)

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Nachtrag Einstellung Fronius Symo 5.0-3-M - Wirkleistungsvorgabe (WLV)

Achtung: Die PIN-Nummern im Eingangsmuster des EVU-Editor I1 bis I8 sind NICHT

die gleichen wie in der IO - Zuordnung: IO-Zuordnung = PIN Nr. Eingangsmuster + 1
bzw. PIN Nr. Eingangsmuster = IO-Zuordnung - 1

Laut Manual sollte man nicht benötigte Regeln deaktivieren (löschen)

Werksmäßig sind folgende Einstellungen vorhanden:

Grundsätzlich könnte man diese Einstellungen verwenden, jedoch sollte man in jedem Fall Zeile 2 und Zeile 3 deaktivieren.

Alternativ kann man zB folgende Einstellung machen (oder wie eben Thomas schon vorgeschlagen):

Wie man sehen kann, wird hier im Eingangsmuster I4 angezeigt. Bei der IO-Zuordnung wird jedoch der PIN 5 angezeigt. Und am orangenen Stecker muss ebenfalls der PIN 5 angeschlossen werden !

Die zugehörige IO-Zuordnung sieht dann so aus:

Das ist auch meine Info/Interpretation.
Am NAP muss auf 0-Einspeisung geregelt werden und theoretisch darf man noch für den Eigenbedarf weiter PV-Energie produzieren und eben direkt nutzen, es darf halt nix mehr ins Netz gehen (kleine Schwinger beim Lastwechsel sollten denke ich i.O. sein).
ggf. wäre es nötig auf “Regelung der einzelnen Phasen” umzuschalten, damit bei 1000W Bezug auf L1 nicht auf L2+L3 1000W eingespeist werden, sondern eben jede Phase separat auf 0-Einspeisung geregelt wird.

Edit: Ich beziehe mich auf Deutschland.

Ich habe soeben die Parallellaufbedingungen für Niederösterreich und auch Oberösterreich durchgelesen, und leider hat Thomas recht, diese beiden Bundesländer verlangen eine Abschaltung. Nicht aber zB Burgenland und Steiermark. Dort ist eine Null-Einspeisung erlaubt.

Wie du siehst, sind sogar die verschiedenen Bundesländer uneins …

Auch die PV-Austria ist gegen eine Totalabschaltung, und auch gegen den Zwang für eine technische Vorgabe, wie die Leitungen und Anschlüsse etc. umzusetzen sind. Ich persönlich glaube, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.
Selbstverständlich ist eine Drosselung auf Null-Einspeisung bei Überlastung des Netzes nötig, und ich nehme auch an, dass dies wirklich nur im Extremfall gemacht wird, nicht aber eine Vorgabe für einen Zwangsbezug. Das nächste, was noch dazukommt, der Anlagenbesitzer soll (mit ziemlicher Sicherheit) auch noch eine Gebühr für den Rundsteuerempfänger zahlen.

Ich würde heute bei diesen Vorgaben keine PV-Anlage mehr bauen … oder eben von vornherein eine reine Insellösung …

Ohjee sowas kannst du hier nicht schreiben :joy::wink:. Der Begriff „Insellösung“ wird heiß diskutiert und weit gedehnt…. Eigentlich kümmert sich ja auch ein Elektriker darum und der muss seine Erfahrungen halt sammeln.

Wenn es insgesamt 3 Std bürokratischen Höllenritt kostet und ein wenig Umbauzeit ist das doch immernoch besser als am Ende ein System so hinzubasteln dass man zumindest glaubt sie nicht anmelden zu müssen. Ein bisschen mehr Motivation! Bald hast du’s geschafft.

Also 3h für Bürokratie reichen schon lange nicht mehr. Der Netzbetreiber muss auch willig sein. Aktueller Stand bei uns nur komplett steuerbar/abschaltbar selbst bei Nulleinspeisung. Da stehen Felder voll, die nicht steuerbar sind, aber bei den privaten kommen Sie nicht weiter. Habs aufgegeben nach 6 Monaten. Der Schalter hat mich jetzt weniger Geld und Nerven gekostet als betteln zu müssen die Anlage ans Netz zu klemmen.

Sodale, ich hab jetzt jede Menge ausprobiert (ein netter Mensch hat mir da sehr geholfen) …

Also grundsätzlich funktioniert das mit der WLV so, wie Thomas erklärt hat, ABER:

Die Einstellungen im EVU-Editor müssen etwas geändert werden: Bei den Einstellungen für die Prioritäten muss laut (Victron-) Handbuch als erste Priorität IO-Steuerung angegeben werden. In der IO-Steuerung bei dem Eingangsmuster sollte sowohl für die 0%Regel das Kästchen “Kontakt geschlossen” (blau) und für die 100%Regel das Kästchen “Kontakt offen” (weiß) eingegeben werden. Wenn beide Regeln freigegeben werden, passiert Folgendes: Wenn die 100% Regel aktiv ist, produziert der Fronius, was die Sonne eben gerade hergibt, eben 100% und wenn die Akkus für die MP2´s voll sind und der Eigenbedarf gerade gering ist, speist der Fronius volle Kanne ins Netz, auch wenn der Cerbo “abregeln” schreit. Dem Fronius ist vollkomen egal, was da über Modbus reinkommt, er läuft stur nach der IO-Regel weiter - der Kontakt ist ja offen und die Regel ist aktiv, also 100%. Im Normalfall würde das nicht weiter stören. Wenn das EVU jedoch (wie jetzt leider üblich) ein Einspeiselimit von z.B. 4,0KW vorgibt, und dies auch korrekt am Cerbo eingegeben ist, sieht das anders aus. Der Fronius ignoriert den Cerbo komplett, weil ja die oberste Priorität die IO-Steuerung ist.

Wenn man jetzt allerdings die 100%Regel nicht aktiviert (oder auch gar nicht programmiert) sieht dies anders aus: Der Kontakt ist offen, damit kann der Fronius nichts anfangen (weil er eben keine Regel für den offenen Kontakt findet), also guckt er, wer Priorität Nummer 2 ist und Modbus hat jetzt wieder das sagen.

Fazit: Die Victron Anlage tut, was sie soll, jedoch wenn die 100%Regel aktiviert ist, kümmert das den Fronius genau nichts.

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