MPPT und Wechselrichter parallel betreiben

Schwer einen guten Titel zu finden…

Meine Anlage:

1x MP2 48/5000

2X UC5000 Batterien

WR/6kw an AC1 mit 4,2kWp

MPPT150/45 mit 2S2P/1,8kWp

ECC-System mit cerboGX

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Problem:

Wenn der Akku voll ist, beendet der MPPT seinen Ladevorgang. Dies im Sommer meist schon gegen 10 oder 11 Uhr. Damit geht mir den ganzen Nachmittag die Solarenergie vom 2S2P-System als Einspeisung verloren.

Lösungsidee:

An die aktuellen Strings des MPPT über einen Relaisumschalter einen zusätzlichem 2kW WR hängen. Der WR kommt ebenfalls an AC1 des MP II.

Das Relais schaltet im inaktiven Zustand immer den MPPT an den String.

Mittels nodeRed bekomme ich ja mit, dass der MPPT seinen Ladestrom auf 0 A reduziert hat und schalte dann über den Relaiskontakt des cerboGX das Umschaltrelais auf den zusätzlichen WR.

Da ja nun der MPPT nie wieder laden würde, würde ich ihn bei SOC 95% wieder zuschalten und den WR abschalten (Umschaltrelais ohne Ansteuerung).

Nachts/Morgens ist dann in Abhängigkeit vom SOC, entweder durch Verbrauch der SOC gefallen und der MPPT hängt daher an dem String oder Morgens erzeugt der WR wie gewünscht Einspeiseleistung/seine Leistung wird im Haus verbraucht.

Wird das so funktionieren / oder gibts noch ne alternative Lösung für mein Problem?

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Zur Wirtschaftlichkeit: Einen 2kW WR gibts gebraucht für 130Euro. Bei 7Cent, 6h zusätzlicher Einspeisung von 1,5kW pro Tag, würde sich das Investment nach ca 200 Sonnentagen amortisieren. Vermutlich nach 2 Jahren.

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Kurz die Erklärung warum ich nicht gleich nur den WR eingebaut / alle Solarmodule am großen WR habe:

Das System soll schwarzstartfähig sein. Sprich bei fehlendem Netz, leerem Akku und damit Abschaltung des cerboGX und damit in Folge Abschaltung des MP II über Solarladung wieder anlaufen können.

Einfach die DC Überschusseinpseisung aktivieren?

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hallo,

bei 10 kVA schieflast kann er aber probleme mit dem netzbetreiber bekommen.

tschuess

Das ist rechtlich nicht zulässig, und war es auch nie. Die Schieflast ist viel zu groß. Alleine der 6kW PV-Inverter wäre schon zu groß dafür, auch wenn er an einer anderen Phase hängen würde als der MP2. Aber er hängt ja an der gleichen Phase.

Ich würde für die 4,2 kWp am PV-Inverter ebenfalls einen Smartsolar MPPT einrichten, den 6 kW PV-Inverter entsorgen, und die Anlage dann endlich anmelden und legal betreiben.

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Hallo Tom,

Anlage ist vom Netzbetreiber geprüft, abgenommen und läuft seit 15 Monaten offiziell angemeldet.

Schieflast war kein Thema.

Naja, anscheinend machen auch Netzbetreiber grobe Fehler.

Abgesehen von der rechtlichen Seite gibt’s aber noch was technisches: der 6 kW PV-Inverter hängt zwar nur an 4,2 kWp Modulen, aber er kann auf jeden Fall mehr als die maximale Ladeleistung (70A Ladestrom, also max ca 3.500 W) des MP-II-5000 liefern. Das verletzt die 1:1-Regel für Victron Systeme.

Hallo Matthias,

der Haken bei DC_gekoppelte_PV_Überschusseinspeisung ist bei mir gesetzt…

Aber ich glaube, ich kenne den Grund warums dennoch nicht geht:

Ich habe in nodeRed einen Automaten realisiert, der sowohl das Ladegerät im MP II als auch den MPPT-Laderegler bei 95% SOC deaktiviert. Das soll meine Batterie schonen. 1x monatlich lasse ich automatisch über eine zeitgesteuerte Ladung die Batterien 5h auf 100% aufladen, damit die Zellen balanciert werden.

Ergo: ich hab mir vermutlich selbst ein Bein gestellt.

Werde den Automaten Morgen mal abschalten und schauen was passiert.

PS: Schade, das Victron die “alte” maxSOC Einstellung gestrichen hat. Denn dann liefe mein Automat UND die DC_ÜberschussEinspeisung würde dennoch funktionieren.

hallo,

du kannst dein problem mit einem virtuellen bms, das die daten des original-bms uebernimmt loesen, indem du die maximale ladespannung anders einstellst. damit kannst du deinen akku schonen und die ueberschusseinspeisung frueher starten.

hier findest du einen passenden beispielflow: Wer moechte wissen, wie man bms-daten aendert, die einspeisung steuert oder system koppelt? - #13 by d_ferdi

du kannst da auch den soc benutzen, um die ladespannung zu reduzieren, bis der akkustrom auf 0 geht.

tschuess

Hallo Ferdinand,

die Lösung mit dem virtuellen BMS schaue ich mir die Tage genauer an. Hört sich sehr vielversprechend an!

Hallo Tom,

das ich die 1:1 Regel gerissen habe, hab ich tatsächlich übersehen. Da die 10 Module am WR an 2 Strings (je 5S) hängen, werde ich einen String auf einen MPPT oder einen zweiten WR (an ACin) hängen.

Du kannst aber auch ganz einfach die Max Ladespannung in DVCC kleiner stellen um die Batterie nicht vollständig zu laden. Ganz simpel.

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Hallo dennibu,

das war ein guter Tipp, hätte ich selbst drauf kommen sollen! Mit 51,0V bleibt der Akku wie gewünscht bei 92% SOC.

Hallo Ferdinand,

ich hab das virtuelle BMS noch nicht heruntergeladen, werde es aber auf jeden Fall nutzen. Die Lösung von dennibu passt gut wenn man dauerhaft bei rd 90% bleiben möchte. Da ich aber das SOCmax über nodeRed immer wieder mal ändere, würde ich ständig des EEPROM im MP beschreiben. Mit dem zweiten BMS hoffe ich dies zu umgehen.

Hallo Tom

ich habe mich mit der 1:1 Regel beschäftigt. Wenn ichs richtig verstanden habe, ists so , dass der WR an AC1 bei plötzlichem Wegfall/Abschaltung hoher AC Lasten nicht weiss, wohin mit seiner Leistung und dann den Akku über den MP Lader kurzfristig als Last nutzt. Ich habe lediglich 500w Kühltruhen im AC1. Die brauchen tatsächlich vielleicht sehr kurze Spitzen Anlaufstrom 1kw, aber ansonsten nur irgendwas zwischen 0….500W. Ists auch dann ein 1:1 Problem? Wenn ja, wäre meine kurzfristige Lösung ein SSR in einem meiner beiden Strings, um dem WR bei Netzausfall sofort die halbe Leisung wegzunehmen.

hallo,

du kannst von node-red aus keine einstellung auf dem multi aendern und das gx hat auch nur einen minsoc ausser wenn du dess installiert/aktivier hast, dann koennte es auch noch einen maxsoc geben.

uebrigends, auch mit 51V wird der akku zu 99% voll geladen, er wird nur nicht richtig ausbalanciert!

wenn dein bms dir die min- und max-zellspannung liefert, kannst du aber das virtuelle bms benutzen, um die ladespannung zu erhoehen, wenn die differenz zu gross wird. du kannst auch den soc auswerten, um die ladespannung zu reduzieren, so dass du jeden belieben soc halten kannst.

und mindestens einen schreibzyklus auf die konfig-datei am tag kannst du sowieso nicht verhindern!

tschuess

Hallo Tom,

laut Victron ist die 1:1 Regel nur verletzt, wenn die Nennleistung des MP kleiner als die PV Leistung in kWp ist.

Der Laderegler im MP ist nicht das entscheidende Kriterium.

snip ___________________________________

Rule definition

In both grid-connected and off-grid systems with PV inverters installed on the output of a Multi, Inverter or Quattro, there is a maximum of PV power that can be installed. This limit is called the factor 1.0 rule: 3.000 VA Multi >= 3.000 Wp installed solar power. So for a 8.000 VA Quattro the maximum is 8.000 Wp…

___________________________________ snap

Also hält meine Anlage die Victron 1:1 Regel ein…