MP2 mit ESS - schaltet permanent zwischen Laden und Einspeisen hin und her

Hallo zusammen,

folgender Aufbau:

  • BKW auf L2
  • Multiplus II auf L1, aktuellste FW
  • Netzzähler Shelly PM3
  • Cerbo GX, FW 3.42

Ich beobachte nun immer wieder, dass der MPII zwischen Einspeisen und Aufladen hin und herschaltet.

Aktuell:

  • konstante Einspeisung von 800W durch PV auf L2
  • Grundlast der Wohnung ca. 200W, ebenfalls recht konstant. Keine oszillierenden Verbraucher wie Herdplatten, Backöfen oder sonstiges.
  • realer SOC liegt bei 94%
  • Mindest SOC im ESS: 90%
  • gestern abend war Meldung ESS #1, also SOC zu niedrig (stimmt, vor einigen Tagen entladen auf 90%, dann kam ESS #1, seit dem nicht mehr über 95%).
  • aktuell aber dennoch KEIN ESS#1 mehr da
  • wechselt wie gesagt alle paar Sekunden zwischen Laden udn entladen. stellenweise 2kW entladen, dann wieder 2kW laden
  • 50W sind eingestellt

Ich frage mich :

  • warum schwingt sich der Regler so auf
  • wie 400W /s sind definitiv nicht eingehalten, wenn er von -1700W auf +1900W innerhalb 3-4 Sekunden geht
  • warum speist er überhaupt ein ? ich dachte da sind 5% Hysterese beim SOC und dann hätte ich erwartet, dass er erstmal wieder über 95% kommen muss, bevor er überhaupt entlädt.

Irgendwelche Ideen/Ansätze um das Problem zu lösen?
Das stresst die Komponenten ja doch ohne Not.

hallo,
hast du einmal ueberprueft, dass die daten vom shelly zu dem zeitpunkt auch noch im system ankommen und die phasenzuordnung stimmt?

wenn der mp2 auf einer falschen phase haengt oder die messdaten vom shelly aus irgendeinem grund nicht beim ess ankommen, kann das seltsame blueten treiben.

ich vermute einmal, dass dein ess nicht richtig mitbekommt, ob noch eine einspeisung vorhanden ist nicht. wenn es dann davon ausgeht, dass eine einspeisung existiert, dann wird es den akku laden und wenn es den akku entlaedt, der netzbezug sich aber nicht entsprechend verringert, geht es in die andere richtung.

da du einen shelly 3em eingebunden hast, solltest du auch einmal pruefen, ob dir das log das laufwerk voll geschrieben hat und das log loeschen oder leeren und das logging deaktivieren.

auch ein neustart des gx kann dir vieleicht helfen.

auf jeden fall hat dieses verhalten wohl ein problem mit der netzmessung als ursache!

tschuess

Shelly wurde vor eineinhalb Jahren eingebaut. Phasen stimmen.
Und die Werte kommen auch im Cerbo an, denn dort sehe ich die in der GUI.

wie gesagt: die GUI des Cerbos zeit mir exakt die Werte aus dem Shelly an…von daher kommen die Werte auch sicher an…

Wie komm ich an das Log?
Ich kann gern nachsehen, aber da ich den Shelly über Websocket eingebunden habe, scheint mir das eher unwahrscheinlich.

Naja…das erklärt aber nicht

  • warum er “plötzlich” nicht mehr einen niedrigen SOC meldet, obwohl die Hysterese (5%) nie überschritten wurde
  • warum die 400W/sekunde überschritten werden (wie gesagt innerhalt 3-4 Sekunden von -2000W auf +2000W sind einiges mehr als 400W/Sek).

Das ganze scheint mir eher ein Reglerproblem zu sein.

hallo,
stelle testweise einmal die netzmessung auf den multi um und sie zu, wie er sich dann verhaelt.

da faellt mir noch ein, es gibt im multi eine bruecke, mit der man zwischen einer externen und internen strommessung umschalten kann. wenn der stecker nicht richtig drin ist oder die bruecke locker ist, kann es auch zu so einem problem kommen! dann kann der multi naemlich nicht mehr richtig regeln!

tschuess

Bei so starken Schwankungen liegt der Verdacht wie Ferdi schon schreibt auf dem Anschluss für den externen CP am Multi. Das kann ein klinkenstecker oder eine Klemme mit Brücke sein. Diese mal nachziehen reinigen…

Hi zuammen,
ich hab gestern mal nen Klinkenstecker eingesteckt gedreht usw.
Das Ganze habe ich während des Betriebs gemacht und in einem Zeitraum, wo er zwischen 2kW laden und entladen hin und her gewechselt hat.

Im ersten Moment hat das wenig gebracht. Ich hab dann das System mal runtergefahren und wieder hoch uns es scheint - zumindest bis jetzt - geholfen zu haben.

Kann man die Klinke auch komplett auslöten oder Verbindungen unterbrechen, dass das nicht wieder passieren kann?

Dass ich jetzt - ,mal wieder - das Problem habe, dass der Shelly nicht als Gridmeter gewertet wird…ja das nervt. In der Remote Konsole sehe ich den, er hat auch die VRM Kennung, aber in der GUI ist nur eine Phase angezeigt und auch im VRM wird behauptet, der Netzzähler wäre vor 21 Stunden das letzte mal gesehen worden.

Mir scheint der Cerbo hat ein Problem, wenn der Shelly nicht instant da ist.

Achso: ZUm Thema Log: wo kann ich denn nachschauen ob das Log voll ist ?

Danke
S.

hallo,
melde dich mal ueber ssh an und gib dann folgendes ein:
cd /data ; find|grep -i “shelly.*log”
wenn dann nichts gefunden wird, kannst du auch noch das probieren:
cd / ; find|grep -i “shelly.*log”

damit solltest du das logfile finden.

tschuess

Ich habe ein fast identisches System wie Du. Nur ist mein auf L3 einspeisendes BKW noch ein 600-W-System, und ich habe aktuell noch weitere 2,6 kWp PV über Smartsolar MPTTs, demnächst nochmals 2,2 kWp über Smartsolar. Mein Gridmeter ist auch ein Shelly 3EM, und ich habe keinen Cerbo GX, sondern einen MP2-GX-3000. Und ich habe einen 15-kWh-Akku. Und sogar meine Grundlast im Haus ist im Sommer ganz ähnlich wie Deine, im Winter kommen noch um die 350 W für die Wärmepumpe dazu.

Die erste Frage: Warum in aller Welt hast Du den Mindest-SOC auf 90% gesetzt? Im Winter wäre ein Mindest-SOC von ca 40 bis 60% ganz sinnvoll, weil von der PV sowieso nicht so viel kommt, dass der Akku voll wird, und weil es für den Akku besser ist, wenn er nicht ständig vollgeknallt herumsteht.

Ein gewisses Aufschwingen kann auch ich feststellen, und zwar immer dann, wenn das ESS von Entladen auf Laden wechselt, weil Solarertrag und Last fast gleich sind. Die Schwingungsbandbreite ist dann immer in der Größenordnung des Eigenverbrauchs des ESS, es wechselt also in Abstand von wenigen Sekunden von z.B. 200 W Laden auf -150 W Entladen, und dann wieder zurück. Es wird nie ein Wert zwischen diesen 200 W Laden und -150 W Entladen angezeigt, und der Wechsel findet in der kurzen Sekunde statt, in der der Shelly seine Daten aktualisiert aussendet.

IMO ist das normales Systemverhalten an genau diesem Punkt, bei dem das System sich nicht klar zwischen Laden und Entladen entscheiden kann.

Übrigens: Die Hystere nach dem ESS#1 beim Erreichen des Mindest-SOC beträgt bei mir 3 Prozentpunkte. Bei einem Mindest-SOC von 50% schaltet die Entladung ab, und bei einem SOC von 53% dann wieder ein.

Schade…zu früh gefreut.
Gerade ist es wieder am ausflippen…
Geht von ca -1500 W auf 2000W innerhalb einer Zeit die deutlich kürzer ist, als es die 400A/Sekunde erlauben…

Ich versteh es nicht.

Ich glaube nicht dass es in relevant ist für das Thema. Von daher kein Grund zur Entrüstung :wink:

Völlig okay aber nicht in diesem Maße wie es bei mir der Fall ist.

WIe kann ich denn rausbekommen, was die Ursache dieses Ausflippens ist?
Kann ich den externen Stromsensor (an der Klinke lag es ja durchaus bei einigen) irgendwie deaktivieren oder checken, ob die klinge wieder okay ist?
Oder irgendwie komplett trennen/ausbauen…

Ein volles Log scheint es nicht zu sein:

root@einstein:/# df
Filesystem           1K-blocks      Used Available Use% Mounted on
/dev/root              1220486    264413    895889  23% /
devtmpfs                465376         4    465372   0% /dev
tmpfs                   515040       936    514104   0% /run
tmpfs                   515040       768    514272   0% /var/volatile
/dev/mmcblk1p5         4859040     29268   4563228   1% /data
tmpfs                   515040       936    514104   0% /service

Und da ich den Shelly wie gesagt per Websocket eingebunden habe, finde ich auch keine Logs…

hallo,
schau dir einmal in der remote-konsole die werte fuer den eingangs- und ausgangsstrom an, und ob die dc-seitige leistungsaufnahme zu den leistungsangaben der ac-seite passt.

wenn du das mehr als 1 kW differenz hast, funktioniert eine der messungen im multi definitiv nicht. wenn es ein kontaktproblem an der klinkenbuchse ist, muss das beseitigt werden. eine andere alternative gibt es da nicht. bei den neueren modellen ist das eine bruecke in einem stecker, das funktioniert schon wesentlich besser als mit der klinkenbuchse, aber auch da kann man die bruecke locker sein.

die buchse dient ja auch als umschalter zwischen dem externen und internen stromsensor. das haette man auch problemlos mit einem analog-switch realisieren koennen und in der konfig eine moeglichkeit zum umstellen.

tschuess

An der klinkenbuchse muss es einen Kontakt geben der wenn nichts eingesteckt ist gebrückt wird, und öffnet sobald was drinsteckt. Sollte also mit „Brücke fest einlöten“ funktionieren.
Kontaktspray kann auch Wunder bewirken, aber mach vorher auf „Aus“.
Ich kenne solch großen Sprünge nur von diesem Kontaktproblem, eine andere Ursache ist mir nicht bekannt

Da wär’ ich mir nicht so sicher. Es kann viele Gründe für das Schaukeln mit hoher Leistung geben, beispielsweise weil das System aufgrund von hoher Entladeleistung Spannungseinbrüchen unter einen Schwellwert rutscht. Die Spannung beispielsweise meines 15-kWh-Akku bricht bei 2 kW Entladung um ca 1 V ein. Hast Du im Menü des ESS Assistenten eventuell die “dynamic cut-off voltage” unpassend für Deinen Akku gewählt (beispielsweise mit den Werten eines 16s-Akkus anstatt eines 15s-Akkus?), oder den dazugehörenden “restart offset”?

Ich eigentlich schon, denn losgelöst ob ich einen SOC von 90% oder wie von dir bevorzugt 40-60%: das Schwingen zwischen ca. 1,5KW einspeisen und aufladen innerhalb 3-4 Sekunden liegt weit über dem erlaubten 400A/Sekunde die der MPII einhalten sollte.

Dynamic Cut-Off kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen (ich habe einen 16S).

Ich werde den MPII spätestens Sonntag mal aufmachen und reinschauen…ggf. Kontaktspray usw… natürlich Spannungsfrei und auch gemessen dass Spannungsfrei…da bin ich E-Techniker genug dass ich das nicht unter Spannung mache.

Danke für den Tipp, schau ich mir beim nächsten “Ausflipper” mal an, ob die AC L1 EIngangsströme plausibel sind…

Danke euch für die super Unterstützung hier
S.

Das ist schon richtig, aber das gilt ja auch für jede andere Ursache für das Schwingen. Und es gibt eben noch viele andere Einflussgrößen neben den maximal 400 W/s (nicht 400 A/s), und da hat die eine oder andere vielleicht doch mit dem SOC zu tun.

Aber wenn auch die “dynamic cut-off voltage” nicht dran schuld ist, dann weiß ich auch nicht weiter.

Stimmt
sorry…sind 400W/s.
Aber auch da liege ich deutlich drüber.

Hier mal ein Video von der Remote Konsole zum Ausflippmoment.

Kleine Anmerkung: an AC Out ist nichts angeschlossen…warum da dann dennoch diese Leistungen gemessen werden…seltsam.

S.

hallo,
wenn an acout nichts haengt, kannst du das im system einstellen.

der multi hat nur eine messung am acin und am trafo, acout wird aus den beiden messungen berechnet, ohne ruecksicht auf die aenderungen bei den zeitversetzten messungen.

die messung scheint aber zu funktionieren.

stell doch einmal den multi selbst als netzmessung ein, dann duerfte es auf keinen fall zu solchen schwankungen kommen.

ich wuerde sagen, aktiviere einmal node-red und erstell ein diagramm mit den leistungs-werten von ac-in, inverter (power+setpoint), akku, pv und netzleistung (smartmeter). das geht sehr einfach, einfach ein dashboard mit einem diagramm anlegen, es auf bildschirmgroesse einstellen, die werte auf den eingang legen und die dauer einstellen.

tschuess

Das hab ich :wink:

Puh, da habe ich leider Null Erfahrung.
Vor allem wie ich PV da rein bekommen soll ist mir ein Rätsel, denn das ist ein Balkonkraftwerk, das auf L2 einspeist.

Was ich mich gerade Frage:
Momentan hängt der MPII auf L1 und der Wechselrichter des Balkonkraftwerkes auf L2.

Ich würde mal den MPII auch auf L2 klemmen (ist für mich minimaler Aufwand, muss nur einen LSS um eine Raster weitersetzen und gut).
Vielleicht hilft das ja, weil dann der MPII weniger rechnen muss :wink:

Hmm apropos…ich muss ja dem MPII nicht irgendwo im Setup sagen, auf welcher Phase der sitzt…das ist dem doch völlig wurscht oder ?

S.

Der MP II sollte immer auf Phase 1 hängen… ist wichtig für die Regelung (warum weiss ich nicht ;O)).
Evtl. wäre es sinnvoll den WR auf die gleiche Phase zu legen… so schickst Du Deinen Strom zum Nachbarn und holst Deinen Strom aus dem Netz ;O))))

Der Multi muss auf der L1 Klemme des Netzzählers angeschlossen sein da das einphasige System „wissen muss“ auf welcher Phase die Berechnung der Lasten stattfindet hat man L1 am Zähler festgelegt.

Wenn Du einem Multi 5000 auf einer Phase angeschlossen hast ist die zulässige unsymetrie (4,6kva) erreicht und somit darf kein weiterer Wechselrichter an diese Phase angeschlossen werden. Ob der Multi ein reiner „AC Speicher“ ist oder nicht spielt dabei keine Rolle. So unlogisch wie es auch sein….

Wenn du eine Möglichkeit hättest den Strom am Multi zu messen wüsstest du ob es ein Messfehler oder ein Schwanken ist.