Microgrid Systeme im Verbund als Insel mit flex. Leistungsverschiebung zum Laden

Unsere Micro-Grid-Inselanlage läuft derzeit. Wir speisen sogar mit PV- Anlagen in das Microgrid ein, wie bei einem “normalen” Netz.
Diese Lösung ist für uns die Richtige.
Da unser Gelände gross ist, und wir verschiedene Anlagen mit PV- Modulen, Laderegler, Akkus und Wechselrichter haben, die wir gerne alle als Microgrids einrichten wollen, wäre es gut, wenn Sie uns hier unterstützen könnten. Wir würden gerne die Leistungen zwischen den Microgrids hin- und herschieben, dass wir die Akkus je Microgridanlage von der anderen bei Überschuss laden können bzw. den Akku entlasten.
Das Ziel ist es mit den Microgrids die Akkus jeder anderen Microgridanlage mit dem Überschuss zu laden.
Welche Einstellung (en) müssen wir vornehmen um die Anlagen bzw. den Anlagenteile die Information zu geben, dass diese in den “ESS” Überschuss- Modus gehen, bzw. wie bei einer klassischen PV- Anlage mit Überschuss mit Victron- Wechselrichter, die Leistung vorgeben, die ins Netz eingespeist werden soll. Kann man das alles mit den Nodes hin und her schieben.
Da müssten wir die Parameter dann ja doch wärende des Betriebes dynamisch ändern.
Oder kann man in der Microgrid-Welt einen Assistenten erstellen, der uns diese Funktionen erstellt bzw. zur Verfügung stellt.

2026-06-08_18-51

Funktioniert wohl solange die Last höher ist als die PV-Leistung. Viel Glück.

2026-06-08_18-51_1

Die Leistungsregelung erfolgt proportional, das heisst dass jeder MP im System z.B. 50% seiner Nennleistung beisteuert.

Ist so nicht vorgesehen. Vielleicht wird dies mal hinzugefügt, aber aktuell ist die einzige Energiequelle für Microgrids die DC-Seite, ob nun DC-PV, Ladegerät oder DC-Generator ist egal

Demnach müsste es doch möglich sein, einen Akku im Microgrid durch ein Ladegerät zu laden, das seinen AC-Strom aus einem anderen Teil des Microgrid bezieht.

Würde meiner Meinung nach nur nicht viel Sinn machen, da das AC Netz ja aus allen Systemen im Microgrid versorgt wird.

Die Anleitung ist etwas verwirrend dies betreffend. Anscheinend geht das laden einer der PowerBanks über den AC-Bus doch, ist aber nicht vorgesehen? Vielleicht ein Übersetzungproblem.


2026-06-08_19-08

Die beiden Aussagen sind für mich wiedersprüchlich, aber vielleicht Verstehe ich das auch falsch.

So weit ich weiß, kann ein System, dessen Akku über DC geladen wird, seinen Überschuss (wenn Akku voll) in das Microgrid einspeisen und die anderen nehmen das dann auf.
Aber es ist Stand heute nicht zulässig mit einem AC Erzeuger (PV, BHKW o.ä.) in das Microgrid einzuspeisen, weil diese nicht so auf Spannungs-/Frequenzänderungen reagieren, wie es die MultiPlus/Quattros mit S97/S98 FW tun.

Selbst in dem Fall würden passend gesteuerte Ladegeräte dann ja als eine Art Balancer aller Akkus in diesem Microgrid arbeiten können.

Das Victron Microgrid ist noch sehr neu und befindet sich weiter in Entwicklung, ich denke das es in Zukunft möglich sein wird innerhalb des Microgrid gezielt Energie in ein System zu schicken, falls nötig.
Das bleibt aber Energieverschwendung, da das Entladen von einem Akku um einen anderen zu Laden immer mit Verlusten behaftet ist.

Wenn bei einem System im Microgrid der Akku leer ist, schaltet das System halt ab und man hat im Microgrid erst mal weniger Leistung zur Verfügung.

Ach, diese Art der Energieverschwndung kann sogar besonders nachhaltig sein. Ich mache das ja im Grunde ja jetzt auch. Mein kleiner MP2-3000 kann die Überschussleistung meiner PV gar nicht direkt ins Netz speisen. Der relativ große 15-kWh-Akku wird deshalb nachts und vormittags entladen, so dass er durch die Solarleistung erst am späten Nachmittag oder gar frühen Abend des nächsten Tags wieder voll wird. Natürlich frisst das Laden und Entladen des Akkus ein wenig Energie, aber dafür komme ich mit einem kleineren MP2 aus mit weniger Eigenverbrauch. Und ist es nicht sogar sehr sinnvoll, wenn mein Nachbar dann sein E-Auto mit meinem nachts zur Verfügung gestellten Solarstrom geladen wird?

Mir war bis zu diesem Thread die Sache mit den Microgrids völlig unbekannt, aber das eröffnet ja sofort viele neue Möglichkeiten. Ich wohne hier in einer genossenschaftlichen Siedlung aus 24 Einzelhäusern, und diese Siedlung ist an einem Punkt ans Stromnetz angeschlossen. Wir könnten diese 24 Häuser ja zu so einem Microgrid zusammenschließen. Und noch weiter gedacht, könnten viele Kommunen ihre Stromnetze zurück holen und so ein ganzes Dorf in ein Microgrid packen.

In einem ESS mit Netzanschluss macht das durchaus Sinn, so wie du es machst.
Aber du würdest in einem Off-grid System über Nacht nicht deine Akkus (übertrieben gesagt) mit einem Heizlüfter entladen, nur um diesen am nächsten Tag wieder zu laden.

Das Victron Microgrid ist komplett ohne Netzanschluss da würde man schon versuchen unnötige Verluste durch das hin und her schieben von Energie zu vermeiden.

Ja, theoretisch könnte man sich damit, zusammen mit anderen sein eigenes kleines unabhängiges Netz aufbauen.
Aber gerade im Sommer und Winter wäre da sicher einiges an Lastmanagement nötig, damit das klappt und alle müssten zu dabei zu 100% mitmachen.

In der Anleitung gibt es einen Abschnitt bzgl dazu, wenn alle Akkus voll sind.
Das soll man wohl vermeiden, weil es sonst zu Problemen bei der Regelung kommen kann.
Da müsste man im Sommer dann dafür sorgen, dass tagsüber der ganze PV Überschuss genutzt wird.

Im Winter könnte der Strom bei längerem schlechten Wetter knapp werden und man müsste über Umwege wieder von extern Energie ins System bekommen.

Das ganze stelle ich mir nicht wirklich einfach vor.
Aber dafür ist das Microgrid in der aktuellen Form glaube ich auch gar nicht gedacht.
Das ist wohl eher für temporäre Geschichten, wie Baustellen oder Veranstaltungen.

Nein, das würde ich nicht. Aber ich würde meinen Akku mit einem Ladegerät entladen, das den Akku eines Nachbarn auflädt, der heute mal außergewöhnlich viel Strom gebraucht hat.

In einem System ohne solchen Ausgleich müsste jeder einzelne eher darauf achten, dass er seine Anlage auf seine Maximallast auslegt, auch wenn diese nur sehr selten vorkommt. Mit den gesteuerten Ladegeräten als “Balancer” könnte jeder bis auf das für das ganze Kollektiv nötige Mindestmaß abspecken.

Aber Du hast insofern recht, als ich den größten Vorteil sehe, wenn so ein Microgrid an einem Punkt mit dem Netz verbunden ist. So ein Microgrid in kommunaler Verwaltung wäre für viele Kommunen ein sehr großer Gewinn gegenüber der jetzigen Situation. Klar, rechtlich geht das derzeit noch nicht. Aber da hoffe ich auf das “noch” im letzten Satz.

Du gehst scheinbar davon aus, das jeder “sein” System hat, das ist aber nicht wirklich der Fall.

Theoretisch könnte sich jemand über einen Trennschalter vom Microgrid rennen um alleine als Insel zu laufen, aber das wäre dann ja nicht der Sinn einer solchen Gemeinschaft.

Alle Systeme sind per AC IN verbunden und am AC Out ist nichts.

Alle Haushalte bilden zusammen eine Netz, so wie es eben auch mit dem öffentlichen Netz wäre.
(Jedes System ist quasi wie ein “Kraftwerk” am öffentlichen Netz)
Wenn von einem das System der Akku leer ist, nutz dieser Haushalt dann einfach die Energie aus den anderen Systemen.
(Die Verbraucheranlage hängt am AC IN, direkt am Netz)
Das gesamte System verliert dann allerdings an Leistungsfähigkeit.

Nicht jedes System muss so leistungsfähig sein um ein einzelnen Haushalt komplett zu versorgen, da eben alle Systeme zusammen arbeiten.
Was ein einzelnes System nicht leisten kann, wird eben aus dem Microgrid gezogen.
Das gesamte System muss letztlich aber so groß sein um die größte zu erwartende Gesamtleistung liefern zu können.
Wie beim öffentlichen Netz spielt da dann der Gleichzeitigkeitfaktor eine Rolle.

Jeder könnte also “sein” System im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten skalieren und einen Teil zur Gemeinschaft beitragen, aber die Summe aller Systeme muss letztlich passen.

Mit Zählern könnte man theoretisch noch erfassen was jeder mit seinem System in die Gemeinschaft eingespeist und rausgenommen hat und das in irgendeiner Art abrechnen.
(Wer mehr raus nimmt, als einspeist, zahlt in einen geschäftlichen Topf ein, mit dem ggf. Im Winter externe Energie gekauft werden muss)

Wie gesagt, das ist ein sehr komplexes Thema, so ein Projekt kann man fast gar nicht alleine angehen, da sollte man in der Gemeinschaft ein paar mehr haben, die das technische Verständnis haben, um sich intensiv damit zu befassen.

Nöö, davon gehe ich nicht ansatzweise aus. Was führt Dich zu diesem Schluss?

In letzter Zeit liest man ja immer wieder, dass Victron seinen zukünftigen Hauptmarkt in Afrika sieht. Und in den ländlichen Regionen dort wären Microgrids natürlich die ultimative Lösung, ganz analog zur Verbreitung des Mobilfunks dort, womit die Installation von Festnetzen völlig übersprungen wurde.

Weil du “unbedingt” Energie im Microgrid “vernichten” willst, um ein System aus den anderen zu laden, obwohl das nicht nötig ist.
Der Ausfall eines einzelnen Systems führt weder zum Ausfall der Verbraucheranlage im entsprechenden Haushalt, noch zu einem Ausfall des gesamten Microgrid.
Alles läuft normal weiter, es steht in dem Microgrid dann eben nur entsprechend weniger Leistung zur Verfügung.

Man müsste dann eben bei der Planung eines solchen Microgrid berücksichtigen, das auch mal ein oder zwei Systeme ausfallen können, ohne die Stabilität des Netzes zu gefährden.

Man müsste da evtl. ein zentrales Lastmanagement vorsehen, in dem die Infos aus allen Systemen zusammenlaufen und ggf. Steuersignale geben, um größere Lasten zu blockieren/drosseln.
Im Grunde eben das gleiche, was auch der Netzbetreiber machen muss.

ICH sehe keinen Sinn darin die Akkus der Einzelsysteme untereinander zu “balancieren”.
Man kann damit zwar verhindern, das ein System abschaltet und somit die Gesamtleitung des Microgrid erhalten, das macht man dann aber auf kosten der zur Verfügung stehenden Energiemenge.

Woraus schliesst Du auf dieses “unbedingt”? Nein, wenn’s nicht nötig ist, dann ist es eben nicht nötig. Wenn das System aber nicht insgesamt überdimensioniert ist, wird es vermutlich doch nötig, auf genügend Leistungsreserven zu achten, und dann wäre es eben doch nötig. Und mein Argument für Nachhaltigkeit war ja genau das, das System nicht größer zu dimensionieren als nötig.

Ich kenne das Victron Microgrid natürlich nicht mal ansatzweise, und meine erste Idee war die, dass ein Einzelsystem darin vorrangig so wie bisher auch als ESS erst mal seinen eigenen Haushalt versorgt. Vielleicht ist das ja anders.

hallo,

ich glaube, es geht ihm eher darum, einen pv-ueberschuss, der sonst nicht genutzt werden kann, in ein anderes system zu uebertragen. und das waere keine energievernichtung sondern eine rettung des ueberschusses.

tschuess

Zum letzten Punkt: Ja so ist der Plan. Wir haben verschiedene Erzeugungsanlagen mit Victrongeräten, 3x mit Victron (2 davon derzeit Microgrid) 3te als ESS eingerichtet auf das Microgrid (MG) und unterstützt somit bzw. entlastet die Batterie bzw. die Ladung geht schneller mit den Laderegler vor sich, da mehr Energie zur Verfügung steht:
Wir haben ein vermaschtes Netz und wollen, sobald die Batterie des MG voll ist den Überschuss (im 400V-System) dann zum Laden eines anderen MG nutzen, wenn hier Energie fehlt…
Denke das beschreibt es besser

Energiervernichtung soll so gering wie möglich bleiben. Aber ein Abschalten vom Netz bei unserer Grössenordnung, wenn wir Netzparallel wären ist für uns viel grösser. Wir haben verschiedene Energiequellen und beschäftigen uns hier sehr tief mit verschiedenen Themen zur Energie und Optimierung von Verlusten. Wir haben unseren Spezialisten, der rechnet in mW Verlusten. Also wir achten darauf. Wir haben BHKW 100kW Elektr., HKA 50kW, PV in Summe 260kWp auf dem Gelände derzeit über unsere Trafostation und ein Nahwärmenetz. Wir nutzen alle Energien, auch Abwärme von z.B. Kompressoren, Klimaanlagen (beide Geräte im Haus-> keine Energievernichtung in die freie Welt), Abwärme der Laderegler und Wechselrichter, etc.
Aber eine mögliche dynamische Energieverschiebung der 400V Seite zu einen anderen MG wäre gut um dessen Akku auch am Tag voll zu bekommen, das ist unser Ansatz. Wie oben beschrieben könnte man uns als kleine Insel in einem Ort beschreiben. Wir werden, das weiter ausbauen, dass wir vom Netzbetreiber nicht gedrosselt werden können und auch unsere anderen Anlagen dann später noch an die Insel hängen wollen, denn wir brauchen die Energie und keine weiteren Zertifakate etc. wenn wir erweitern!
Viel Spass

hallo,

da waere ein uebersichtsplan einmal interessant und sinnvoll.

soll es eine verbindung der anderen erzeuger zum microgrid geben?

ich weiss jetzt leider nicht, welche moeglichkeiten man hat, das microgrid zu steuern, da ich keinen zugriff auf ein microgrid habe. ich ich nehme einmal an, dass die multis selbst keine steuerung brauchen, es aber bestimmt eine moeglichkeit gibt, sie ueber ein gx zu steuern.

selbst wenn das nicht direkt geht, gibt es bestimmt eine indirekte moeglichkeit, z.B. ueber ein simuliertes bms und geaenderte bat-parameter oder ueber den soc.

bei mir gilt: es funktioniert nur dann wirklich nicht, wenn ich alle moeglichkeiten analysiert und getestet habe!

man kann sogar ueber einen multi den akku laden, wenn sein ladegeraet deaktiviert ist und bei einem mp2 musste ich das deaktivieren, weil er nur an einem 36V akku haengt und sonst den akku immer geladen haette, bis das bms abschaltet! aber ich kann den akku trotzdem darueber laden, falls das mal noetig sein sollte! ich benutze naemlich 2 multis, um energie zwischen dem 36V und 48V system zu uebertragen, wenn einer der akkus voll ist und der andere noch nicht. allerdings habe ich hier noch nicht alles verkabelt (es gibt naemlich auch eine dc-kopplung) und die steuerung fehlt auch noch teilweise. aktuell sind sowieso alle akkus normalerweise um 11-12 uhr voll. da brauche ich auch keine energieuebertragung und die dc-richtung 24V → 48V kommt erst dran, wenn mein neuer 24V akku installiert ist. aktuell komme ich naemlich nicht an die wand, um die dc/dc-wandler anzuschrauben und anzuschliessen.

ich habe mir da auch schon mal meine gedanken gemacht, verschiedene systeme mit multis zu koppeln, ohne dass man dazu eine spezielle firmware braucht.

man kann ein ringnetz bauen oder auch ein system mit einem master und slaves. wie weit man dann die systeme ueber ein gx steueren muss, haengt dann noch von verschiedenen faktoren ab.

tschuess

Habe mal zu dem Thema MicroGrid eine Frage, habe hier eine Victron 48V 3Ph OffGrid Anlage ohne Netzanschluss und von meiner alten Anlage noch einen MP2 24/3000 mit Speicher und MPPT hier stehen. Könnte man die auch zu einem MicroGrid zusammen schließen? Oder gibt es überhaupt eine Möglichkeit, den in die bestehende Anlage einzubinden?

Guten Morgen,

Also ich würde beim MP2 den Microgrid einstellen. Auf den AC In gehen 230V Seite, dann schwingt dieser sich auf deine jetztige Anlage ein. Aber ich denke wenn du beide per Microgrid einrichtet, dann bist du sehr flexibel. Aber Vorsicht, das Microgrid gibt Spannung auf dem AC In wenn kein Netz da ist!

Gruss Jan