Hallo zusammen,
ich plane aktuell eine Systemerweiterung für einen Kunden und würde mich über eure technische Einschätzung freuen, speziell was das Systemverhalten am AC-Out betrifft.
Kurz zum Setup des Kunden:
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PV-Anlage mit über 25 kWp
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3x MultiPlus-II 48/5000 (3-phasig)
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DC-gekoppelt über 1x MPPT RS 450/200 & 1x MPPT RS 450/100
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32 kWh LiFePO4 Speicher
Das Problem: Wenn der Akku voll geladen ist und optimale Sonneneinstrahlung herrscht, stößt das System an den bekannten Flaschenhals. Die drei 5000er Multis können bauartbedingt nur ca. 12 kW von DC auf AC wandeln und ins Netz einspeisen. Da die großen MPPTs deutlich mehr liefern könnten, werden sie vom System in diesem Fall stark abgeregelt. Es geht somit einiges an potenziellem Ertrag verloren.
Die Idee & meine eigentliche Frage: Um diese Drosselung zu umgehen, wollen wir einen Teil der PV-Leistung (3x 2400W) über Mikrowechselrichter direkt auf die AC-Seite verlegen, symmetrisch auf L1, L2 und L3 verteilt.
Mein erster und simpelster Ansatz war, die Mikrowechselrichter direkt an den AC-In zu klemmen und den MultiPlus somit komplett auszuklammern. Der Kunde möchte das jedoch nicht: Ihm ist die Notstrom- und Schwarzstartfähigkeit bei einem Netzausfall extrem wichtig, weshalb er explizit fordert, dass die Mikrowechselrichter an den AC-Out 1 angeschlossen werden. (Die Factor-1.0-Regel ist mit 2,4 kW AC-PV pro Phase problemlos erfüllt).
Jetzt zur Kernfrage für den normalen Netzparallelbetrieb (Grid ON): Das interne Transferrelais der Multis ist in diesem Zustand geschlossen, und die Mikrowechselrichter speisen ihren Strom rückwärts durch den MultiPlus ins Netz ein. Das Relais ist bekanntlich für 50 A (also ca. 11,5 kW pro Phase) ausgelegt.
Addieren sich in diesem Moment die Leistungen physikalisch? Sprich: Können die 4 kW (die der MultiPlus aus DC wandelt) plus die 2,4 kW (vom Mikro-WR) – also zusammen 6,4 kW pro Phase – völlig problemlos über dieses Relais ins Netz fließen? Oder greift das ESS hier softwareseitig ein und deckelt die gesamte Netzeinspeisung am Zählerpunkt trotzdem hart auf die 12 kW Nennleistung der Wechselrichter?
Hat jemand von euch dieses Setup am AC-Out schon einmal in der Praxis umgesetzt und kann bestätigen, dass der eingespeiste Strom am AC-Out ungedrosselt durchgeleitet wird? Oder habt ihr eine bessere Lösung die ebenfalls kostengünstig ist? Ein Tausch der MP II 5000 durch stärkere Modelle ist keine Option.
Vielen Dank im Voraus für eure Erfahrungswerte und euren Input!