Es ist immer wieder erstaunlich wie die ganz einfache Frage eines TE Antworten generiert, die einem die Haare am Kopf zu Berge stehen lässt.
Deine Frage war:
Das / Dein Wunschsystem lässt sich grundsätzlich mit einer Victron Anlage perfekt umsetzen. Es gibt halt leider bzw. Gottseidank viele Wege um zum Gewünschten Ziel zu kommen.
Da deine PV mit 10kWP nicht umwerfend groß ist würde ich da eine hohe Eigenverbrauchsoptimierung anstreben. - so viel Autarkiegrad wie nur möglich anstreben .
Für eine Detailauslegung und zur Optimierung müsste ich da deine genaue Verbrauchsstatistik haben. Aber es soll ja hier nur ein Leitfaden sein.
Mit dem SMA hast du einen der besten Wechselrichter die es gibt. Du kannst mit ihm auch im Falle eines Grid Ausfalls dein System weiter versorgen.
Der einzige Nachteil ist das du da im 3 Phasen Verbund bleiben musst und somit in 3x Victron investierst, die doch einen nicht zu unterschätzenden Eigenverbrauch haben.
Umsetzung hier zB im Fall 1 wie ich es machen würde: (alles vorausgesetzt dein VNB lässt es zu)
3x Victron Quattro-II 5000 :
- bringen deine komplette PV Leistung in den Akku. Quattro deswegen, da der zusätzliche Eingang mit einem kleinen Diesel 3~ Generator broblemlos nachladen kann ohne die Anlage umprogrammieren zu müssen.
Simultan Generator und SMA in die Batterie laden geht leider nur mit sehr guten synchron Gensets.
Dein Inverter, falls der schon Bestand ist, den würde ich verkaufen. Willst du ihn weiterverwenden willst dann kannst du auch ein günstiges 48V Netzteil wie Meanwell oä. als Batterielader verwenden. Ist aber bei der Leistungsklasse der kleinen Inverter total sinnlos- wäre nur der absolute Notfall.
Der bestehende SMA wird am Quattro Verbund auf AC_out betrieben und läuft dadurch bei Netzausfall weiter. 1:1 Regel wird ohne Problem erfüllt.
Auch die Ladung deines EV Autos kriegst du da mit max 11kW zum laufen.
Akku:
LiFePo4 ist inzwischen kare Sache! - habe trotzdem gerade dieser Tage wieder eine OPzS in Betrieb genommen (wenns der Kunde so will).
Bleib unbedingt bei einem der großen Hersteller: BYD bzw. Pylontech - Empfehlung immer 16s Akkus. Das BMS dieser Hersteller läuft auf Victron Anlagen einwandfrei.
Welche Kapazität? schau auf dein Konto- dort wird es täglich weniger - investiere in den Akku, das bringt wenigstens etwas RoI.
Bei 10 kW PV und einer 3~ Victron Anlage würde ich mindestens 30kWh, besser 50 installieren. Den Vorteil merkt man dann gerade in der Übergangszeit sehr schnell.
Ein Cerbo-Gx dazu und eine optimale Anlage ist damit fertig konfiguriert.
Willst du es aber einfacher angehen dann gibt es Variante 2 von mir für dich: (günstigste Variante)
1x Victron Quattro-II 5000
Auf AC_out einen Hand 1-0-2 AC Umschalter der deine 3 Phasen der Hausinstallation auf den L1 brückt. Schieflast beachten! - ist aber bei 4kW kein Problem.
Gibt es auch automatisch.
Den SMA in die Bucht, stattdessen einen Victron Rs450-200 nehmen der deine Akkus mit Dc lädt. Musst halt die Hochvolt DC Strings des SMA auf etwa 400V DC Stringspannung umverkabeln.
Der Rs450 bringt dir gerade im Zeitraum Herbst bis Frühling den PV Ertrag mit viel weniger Verlusten in den Akku. In der Volleinstrahlungs Zeit exportiert ein Victron zwar nur 4kW, ist aber bei den aktuellen Einspeisevergütungen verschmerzbar.
Akku wie oben
Dein Inverter geht dann auch problemlos am 2-Eingang des Quattros. Hier kannst du dann auch gleichzeitig mit dem Inverter laden und trotzdem lädt die PV den Speicher.
Auch hier noch ein Cerbo hinzu und es läuft.
Fazit:
Von der Energiebilanz her ist die zweite Variante viel optimaler.
Jedoch sind in Bezug auf nur begrenzte Leistungsbereitstellung, begrenzte EV Ladung (max 3,6kW) keine nahtlose Umschaltung auf das Inselnetz, kein Drehstrom doch einige Abstriche zu erkennen.
Als IT-ler wirst du auch - erstens die Anlage selbst perfekt einstellen können und zusätzlich die fast unbegrenzten Spielereien in Verbindung mit Home Automation zu schätzen wissen.
Viel spaß bei der Umsetzung