Kenn das nur aus einer Installation ohne Victron/Batteriespeicher. Hatte bei einer Produktionsstätte mit insgesamt 250kW PV eine 600kVA Notstromanlage in Betrieb genommen. Dort wurde zu jedem einzelnen Wechselrichter eine Steuerleitung verlegt, um diese im Notstrombetrieb zu sperren. Die WR waren leider über das gesamte Areal verteilt, und auch an verschiedenen Unterverteilungen angeschlossen, somit war es nicht möglich nur einen zentralen Leistungsschalter für die PV auszuschalten. Das ganze ist schon ein paar Jahre her, damals war ein Speicher noch kein Thema, vielleicht ist inzwischen einer vorhanden und die WR werden heute nicht mehr gesperrt im Notstrombetrieb, wer weis.
Allgemein muss bei einem Notstromaggregat eine Rückleistung verhindert werden. Dabei muss unterschieden werden in Wirk- und Blindleistung. Ein Notstromaggregat besteht häufig aus einem Dieselmotor und einem Generator. Der Dieselmotor erzeugt dabei die Wirkleistung, der Generator die Blindleistung (vereinfacht natürlich).
Einen gewissen Anteil an Rückblindleistung kann der Generator aufnehmen, aber das sind in der Regel nur 10, vielleicht 15 Prozent der elektrischen Nennleistung. Rückblindleistung kann vom Generator nur in Wärme umgewandelt werden, ab einer gewissen Blindleistung verlierst du dann zusätzlich die Kontrolle über die Ausgangsspannung (Generator wird von der Blindenergie Fremderregt). Beides kann verheerend sein.
Rückwirkleistung kann quasi gar nicht aufgenommen werden, denn dies müsste der Dieselmotor tun. Der kann aber nicht weniger Gas geben als Null. Sobald der Dieselmotor keine Leistung mehr abgibt, erhöht sich im Notstrombetrieb automatisch die Frequenz, einfach nur weil die 50Hz durch die Drehzahl von Motor und Generator entstehen, und sobald das ganze “von Aussen” angetrieben wird, wird die Drehzahl und somit die Frequenz hochgehen.
Moderne Dieselmotoren mit elektronischer Einspritzung sollten dies eigentlich vertragen, würde dies aber trotzdem nicht als Dauerbetrieb empfehlen, die Leistung sollte immer positiv bleiben. Bei mechanischer Einspritzung kann dies zudem recht schnell kritisch werden, denn ein grosser Teil des Einspritzsystems wird mit Diesel geschmiert und gekühlt. Wird kein Diesel mehr eingespritzt, kann es sein dass Teile davon keine Schmierung und keine Kühlung mehr bekommen. Je nach Einspritztyp/Konstruktion halt.
Noch etwas ab vom Thema: Ein moderner Dieselmotor benötigt etwa 8% der elektrischen Nennleistung wenn er vom Generator angetrieben wird. Dies muss bei einer Inbetriebnahme getestet und gemessen werden. Die Notstromanlage läuft dazu parallel mit dem Netz, dann wird der Dieselmotor “ausgeschaltet” (bei modernen Motoren einfach Einspritzung deaktivieren) und somit läuft der Generator als Motor am Netz und treibt den Dieselmotor an. Wenn nun z.B. 8% gemessen werden, würde ich z.B. 6% als Rückleistungsgrenze festlegen und in der Notstromsteuerung programmieren. Heisst eine Rückwirkleistung ab 6% und mehr führt zu einem Notstopp der Anlage.
Und dann haben wir noch gar nicht über Abgasnachbehandlung gesprochen, die meist eine gewisse Mindest-Abgastemperatur für eine korrekte Funktion voraussetzt, was aber bei wenig abgegebener Leistung kaum erreicht wird. Ab das geht dann definitiv zu weit weg von der eigentlichen Frage hier.