Camper Stromversorgung bricht für Sekunde zusammen bei Multiplus Betrieb

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe Hilfe bei meinem Problem zu finden. Ich baue seit ca. 2014 meine Wohnmobile selbst aus. Nach dem letzten LKW jetzt verkleinert auf Kastenwagen MAN TGE 4x4. Eingebaut alles 2025.

Aktuell habe ich folgendes Problem: Wir kochen erstmals elektrisch mit Induktion (Rommelsbacher 2 Kochstellen). Wenn ich nun den Multiplus (MultiPlus 12/3000/120-16 12V) verwende, passiert immer wieder folgendes: Ich kann eine zeitlang zB Wasser erhitzen, die Spannung fällt in Richtung 12 V plötzlich geht alles aus (nicht nur das Kochfeld, alles). Die Stromunterbrechung ist nicht mal 1 Sekunde, reicht aber um den Multiplus abzuschalten und zb. auch die Standheizung, was gefährlich ist. Alles was 12 V ist, kommt sofort wieder, der Cerbo fährt wieder hoch, der Multiplus testet sich, die Relais schalten und Strom ist wieder das. Schwache Geräte funktionieren auch.

Wenn ich versuche zur reprodzieren ergeben sich folgende Fälle, die einfach irgendwie auftreten, ohne das ich sagen kann warum mal so und mal anders:

  • Das Ausschalten passiert unmittelbar nach Inbetriebnahme des Kochfeldes schon bei Stufe 3 (von 9)
  • Das Wassser kocht schon fast auf Stufe 9 und dann gehts plötzlich aus (nach ca 3-5 Minuten)
  • Zum Testen einen Heißluftföhn mit 1500 Watt probiert - gleiches verhalten. Mal gehts sofort aus mal hälts minutenlang

Infos, die meine Situation/Konfiguration beschreiben:

  • Ich habe den Multiplus und den Cerbo GX mit Touchdisplay (zusätzlich 3 Mppt, Ladebooster, SmartShunt)
  • Ausschaltspannung beim Multiplus ist auf 11 V eingestellt.
  • Batterien 2x Timeusb 200 Ah parallel. Maximale Dauerentnahme erlaubt 200 A - Kochfeld entnimmt auf großer Platte und höchster Stufe 150 A
  • Wir waren schon mit dem Fahrzeug verreist, auch im Dezember 2025 - alles hat prima funktioniert
  • Fehler ist aufgetreten, als wir jetzt 2 Tage bei Regen standen und die Batterie 69% lt. Display hatte
  • Ich habe jetzt zum Testen die Batterien per Multiplus und Landstrom geladen, bis sie in Float gingen (dann auch den SOC nochmal gesetzt)
  • In der Verlaufsauswertung vom SmartShunt ist nichts verdächtiges zu sehen - das Ausschalten wird wohl nicht aufgezeichnet, da es so schnell geht. Man kann also nicht erkennen, daß die Spannung irgendwie extrem abfällt.
  • Alle Verschraubungen und Sicherungen sind ok und fest

Da der Strom ja komplett weg ist würde ich ja irgendwie auf die Batterien tippen? Seltsam ist, daß sie nach der Unterbrechnung wieder volle Spannung haben und das Display auch 100% anzeigt. Und sie sind ja eigentlich neu. Sie waren noch nie unter 69% entladen.

Wenn ich jetzt nicht schon gereist wäre, würde ich sagen da ist irgendwo ein Fehler. Aber es hat ja schon wochenlang funktioniert. Auch während der restlichen Ausbauphase habe ich immer wieder ausprobiert oder bei Verkabelungen den Heißluftföhn für die Schrumpfschläuche per Multiplus betrieben, oder den Staubsauger…

Ich steh also jetzt also auf dem Schlauch. Was könnte ich noch testen?

Danke schon mal an alle die sich Gedanken machen!

Viele Grüße

Tom

Niemals nur auf die Prozentangabe verlassen, sondern immer auch die Spannung im Auge behalten. Wie hoch ist denn die Spannung kurz vor dem Ausschalten? Wie hoch ist deine UVP in den BMS eingestellt?

hallo,

das hoert sich verdaechtig nach einer abschaltung des bms an. normalerweise schaltest das nach ein paar sekunden wieder an. daher nur ein kurzer stromausfall.

mit einem maximalen entladestrom der akkus von zusammen 200A und 150A stromaufnahme kannst du durchaus in einen kritischen bereich kommen, vor allem wenn sich der strom nicht gleichmaessig auf beide akkus verteilt, was auch durchaus durch verschiedene anschlusswiderstaende der kabel der fall sein kann.

du solltest zuerst einmal messen, ob sich die stroeme gleichmaessig auf die beiden akkus verteilen. das problem ist nur, wenn EIN akku abschaltet, kommt der andere direkt mit, weil der dann naemlich sofort auch ueberlastet wird. wenn moeglich kannst du ja einmal einen 3. akku oder ein dickes ladegeraet anschliessen, um das zu testen. oder du erhoehst die leistung am multi langsam und ueberwachst die stroeme der einzelnen akkus.

ich habe inzwischen in meinem 48V-system 1540 Ah bei einem maximalen strombedarf von ca. 600-700A wenn das system unter volllast laeuft, was aber normalerweise nie der fall ist. mehr als 50% kommen da als dauerlast nie vor! selbst wenn da mal einer der 14 x 50 Ah und 3 x 280 Ah akkus abschalten sollte, ist das kein problem. aber du hast in so einem fall keine reserve mehr. ueberlast eines akkus reicht aus und beide schalten ab!

tschuess

Hallo,

danke für die Antwort. Im BMS sind 10,8 V eingestellt, ich habe den MultiPlus auf 11 V eingestellt.

Grüße

Tom

Hi Dieter,

danke für die ausführliche Erklärung das klingt nachvollziehbar. Meine 2 Akkus sind ja parallel geschaltet. Die Angabe von 200 A ist für einen Akku. Ich war der Meinung das verdoppelt sich.

Ich denke ich habe einen ziemlichen Fehler gemacht. Ich habe nur eine Leitung vom Pluspol eines Akkus zu meiner Verteilung geführt. Das ist doch falsch. Hoffentlch ist nichts kaputt gegangen…

Grüße

Tom

hallo,

theoretisch verdoppelt sich der max lade- und entladestrom wenn man akkus parallel schaltet, aber li-akkus haben eine etwas spezielle kennlinie, da kann das sein oder auch nicht. und wenn man dann noch einen fehler bei der verkablung macht, wird das ungleichgewicht noch groesser!

akku.zip (151,2 KB)

schau dir mal die excel-tabelle an, dann sieht du was ich meine. nur bei mir ist es eben extrem, weil es sich auch noch um akkus unterschiedlicher bauform und unterschiedlichen alters handelt, auch wenn die zellchemie die gleiche ist!

und vor allem ist es hier besser, jeden akku einzeln an die dc-verteilung anzuschliessen, als sie zuerst parallel zu schalten und dann ein zu duennes kabel zur dc-verteilung! bei deinen entladestroemen muesstes du mindestens 50 mm² verlegt haben, fuer jeden einzelnen akku haette da wohl schon 25 oder 35 mm² gereicht und vor allem, wenn die kabel etwas laenger und gleich lang sind, verbessern sie die stromverteilung! allerdings wuerde mir das auch nicht helfen, dafuer sind die kennlinien meiner akkus zu unterschiedlich!

aber bei dir wuerde ich eher 35 mm² vom akku zur dc-verteilung empfehlen!

aber ich denke nicht, dass etwas kaputtgegangen ist.

tschuess

Hallo Dieter,

ja das wird mir jetzt klarer…

Ich habe die Batterien untereinander und an die Verteilung (sprich erste Sicherung, dann Hauptschalter, dann Verteilerschiene) mit jeweils 50 qmm angeschlossen. Ich werde das jetzt aber ändern und jeden Akku einzeln anschließen. Trotzdem bleibe ich bei den 50 qmm, ist mir irgendwie lieber, sicherer.

Ich hab nochmal in der Anleitung von den Akkus gelesen. Da ist es so beschrieben, daß die Pluspole mit einer Leitung untereinander verbunden sind und dann trotzdem noch jeweils eine Leitung zur DC Verteilung. Die Minuspole werden nicht eigens verbunden sondern jeweils mit einer Leitung zur DC Verteilung… warum ich das überlesen habe, keine Ahnung (ich werde wohl alt.).

Ich versuche mal die Zeichnung einzustellen…

Timeusb.pdf (130,6 KB)

hallo,

die zusaetzliche verbindung der plus- und minuspole kann man machen, das habe ich bei meinen pylontechs auch gemacht, und bei 50 mm² macht das auch mehr sinn als bei duenneren leitungen, die man noch zur stromverteilung nutzt. aber bei einer 12V-analage ist ein hoeherer querschnitt immer besser, wegen des spannungsabfalls.

aber wenn du nur ein kabel vom minus zur verteilung hast, hast du dort natuerlich einen deutlich hoeheren spannungsabfall und bei einem 12V-system und 150A kommt da schnell mal ein hoeherer spannungsabfall zusammen.

ich habe auf einer 25 mm² leitung bei ca. 50A einen spannungsabfall von mehr als 1V! allerdings bei 24V.

na dann aendere mal die verkabelung etwas ab.

wenn die akkus dann aber immer noch ungleichmaessig die last mit strom versorgen, wirst du immer noch ausfaelle bei hoeher last haben. da wuerde dann nur ein 3. akku helfen.

tschuess

Wo hast du diese eigenartige Verkabelung her. Das zusätzliche Kabel zwischen Plus und Plus ist Blödsinn. Da fließt so gut wie kein Strom drüber, es sei denn, dein System ist wirklich “schief”.

Wie weit stehen deine Batterien auseinander? Und hast du wirklich an jeder Batterie einen Haupschalter, oder hab ich das falsch verstanden.

Zur Sicherheit nimm mal ein Meßgerät und messe unter einer größeren Last, die einzelnen Spannungsabfälle zwischen Plus und den einzelnen Gliedern deiner Kette. Also nach dem Kabel, der Sicherung, dem Hauptschalter und am Wechselrichtereingang. Bei mir flog nach der Messung sofort der minderwertige Hauptschalter raus, weil der Spannungsabfall darüber viel zu groß war.

Noch mal zum BMS. Wie hoch ist die Abschaltspannung einer einzelnen Zelle, und wie weit liegen die Spannungsmäßig (unter Last) auseinander.

Hallo,

die Verkabelung wird vom Batteriehersteller so vorgegeben. Was die sich dabei gedacht haben, keine Ahnung. Schaden tut es ja nicht denke ich. Es ist ja schon mal dran.

Ich habe nur einen Hauptschalter, hatte allerdings überlegt, für den Multiplus einen eigenen Strang zu ziehen. Aber ob das sinnvoll ist? Batterien sind direkt nebeneinander und vielleicht 50 cm Kabellänge zum Hauptschalter.

Was verstehst Du unter “zu groß”?

Die Batterie ist eine fertige 12V Batterie. Wie ich da einzelne Zellen messe geht über mein Wissen hinaus. Den Wert vom 10,8 V als Trennspannung habe ich aus dem Handbuch. Ich habe alle Parameter die man eingeben genau so eingestellt wie im Handbuch. Den Spannungsabfall werde ich nochmal messen. Aber wie gesagt, war das Problem nicht, daß der Multi zuwenig Eingangsspannung hatte und sich abgeschalten hat, sondern der Strom komplett weg war. Daher bin ich ziemlich sicher, daß das Problem vor dem Hauptschalter /Sicherung liegt.

LG

Tom

Hallo Dieter,

ja ich hab jetzt mal Material bestellt und werde die Verkabelung optimieren.

Falls es nicht daran liegt, muss ich mal nach dem Spannungsverlust schauen und vielelicht Teile austauschen. GGf 3. Akku.

LG

Tom

Das hätte ich als allererstes geprüft. Wie ist die aktuelle Akkuspannung, und wie hoch ist sie nach Einschalten der 2-kW-Last?

je nachdem, wie groß Dein Akku ist, ist der Strom dann eventuell schon weit über der vom Akkuhersteller empfohlenen maximalen Entladestrom

Hab gerade erst gesehen, die Batterien haben kein Bluetooth. Du kannst also gar nicht die Werte der einzelnen Zellen kontrollieren. Und die anderen Werte stehen auch nur auf dem Papier. Da kann es natürlich sein, daß die Zellen aus der Balance gelaufen sind.

Wie hoch hast du die Ladeschlußspannung eingestellt? Gehen deine Batterien dabei in den OVP, das heißt, bricht der Ladestrom ruckartig zusammen auf 0A. Am besten mal beide Batterien einzeln aufladen und beobachten.

Es kommt drauf an wann die Unterbrechung erfolgt. Wie oben beschrieben unterbrichts sie ja manchmal gleich am Anfang des Einschalten des Kochfeldes. Dann ist die Spannung gleich wieder fast beim Ausgangswert.

Wenn ich also per Landstrom geladen habe liegt sie bei 14 V und geht beim Einschalten langsam nach unten. Wenn es nicht unterbricht kann man zuschauen wie es langsam weniger wird. 11,4 war glaub ich das niedrigste.

Wenn die Zeit zu kurz ist, um den Spannungseinbruch zu erkennen, dann probier doch mal andere Geräte mit Dir bekannten kleineren Lasten aus, also z.B. 500W oder 1000W. Möglichst Geräte mit ohm’scher Last, also keine Elektromotoren.

Liegt die Ladespannung dann noch an? Dann wäre der tatsächliche Entladestrom aus dem Akku ja um den Ladestrom reduziert, und das Ganze ohne jede Aussage.

Ich habe eingestellt auf 14,4 V - im Handbuch steht 14,4 +/- 0,2V

Wenn ich per Landstrom lade geht es von Bulk, über Absorption bis Float. Plötzlich abbrechen habe ich noch nix gesehen

Nein, ich habe natürlich den Landstrom vorher getrennt. Ich hab schon verschiedene Verbraucher angeschlossen. Von Glühbirne über Heißklebepistole, Reiseföhn, Heißluftföhn. Das Ergebnis war wie oben beschrieben.

Ich habe jetzt die Kabel bestellt, werden entsprechend Handbuch verkabeln und dann neu probieren und Spannungsabfall messen. Ich kann jetzt gerade nicht reproduzieren, weil ich einen Teil der Kabel schon entfernt habe und Sicherungshalter neu platziert. Ich melde mich weider.

Vielen Dank euch allen schon mal.

Sorry, bin mittendrin eingestiegen und hab’ natürlich nicht, wie man sollte, erst mal alles gelsen. Hast Du eine Temperaturanzeige für den Akku?

Ich habe keine Temperaturanzeige - ich habe mit der Hand gefühlt. Es ist überhaupt keine Wärme am Akku festzustellen. Es war ein Temperatursensor beim Multiplus dabei. Allerdings weiß ich nicht ob man den irgenwo auslesen kann oder ob der nur eine Sicherheitseinrichtung für den Multiplus darstellt.

bin kein Camper - aber wie will man ein Küchen-Induktionsfeld sinnvoll an einer 12V-Batterie betreiben?

Da sind so dermaßen hohe Ströme im Spiel, da wird jede Verbindung kritisch

Geht alles in der Theorie, aber Du siehst wie es praktisch endet

Warum kein Gaskocher?