Bestehende (nicht hybride) Anlage mit Notstrom ergänzen?

Oder es ist über Tage/Wochen scheiß Wetter (oder liegt Schnee auf den Panelen) bei dem nix von der PV Anlage kommt.

Wir wissen auch momentan gar nicht, wie die PV-Anlage ausgerichtet ist um abzuschätzen, was da dann evtl. noch kommt.

Ja, ist nur eine grobe Orientierung anhand der zur Verfügung gestellten Informationen.

Die Grundlast ist ja übers Jahr gesehen auch der größte Verbrauch, wenn man den über nacht aus dem Akku abdeckt, hat man auch schon viel erreicht und das für wenig Geld (das müsste eigentlich dein Argument sein).

Das hat sich über die letzten Jahre auch stark geändert bzw. kommt es auf den Hersteller an.
Der begrenzende Faktor ist dabei immer das BMS (vor allem bei den günstigen DIY Akkus), für eine LiFePO4 Zelle sind 2C idR kein Problem.
Pytes gibt für die V5 z.B. 0,75C als Dauerlast an, ein 5000er Multi könnte also ein einzelnes Modul mit seiner vollen Leistung laden, die Entladung wäre nur etwas limitiert, aber mit 2 Modulen wäre das dann schon kein Problem mehr.

BYD ist bei der LVL 15.4 und der LVS 4.0 ist das schon seit Jahren bei ca 0,8C.

Wie gesagt, das 0,5C Limit kommt meist von einem billigen BMS, nicht von den Zellen.

Bei der hier geplanten Anlage gibt es aber schon eine AC gekoppelte PV Anlage, also muss hier der Multi keinen PV Überschuss einspeisen, da werden die Verbraucher direkt vom PV-WR versorgt, der Multi schiebt was er kann in den Akku und der Rest geht ins Netz. Wenn der Akku voll ist, ist der Multi im Leerlauf.
Diese Anlage auf MPPTs umzubauen, wäre meiner(!!!) Meinung nach Quatsch.
(Wirtschaftlichkeit?)

ggf. hat man hier noch irgendwo eine kleine Fläche zur Verfügung um da noch 1-2kWp zu installieren und das über MPPTs in den Akku zu bringen.

Also ca. 10kWh pro Tag, geteilt durch 2 ist man wieder bei den ca. 5kWh die über Nacht aus dem Akku versorgt werden müssen.

Jessy hat da ja zwei Tabellen angehängt und demnach liegt der Tages Verbrauch bei etwa 16kWh (inkl. E-Auto), also 8kWh über Nacht, da würde ich dann auch eher 10-15kWh Speicher empfehlen.
Ohne Auto sind es etwa 12,4kWh/Tag, also etwa 6kWh über Nacht, da wären 5kWh Akku zu wenig, aber 10kWh sollten da auch reichen.

Das war zumindest bisher immer meine Herangehensweise, um ohne großartiges rechnen/auswerten, Lastprofil erstellen o.ä. eine Anlage auszulegen und das hat meiner Meinung nach immer ganz gut geklappt, zumindest sind bei mir dann keine Beschwerden der Kunden angekommen.

Ja, auch der 30kWh Akku ist dann immer Mittags voll, weil über Nacht gar nicht so viel entladen wurde.
In den sonnenreicheren Monaten ist der Akku immer voll, egal wie groß der ist, da hat man idR nie Probleme.

Das einzige, was hier meiner Meinung nach für einen größeren Akku sprechen würde, wäre neben der ggf. größeren Notstromreserve die Möglichkeit das E-Auto langsam über Nacht zu laden, aber das ist u.U. auch nicht immer nötig.
Du sagt ja hier immer wie wenig ein Durchschnitts-PKW am Tag fährt.

Im Sommer, wenn die Sonne lange scheint und man genug Überschuss hat, ist das Auto vermutlich aber auch wieder zu Hause, wenn noch PV Leistung da ist um so gar nicht aus dem ESS-Akkus geladen zu werden.
Dann, wenn es abends zeitiger dunkel ist und das Auto auch erst wieder nach Hause kommt, wenn keine Solarenergie mehr zur Verfügung steht, hat die Sonne u.U. auch gar nicht gereicht den großen ESS-Akku voll zu bekommen, also kann man auch gar nicht von da das Auto laden.

Man kann hier also immer sowohl für das eine als auch für das andere Argumente finden und letztlich muss dann der Anlagenbetreiber (@JessyFoosy)entscheiden wie die Prioritäten liegen und was man bereit ist auszugeben.

Und man kann ja eben auch erst mal klein anfangen und dann ggf. Erweitern, wenn man das bei der Planung im Hinterkopf hat, ist so eine Erweiterung eben auch mit überschaubaren Aufwand zu machen.


Du hast die letzten Tage immer so sehr auf die Wirtschaftlichkeit wert gelegt und das man doch nicht unnötig Geld ausgeben soll und nun soll auf einmal der Akku “riesig” werden, weil die gerade so günstig sind und man diese große Kapazität ein paar mal im Jahr gebrauchen kann.

Das gleiche Argument könnte man dann aber auch bei den Victron Komponenten ansetzten, weil die seit einiger Zeit auch so günstig wie nie zu haben sind. Vor 2-3 Jahren waren die noch mind. doppelt oder 3-fach so teuer wie jetzt.

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Nein, das kann man so absolut gar nicht sagen. Es kommt dabei auf die Geometrie der Zelle an, und wie gut sie Wärme ableiten kann. EVE ist ein durchaus renommierter Hersteller von LiFePO4-Zellen, und der gibt für seine Zellen (jeweils Grade A) mit 280, 314 oder gar 628 Ah nur Lade- und Entladeraten von maximal 0,5C an, für seine 100 Ah Zellen aber 1C, für die 22 Ah Zellen aber sogar 3C.

Wie viel nachts entladen wird, entscheidet ja nicht der Akku, sondern der Nutzer. Wenn ich einen 30 kWh Akku am Abend voll habe und am nächsten morgen bis auf 5 kWh entladen haben will, dann setze ich den Grid Setpoint passend, und der Akku ist am nächsten Morgen wieder voll aufnahmebereit.

Ja, und dabei sage ich auch immer, dass ein E-Auto mit durchschnittlicher Fahrleistung jede Nacht 8 kWh nachladen muss. Und dazu muss der Akku halt mindestens diese 8 kWh groß sein, plus die Grundlast über Nacht abdecken können.

Und weil Akkus fast nix kosten, ist es immer ein guter Rat, den Akku lieber gleich groß genug zu planen, anstatt nach wenigen Jahren keine passende Erweiterung mehr zu finden.

Eben. Und damit der Betreiber seine Anlage seinen Bedürfnissen entsprechend planen kann, muss er über die Zusammenhänge informiert sein. Und da muss ich Dich kritisieren, denn Du gibst Deine Ratschläge so wie hier bzgl eines viel, viel zu kleinen Akkus ohne die entsprechenden Erläuterungen, unter denen Deine Ratschläge nur ihre begrenzte Gültigkeit haben. Solche apodiktischen Empfehlungen sind deshalb eigentlich immer falsch.

Nein, da greift nicht das gleiche Argument, denn die Mehrkosten einer 3phasigen Victron-Anlage gegenüber einer 1phasigen werden sich bei fast allen Anwendern niemals amortisieren können. Die Mehrkosten eines 16 kWh Akkus zu 1.300 € gegenüber einem 5 kWh Akku zu 900 € werden sich aber immer amortisieren.

Und genau deshalb habe ich unterschieden zwischen meiner Empfehlung für diesen Fall und dem allgemeinen Fall.

Du wirst eventuell in einigen Jahren ein E-Auto haben und das nachts laden wollen. Oder Du wirst noch weitere PV-Module dran hängen wollen. Und selbst falls nicht: der größere Akku wird weitaus weniger gestresst und wird dadurch ein deutlich längeres Leben haben. Ein größerer Akku kostet nur unwesentlich mehr als ein kleinerer.

Aber natürlich musst Du selbst Dir das ausrechnen, und wenn Du für die Zukunft E-Auto und anderen Bedarf für spätere Erweiterungen ausschließen kannst, dann reicht Dir auch ein kleinerer.

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Hallo @JessyFoosy

Akku würde ich nach folgenden Kriterien grob dimensionenen:

Minimum: Nachtverbrauch +20%.
Bei Grundlast von 1kW wären das rund 12kWh+20%
→ ein typsicher 16 kWh-Block

Damit solltest Du 70% Autarkie erreichen ohne Deine Frau zu nötigen die Wäsche nur zu waschen, wenn die Sonne scheint. Ich habe Bekannte bei den seit Inbetreibnahme der 11kWp-PV mit 8kWh-Speicher Zoff in der Bude ist.
BTW. Grundlast von 1kW beduted rund 30 kWH/Tag oder fast 10.000 kWh/Jahr.

Um 80% Autarkie zu erriechen, muss Du den Akku verdoppeln, damit Du auch mal Tage mit weniger Ertrag zwischen März und September abfederst.
→ 2x 16 kWh

Wenn Du eine Notstrom-Reserve ohne Generator von 50% haben möchtest, dann würde ich ebenfalls einen Block dazu packen.
→ 3x 16kWh

Das Gute bei Victron-Systemen mit Batterien von Gobel, NKON, Pytes… ist, dass man sei beliebig erweitern kann. D.h. Du musst Dich jetzt nicht für eine finale Speichergröße entscheiden.
“Normale” Anbieter wie E3DC, BYD etc. lassen eine Erweiterung nach einem Jahr oft nicht mehr zu, da sie der Meinung sind, dass die Battrien zu stark unterschiedlich gealtert sein. Gleichzeit wird mit 6.000 Zyklen (~20 Jahre) geweorgebn.

Lass Dir Platz an der Wand für 2 weitere MP2s und einen zweiten Lynx-DC-Verteiler, sowie für Batterien.

Platzbedarf kannst Du in meiner Systembeschriebugn sehen.

Wir sind ebenfalls 2 Erwachsen und 2 Kindern, sowie 2x 100% Home Office und haben Jahresverbrauch von rund 5.000 kWh bei einer Grundlast von nachts 250W und tagsüber 500W.
Unser 8,5kWp PV (stark verschattet) erzeugt einen Ertrag von 6.300 kWh/Jahr und wir haben einen überdimensionierten Akku von 56 kWh (4x 14,4kWh). Im Sommer substituiere ich für Warmwasser Gas durch einen Heizstab. Damit komme ich bei Aqua-Orgien auf 50 kWh/Tag - alles aus PV, da großer Akku. Von März bis Oktober bin ich 95% autark.
Akutell habe ich ihn bei SOC 90%, falls mal wieder ein Stromleitung brennt oder ein Oberleitung durch Eis-Last reißt.

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Die Module sind zwar billig ….aber man sollte nicht vergessen…. das die Montagekosten für zusätzliche 10 kWp schnell bei 10k € liegen.. und das rechnet sich halt nicht immer ;O)))

und nicht jeder kann selbst “auf den Dach” rumkrabblen. Und 8ct Einspeisevergütung rechnen sich auch nicht.

Dafür musst Du aber schon an einen ganz extremen Abzocker geraten. IMO dürfte da schon strafbarer Wucher vorliegen.

Solarteure schlagen nach meiner Erfahrung gerne 100% auf die Preise auf, die Dachdecker dafür nehmen, und landen dann bei vielleicht 5.000 € für das Anbringen von 10 kWp Modulen auf dem Dach. Mir liegen für unser Vereinshaus gerade 2 Angebote vor für 16 kWp, und das kostet inkl der Module dann knapp 8.000 €. Die exakt gleichen Module kosten im freien Markt 1.750 €, und der Dachdecker verlangt 2.000 €.

Logisch, dass die 8 ct sich nicht rechnen, wenn man Mondpreise bezahlt. Auch bei unserem Vereinshaus rechnen sich die Angebote der Solarteure nicht. Aber es rechnet sich auch ganz ohne DIY durchaus, wenn man faire Preise bezahlt.

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