hier mal eine typischer Lastverlauf unseres Hause. 2x Home Office, 2 Kinder. Mittags wird gekocht.
Du siehst, dass wir sellten über 2kw kommen. nur mal kurz beim Kochen. Extrem ist bei uns Sonntag Frühstück, wegen Tee-, Kaffee-, Eier-Kochen parallel zu Brötchen im Herd.
Aber das sind max 6 Minuten parallel.
Um bei Netz die Stromkosten zu senken, reicht ein MP2 5k.
Wenn Du die PV z.T. AC (z.B. Fronius) und einen Teil DC (MPP/RS) aufbaust, dann kann die AC-PV den MP2 beim Laden eines E-Autos unterstützen. Du kommst dann ggf. auf 7-10 kW.
Wenn Du mit dynamischen Stromtarifen, dynmasichen Netzendgelten, 2x Wärmepumpe (je 800-2000W) und 2+ E-Autos kalkulierst bzw. viel (40k km/Jahr) fährst, dann würde ich zu 3x MP2 5k tendieren.
Mit den 3x MP2 5k kannst du die Batterie mit 10kW laden. Der Wirkungsgrad AC->DC->ACV ist ca. 80%. Also bitte auch nciht zu viel von günstigen Preisen z.B. Nachts versprechen.
Deine 8kWp PV sind leider etwas klein, daher bist Du so zusagen auf der Kippe für die Entscheidung. Ich habe 8,5 kWp bei ehemals 4.500 kw/Jahr.
Bei 12 kWp PV z.B. 6kWp AC-PV (Fronius Symio) zzg. 6kWp DC-PV (RS-450/100) wäre es klar 3p MP2 5k.
An einem einzelnen MP2 an AC_out kannst Du Notstrom-Steckdosen anschließen als auch eine ein-phasige Wärmepumpe. MPPTs laden die Batterie weiter. Wenn die 1p-AC-PV auf AC_out angeschlossen ist, dann versorgt diese ebenfalls weiter.
Die Batterie reicht in beiden Fällen grob gleich lang. Die zwei zuästzlichen MP2 ziehen natürlich 36W extra.
Ich habe mich für die 3x MP2 entscheiden, da dann für mich die Verteilung klarer war.
Es gibt keine einzelen Phase die Notstrom hat. Ich wollte IT, Gasheizung und Gefrierschrank mit Notstrom versorgen.
Hier noch die Vorstellung meines Systems, dann kannst Du Dir ein Bild davon machen…
Bezüglich Defekt: Bei netzparalleler Installation ist ein Ausfall des MP2 erstmal kein Drama. Der Strom käme dann nur noch aus dem Netz, es würde aber alles weiterlaufen. Bei einem 3 MP2 Verbund würde ein Ausfall zu einem Ausfall der ganzen Anlage führen, da sich die beiden anderen MP2 abschalten würden. Bei einer solchen Konstellation sollte man daher vom Elektriker einen Lastumschalter installieren lassen, mit dem man dann die MP2 vom Netz trennt und das Netz direkt ins Haus durchschaltet. Beispielsweise einen Hager HIM 306 oder 406.
Ein 5000er hat im Leerlauf 17 Watt Eigenverbrauch. bei 3 MP2 wären das also 2x17 Watt mehr. Macht übers Jahr rund 300 Kwh Mehrverbrauch. Sind bei Deinem bisherigen Verbrauch von 10.000 kwh gerade mal 3%. Das holt Deine PV locker wieder rein. Genaue Zahlen kann ich da nicht nennen, da mir Standort, Ausrichtung, Verschattung usw. zu den PV Modulen deiner Anlage fehlen. Beispiel: Ausrichtung Süd, Flachdach käme im Jahr auf >7000 kwh bei Deinen 20 Paneelen. Aber das kannst Du ja selber durchspielen. Leg Dir einen Victron Professional Account an und gib Deine Daten in das “Click & Design” Online Tool ein. Der kann ganz gut den Ertrag und Autarkiegrad berechnen.
Wenn du Wert auf Ersatznetz legst nimm 3. Du kannst auch einzelne Verbraucher auf einen Multi legen, ich denke aber das ganze aus 2 Haushalten auseinander zu bröseln wäre ein imenser Aufwand. Der Bypassschalter kostet ca.150Euro und diesen Schalter sollte man immer einbauen wenn Ersatznetz im Spiel ist. Wenn du die 1000 Euro für ein 3phasiges System sparen möchtest darfst du dich halt nicht darüber ärgern wenn man mal im Dunkeln sitzt. mMn ist ein 3 phasiges System für 2 Haushalte nicht überdimensioniert. Letztendlich ist es eine Entscheidung vergleichbar mit einem Auto- Allrad oder nicht. Natürlich fährt man das Getriebe das ganze Jahr mit, aber wenn man stecken bleibt darf man sich freuen oder halt ärgern.
Es ist richtig dem Fragesteller verschiedene Varianten aufzuzeigen, aber was jeder dann letztlich umsetzt, ist doch jedem selbst überlassen.
Also lasst doch bitte die Diskussion bzgl. sinn/unsinn einer 3-phasigen Anlage.
Klar reicht in den allermeisten Fällen auch ein 1-phasiges System mit einem 3000er oder 5000er MultiPlus, aber es gibt eben auch genug Kunden, denen eine komplette Notstromfunktion für das ganze Haus wichtig ist.
Wir haben schon sehr viele 3-phasige Anlagen gebaut und dabei kam der Wunsch nach 3-phasig idR vom Kunden, nicht von uns.
Es war und ist schon immer so, das man sich so eine Anlage mit dem Geld baut, welches man sowieso “über” hat und was man damit macht, muss eben jeder für sich entscheiden.
Zum Thema:
Weis nicht ob das hier schon mal angesprochen wurde, aber wenn es um 2 Haushalte geht, haben die da nicht auch 2 getrennte Zähler?
Somit wäre ein ESS für beide sowieso nicht so einfach möglich.
Man müsste zunächst mal einen Zähler abmelden und die beiden Haushalte auf einem Zähler zusammenfassen, da könnte sich evtl. auch schon der Netzbetreiber querstellen.
Meine Wärmepumpe, mit der ich mein kleines 60 m² Häuschen bestens beheize und den ganzen Winter über mit nur gut 500 kWh Stromverbrauch auf 22° halte, hat eine maximale Leistungsaufnahme von 1.000 W, läuft aber fast immer nur mit der kleinsten Leistungsaufnahme von 350 Watt durch. Starkstrom wird da also nicht benötigt.
Bei den 500 kWh Jahresstromverbrauch meiner WP trägt die PV vielleicht 100 kWh bei. Während der Heizperiode bringt die PV halt nur sehr wenig Ertrag, und der ist kleiner als Dein anderer Verbrauch im Haus. Ob Du den PV-Ertrag im Winter nun in die Wärmepumpe steckst oder in den Backofen, ist völlig egal. Du brauchst Deine PV also nicht auf Deckung des Wärmepumpenstroms auszulegen.
Ohne Deine Hauslast genau zu kennen, kann das niemand sagen.
Nochmals, weil Du das vielleicht überlesen hast: ökonomisch ist 3phasig nur interessant, wenn Du so häufig und für so lange Zeit Hauslasten von deutlich über 4,6 kW hast, dass Du damit Deinen PV-Eigenverbrauch ganz erheblich mehr decken kannst. Die Mehrkosten von ca 2000 € entsprechen 8.000 kWh, und diese über die erwartbare Lebensdauer von 15 Jahren ergeben den Wert von 533 kWh pro Jahr. Nur wenn Du durch eine 3phasige Anlage mehr als diese 533 kWh pro Jahr zusätzlich an Netzbezug sparen kannst, lohnt sich die Sache.
Bei mir im Single-Haushalt war die Überlegung, ob ich einen MPII-3000 oder einen MPII-5000 einphasig nehmen soll. Aber selbst die Mehrkosten von ca 300 € für den 5000er hätte ich mit den ca 50 kWh pro Jahr weniger Netzbezug nie amortisieren können. Also wurde es bei mir ein 3000er.
Im normalen Haushalt wird ein einphasiger 5000er immer ausreichen, auch in der Übergangszeit für die Wärmepumpe, oder für’s Laden eines E-Autos. Aber Du hast ja 2 Haushalte und deshalb entsprechend höhere Hauslasten, und da könnte es mit dem 5000er eng werden. Aber genau sagen lässt sich das nicht ohne Kenntnis Deines Lastprofils.
Wurde schon angesprochen, und es gibt hier nur einen Zähler. Und IMO sollte man das in allen Mehrfamilienhäusern genau so machen, und dem Eigentümer dann die teilweise Versorgung aller Haushalte mit PV-Strom ermöglichen. Die gesetzliche Regelung, dass jeder einzelne Haushalt das Recht hat, sich seinen eigenen Stromversorger auszusuchen, muss wieder weg.
Gut und wie erstelle ich so ein Lastprofil? Ich kenne nur die Lastspitzen aus unserer Home Assistant Auswertung und den Jahresverbrauch von ca. 10000kWh.
Ich glaube soweit habe ich das auch bereits verstanden, dass beide Lösungen ja die Spitzen abdecken. Da kann der einphasige MPII nur 4,6KW auf eine Phase abgeben, den Rest bezieht er eben aus dem Netz dazu. Bei der 3 phasigen Anlage wird glaube ich (korrigiert mich bitte) bis knapp 15 KW direkt aus der PV und Akku gezogen und wenn noch mehr auch eben aus dem Netz.
Interessant wird es dann wohl, wenn Netz weg ist. Dann kann der einphasige eben nur maximal im Inselbetrieb 4,6 KW auf einer Phase abgeben.Liegen auf dieser einen Phase dann wichtige und große Verbraucher, kann es sehr knapp werden oder sogar zur Abschaltung kommen. Die 3 phasige dann grob 15 KW auf 3 Phasen. Natürlich nur solange die Akkus durchhalten.
Ein 1-phasiges ESS kann bei Netzausfall nur das Versorgen, was am AC OUT angeschlossen ist und das kann nicht eine komplette Phase im Haus sein, sondern nur ein paar separate Stromkreise.
Wir installieren da idR neben dem Multi einen kleinen Verteiler mit Fi und 1-2 Steckdosen, da kann man sich dann bei Netzausfall mit ein paar wichtigen Verbrauchern anstecken.
Mein Vorschlag wäre, du fängst erstmal mit einem 1-phasigen System an und schaust wie das läuft.
Auf 3-phasig kannst du dann später immer noch erweitern.
Warum lässt Du die Daten nicht genauer auflösen? Selbst mit dem einfachsten Shelly Messgerät kriege für jeden Tag die stündlichen Stromverbräuche angezeigt. Das gibt zwar noch nicht die echten Lastspitzen her, aber gibt doch schon hinreichend viel Infos für die Planung.
Nein, Lastspitzen werden gerade nicht abgefangen, noch nicht mal in einer Anlage mit 3 x MPII-5000. In aller Regel - weil es anders nämlich grob unwirtschaftlich wäre - sind die Nennleistungen der Wechselrichter der PV-Anlage kleiner als die Lastspitzen, so dass diese typischerweise durch das Stromnetz gedeckt werden. Aber das kann Dir solange egal sein, wie diese netzgedeckten Lastspitzen multipliziert mit ihrer Dauer weniger Energiekosten ergeben, als Du durch mehr WR-Leistung abdecken könntest.
Naja, wirklich interessant ist das eher nur aus akademischer Sicht, denn wie viele Stromausfälle erlebst Du denn so? Bei mir hier hat es in den 7 Jahren, in denen ich hier wohne, keinen einzigen gegeben, und davor in meinen anderen Wohnungen auch nicht.
Nein, so kann man das nicht ausdrücken. Diese Notstromfunktion des MPII baut ein eigenes Netz am AC-OUT-1 Anschluss auf. Das ist gerade NICHT mit Deiner Hausstromversorgung verbunden. Du DARFST UNTER KEINEN UMSTÄNDEN diesen AC-OUT-1 mit dem Stromnetz Deiner Hausanlage verbinden.
Was ginge: Du kannst einzelne Stromkreise über eine Netzvorrangschaltung sowohl mit dem AC-OUT-1 als auch mit dem Stromnetz verbinden. Was dabei die primäre Versorgung sein soll, legst Du selbst fest. Wenn das Netz die primäre Versorgung ist, dann schaltet die Netzvorrangschaltung bei Netzausfall auf die Versorgung aus AC-OUT-1 um. Oder eben anders herum.
Das Problem dabei: an diesen Stromkreisen sollten dann alle “kritischen Lasten” hängen, also die, die Du bei Stromausfall unbedingt weiter versorgen willst. Meine "kritischen Lasten summieren sich auf sehr weit unter 500 Watt. Da reicht auch der kleinste MPII aus.
Ehrlich: angesichts der Stabilität unseres Stromnetzes wäre mir dieser Aufwand extrem zu viel und zu teuer. Es reicht mir, dass ich im Falle eines Stromausfalls binnen kurzer Zeit ein Kabel am AC-OUT-1 meines MPII anschließen kann, und dann hänge ich über Mehrfachsteckdosen einfach die Kühlschrank/Gefriertruhe, Licht, TV, Radio und Internet-Router an dieses Kabel.
Und daher will ich lieber das ganze Haus über den Notstrom Ausgang anschließen, damit ich keine Umstöpselei habe.
Aber erkläre bitte, warum auf keinen Fall das Haus komplett auf AC 1? Das wurde mir weiter oben sogar vorgeschlagen? Also wäre es besser AC 2 zu nehmen, der bei Netzausfall abschaltet und auf AC 1 umschaltet. Und an diesen zum Beispiel über einen FI eine seperater Steckdosenleiste verbaut, an denen die Notstrom Geräte bei Ausfall angeschlossen werden können?
Um Dir das mal genauer zu zeigen, hier der Chart meines Shelly Gridmeters für gestern. Die meisten Laien verwechseln diese Kurve mit dem Verlauf der Leistung, tatsächlich wird aber nur der stündliche Stromverbrauch (Stromverbrauch = Energie) angezeigt. Du siehst die Spitze um 19 Uhr, womit angezeigt wird, dass ich da binnen einer Stunde (vermutlich von 19 bis 20 Uhr) 6,3 kWh Stromverbrauch hatte. Die Leistung, die ich dabei gezogen habe, ging aber für ca 15 Minuten auf ca 20 kW hoch, denn da habe ich über den Durchlauferhitzer mein Badewasser eingelassen.
So ziemlich ausnahmslos alle derartigen Messgeräte zeigen nur den Energieverbrauch über bestimmte Zeiten an, und nicht die echten Leistungsspitzen. Dabei wäre es ziemlich einfach, auch die minimale und maximale Leistung binnen dieser Stunde mit zu übermitteln.
Wie schon geschrieben: auch mit der Netzvorrangschaltung an einem LSS hättest Du niemals was umzustöpseln. Und selbst wenn: es kommt so gut wie nie vor.
Aber das ist ja Deine eigene Entscheidung, wenn Du für diesen real gar nicht vorkommenden Vorteil einige tausend Euro mehr ausgeben willst und deutlich höheren Eigenverbrauch des PV-Systems in Kauf nehem willst, dann ist das so.
Hat man Dir das hier in diesem Thread nicht schon bis zum Erbrechen erklärt? Weil Du keine höheren PV-Schieflasten als 4,6 kW haben darfst. Weiter oben wurde Dir das im Rahmen Deiner zunächst geplanten Inselanlage erklärt. Bei einer Inselanlage mit einer Phase gibt es logischerweise auch keine Schieflast. Solange ich keine Starkstromverbraucher nutzen will, würde ich eine Inselanlage immer nur einphasig aufbauen.
Was ist AC 1 oder AC 2?
Nochmals: Wenn Du am Stromnetz hängst, dann darfst Du UNTER KEINEN UMSTÄNDEN den AC-OUT-1 des MPII mit dem Stromnetz verbinden. Das kann tödlich enden für Arbeiter des Netzbetreibers, die das Netz gerade vorsätzlich abgeschaltet haben,. um daran zu arbeiten (Ja, die haben noch weitere Sicherungsmaßnahmen wie den Kurzschluss der toten Leitungen …)
Ja, das sieht so aus wie eine echte Leistungskurve, tatsächlich wird das aber auch nur der für kürzere Zeiträume ermittelte Stromverbrauch sein. Aber die Auflösung reicht ja.
Und jetzt geht es darum, heruas zu finden, für WIE LANGE ZEIT solche Spitzen wie hier bis 12 kW laufen. Genauer: wie ist für alle Spitzen über 4,6 kW Last das Produkt aus Leistung und Zeitdauer dieser Spitze?
Damit kannst Du dann abschätzen, wie viel zusätzliche Lasten Du im Jahr durch eine größere WR-Leistung abdecken kannst, und daraus kannst Du durch Vergleich der Mehrkosten für die größere WR-Leistung abschätzen, ob diese Investition wirtschaftlich ist.
Solange das Netz steht und der MPII über AC-IN mit dem Netz verbunden ist, wird der Netzstrom an beide AC-OUT durchgeleitet. Wenn das Netz ausfällt (also an AC-IN kein Netz mehr ist), dann werden beide (!) vom Netz getrennt, aber an AC-OUT-1 wird ein eigenes, aus dem Akku gespeistes Netz aufgebaut.