Wie kann mit Victron Systemen das Solarspitzengesetz (60%) umgesetzt werden

Hallo zusammen.

Ich muss noch ein paar Anpassungen vornehmen, damit die Anlage auch für das Solarspitzengesetz konform ist.

Meine Wp Leistung der Module beträgt in Summe 7.840 Wp. Bedeutet, maximal 4.704 Wp darf ich an den Provider zurückgeben.

Bisher, sobald die Akkus voll sind, leitet der MultiPlus 2 alle Energie an den Provider weiter - die AC-Inverter (nicht Victron) erzeugen weiterhin das maximale was die Sonne hergibt.

Das ich auf Grund des Eigenverbrauchs selbst bei sehr sonnigen Tagen diesen Wert nur selten erreiche (maximal Mittags auf Grund der Ost und West Ausrichtung), ist für den Netzanbieter ja leider zu vernachlässigen. Also müssen das die drei einphasigen MultiPlus 2 im Zusammenspiel mit dem Cerbo GX managen.

Gestern habe ich den Cerbo GX auf die 3,75 aktualisiert.

Mach meinem Verständnis muss man dafür nur zwei Anpassungen machen:

  • Systemeinspeisung begrenzen (einschalten)
  • Maximale Einspeisung (auf 4500W einstellen)

In anderen Beiträge habe ich gelesen, dass nach kurzer Zeit die “Einspeisebegrenzung aktiv” sich dann auf “Ja” verändert. Das passiert bei mir leider nicht - auch nach 10 Minuten nicht oder auch nach einem Re-Fresh im Browser.

Also habe ich mir gedacht, vielleicht sprigt die Anzeige auch erst auf “Ja”, wenn der eingestellte Wert erreicht ist. Ich habe den Wert dann verändert, so das dieser deutlich unter dem Wert lag, was die Anlage gerade bei vollen Akkus an den Provider abgibt. Aber leider bleibt die Einstellung auf “Nein”.

Anyway - im VRM Portal und am Zähler selber, konnte ich sehen, dass auf den eingestellten Wert die Abgabe an den Provider begrenzt wurde. Also ggf. ein BUG in der Firmware 3,75 (???).

Was mich jedoch verunsichert ist, dass die AC-Inverter (nicht Victron) nicht via Frequenz Anpassung heruntergefahren wurden. Weder im VRM Portal Frequenz-Grafen noch über das AC-Inverter Portal. Wie bzw. wohin “verschwindet” denn bei vollen Akkus die Energie?

Frage 1 - was übersehe ich? Müsste der MultiPlus 2 nicht die Frequenz entsprechend anheben, damit die AC-Inverter runter regeln?

Frage 2 - laut Solarspitzengesetz, muss auch sichergestellt sein, dass der Nutzer der Anlage keine Änderungen vornehmen kann, dass ggf. im Nachgang doch wieder mehr als die 60% eingespeist werden. Kollegen die andere Hersteller im Einsatz haben sagten mir, es gäbe bei ihnen ein Installateur und ein Nutzer-Login. Die KI Antwort lautet wie folgt:

Der Gesetzgeber stellt über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Anschlussbedingungen der Netzbetreiber (VDE-AR-N 4105) sicher, dass Endnutzer die technischen Schutzmechanismen und Einspeisegrenzen nicht eigenmächtig aushebeln können.

Fragt man die KI wie sich das bei Victron verhält, erhält man folgende Antwort:

Allerdings gibt es bei Victron-Systemen eine technische Besonderheit, die in der Praxis oft zu Diskussionen führt:

  1. Die Passwort-Barriere (Grid Code)Die für den Netzbetreiber relevanten Einstellungen – also die Ländereinstellung “Germany: VDE-AR-N 4105” sowie die darin fest hinterlegte Wirkleistungsbegrenzung (z. B. das 60%-Limit) – werden direkt im Wechselrichter (z. B. MultiPlus-II) über das Programm VEConfigure oder VictronConnect gesperrt.

Sobald dieser Netzcode einmal aktiviert ist, sperrt sich das System automatisch mit einem Grid-Code-Passwort.Das Problem in der Praxis: Das Standard-Passwort für diese Ebene ist in Fachkreisen und im Internet kein Geheimnis. Versierte Endnutzer können sich theoretisch Zugriff verschaffen.

  1. Warum das trotzdem rechtlich wasserdicht istAuch wenn ein Nutzer das Passwort im Internet herausfindet, befreit ihn das nicht von der rechtlichen Verantwortung. Die Absicherung funktioniert bei Victron über die Betreiberpflicht und die Fachunternehmererklärung:

Die Inbetriebnahme-Dokumentation: Der zertifizierte Elektriker, der die Victron-Anlage offiziell in Betrieb nimmt, muss im Protokoll (E.8-Formular nach VDE) unterschreiben, dass das System abriegelt und die Parameter konform eingestellt wurden.

Nachweisbarkeit (VRM-Portal): Jede Änderung an den netzrelevanten Einstellungen einer Victron-Anlage hinterlässt einen digitalen Fußabdruck. Wenn Daten über das Victron Remote Management (VRM) Portal übertragen werden, fließt im Hintergrund ein Logbuch mit. Eine nachträgliche Manipulation der Einspeisewerte durch den Endnutzer fliegt bei einer Prüfung sofort auf.

  1. Die korrekte Absicherung durch den InstallateurUm als Installateur rechtlich absolut auf der sicheren Seite zu sein (damit der Kunde nicht im Nachgang Änderungen vornimmt und die Schuld auf den Betrieb schiebt), bietet Victron folgende Möglichkeit:

Der Installateur kann das universelle Standard-Passwort durch ein individuelles, eigenes Service-Passwort ersetzen.Der Endnutzer sieht dann im GX-Display (z. B. Cerbo GX) zwar den aktuellen Status der Einspeisung, die zugrundeliegenden Grenzwerte im Menü “ESS” oder im Wechselrichter sind für ihn jedoch physisch gesperrt und ausgegraut.

Mit den Antworten 1 und 2 kann ich leben. Mich vom Installateur aussperren zu lassen - bzw. von der Firma “abhängig” zu sein, finde ich geht zu weit. Wenn der morgen keine Lust mehr auf PV oder mich hat, dann kann ich erst mal sehen, wie man an die entsprechenden Daten kommt. Vermutlich Neuinstallation.

Wie sehen da eure Erfahrungen als Betreiber und/oder Installateur aus?

Vielen Dank vorab

PS: Sorry - wie immer viel Text :wink:

So lange das Netz anliegt kann der Multi nicht die Frequenz ändern, dann müsste er ja die Frequenz vom ganzen Netz ändern.

Was für PV-Wechselrichter hast du denn?
Das Victron System kann nur WR steuern, mit denen es auch kommunizieren kann (und der WR die richtige “Spache spricht”, also das richtige Protokoll nutzt).

Die KI Antworten sind mal wieder alle Murks.

  1. Der Gridcode im MultiPlus hat nix mit dem 60% Limit zu tun.
  2. Im VRM sieht man, wenn eine Datei mit Einstellungen gesendet wurde, aber nicht welche Einstellungen geändert wurden. Zudem könnte der Nutzer lokal mit einem MK3 Einstellungen ändern und das sieht man im VRM Portal nicht.
  3. So was gibt es (leider) nicht.

Genau deswegen hat Victron ihr KI Projekt nach kurzer Zeit wieder auf Eis gelegt.

Wenn die Wechselrichter nicht über das Dynamic Powerlimiting via Modbus TCP angesteuert werden können, kannst du häufig auch die Leistung im Wechselrichter fix auf 60% beschränken.

Das ist dann zwar - wenn Batterieladung und Verbrauch vorliegen - bisschen was verschenkt, aber über 60% der Nennleistung sind nur wenige Stunden, sowieso bei Ost/West Ausrichtung.

Ob das (dir zugängliche Limitierung) den Anforderungen genügt, weiß ich leider nicht.

@M_Lange : Ja die KI :innocent:

Aber mal die Frage wie Du das als Installateur bei deinen Abnahmen abhandelst. Unterschreibt der Kunde, das er die Finger von den Einstellungen lässt - bzw. wenn er etwas ändert, dann für die Konsequenzen verantwortlich ist? Foto-Übergabe von dem was Du Konfiguriert hast?

Stimmt, wenn der Provider noch da ist, stellt der Provider die 50 Hz bereit und nicht der Victron.

Die APsystems AC-Inverter lassen sich leider nicht (zumindest mein Stand) fremd steuern - außer über die Frequenzanpassung.

Heute ist mein Shell (G4) angekommen - ich muss man schauen, wie ich den einbinden kann, das der ggf. die AC-Inverter einfach vom Strom nimmt.

Die Option habe ich noch nicht entdeckt - schreibe aber mal den Support an von APsystems.

Ich würde gerne aber auch noch mal auf die Konfigurationsmöglichkeiten unter “ESS → Netzeinspeisung” zurück kommen.

Wenn ich dort einen Wert festlege, dann wird auch nur diese Leistung an den Provider übergeben. Wie macht das denn der MultiPlus wenn die Akkus voll sind und er nicht mit dem AC-Inverter kommunizieren kann?

Aktuell ist es leider bei uns etwas mau mit der Sonne, so das ich den Test von gestern nicht wiederholen kann. Dort hatte ich sagen wir mal 800 eingestellt (anstelle der 4.500W) und die 800W kamen an Zähler auch nur an (bei vollen Akkus). Was macht der mit dem Delta (im Test waren es 500W Delta)?

Das verstehe ich noch nicht.

Wir hatten damit noch keine Probleme.
Solange in dem System kein iMSys verbaut ist, kann das am Ende ja sowieso keiner kontrollieren.

Da wird nix gemacht, wenn der Erzeuger nicht gesteuert werden kann, geht der Überschuss ins Netz.
Du kannst da die Überschusseinpseisung auch deaktivieren und trotzdem wird der Überschuss eingespeist.

Du könntest vielleicht mit einer entsprechenden Steuerung (NodeRed oder DESS) dein System so steuern, das dein Akku früh nicht gleich geladen wird, sondern erstmal eingespeist wir, damit zum Mittag der Akku geladen wird.
Oder eben gegen Mittag gezielt Verbraucher einschalten, damit weniger eingespeist wird.

Das hilft aber nur in so fern, dass du die “Kappung” über 60% zur Mittagszeit reduzieren kannst - Als Ersatz für eine fehlende, harte Limitierung wird der Amtsschimmel das nicht akzeptieren :stuck_out_tongue:

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass du die Hälfte deiner Panels über Victron MPPTs anschließt. Abgesehen anderer Vorteile von DC-PV kann dann der Multiplus bei Bedarf die MPPTs auf 10% runterregeln, während die 50% verbleibende ACPV unkontrolliert agieren können - und die 60% wären nicht überschritten.

Aber auch hier die Frage, in wie Fern das akzeptiert wird, weil ist ja wieder a.) dir zugängliche Einstellungen und b.) ist die ACPV damit formal trotzdem nicht steuerbar.

Bei aller Planung jedoch bedenken, dass die 60% Regelung nur ein temporär Ersatz ist, bis die Steuerbarkeit nach §14 EnWG vollständig hergestellt wird - dann entfällt sie, du darfst 100% einspeisen, und die Anlage muss auf die Rundsteuersignale zur Limitierung reagieren.

Genau das hatte ich ja @M_Lange gefragt. Er als Installateur von Victron Systemen sollte ja Erfahrung haben, wie und was akzeptiert wird, wenn ,am Systemseitig das nicht für den Anwender sperren kann.

Den Shelly (1PM Gen4) habe ich jetzt eingebunden. Derzeit lässt er sich jedoch nur als AC-Last einbinden.

Ich gehe mal davon aus, das diese auch noch erweitert wird zum AC-Meter - so wie es auch im VRM Portal angezeigt wird.

Anyway - kann mir einer sagen was der Unterschied zwischen “Momentan” und Umschalter" im Bezug auf den Shelly ist?

Wenn ich dann noch irgendwo im Menü einstellen könnte, dass wenn 4.500W (über alle 3 MultiPlus) erreicht sind, er dann via Shelly 2 AC-Inverter abschalt, dann wäre das schon mal ein Schritt nach vorne. Unabhängig davon, was die Abnahme abgeht :zany_face:

Schauen wir mal morgen, was ich da noch so finde - ggf. hat ja schon einer eine Idee und teilt diese mit mir.

Du kannst ihn via NodeRed als virtuellen PV-Inverter einbinden. Klappt bestens.

Mit NoteRed kenne ich mich noch nicht aus. Du meinst also, dass man dort dann einstellen kann, wenn Akku 100% erreicht hat, schalte den AC-Inverter via Shelly aus. Richtig?

PS: Ich vermute mal, dass man das was man in NoteRed macht am besten erst mal an einem NICHT Live-System testen sollte - oder :joy:

Des so mehr ich mich mit dem aktuellen und bereits bekannten kommenden Anforderungen

  1. maximale Einspeisung bei 60%
  2. eingeschränkter Zugriff für den Nutzer der Anlage
  3. Abhängigkeit zum Installateur (der vollen Zugriff hat und das Kennwort)
  4. mit Cerbo-Gx und MultiPlus 2 sind aktuell scheinbar die Punkte 2 und 3 nicht umsetzbar
  5. anstehende Einführung “Fremdsteuerung” durch den Provider

beschäftige, desto mehr stelle ich mir die Frage, ob es nicht mehr Sinn macht, auf eine Insel-Lösung zu gehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann muss einen Insel-Lösung weder beim Netz-Provider noch beim Marktstammdatenregister oder beim Finanzamt angemeldet werden. Es gibt auch keine Beschränkungen was die Größe der Anlage angeht. Die Lösung muss “nur” vom Provider-Strom getrennt sein.

Aktuell sieht es so aus, als wenn ich von März bis Oktober genügend Energie erzeuge, um das umzusetzen. Ggf. müsste ich noch 4 x500Wp Module mehr auf das Dach packen und den Speicher noch etwas erweiter (1x US300C oder 2x US2000C) um auch durch den Winter zu kommen.

Oder was sind die “Haken” die man nicht gleich im Netz findet?

Hat da einer Erfahrung (Bürokratie und Nutzung)?

Das ist ein noch schwierigeres (und viel diskutiertes) Thema. Eine “rechtlich stichfeste Inselanlage” hast du im Grunde nur, wenn dein Haus über keinen Netzanschluss verfügt. Ansonst ist die notwendige Bedingung, dass es dir nicht “ohne erheblichen technischen Aufwand mittel- oder unmittelbar möglich ist, eine Netzverbindung herzustellen” nicht gegeben.

So etwas habe ich auch gerade gelesen bei der West-Netz. Muss mal mit einem lokalen Installateur sprechen, ob ein separater Verteiler ein Lösungsansatz ist.

Es soll wohl alternativ auch die Möglichkeit geben, diese “Insel-Anlage” als Anlage ohne Einspeisung bei West-Netz und dem Marktstammdatenregister anzumelden. Was dann vermutlich dazu führt, dass man wieder irgendwie Nachweisen muss, dass die Anlage nichts einspeist. Wo wir dann vermutlich wieder am Anfang der Reise stehen - das dies bei Victron derzeit noch nicht möglich ist.

F… - ich hatte gehofft mit dem Kauf einer Victron Anlage, dass diese Themen abgedeckt sind. Ich frage mich immer noch, wie denn andere ihre Victron Anlagen abgenommen bekommen seit dem das Solarspitzengesetz aktiv ist. Leider schweigen auf Installateur Seite in diesem Forum.

Und im Grunde auch bei keinem anderen Hersteller, wenn die PV Wechselrichter nicht gesteuert werden können.

Ohne deine Anlage genauer zu kennen:
Einfach einen Teil (40%) der PV Leistung über Victron MPPTs einbinden, die können gesteuert werden.

die Schuld würde ich hier auch nicht Victron geben.

Du hast ja Teile von anderen Herstellern verbaut in deiner Anlage.

Multiplus2 und MPPT wäre viel einfacher

Danke für die Rückmeldung - das habe ich auch verstanden. Oder eben auch das man bei 100% Akku einfach ein paar AC-Inverter via Shelly abschaltet. Die Frage die bleibt ist, wie kann ich in einer Abnahme glaubhaft dokumentieren, dass der Nutzer der Anlage nicht hingeht und diese Änderungen rückgängig macht. Bei Huawei PV-Wechselrichter oder auch bei Anker-Wechselrichtern gibt es den Installateur und Nutzer-Modus. Solange der Nutzer nicht das Kennwort des Installateur-Modus hat, ist das also sichergestellt - und das wird dokumentiert im Übergabeprotokoll (so sagte es mir zumindest ein lokale PV-Installateur).

verschiedene Modus oder Zugangslevel bietet Victron auch