Victron Lösung? AC-Speicher parallel zu PV(mit Batt.) betreiben.

Moin, bin neu hier und entschuldige mich schon einmal dafür falls ich einen hierzu passenden Thread übersehen habe.

Gibt es hier schon etwas in die Richtung oder kann jemand ein paar Erfahrungen mit mir teilen?

Überlegung:

Zusätzlich zu meiner PV-Anlage mit viel zu kleiner Batteriekapazität(nicht erweiterbar) möchte ich eine unabhängige AC Speichermöglichkeit im

Hausnetz schaffen um die Einspeisung zu minimieren.

Ist Zustand:

Growatt Hybridwechselrichter mit 5Kw Batterie, Smartmeter Eastron SDM630-Modbus V3 und zwei ehemaligen Balkonkraftwerken ohne Batterie.

Insgesamt PV-Module mit 6,7Kw auf dem Dach.

Da die Batterien in kürzester Zeit schon voll geladen sind und nicht alle Module an der Batterie hängen möchte ich die Einspeisung vermindern.

Alles ist ordnungsgemäß installiert und angemeldet.

Soll Zustand:

Die Growattanlage soll weiterhin ohne jegliche Änderungen weiter ihre Arbeit machen.

Der AC-Speicher soll wenn Einspeisung stattfindet laden und bei Bezug entladen.

Gedanken:

Beide Systeme sollen rein gar nichts von einander Wissen ( Ausfallsicherheit: bei Ausfall einer Anlage, Änderungen oder Erweiterungen )

Da die Growattanlage absolut keine Cloud-Anbindung mehr hat und ich die Anlage über HomeAssistant (mqtt) einsehen kann, möchte ich auch bei der

Erweiterung auf jegliche Einbindung einer Cloud verzichten!

Eine Steuerung über HA mochte ich aufgrund eines HA-Ausfalls vermeiden.

Den AC Speicher also so direkt und Stöerunanfällig einbinden wie möglich.

Idee:

Victron MultiPlus - Cerbo GX - Pylontech US5000.

Am vorhandenen Smartmeter Eastron SDM630-Modbus V3 parallel ein Gateway RS485 mit LAN(TCP/IP) anschliessen.(Z.B. PUSR TCP 232-304 RS485)

Den Cerbo per LAN ans Netz hängen und die Übertragungsverzögerung geniessen.

Im Cerbo oder MultiPlus die Daten vom Smartmeter bekommen und einstellen, dass sowohl erst bei Bezug von etwa 50Watt und auch nach einer gewissen zusätzlichen Verzögerung bei Bezugsmeldung, Leistung des AC-Speichers abgegeben wird.

Somit sollte die Growattanlage weiterhin autark laufen und die bewusst träge eingestellte Victronanlage erst nach leerer Growattbatterie entladen.

Auch ein Aufschaukeln oder hin und her Steuern sollte dadurch vermieden werden (oder?)

Puhh…ja so habe ich mir das gedacht, naiv, gefährlich oder umsetzbar?

Geht es vielleicht einfacher?

Anmerkung:

Auch wenn ich mich mühsam in yaml, MQTT etc. eingearbeitet habe, bin ich nicht scharf auf weitere Lernorgien.

Aber wenn hier Node Red oder ähnliche Vorraussetzungen nötig sind werde ich das wohl hinnehmen müssen :slight_smile:

Ich würde mich sehr über ein paar Tipps von Euch freuen.

hallo,

ganz einfach: die growatt-anlage muss nur den ueberschuss einspeisen und darf den netzbezug nicht auf 0 ausregeln.

das victron-ess kommt dann davor, es holt sich den ueberschuss und regelt auf 0 aus.

wenn der akku vom growatt dann leer ist, uebernimmt das victron ess komplett! du brauchst dazu aber auf jeden fall einen eigenen smartmeter fuer das victron-system! und das victron-system muss auch vor dem smartmeter des growatt angeschlossen sein. sonst funktioniert das so nicht!

und das growatt-system darf nicht aus dem netz laden!

tschuess

Abgesehen davon klingt das erstmal nach einem gewöhnlichen ESS mit AC-PV auf der Netzseite.

1. ESS – Einführung & Eigenschaften

Grundsätzlich kann man auch andere Zähler als Netz- und PV-Zähler mit dem Victron-System verwenden, besser ist es jedoch offiziell unterstützte Zähler einzusetzen.

Zu dem zitierten Teil, wird in NodeRed sicher machbar sein, aber wozu? Die Energie wird sowieso benötigt, ob nun zuerst 50W aus dem Netz kommen und dadurch der Victron-Speicher 2min verzögert leer ist, oder ob immer auf 0W geregelt wird und der Speicher halt nicht 2min verzögert leer ist kommt doch auf die selbe Menge aus dem Netz bezogener Energie heraus?

hallo,

genau so. so merkt es wann es ueberschuss gibt und liefert eben eine mindestleistung ins haus, wenn es keinen ueberschuss mehr gibt und die volle leistung, wenn das andere system leer ist.

tschuess

Vielen Dank für eure schnelle Antwort.

Nach meinen vorherigen Recherchen und Nachfragen bei Händlern die hier nur von Bedenken und nötigen Basteleien sprachen,

gefallen mir Eure Antworten “Ganz einfach” und “Node Red warum?” doch schon eher.

Da ich leider nicht so tief im Thema stecke wie Ihr, muss ich noch ein paar Begrifflichkeiten verstehen.

  1. ganz einfach: die growatt-anlage muss nur den ueberschuss einspeisen und darf den netzbezug nicht auf 0 ausregeln.

  2. und das growatt-system darf nicht aus dem netz laden!

Ich hatte ja erwähnt, dass ich die Growattanlage unverändert lassen möchte.

Zum einen weil ich nicht in der Growatt oder am Eastron rum stellen möchte und zum zweiten weil beide Anlagen unabhängig von einander

immer problemlos weiterlaufen sollten falls mal eine ausfällt.

Bedeutet das, dass bei den zwei Punkten irgend etwas umgestellt werden muss? Oder erübrigt sich hier jeder Eingriff durch die Anordnung der zwei Smartmeter?

Da fehlt mir noch das Verständnis. Die Growattanlage ist von vornherein so eigestellt, dass nur durch PV geladen wird.

Und was ist mit den ganzen Bedenken über “Hochschaukeln von Schaltvorgängen und nötigen Anpassungen wie GridSetPoint und einer langsameren Reglung des Victronsystems”

zu halten? Das sind so die meisten Infos die mich im Internet ganz irre gemacht haben.

Welchen Victron Energy Meter ist zu empfehlen?

Zum Ende noch eine professionelle Skizze :), ob ich das so richtig verstanden habe.

hallo,

wenn das growatt-system aus dem netz laedt, dann kommt die energie nicht aus dem netz, sondern vom victron-system und genau das will man ja vermeiden!

dass das growatt-system nicht auf 0 ausregeln darf, liegt daran, dass zwischen den beiden netzsollwerten eine bestimmte mindestdifferenz liegen muss, sonst koennte das victron-system ueber das growatt-system geladen werden, besonders wenn der netzsollwert vom growatt-system negativ ist!

wenn du das anders machen willst, wird es wieder kompliziert und du brauchst zusaetzliche messungen und eine uebergeordnete steuerung! dann kann das victron ess so arbeiten, dass es weder den growatt laedt, nach energie von ihm bezieht!

tschuess

Am einfachsten Funktioniert es wenn die Growatt Anlage jetzt schon bei voller Batterie den “Überschuss” ins Netz einspeist. Diesen Überschuss verwendet das Victron System dann zum laden der eigenen Batterie. Dann muss auch nichts umgestellt werden daran.

Die was?

Zwei Dinge zur Skizze

  • Die Victron Anlage geht Grundsätzlich davon aus dass sie auf L1 eingebaut wird, auf der Skizze ist es L3. Schlussendlich ist nur wichtig dass die selbe Phase welche L1 am Victron-Zähler ist auch am MP angeschlossen wird. Ob das dann effektiv L1 gemäss dem Netzanbieter ist, ist für die reine Leistungsregelung nicht massgebend.

  • Der ACout vom MP darf nicht extern mit dem Netz verbunden werden. In deiner Beschreibung steht nichts von Notstrom, somit gehen wir davon aus dass dies kein Thema ist und ACout einfach ungenutzt bleibt und nur der ACin verwendet wird was absolut in Ordnung ist. Sollte dies aber doch ein Thema sein, dann muss ACout auf vom Netz getrennte Sicherungen verdrahtet werden. (Dazu sei aber auch gesagt, dass so wie es aktuell geplant ist, dass im Notstrombetrieb keine Ladung von den PV-WRs kommen kann, somit müsste man das ganze noch etwas Überdenken)

Entweder:


Oder:

Ok, denke ich hab’s jetzt.

Zusammengefasst:

  • Die Growatt-Anlage arbeitet wie bisher und speist ein wenn Growatt-Batterie voll ist. Da es jetzt schon so funktioniert muss nichts neu eingestellt werden.

  • Da Notstrom kein Thema ist wird angeschlossen wie auf Skizze 1.

  • Keine Speziellen Einstellungen im Victron-System nötig (Schwellwerte, Node Red etc.)

Abschlussfragen:

  • Welchen Smartmeter von Victron könnt ih mir empfehlen?

  • Warum bekomme ich von keinem Händler diese Aussage auf meine Anfrage?

  • Warum wird auf Elektriker und Foren verwiesen oder erst garnicht geantwortet?

Ist es einfach gesagt so, dass der Händler zwar gerne sein Kram verkaufen will aber rechtlich greifende Informationen zum Aufbau vermeiden möchte/muss?

Ich danke Euch sehr für die Hilfe.

Ich habe für mich selbst das VM-3P gewählt weil es den Neutralleiterstrom selbst berechnen kann (nicht dass es wichtig wäre , aber intressiert mich einfach) und die Messung über Stromwandler läuft.

Die offiziell Unterstützen Geräte findest du unter

Schwer zu sagen was wirklich der Grund ist, habe meinen Händler aber auch noch nie nach einem ESS gefragt, keine Ahnung ob er mir weiterhelfen könnte. Ich denke es wird mit ein Grund dafür sein, dass die meisten es sich gewohnt sind dass die Victron-Kundschaft sich schon selbst damit auskennt. Victron kommt aus dem Boots- und Fahrzeugbereich, Netzgebundene Anlagen sind eher etwas neues. Kann auch daran liegen, dass ein Händler sich zwar mit Multiplus und Cerbo auskennt und ihn auch Einbauen kann, aber halt in einem Camper oder einem Boot.

Und, die ganze Elektrobranche ist gut reguliert. So ziemlich alles was an einer Elektroinstallation geändert, ausgetauscht oder demontiert wird muss auf irgendeine Weise geprüft, dokumentiert und jemandem gemeldet werden. Selbst als Elektriker ist es manchmal schwierig durchzublicken, dann lässt der Händler lieber einmal mehr die Finger davon. Was ich durchaus verstehen kann.

Womit dann der Elektriker der nächste Ansprechpartner ist. Hier sehe ich das Problem vorallem in der aktuellen Situation mit PV-Anlagen, zumindest in der Schweiz. Viele Aufträge, wenig Personal. Wenn ich als Arbeitgeber also die Wahl habe zwischen einem Auftrag mit Komponenten, welche wir schon zig mal in ähnlicher Konfiguration verkauft und installiert haben, oder einem Auftrag mit einem Nischenprodukt das ich nicht kenne und nicht mal weis wie ich die Anlage konfiguriere, dann würde ich selbst auch die sichere Wahl treffen.

Ich war selber verblüfft als ich nach einem Installateur gesucht habe. Von einem wurde ich tatsächlich ausgelacht als ich Victron und 48V Speicher erwähnt habe, für eine Anlage mit 3x 5kVA MP2. Der hat das mir nicht geglaubt dass das geht. Für Victron ist das doch nichts, mit dem neuen 20kVA MP können Anlagen bis 240kVA gebaut werden, auf 48VDC Speicher. Und die Nachfrage ist anscheinend da, sonst wäre dieser 20kVA Brocken nicht nötig. Und ich werde wegen 15kVA ausgelacht. Dann mach ich das Zeug jetzt halt selbst auch wenns Teilweise rechtliche Grauzone ist, aber ich denke genau so ergeht es vielen.

Ja, die schauen alle wie sie am einfachsten an die Kohle kommen. Sobald es speziell wird und Zeit kostet wird abgewunken. Meine PV-Anlage hatte ich damals selbst komplett aufgebaut und der Elektriker hat nur alles geprüft und angemeldet. Aber ohne Bezug der Teile über ihn und dann der ganze Anmeldemist, dass hat ihm doch etwas die Freude genommen. Da bleibt nichts hängen.

Ja, genau so. Und nur so geht es auch voran. Der wahre Fortschritt wächst hier in solchen Foren, durch sachlichen Austausch. Und nochmals Danke dafür.

Ich habe mal aus Interesse die KI gefragt, grade in Bezug auf Stabilität und der Sache mit dem gegen 0 steuern. Was haltet Ihr von dieser Aussage? Dann müsste ich schon eine Einstellung in der Growattanlage machen……

KI meint: Die „Goldene Regel“ für die Konfiguration

Damit die beiden Systeme nicht gegeneinander kämpfen (Schwingen), musst du die Priorität physikalisch festlegen:

  • Growatt-Einstellung: Stelle im Growatt-Menü einen “Grid Offset” oder “Export Limit” ein. Ich empfehle ca. 40 bis 60 Watt.

    • Effekt: Der Growatt liefert immer ein kleines bisschen zu wenig Energie für das Haus.
  • Victron-Einstellung (Cerbo GX): Im ESS-Menü stellst du den “Netzsollwert” (Grid Setpoint) auf 0 Watt (oder sogar leicht ins Minus, wenn du absolut keinen Netzbezug willst).

    • Effekt: Der Victron bemerkt die 40–60 Watt Restbezug, die der Growatt übrig gelassen hat, und füllt diese exakt auf.

Warum das so wichtig ist: Wenn der Growatt versuchen würde, exakt auf 0W zu regeln, und der Victron auch, würden sie sich ständig gegenseitig die Last „wegnehmen“. Durch den absichtlichen kleinen Restbezug beim Growatt sagst du dem System: „Growatt darf zuerst arbeiten, Victron macht den Rest.“ Das hält das System extrem stabil.