Ich hoffe ihr könnt mir mit einer Frage auf die Sprünge helfen, die offensichtlich viele Wohnmobilausbauer interessiert. Bin in einem Camperausbauforum letztlich nach einigem hin & her in Richtung des Victron Support geschubst worden. Ein Dummer musste vortreten
Die Frage bezieht sich auf den EasySolar 1600 und den Landstrom über eine CEE Dose im Mobil, oder auch wie in der Praxis durchaus vorkommen kann (wenn auch nicht sollte), einem Adapter mit Schuko Stecker (wo die Verpolung ja egal ist).
Nun können in beiden Fällen Phase und Neutralleiter vertauscht aufgelegt sein, und daher wird eingangsseitig ein 2 poliger FI/LS vorgeschrieben. Den hat die EasySolar so nicht verbaut, was aber nicht ausschließt, dass sie in der Lage ist diesen Fall dennoch abzufangen. Das Ganze sollte natürlich VDE konform sein.
Ich habe schon die Orion XS 12/12 30A und den SmartShunt mit 500A gekauft, und werde auch die EasySolar ordern, es ist eben nur die Frage, ob ich einen 2pol FI/LS vorschalten muss, was bei der Größe dieser Komponente einen kleinen Unterschied in der Planung ausmacht.
Bitte keinen (Solo-)Verweis auf ein Manual, da bin ich mit meinem Laienwissen schlicht überfordert. Bin dennoch offen für eine kurze Erläuterung Was/Warum, die ich dann auch gerne in die Camperausbaucommunity weiterreiche.
LG Patrice
Eben weil es dem 1 poligen FI/LS egal ist, entsteht dieses Problem. Wenn man letztlich als Camper mal darauf angewiesen sein sollte, über einen Schuko Adapter in die CEE Dose in das Fahrzeug einzuspeisen (entspricht nicht der Norm/Vorschrift, wird aber in der Praxis gemacht und auch als Zubehör im Campingumfeld verkauft), kann die Verpolung vertauscht sein. Potentiell kann auch ein CEE falsch verdrahtet werden, und nicht überall war u.U. ein Elektriker am Werk günstige, private Stellplätze anzubieten. Ohne eine 2 polige Sicherung nach der CEE Dose im Camper wird das gefährlich für Geräte oder Gesundheit…
Guten Abend,
vor dem Easy Solar 1600 ist bei Fremdeinspeisung die Hausinstallation des Platzes, mit dem verbauten FI und dem LS. Somit ist die Leitung zum Easy Solar abgesichert, alles was dahinter kommt, ist wie beschrieben durch den internen FI/LS abgesichert. Die internen Relays sorgen für eine Trennung bei der Umschaltung/Fremdeinspeisung und die sichere Funktion. So zumindest lese ich die Installaionsanweisung von Victron.
Guten Abend und Danke für die Antworten!
Wie gesagt bin ich Laie, aber 1-polige FI/LS kann man so kaufen (Artikelbeschreibungen lauten dann z.B.: RCBO B16A 30mA 1-polig Fehlerstromschutzschalter mit Leitungsschutzschalter FI + LS), und sind nach bisherigem Wissensstand auch so im EasySolar zu finden. Wir sprechen auch nicht von 1P-N, sondern von “echten 2-poligen FI/LS”.
Es geht auch nicht um die Netzvorrangschaltung, die Volta glaube ich hier anspricht.
Ich kann es eigentlich nur wiederholen, wo das Problem ist. Es besteht in der Praxis des Reisens an vielen Orten, nicht nur in D.
Ja, wenn überall Profis auf gut ausgestatteten Stellplätzen CEE korrekt verdrahtet haben, und der enstprechend zu nutzen ist → alles okay! Was aber wenn (wie häufig) eben gerade mal ein Schuko Stecker/Dose zur Verfügung steht? Das führt dann zu Problemen, da ein FI nicht auf beiden (Phase und Neutralleiter) auf Fehlerstrom reagiert. Das Problem habe nicht ich oder eine kleine Community, sondern ist ein oft diskutiertes Problem im Wohnmobil und Schiffsbereich. Klar ist auch, dass man im Prinzip nicht über einen Schuko auf CEE Adapter an den Landstrom darf, bzw. sollte. Aber das kann wie gesagt schon über einen 2poligen FI/LS soweit abgesichert werden. Die Frage bleibt daher im Raum stehen, ob die EasySolar das hinbekommt.
Ein Fi muss immer mindestens 2-polig sein L+N.
Hast du da mal einen Link zu dem 1-poligen Fi?
Oder ist da vielleicht gemeint, das das Gerät nur eine TE (Teilungseinheit) breit ist?
Ich sehe da noch immer kein Problem.
Wie schon geschrieben, dem MultiPlus/EasySolar ist es egal ob L und N richtig oder falsch ankommen, das wird einfach so durchgeschaltet.
Auch allen angeschlossen Geräten ist das egal.
Im Fehlerfall trennt der interne Fi oder LS die Verbraucher 2-polig.
Aber wenn man sich unsicher ist, kann man da auch am Eingang noch mal nen Fi installieren, macht meiner Meinung nach aber nicht viel Sinn.
Es gibt keine einpoligen FI, ein FI ist immer zweipolig, egal ob dies nun L+N oder 2L sind (oder vierpolig bei Dreiphasensystem). Zweipolig beschreibt hierbei die Bauweise. Es gibt aber sehr wohl einpolige Leitungsschutzschalter. Aber auch hier kann man eine echte zweipolige Bauweise wählen, wie z.B.
Hierbei sind beide Pole durch einen Überstrom- sowie Kurzschlussschutz geschützt, selbst wenn einer davon ein Neutralleiter ist.
Wieso ist dies in dem hier Diskutierten Fall wichtig? Weil durch die Beschriebene Situation nicht garantiert werden kann, dass auf den Eingangsklemmen ACin auf der Klemme L auch wirklich der L angeschlossen wird, bzw. Neutralleiter auch auf N-Klemme. Es kann also sein dass auf ACin Klemme L ein N daher kommt, und auf Klemme N ein L.
Durch den zweipoligen LS ist jedoch sichergestellt dass beide Leiter geschützt sind.
Ich sage nicht dass es gut ist dass auf einem Neutralleiter plötzlich 230V anliegen, durch den zweipoligen LS ist der Fall aber abgedeckt. Der Neutralleiter ist ausserdem auch ein aktiver Leiter, somit genau gleich zu behandeln wie eine Phase.
Ein FI reagiert genau gleich, egal auf welchem der beiden Pole L und N angeschlossen sind. Er reagiert auf einen Stromunterschied zwischen den beiden Leitern, den es geben kann wenn ein Isolationsdefekt vorliegt. Im FI laufen beide Leiter durch einen Summenstromwandler, welcher bei einer zu grossen Abweichung den internen Trenner auslöst
Vielen Dank für die Antworten. Ich denke @chrigu hat die Antwort gegeben, die auch in der Ausbauszene den etwas versierteren “Hobbyelektrikern” (man traut sich kaum sowas zu schreiben) weiter hilft. Mit deiner Erlaubnis würde ich den Text dort rein kopieren.
Wenn ich das nun alles richtig verstehe, werden wir einen 2poligen FI/LS zwischen CEE Eingang und dem EasySolar installieren müssen, um auf Nummer sicher zu gehen, oder?
Hmmm, eigentlich geht dein letzter Absatz eher auch in die Richtung “macht keinen Sinn das zu tun?”
Macht nicht viel Sinn, wie schon Matthias erwähnt hat. Der EasySolar hat zweipolige FI/LS verbaut. Wenn die Netzspannung vorhanden ist, wird die durchgeschaltet, und alles was hinter dem EasySolar angeschlossen ist, ist geschützt. Es schadet aber auch nicht
Einzige Ausnahme sind Dinge im Camper, die direkt an der Netzeinspeisung angeschlossen sind, vor dem EasySolar. Falls es dies gibt, z.B eine Steckdose die nur mit Landstrom funktioniert, wäre ein zweipoliger FI/LS am Eingang sinnvoll
Mit deiner Erlaubnis würde ich den Text dort rein kopieren.
@chrigu
Vielen Dank für diese Ausführungen, die nun auch ein Dummy in Sachen Elektrik nachvollziehen kann. Ich erlaube mir wie angekündigt in Auszügen dies in der Community rein zu setzen. Das hilft dort wirklich einigen bei den Überlegungen welche Komponenten wie zu verbauen sind!
Schönen Abend wünsch ich euch
Noch ein Nachtrag:
Eine 230V Steckdose quasi direkt am Landstromeingang bräuchte natürlich eine FI/LS, das hat aber niemand im Sinn. Durch die Netzvorrangschaltung der EasySolar ergebe das auch keinen Sinn. Zumindest keinen, den ich erkennen könnte…
hallo,
ein FI braucht immer 2 anschluesse. wie soll er denn sonst den differenzstrom zwischen N + L oder N und den 3 phasen messe koennen.
wenn man nur eine ader anschliessen kann, ist es nur ein LS und der kann keinen differenzstrom ermittel!
dem FI ist es auch egal, ob er verpolt angeschlossen wird oder nicht. nur bei einem kombinierten LS/FI sollte man da aufpassen, da wohl nur der L abgesichert ist und der N nur durchverbunden!
@chrigu
Auf deinen Text hin habe ich im Camperforum folgende Antwort bekommen, mit der Bitte es dir hier rein zu stellen. Sorry, ich hoffe das nervt nicht
Laut dem hochauflösenden Produktbild, was Victron im Download-Bereich hat (Link), ist der Eingangs-LS ein Chint NBH8-40-C16. Das ist ein zweipoliger LS nach der Spezifikation 1P+N. Der schaltet zwar im Fehlerfall 2-polig ab, überwacht aber nur die Phase und nicht den Neutralleiter. Ein LS, der beide Anschlüsse überwacht ist ein 2P+N. Dieses Thema wurde auch hier schon heiß diskutiert, bis hin zur Schließung eines Threads, bevor es zu unschönen Entgleisungen gekommen ist…
Nachdem, was ich recherchiert habe, ist im Campingbereich der 2P+N Vorschrift. Quelle z.B. bei Tigerexped, gibt aber noch mehr dieser Aussagen in verschiedenen Ecken des WWW.
Jep, korrekt. Hätte man auch im Handbuch sehen können, wenn ich nachgesehen hätte. Auch Info an @M_Lange , die sind zwar zweipolig schaltend, aber nur einpolig überwacht
Somit sollte am Eingang ein zweipoliger (zweipolig Schaltend und zweipolig Überwacht) eingesetzt werden. Wie ober verlinkt der ABB, oder von Chint z.B. NB1-63 Series 2 Pole (6kA) – Chint Europe (UK) Ltd
Da bin ich anderer Meinung, für mich wäre dies ein 2P, aber wie der Verfasser erwähnt, könnte man darüber streiten.
Vielen Dank! Damit ist es dann wohl endgültig geklärt. Wer auf Nummer sicher gehen will, und auch auf “windigen Stellplätzen in der Wallachei” mit Adapter auf CEE ins Fahrzeug speisen will/muss, der sollte da einen 2-poligen FI/LS einbinden. Ist ja nun auch nicht die Welt an Kosten und Aufwand!
Danke für die Klärung und eine gute Nacht!
Die Tipps sind ja hier alle recht Toll - aber es gibt eine verbindliche VDE Vorschrift 0100-721 und die sollte nach möglichkeit schon eingehalten werden. Kurzversion: CEE - H07RN-F Kabel in 2,5mm² und FI-LS - danach darf man verteilen - wenn ein Wr danach vorhanden ist - muss hiernach nochmals ein FI/Ls vorhanden sein. - siehe z.B. ▷ Caravan und Motorcaravan nach DIN VDE 0100-721
@Volta dieser Adapter ist im Zubehörbereich vieler Campinghändler zu finden, und viele greifen da auch zu. Nach meinem Wissen ist er aber kein 2poliger FI/LS, der beide Leiter prüft und auslösen kann. Selbst wenn das funktioniert ist da immer noch die VDE Prüfung, die hier auch nochmals in den Raum geworfen wurde. Die Prüfung ist Pflicht, und die Fahrzeuge müssen dem genügen, allein schon aus versicherungstechnischen Gründen kann man es nicht “drauf ankommen lassen”. Es finden sich aber auch andere Argumente!
Das alles sieht anders aus, wenn du im Fahrzeug keinen Wechselrichter und 230V Geräte nutzen willst. Dann genügt wohl auch der CEE Eingang mit einem FI zur Absicherung. Bei mir alles ohne Gewähr