Planung einer PV mit Victron Ess (Anfänger)

Hallo zusammen,

Mein Name ist Stefan, ich komme aus Bayern und plane im Zuge einer Haus Sanierung mit neuer Elektrik und smart Home (Node Red) auch eine PV mit Victron ESS und optionaler Wallbox.

Ich bin noch ziemlich neu in dem Thema und dachte mir, dass ich hier genau richtig bin und würde mich freuen wenn man mir bei der Planung meines Projektes etwas Anleitung geben könnte.

Geplant ist ein System mit Notstrom und Schwarzstart Eigenschaft. Es sollte zur Not meine Wärmepumpe (7kw Wärme ~2.5kw elektrisch) und den üblichen Haushaltsbedarf eines kleinen 130qm Einfamilienhauses decken können. Da wir uns vor 2 Wochen ein E-Auto bestellt haben sollte Überschussladen ebenso möglich sein.

Ich habe mir folgendes überlegt:

~7kwp 9x AIKO 610w + 4x Meyer Burger Black 385w Module in Südausrichtung ohne Verschattung auf Garagen Dach mit 45Grad Neigung.

3x Multiplus 5kvA

1x Mppt 150/45 für die Meyer Burger Module

1x Mppt 250/60 für die Aikon Module

1x Cerbo GX

1x Lynx Distributor

1x Lynx Power In

2x pytes EBox 5.12kwh (für den Anfang)

1x EM2GO Home AC Wallbox 11kW (Modbus fähig)

Ich habe mal die KI bemüht, die mir folgendes Diagramm geliefert hat:

:smiley: Naja, also so grob die Richtung sollte passen…

Wären die Komponenten die ich mir überlegt habe so in Kombination zielführend oder habe ich mich total verrannt damit?

Viele Grüße

Hallo Stefan,

wenn du wirklich 3x MP5000 möchtest sind 10kWh Speicher viel zu klein. Selbst wenn du 3x3000er Multis nimmst sind 2 e-Boxen mMn zu sportlich.

Das mal als erster Denkanstoß.

Hallo dennibu, danke für deinen Kommentar. Ja das macht Sinn und ich habe 21kwh also 4x pytes EBox langfristig geplant. Anfangen möchte ich erstmal mit 10kwh und dann wenn am Ende der Sanierung noch Geld übrig ist auf 21kwh upgraden.

Du hast keine Alternative. Ich würde dir empfehlen dich festzulegen. Ich selbst habe 3x3000er Multis mit 4x US3000C (rund 13kWh) und stelle fest dass es mir die Akkus nicht danken. Andere Systeme mit 6x Us3000 haben nicht die Probleme wie ich dass Zellen wegdriften.

Ich bin der Meinung mit 3x3000er Multi bist du gut bedient. Deine Wärmepumpe ist 3-phasig? Aber dennoch sind 10kWh mehr als knapp bemessen.

Was mir spontan auffällt:

  • an den MP 5000er empfiehlt Victron 70 mm2 Kabel. Die angegebenen Kabelquerschnitte würde ich alle hinterfragen (je nach erforderlichen Längen und Strömen)
  • ein Distributor hat nur 4 Anschlüsse und das reicht nicht: 2x MPPT + 3 MP + Power In + Cerbo. Ich würde statt Lynx auf 2x Distributor gehen. Dann entfällt auch die fette Batteriehauptsicherung (oder man kombiniert Hauptschalter und Batteriehauptsicherung mit einem NH00 Sicherungslasttrennschalter)
  • da fehlt ein BMS auf dem Bild (ich vermute die Pytes haben eines?)
  • wozu die externen Sicherungen an den MPPT? Die Absicherung sollte der Distributor vornehmen
  • die Darstellung der Kabel von Batterie zu Lynx finde ich verwirrend. Das sieht ja aus, als wäre der Hauptschalter durch das zweite rote Kabel überbrückt.
  • die Batterie Hauptsicherung fehlt im Bild
  • falls Du über Erweiterung der Akku nachdenkst, müsstest Du später die bestehenden Batterie-Kabel rausreissen oder weitere parallel ziehen oder gleich größer auslegen. Was zum nächsten Punkt führt:
  • welche Anschlüsse haben die Pytes? Amphenol? Welche Querschnitte sind da im Handel verfügbar?

Wie @dennibu anmerkte: die 3 MPs mit je 70 A würden die Pytes bis zur Grenze den das BMS zulässt, ausreizen. Das nagt an der Lebensdauer. Kann man im ESS beschränken, begrenzt aber dann die MPs.

In welchem Umkreis um welchen größerem Ort planst Du das?

Du hast rel. wenig PV geplant, hast -Autos und Wärmepumpe

Jeglichen PV-Strom den Du dafür nutzt muss erst über die MPPTs, dann über die MP2 gewandelt werden - rel hohe Verluste

Zusätzlich verbrauchen 3 MP2-5000 auch im Standby rel. viel

Wir haben hier auch WP und Wallbox

Aus Erfahrung: gerade im Winter / Übergangszeit will man den PV-Strom selber nutzen, für die Batterie bleibt kaum was übrig

Ich würde keine MPpT nutzen, PV direkt auf 230V wandeln, über STring-WR wie z.B. Fronius - oder gar direkt über Micro-WR von Hoymiles, damit entfallen Verschattungsprobleme

Dann würde ich auf die 3phasige Notstromversorgung verzichten

Wir haben hier 25kWp, 30kWh Akku - aber nur einen einzigen MP2-3000 mit Zusatznetzteil zum laden

Im Winter verbraucht fast alles die WP,im Sommer reicht das um den Akku voll zu bekommen

Beachte dabei, dass Du in der Zeit, in der die Wärmepumpe heizen muss, sowieso viel weniger Solarstrom ernten kannst, als Du auch ohne Wärmepumpe im Haushalt verbrauchst. Und mit Notstrom aus dem Akku kannst Du die Wärmepumpe nur wenige Stunden lang betreiben, und den Heizungsausfall würdest Du bei so kurzer Ausfallzeit auch kaum bemerken. Wenn Du also die Heizung gegen Stromausfall absichern willst, dann wirst Du nicht umhin kommen, entweder eine zusätzliche Heizung wie einen Kaminofen einzubauen, oder Dir einen gerne mit Pflanzenöl betriebenen Stromgenerator anzuschaffen.

Du hast sonst nichts zu Deinem Lastprofil gesagt, was aber die allerwichtigste Voraussetzung für die vernünftige Planung einer PV-Anlage ist. Ein normales Haushaltsprofil kommt mit einer 1phasigen Anlage allerbestens zurecht. Der geringe Zusatznutzen, den Du aus einer 3phasigen Anlage hättest, kann die Mehrkosten der 3phasigen Anlage niemals amortisieren.

Mit einer 1phasigen Anlage, also maximal 4,6 kW WR-Leistung, kannst Du problemlos auch ein oder sogar zwei E-Autos über Nacht laden. Der durchschnittliche PKW in Deutschland wird weniger als 40 km pro Tag gefahren, und würde dabei als E-Auto dann 8 kWh pro Tag verbrauchen.

Für sehr wichtig halte ich einen ausreichend dimensionierten Akku. Deine 10 kWh sind viel, viel zu wenig. Ich habe in meinem Single-Haushalt bei 5,4 kWp Solarmodulen schon 15 kWh verbaut, und bin sehr froh darüber. Unter 16 kWh solltest Du nicht gehen, mit E-Auto gerne das Doppelte. 16 kWh Akku aus besten Materialien kosten bei NKON.nl nur noch ca 1.300 €, 32 kWh mit integriertem Feuerlöscher und Heizung kosten 3.000 €. Daran solltest du nicht sparen.

Hier würde ich wg der aktuellen Gesetzeslage insgesamt entweder knapp unter 7 kWp bleiben, oder - abhängig von Deinem unbekannten Lastprofil - gleich deutlich mehr PV-Leistung installieren. Die Grenze von 7 kWp definiert die Grenze, ab der Du einen fernsteuerbaren Smartmeter installieren musst. Darunter hast Du die Einschränklung, dass Du maximal 60% der installierten Solarleistung ind Netz einspeisen darfst. Aber das lässt sich mit einem Victron-ESS leicht lösen: mit hinreichend großem Akku kannst Du auch dann noch jeden Solarüberschuss ins Netz einspeisen. Du musst also nicht deshalb einen teuren 3phasigen WR installieren, damit ein hoher Überschuss ins Netz gespeist werden kann. Das geht auch anders.