Ich habe eine Inselanlage mit einer 1000Ah OPzS Bleibatterie und einem MultiPlus 24/5000 von 2017. Diese Anlage funktioniert seit 8 Jahren einwandfrei. Einen Stromanschluss gibt es weit und breit nicht. Deshalb Inselanlage. Die Technik entwickelt sich aber weiter. Deshalb suche ich eine parallele Lösung, um langsam von 24 Volt Blei auf 48 Volt LiFePo4 zu kommen. Meine Frage:
Könnte ich einen MultiPlus II 24/5000 für den Bleiteil kaufen und parallel dazu einen MultiPlus II 48/5000 schalten und beide parallel betreiben? Also Blei und LiFePo4 parallel aufbauen und parallel für die nächsten 8 - 10 Jahre betreiben. So lange wird meine OPzS Bleibatterie noch halten.
aber die kannst deinen alten multiplus weiterhin am blei-akku lassen, eine neues 48V-system zusaetzlich installieren und die beiden zusammen arbeiten lassen.
wenn du willst kannst du auch die ganze PV ans 48V-system anschliessen und einen mppt benutzen, um den blei-akku zu laden. der muss natuerlich irgendwie gesteuert werden, wobei es am einfachsten mit einem der groesseren mit 150/60 oder aufwaerts geht, da der ein relais hat, das man benutzen kann, um die ladung erst ab einer bestimmten spannung im 48V-system zu erlauben. und den strom kann man fest zwischen 0 und maximum einstellen oder ueber ein gx steuern lassen.
ich habe meine bleiakkus nach ca. 10-12 jahren rausgeworfen, weil die anschluesse zu stark oxidiert waren und ich auch saeure haette nachfuellen muessen. abgesehen davon, dass inzwischen ueber 6 von 36 zellen ausgefallen waren. das problem sind die dichtungen an den polen, wenn die mal undicht sind, erledigt der strom den rest!
ich habs noch nicht ausgerechnet, aber die akkus koennten mir doppelt soviel strom gespart haben, wie sie gekostet haben. jetzt kommt ein grosser li-akku rein mit 6 x 314 Ah.
Ich habe gelesen, dass man 2 gleiche MultiPlus II auf der AC Seite parallel schalten kann, wenn das Baujahr gleich ist. Warum sollte die Batteriespannung das jetzt verhindern? Kannst Du das etwas genauer erläutern? Die Parallelschaltung erfolgt ja nur am AC Ausgang, 230 Volt 50 Hz.
Nur Geräte des gleichen Typs können zusammengeschaltet werden, nicht nur das Baujahr ist relevant.
Zudem sollten die Geräte auch immer auf der gleichen Batterie angeschlossen sein.
Bei zwei Batteriebänken kann es passieren, das die eine Bank leer ist und die andere nicht und trotzdem schaltet sich das System ab bzw. Stoppt die Entladung des Akkus.
eigentlich kannst du dir frage selbst beantworten: wie soll das system dann den akkustrom berechnen, wenn der bei verschiedenen spannungen gemessen wird.
ausserdem kommunizieren die multis miteinander und wenn die da auch die dc-spannung vergleichen, geht das auf jeden fall schief.
aber du kannst sie in reihe schalten, das funktioniert prima, man muss dann nur abstriche bei der maximalen leistung machen! also eine so hohe ueberlast wie bei parallelschaltung ist dann nicht hurzzeitug moeglich, da nur maximal einer der multis in den ueberlastbetrieb gehen kann oder du musst das sehr schnell mit node-red ausregeln. aber trotzdem wirst du nie fuer ein paar sekunden die doppelte nennleistung ziehen koennen.
was meinst du damit “in Reihe schalten?” Das der neue MultiPlus II mit dem AC IN vom alten MultiPlus verbunden wird? Es geht hier nicht um Leistungserhöhung, sondern darum, das alte 24 V Bleibatteriesystem langsam in ein 48V LiFePo4 System zu migrieren. Die jetzige Wechselrichterleistung von 5000 Watt ist ausreichend. Beide Systeme sollen halt nur ein paar Jahre parallel laufen, bis die Bleibatterie den Geist aufgibt.
du kannst das 24V-system vor das 48V-system haengen und das 48V-system als usv konfigurieren und die eingangsstrombegrenzung auf minimum einstellen, dann kommt die hauptleistung vom 24V-system, ausser du ueberschreitest das eingestellt stromlimit!
das ganze geht natuerlich auch umgekehrt. so nutze ich schon seit ueber 3 jahren 2 drehstrom-systeme. nur bei mir kommt aktuell zuerst das 48V-system und dann das 24V-system und das bekommt dieses fruehjahr einen neuen akku, weil meine blei-akkus zu stark nachgelassen haben, zuviele zellen defekt sind und die kontakte zu stark oxidiert sind. aber immerhin waren die ueber 10 jahre in betrieb.
aktuell wird umgebaut und danach sieht es so aus: 48V → 24V → 48V. wobei mir nach dem 2. 48V-system dann bis zu 36-40 kW leistung und 50A zur verfuegung stehen! ausserdem bekommt jedes system einen automatischen bypass und die letzten beiden noch einen manuellen, damit ich die systeme ausser betrieb nehmen kann, ohne dass es zu einem kurzen stromausfall kommt. denn die automatik braucht 1-2s (einstellbar) zum umschalten!
du kannst aber auch ein system als ess konfigurieren, die ausgangsmessung des 1. multis als netzzaehler fuer das ess einbinden und damit die leistung erhoehen und so das 24V-system optimal nutzen. aber auch hier gibt es einschraenkungen. ist leider wie immer im leben, will man einen vorteil nutzen, bekommt man auch einen nachteil!
die ess-variante haette noch den vorteil, dass du von jedem system aus energie in das andere system uebertragen kannst um z.B. PV-leistung zu verschieben, weil ein akku bereits voll ist und der andere noch nicht!
mit den victron komponenten kann man eben viel machen, von dem der hersteller sagt, dass es nicht funktioniert!
aber ich wuerde an deiner stelle den 24V-akku ersetzen, wenn er ausfaellt. ich habe an meinem 24V-system z.B. auch viele dc-verbraucher haengen. das ist auch einer der gruende, warum ich es nicht ausser betrieb nehmen kann, abgesehen von den 8 wechselrichtern.
Wie sieht denn deine AC Verteilung aus?
Kann man da vielleicht die einzelnen Stromkreise mit überschaubaren Aufwand aufteilen?
Also ein Teil auf dem alten System und ein Teil auf das neue System?
So könnten beide Systeme unabhängig von einander laufen.
Das neue System muss aber auch von irgendwo geladen werden.
Ich nehme an, du hast da eine PV Anlage, planst du da eine Erweiterung oder willst du die vorhandene Anlage aufteilen?
Bist du dir da sicher?
Ich war vor 2 Wochen erst an einer Anlage mit OPzV Zellen die sind nun nach etwa 10 Jahren völlig am Ende.
(wobei ich da natürlich nicht weiß, wie die Akkus da in den ersten Jahren genutzt wurden)
Die Bleibatterie OPzS 24V 1000 Ah hatte ich 2018 gekauft und bis heute kann ich nicht feststellen, dass sie nachgelassen hat. Das ist natürlich nicht objektiv gemessen, da sie ja in den 8 Jahren immer stärker benutzt wird. Ich gehe aber davon aus, dass sie noch mindestens 5 - 8 Jahre, bei guter Pflege, überleben wird. Trotzdem möchte ich jetzt schon langsam ein weiteres System aufbauen, parallel zu dem Bestehenden.
Ja, ich könnte die Stromkreise trennen und sie langsam auf das neue, noch zu installierende, System umhängen. Platz für Solarmodule ist genug da.
Im Moment sammle ich die Möglichkeiten, dir mir bleiben von 24V Blei auf 48V LiFePo4 langsam zu wechseln. Wenn kein Stromanschluss weit und breit vorhanden ist, ist eine gute Planung sehr wichtig. Vom Internetzugang über Telefonanschluss bis zum Gefrierschrank hänngt alles von der Stabilität der Inselanlage ab.
auf den ersten blick sehen die akkus ja noch sehr gut aus. nur wie sehen kontakte genau aus.
das problem bei den akkus ist, wenn man die jeden tag bis 50% entlaedt und sie dann in 8 stunden wieder voll laden will, dann gasen sie und dabei geht nicht nur wasser, sondern auch saeure verloren!
hast du einmal die saeuredichte gemessen? abgesehen von der oxidation der kontakte ist das naemlich ein sicheres zeichen dafuer, dass sie mehr als nur pflege brauchen!
Die Kontakte sind noch sehr gut. Sie werden ja auch nicht bewegt. Die Säuredichte sollte ich mal wieder messen. Das stimmt. Ich selber hatte mit mehr Problemen nach 8 Jahren gerechnet.
ich hatte bei meinen akkus schon mehrfach die anschluesse gereinigt und gut eingefettet, aber das alle 6 monate zu machen, war mir dann doch auch zu bloed. zudem mir auch noch eine menge saeure entwischt ist. ich haette da zuviel nachfuellen muessen und die defekten poldichtungen haben es auch nicht besser gemacht.
ich hatte zwar den ladestrom gedrosselt, sobald der akku 90% erreicht hat, aber gegast haben sie trotzdem fleissig, ich musste ja auch jeden tag eine ausgleichsladung machen.
naja, ueber die 3 akkus sind ueber 2 millionen Ah bei 24V geflossen, damit haben sie ihre aufgabe mehr als gut erfuellt!
Meines Wissens nach entweicht bei Nassbatterien beim gasen nur Wasser, daher sollte man da ja auch immer nur Wasser nachfüllen, keine Säure, weil sonst die Säure immer stärker wird.
auch wenn nur 0,001% saeure verloren geht, es summiert sich und die oxidation am meinem rueckschlagventil sagt eindeutet, dass da nicht nur gas durch gegangen ist.
aber vieleicht haengt das auch damit zusammen, dass ich eine zentralentgasung an meinen akkus hat und da die warscheinlichkeit hoeher ist, dass auch saeure mit entweicht.
aber ohne saeureverlust laesst sich der erhoehte innenwiderstand und der kapazitaetsverlust auch nicht plausible erklaeren. ich wollte zwar mal nachmessen, bin aber nicht dazu gekommen. jetzt kommen li-akkus rein.
Bei guter Wartung entweicht normalerweise nur Wasser. Hat man aber zuviel Wasser eingefüll und die Batterie “kocht” danach, dann kommt Säure und Wasser ober aus der Batterie. Die größte Gefahr kommt aber ducrh den “Schlamm” der sich mit den Jahren unten absetzt. Der erzeugt im schlimmsten Fall einen Kurzschluss.
Bei einer Inselanlage ist die Batteriewartung ein zentrales Element. Je genauer man dort vorgeht und je sorgfältiger man den Säurestand prüft um so länger hat man Spaß an der Bleibatterie.
Dass Säure oben ausgetreten ist, sieht man am ehesten, wenn die Batteriepole “blühen”
Das beim Überkochen auch Säure verloren geht, ist ja klar, aber im normalen Betrieb eben nicht bzw. in so kleinen Mengen, das man lange Zeit ignorieren kann.
Nach ein paar Jahren die Säuredichte mal zu messen kann aber natürlich auch nicht schaden.
Eigentlich verstehe ich nicht, wie die Vor-Poster zur Einschätzung kommen daß dies nicht funktionieren sollte. Es funktioniert wohl, ein 24 Volt und ein 48 Volt System parallel zu schalten. Es gibt wohl auch Betreiber welche genau damit auch 15s und 16s Akkus kombinieren. Allerdings nur auf der AC Seite und wegen der unterschiedlichen Spannungen eben nicht auf der DC Seite.
Betrachte beide Systeme als unabhängige ESS. Eines davon könnte auch beim Nachbarn stehen. Es werden also auch zwei Cerbos benötigt. Die Verbindung zwischen beiden ESS ist nur eine AC Leitung. Das 24 Volt System kann das 48 Volt System aufladen und umgekehrt. Deine AC Verteilung brauchst du dazu nicht auftrennen. Die einzelnen ESS treten wahlweise als Erzeuger oder Verbraucher auf was ganz einfach über den Grid-Setpoint eingestellt wird.
Allerdings musst du dich entscheiden, welcher der beiden System das Netz als “Master” zur Verfügung stellt. D.h. eines der beiden ESS muß auf dem AC-Out angeschlossen werden, das andere ESS liefert über seinen AC-In wie das auch andere AC gekoppelte WR machen würden.
Wenn du sowieso ein Inselsystem hast: Es gibt wohl auch eine neue FW mit welcher ein Microgrid aufgebaut werden kann. Das könntest du auch mal anschauen. Meiner Einschätzung nach sollte es damit auch funktionieren. Beide Systeme sind dann über ihren AC-In gekoppelt was eine n-1 Ausfallsicherheit bringt. Es sollte einfacher zu bedienen sein, weil die Regelung autmatisiert über den AC Drift von Frequenz und Spannung erfolgt.
du hast zwar recht, dass man die auf ac-in-seite jederzeit parallel schalten kann, das ist aber nicht damit gemeint, gemeint ist, dass beide system an ac-in und ac-out parallel haengen und ueber vebus verbunden sind um die leistung zu verdoppeltn oder als 2-phasen-system zu arbeiten!
auf deine art kannst du beliebige speichersysteme parallel benutzen, das problem dabei ist nur, dass man entweder eine uebergeordnete steuerung benoetigt oder fuer jedes system einen eigenen smartmeter und die systeme entsprechend verkabelt sein muessen, denn nicht mit allen einstellungen wuerde das funktionieren und es hat auch nachteile, dass z.B. ein system bevozugt entladen oder geladen wird!
aber auf diese weise kannst du nur die nennleistung erhoehen, nicht die spitzenleitung, die man z.B. im inselbetrieb benoetigt!
ich habe auf diese weise ein 24/36/48 V-system zusammengeschaltet, allerdings nicht nur ac-seitig, sondern teilweise auch dc-seitig um die leistung zu erhoehen oder energie von einem system in das andere zu uebertragen. allerdings arbeitet jedes system normalerweise eigenstaendig. es ist aber sehr aergerlich, wenn im winter mal die sonne rauskommt und dann energie verloren geht, weil man sie nicht von einem system ins andere bekommt!
aber das ganze hat auch den vorteil, dass ich bei ausfall eines wechselrichters trotzdem den akku des anderen systems mitbenutzen kann. bei mindestens 2 kW transferleistung auf DC-seite kann ich damit dann immer noch die volle akkukapazitaet aller 3 akkus nutzen!
Ich würde es auch seriell machen aber so das Primär das LiFePo System wegen der höheren Zyklenfestigkeit und dem erheblich besseren Wirkungsgrad sowie der höheren Ladeleistung primär verwendet wird und das Bleisystem nur noch als Ersatzsystem mit läuft wenn der LiFePo-Teil nicht reicht.
Bei der Ladestromverteilung muss man aber darauf achten das immer der gesamte Ladestrom noch von beiden Akkusystemen aufgenommen werden kann, da vermutlich der Blei-Teil nicht so große Ladeströme verträgt und langsamer geladen werden muss. Damit nichts von der PV “verloren” geht sollte die nicht in den Bleiteil ladbare Leistung dann noch in den LiFePo-Teil fließen.
Aber da Dein Bleiteil eh 1000 Ah groß ist dürfte auch ein MP2-5k nicht ausreichend sein den Akku an die Ladegrenze zu bringen und damit erübrigt sich wohl meine Überlegung in meinem letzten Absatz.
Was mir noch einfällt, ich denke paralleles Arbeiten ist gar nicht zwingend notwendig.
Bei 5000 die die MP2 liefern sind eh nur rund 21 A drin. Da der Eingangsstrom 50 A ist und der Ausgangsstrom auch höher sein darf kannst Du theoretisch hinter der Kette 10 kW mindestens umsetzen, die 5kW die der erste liefert + weitere 5 kW die der 2. liefert.
Hast Du noch etwas am AC In des ersten wären hier 50 A * 230 V ~ 11,5 kW die in den 2. geliefert werden möglich.
Damit wären dann 16,5 kW am Ende mit Unterstützung durch den 2. MP2 möglich.
PS: Es müsste eigentlich kVA lauten und nicht kW .