Netzausfall Multiplus II 3-phasen System SMA PV

Das ist ein guter Punkt, über den ich auch schon nachgedacht habe. Der Kunde wird sicher nichts dagegen haben.
Gute Idee, mal direkt bei SMA nachzufragen!

Außer Verdrahtungsaufwand sehe ich bei dieser Lösung kein Problem und im Ersatzbetrieb würden 12 kW PV-Leistung komplett ausreichen.

Also heißt das, weil alle Regeln mit dieser Konfiguration eingehalten wären, müsste das System bei Netzausfall problemlos damit umgehen können?

Ich meine die Frequenzgeschichte kam mit der Überarbeitung der ar-n4105 im Jahr 2011. seit da sollten alle WR die nach 4105 am Netz gekoppelt sind die Leistungsreduzierung beherrschen.

Ich würde nicht ausschließen dass ein FW Update Abhilfe schafft. Steht denn irgendwo bei den Ländereinstellungen der SMA sowas wie: 2011-08 oder :2018-11 ?

Die Leistungsreduzierung ist seit 2011 kein Feature sondern ein Muss.

Mit der Aufteilung je 12 kW AC-in und AC-out wären Regeln mit MP2 und Batterie eingehalten.

Zudem müsste aufgrund der AR-N 4105 der SMA die lineare Leistungsreduzierung beherrschen. Bitte kläre das mit SMA.

Dann wäre es sicher.

Es gibt Neuigkeiten :wink:

Ja du hast Recht, ich habe mich jetzt mal auf die SMA-WR geschaltet und das überprüft.
Ein paar Screenshots sind angehängt.

Es ist sogar so, dass es die Einstellungen extra für Inselbetrieb gibt (siehe Bilder).

Ich habe jetzt mal nachgeschaut, wie die Einstellungen im Fronius Microgrid sein sollen und das angepasst auf 51,0 Hz bis 52,7 Hz.

Dann ist mir allerdings aufgefallen, dass meine Konfiguration der Multipus wie im Screenshot zu sehen ist, von 50,2 Hz bis 55 Hz geht.
Ich weiß aber nicht ob ich die Einstellungen richtig interpretiere?!

Perfekt, Leistungsreduzierung ist geklärt. Ich muss nur noch die Einstellungen prüfen und einen Test durchführen.

Allerdings klappt das mit der Aufteilung der zwei Wechselrichter doch nicht, da es einen EVU-Zähler für gesamte Erzeugung gibt und beide erst darüber laufen müssen.

Danke für den Tipp.

Ich habe das mal überprüft, die Wechselrichter haben tatsächlich nur RS485, weshalb ich zwingend über den Solarlog gehen muss.

Nein, die Angaben sind in %. Aber das ist eigentlich egal, die Multis wie auch die SMA müssen im geforderten Länderprofil bleiben wenn sie auch Netzparallel betreiben werden. Das MG50 ist auch nur für reinen Inselbetrieb gedacht.

Was du vermutlich meinst sind die Einstellungen im PV- bzw. ESS Assistent. Gehe deinen ESS Assistent durch und gib die AC PV an, dann wird nach dem Frequenzbereich der Leistungsreduzierung gefragt, diese Werte sind standardmäßig auf das MG50 ausgerichtet du kannst die aber an den SMA anpassen.

Und dann muss man es eben ausprobieren. Bei passendem Wetter mit einer Hand an der Sicherung der SMA beobachten…..sieht aber vielversprechend aus

Ja richtig, habe auch gerade erst verstanden, dass die Inselparameter bei SMA nur gelten, wenn der Gridcode auch auf Insel gestellt wird, ansonsten kann der Tripower ja nur nach VDE-AR-N4105 agieren.

Also müsste ich rechnerisch Droop auf 3% stellen, dass die Kennline von 50,2 bis 51,5 Hz geht.

An den Gridcode Einstellungen vom MultiPlus musst du gar nix ändern, die relevanten Einstellungen sind, wie schon mal geschrieben, im ESS Assistent.

Hätte ich nicht so verstanden,

Wenn der SMA das macht dann funktioniert das auch mit der Leistungsreduzierung. Die ar-n 4105 beinhaltet seit 2011 die Pflicht zur Leistungsreduzierung.

Ich kenne die SMA nicht wirklich gut, aber ich hätte das so verstanden dass diese Insel Parameter im aktuell eingestellten Ländercode auch greifen. Vielleicht war das mit der 4105 2012 noch zu neu mit der Leistungsreduzierung…..

Aber du darfst und brauchst nicht von der 4105 abweichen. Probiere es doch einfach aus, wenn es dir zu unsicher ist weil du vielleicht Umbauarbeiten machen musst und Angst hast es klappt nicht dann mache ein Update an den SMA. Es funktioniert mit jedem Handelsüblichen WR nach aktueller ar-n 4105.

Ich hatte es so verstanden, dass wenn
der Fronius auf AC_out des MP2 angeschlossen ist
UND Fornius und GX-Geräte per ModBus kommunizieren,
dann im Froniusm MG50 eingestellt wird.

Während das Netz-Betriebs steuert das GX den Fronius per ModBus.
Bei Netzausfall, trennt der MP2 und steuert den Fronius per P(f), also MG50.

Wie gesagt, nur wenn beides zutrifft: Fronius hinter MP2 und Integration per ModBus.

Sollte eines nicht zutreffen, also Fronius parallel zu MP2 oder keine ModBus-Verbindung, dann muss natürlich der ortsübliche Grid Code im Fronius eingestellt werden.

In aktuell MP2-Firmware muss man entweder den ESS-Assistent mit Option PV auswählen (der jetzt auch einen PV-Assisten enthätl) oder den PV-Assisisten. Im ESS-Assistent mit Option PV gibt man dann die Leistung der Fronius an. Ich bin mir nicht sicher ob je MP2 - also 1/3 - oder die Gesamtleistung.
Bitte gnau lesen. Das hat sich in den Letzten zwei Jahren geändert.

Haben denn die sma keinen Eingang für den rundsteuer Empfänger? Sonst könntest du doch mit den Relais des cerbo oder des multiplus die Drosselung darüber aktivieren? Nicht sehr genau aber es würde gehen.

Oder den/sma ebenfalls über Modbus regeln =>

Claude

ja stimmt, das wäre ein guter Plan B.

Hmm, ich nicht. Die Modbusverbindung kann ja ausschließlich die Wirkleistung steuern, dynamische Netzstützung und Blindleistungsregelung (Q/U) etc. geht nur über den Ländercode. Die Victron schalten die Fronius zwar korrekt vom Netz aber alle anderen Anforderungen erfüllt das MG50 eben nicht, somit ist nach meinem Wissen MG50 nur in reinen Inselnetzen zulässig. Die Modbusverbindung ist dabei nicht relevant außer man muss eine Nulleinspeisung realisieren, aber auch dann ist mg50 am Netz nicht zulässig.

Ergänzung zur Akku-Dimensionierung:
Die VA-Leistung des Akkus ergibt sich aber ausschließlich aus dem maximalen Lade-, bzw. Entladestrom des Akkus. Dieser ist bei den Akkus aber komplett unterschiedlich. Wenn ein Akku z.B. einen maximalen Ladestrom von 300A (rund 15,6kVA) unterstützt, so wir er den Peak einer 12kW Anlage locker wegstecken.
Ich gehe daher bei der Akku-Planung nicht von der Akku-Kapazität , sondern ausschließlich von den unterstützen Lade- und Entladeströmen aus.
So packt ein BVD LVL mit 15,4kW Kapazität einen durchgängingen Ladestrom von 250A, im 5 Sekunden Peak jenseits der 300A Marke (bei der Entladung sogar 375A).
Deine Pylontechs liegen bei 100A. DIes ergibt bei 6 Akku 31,2kVA. Da der Peak noch um einiges höher liegt, sehe ich bei Dir eigentlich keinerlei Bedenken. Die Multis bei Dir bringen allerings nur 21,8kVA Lade-Leistung, sind daher meiner Meinung nach für eine 30kW Peak-Anlage unterdimensioniert.

Sollen/dürfen die Wechselrichter nicht mehr ins Netz einspeisen oder gibt es irgend einen anderen Grund warum beide am AC-Out hängen sollen?

Einer am AC-Out würde die Ladeleistung der Multi nicht übersteigen und sie würden die maximale Ladeleistung aus dem Wechselrichter des AC-In ziehen (Rest ginge ins Netz). Das wäre aus meiner Sicht dann vernünftiger, oder ich würde größere Multis einsetzten, die die Ladeleistung beider Wechselrichter schaffen.

Interessant, das macht für mich Sinn.

die 21,8kVA Leistung reichen mir aus, da die Anlage zwar 30kWp hat aber in den letzten Jahren nie über 24kW brachte.
Bei einer Grundlast von über 2kW sollte das also kein Problem sein.

Doch, die dürfen ins Netz einspeisen und das wird sogar ordentlich vergütet.
Die Anlage ist von 2012 und hat die Regelung, dass sogar der selbst erzeugte und auch verbrauchte Strom vergütet wird.
Daher müssen beide Wechselrichter aber auch zwingend über den EVU Erzeugungszähler laufen, also beide entweder an In oder Out.

Ich habe diese Woche ein Netzanalyse-Gerät zur Verfügung und werde Ende der Woche das genaue Verhalten der MPs herausfinden, also wie sich die Frequenz verhält.

Die Wechselrichter müssen nicht zwingend beide gleich an IN oder OUT hängen. Der EVU-Zähler hängt ohnehin vor beiden. Daher spielt die Anordnung bzgl. der Einspeisung keine Rolle.
Sofern Du einen an IN hängst und den andern an OUT, so hast Du zumindest kein Überlastungsproblem, wenn das Netz ausfällt.