Multiplus mit CAN-BMS, Ladegeräteinstellungen in VE Configure

Ich habe jetzt mein ESS kurz vor Fertigstellung und hätte noch ne Frage bzgl LAdegeräteinstellungen in VE Configure.

Mein System besteht aus einem Multiplus II 48/5000, Ekrano GX, REC-BMS 2Q 16S mit 16 Stück EVE MB31 Lifepo4 Zellen. (und Fronius Smart Meter per Modbus TCP)

Das BMS ist per CAN verbunden, DVCC ist aktiviert ebenso SVS, STS und SCS.

Folgende Spannungseinstellungen sind im BMS hinterlegt standardmäßig:

Bei DVCC steuert ja das BMS alle Ladeparameter. Haben dann die Einstellungen in VE Configure unter Ladegerät überhaupt noch eine Auswirkung?
Hier hab ich vor einiger Zeit mal bei der Erstkonfiguration nach Vorschlag die von meintechblog.de die Konstanstspannung auf 55,2V und die Erhaltungsspannung auf 54,4V gesetzt. Ist das obsolet? Falls nein, was wäre euer Vorschlag für die Einstellungen? Die Spannungswerte von meintechblog.de sind ja eher konservativ, die Voreinstellung im REC läd ja höher. Falls die Konstantspannung trotz DVCC noch greifen sollte, passt da ja nicht mit Balancing END Voltage zusammen, oder?

Ich hab mal noch den Export der Multiplus Konfig angehängt. Vielleicht mag da ja mal noch ein Victron Erfahrene darüberschauen, ob irgendwo noch ein Schnitzer ist :slight_smile: Zum Beispiel Enable battery monitor, das kann ich eigentlich abwählen, oder?

Vielen Dank schonmal!

Konfig_Export.TXT (2,7 KB)

hallo,

du kannst immer noch den maximalen ladestrom der einzelnen geraete begrenzen, den summenladestrom steuer das gx, das gilt auch fuer die spannung, sobald ein bms angeschlossen ist!

die ladespannungen wuerde ich auf sichere werte einstellen, also 51V bei einem 15s system und 54V bei 16s, damit es bei ausfall der steuerung nicht zu problemen wegen zu hoher zellspannungen kommt.

tschuess

Das BMS steuert nicht die Ladeparameter … es gibt nur die Max-Werte vor .. bzw. verhindert, das diese überschritten werden..es teuert nur das Balancing.

Regeln tut das DVCC.. dort kannst Du die max. Ladespannung und den max. Ladestrom vorgeben. Und ein Max-Zellspannung von 3,85 halte ich für zu hoch…

Man sollte eigentlich 3,5 V nicht überschreiten.. auch um den Akku zu schonnen ;O)))

Meinst du mit potentiell ausfallender Steuerung das BMS? Ich gehe davon aus, das ESS läd dann überhaupt nicht mehr?

Ja, die 3,85V sind definitiv zu hoch. EVE gibt im Datenblatt folgende Spannungswert vor.

  • 3,65V When the cell voltage reaches 3.65 V, stop charging
  • 3,7V BMS alarms
  • 3,75V Reduce cell charging current or power
  • 3,8V Cut off the current, force the cell to stop working and lock the BMS until the technician solves the problem.

3,5V als Ladeendspannung sind dann denke ich ok. Heißt, im REC stelle ich dann Balancing END Voltage auf 3,5V und im Victron System Konstantspannung auf 56V. Balancing START voltage würde ich dann auf 3,4V setzen und mal beobachten wie sich die Zellen verhalten.

Wie sollte ich dann die Erhaltungsspannung einstellen? Unterhalb der Balancing Start Spannung? Ich würde sie fürs erste auch mal auf 3,4V bzw bei den 54,4V belassen.

hallo,

wenn das bms ausfaellt, werden alle ladegeraete deaktiviert! dann kommt von dort kein strom mehr!

das ist einer der gruende, warum ich inzwischen meine 48V PV an einem eigenen cerbo haengen habe! dort ist kein bms angeschlossen. ich hatte zwar mal eines emuliert, aber das ist dann auch mal ausgefallen, deshalb kommt da auch kein bms mehr dran. allerdings wird die PV weiterhin nach den daten aus 2 bms-systemen der akkus gesteuert!

das problem faengt ja schon damit an, dass eines der BMS von einem akku immer als offline angezeigt wird, obwohl das nicht stimmt!

tschuess

Hallo Bernie, das REC ist wie das Boostech eine andere Kategorie BMS als JK/Daly etc. Es ist halt nicht nur ein BMS, sondern auch ein Laderegler.

Ich betreibe den 2Q schon über 2 Jahren an einem Victron ESS, absolut problemlos.

Das REC gibt die Ladeparameter dem Victron vor. Das REC sagt wie viel Ladestrom und Spannung stehen sollen. Was es “leider” auch komplexer macht. Wichtig ist zu Wissen, dass der Ladestrom am Ladeende der Balancerleistung angepasst wird, daher ist das Akkupack am Ladeende oft nur noch mit 2-3A am Laden. Dies auch, weil das REC (Einen zu unrecht) verteufelten passiven Balancer hat, ist die Balancerleistung nur um die 1A pro Kanal, wenn der BMS zu warm ist, sinkt diese Leistung auch. (Mein BMS ist auf einem Kühlkörper montiert, aber nur weil ich 32Zellen/280Ah 2x16 fahre)

Die Ladeschlussspannung “End of Charging” soll mit der “Balancing END Voltage” gleich sein laut Manual, habe ich bei mir aber nicht so. (3.6V, weil es beim Ladeende doch auch mal kleine überschwinger gibt, daher diese Spannung etwas höher.)

Ich lade meine Zellen bis 3.5V, einmal im Jahr im Winter gibt es ein TOP-Balancing welches ich manuell mache.

Die Konstantspannung oder auch “Charge float voltage coefficient” CHIS bei REC stellst du mit einer Zahl als Verhältnis ein. Ich habe das bei 0.2.

Werte im Victron DVCC sind alles MAX-Werte, das BMS wird diese nie übersteuern können, daher setze die Grenzen da. (Bei mir 210A und 58.4V)

P.s. Wenn du in der Victron Remote-Konsole→BMS→Parameter schaust, sind die Regeldaten Spannung und Strom welches das REC im Victron freigibt aufgeführt. Diese Zahlen sind dynamisch und passen sich immer anhand vom Batteriezustand an.

Gruess Sascha

Und meine BMS Einstellungen: (Ich betriebe mein Akku mit sehr engen Werten, was bisher aber kein problem war. Ich mag keine grossen Spannungsdifferenzen etc., aber das ist auch für mein persönliches Wohlbefinden)