Multiplus 2 - alle Lasten an AC out 1 (critical Loads) jedoch ohne ESS Regelung am AC in

Hallo Dieter,

das mit der Splittphasen Configuration habe ich noch nicht gefunden. Ich bearbeite den MP mit VEconfig und allgemeine weitere Einstellungen über die RemoteConsole.

Aktuell läuft der MP noch ohne ESS und ist auf Inverter geschaltet. Die Phasen In und Out habe ich heute Vormittag immer wieder mal gemessen und die scheinen immernoch synchron zu sein (kein Spannungsunterschied messbar).

Wenn ich von Hand den Betriebsmode von “ON” auf “INVERTER” stelle und auch wieder zurück bzw. umgekehrt, dann funktioniert das unterbrechungsfrei, soweit meine Geräte mir das sagen.

Wenn das nun auch bei Überlast automatisch geht, dann wäre das schon meine Lösung, mit der ich leben könnte :slightly_smiling_face:

Am liebsten würde ich gerne mal testen, wie der MP sich verhält, wenn eine Überlast anliegt, aber ich kann für meinen Test eine so große Last nicht generieren…

hallo,
die umschaltung arbeitet zwar unterbrechungsfrei, aber nicht verzoegerungsfrei und genau darin liegt das problem bei ueberlast!

deshalb brauchst du fuer den fall auf jeden fall die ess-konfiguration!

ohne ueberlast oder bei geringer ueberlast ist das allerdings kein problem.

tschuess

@stbu Bitte befasse dich zunächst noch mal intensiv mit allen Anleitungen der Geräte und Programme die du nutzt.

Die Einstellung unter “advanced” ist übrigens nicht für diese Anwendung gedacht, da ist auch direkt ein Link zur Anleitung, da mal drauf klicken und lesen, lesen, lesen.

Im ESS mit Netzverbindung lassen sich kleinere Bezüge aus dem Netz nicht verhindern, da das System keine unendlich schelle Reaktions- und Regelzeit hat.
Das ist physikalisch einfach nicht möglich.
Diese Energie “verpufft” auch nicht, sondern wird in deinem System ja genutzt.
Vor allem wenn du bei dir auf L3 noch Verbraucher hast und der Netzzähler saldierend ist sollte das keine Rolle spielen.

Minimieren kann man das nur, in dem man die Netzverbindung trennt, hat dann aber wieder andere Probleme, da das zuschalten vom Netz im Falle einer drohenden Überlast auch wieder ein paar Sekunden dauert und die Überlast dann schon zum Abschalten führen kann.

Was mir einfällt warum den MP 2 nicht für Insel mit Generatorbetrieb konfigurieren und das Netz dann als Generator betrachten. Man müsste ein Schütz davor schalten und über den Generatorstartschalter ein das Schütz dann einschalten. Könnte das funktionieren?

hallo,
koennte man zwar machen, aber den multi ueber das gx von inselbetrieb auf netzbetrieb umschalten ist wesentlich besser, weil es dann keinen spannungsausfall gibt. das sind zwar nur max ein paar perioden, ist aber besser.

das ganze kann man einfach mit node red realisieren.

tschuess

Das widerspricht ja nicht meiner Aussage. Der Generatorbetrieb wird ja nur benötigt wenn die Batterie nicht mehr genug Ladung hat.
Aber einen Ausfall gibt es ja so nicht. Der Victron übernimmt die Vollversorgung so lange bis er entscheidet das das nicht reicht. Dann wird der Generator gestartet (das Netz dazu geschaltet). So gesehen gibt es nur Probleme wenn eine Überlastsituation für den Victron auftritt oder die Victrons ausfallen.
Ich weiss aber nicht wie sich der GX verhält wenn man das Netz nicht weg schaltet. Wenn es weg ist versucht der GX ja erst gar nicht dieses zu benutzen. Erst wenn er meint, jetzt muss doch aber Strom von wo anders her kommen, könnte man mit dem Generatorkontakt und einem Schütz den Start eines Generators simulieren.
Die Lösung kam mir auch deswegen so elegant vor da hier in meinen Augen keine Speziellen Einstellungen notwendig sind.
Und wenn einem das Inselsystem nicht mehr gefällt wird das Schütz überbrückt der Victron umgestellt und man hat den normalen Netzbetrieb.
PS: Der und die Victron bezeichnen hier die Anlage aus MP und ggf. GX.

hallo,
wenn ich das richtig in erinnerung habe, gibt es auch einen assistenten, damit der ac-in ignoriert wird.

wird das mit einem schuetz vor dem multi gemacht, gibt es immer einen kurzen stromausfall. das sind zwar wohl immer weniger als 100 ms, je nach konfiguration auch weniger, aber der ausfall ist lang genug, dass er z.B. von usvs hinter dem multi registriert wird und sie kurz auf usv-betrieb umschalten. das gilt auch fuer weitere multis dahinter. ich habe den fehler einmal gemacht und weil mein usv-akku nicht voll genug war, war alles aus!

deshalb sollte man die abschaltung vom ac-in immer ueber den multi machen und nicht ueber irgendwas davor! dann gibt es naemlich keine probleme! auch wenn die meisten geraete auf einen so kurzen spannungsausfall nicht reagieren.

tschuess

Ich dachte es geht darum das ständige hin und herregeln (pendeln von Einspeisung und Verbrauch) zwischen Netz und Inverter zu verhindern.
Das geht meines Wissens nach nur durch generelles Trennen vom Netz so das der Inverter im USV Modus nur mit Batterieversorgung (mit PV Unterstützung) läuft. Dann regelt der Inverter auch entsprechend schnell nach.
Und die Netztrennung sollte auch kein Problem sein da der Inverter in 10-20 ms nachregeln sollte.
Man sollte halt sicher sein das dann Überlastungen ausgeschlossen sind oder durch zuschalten des (Generator)-Netz übernommen werden.
Das kann der Inverter bzw. die Steuerung ja auch erledigen, dauert dann aber bei einem Generator zwischen ein paar Sekunden bis mehrere Minuten und bei einem Schütz ein paar 10-100 ms.

hallo,
es macht aber einen verdammt grossen unterschied, ob der multi das netz trennt oder ob es hart durch ein schuetz vor dem multi getrennt wird.

da der multi immer eine gewisse last aus dem netz zieht und er erst einmal feststellen muss, dass das netz ausgefallen ist, erfolgt die vollversorgung vom multi auch verzoegert! und bei mir haben alle usv-geraete im netz den kurzen stromausfall bemerkt und auf akkubetrieb umgeschaltet!

wenn aber der multi die koppelrelais abschaltet, hast das keinerlei auswirkung auf die verbraucher. nicht mal eine usv bekommt dann von der umschaltung etwas mit!

deshalb immer erst den multi auf inverter only stellen und dann erst den eingang stromlos schalten, nie umgekehrt!

tschuess

Schrieb ich nicht das der Multi auf Inselmode gestellt werden soll? Nur dann funktioniert das mit dem Schütz richtig.
Der Victron Kram sorgt ja dann selber dafür wann das Netz als simulierter Generator dazu oder abgeschaltet werden soll und das wird er dann schon in der richtigen Reihenfolge machen.

hallo,
nein, du wolltest den inselbetrieb ueber das schuetz steuern und nicht ueber den multi!

das schuetz, das dann eigentlich nicht noetig ist, koenntest du an acout2 haengen, da der normalerweise im inselbetrieb abgeschaltet wird!

tschuess

Ich glaube wir schreiben aneinnander vorbei.

Natürlich wird kein Schütz am ACin benötigt wenn der Victron mit einem dauerhaften Netz am ACin auch im Inselbetrieb laufen kann und im Inselbetrieb seine internen Relais am ACin abgeschaltet lässt.

Das Schütz ist als “Generator erzeugt Energie”-Simulator nur notwendig wenn der Victron nicht damit zurecht kommt und das ACin immer einschaltet wenn Energie am ACin zur Verfügung steht.

Ein Generator am ACin läuft ja nur wenn man Ihn startet. Im Inselbetrieb macht das aber nur Sinn wenn die Batterie nicht genügend Ladung besitzt und/oder die Leistung der Inverter(+PV) nicht ausreichend ist den Verbrauch abzudecken.

Wie läuft es denn sonst?:

  • Inverter merkt zu wenig Ladung
  • Anforderung Leistung über ACin
  • Generator Start anforderung von Victron
  • Generator startet und läuft warm (üblicherweise ein paar Minuten)
  • Generator bietet Leistung an ACin an
  • Victron synchronisiert interne Netz mit ACin
  • Victron schaltet ACin Relais ein
  • Victron überlässt die Lieferung dynamisch dem Generator und lädt Batterien
  • Victron Batterielevel ist über Level zum Abschalten des Generators
  • Victron übernimmt Leistung und generator hört auf zu liefern (Frequenzerhöhung) (0-Einspeisung am ACin)
  • Victron trennt interne Relais am ACin
  • Victron gibt Generator Stop Anforderung
  • Generator nimmt Lieferbereitschaft zurück
  • Generator schaltet ab

Wenn man aber nun ein normales Netz hat dann nutze ich zur Simulation von Generator bietet leistung an und Generator nimmt Lieferbereitschaft zurück einfach ein Schütz am IO für den Generatoranschluß des Victron.
Was ich aber derzeit nicht weiss genau der Anschluss funktioniert. Ist das ein einfaches Signal welches der Victron für Start/Stopp verwenden kann dann ist es einfach. Komplexer wird es wenn Victron tatsächlich versucht den Generator über die Frequenz abzuschalten.

Wie gesagt, geht es ohne Schütz, super. Wenn nicht sollte es mit einem Schütz gehen.

PS: Die Dinger in ordentlicher Leistungsklasse sind auch nicht gerade günstig. Daher würde ich auch lieber auf so was verzichten wollen :innocent:

PS: Ich weiss leider mangels Erfahrung nicht wie sich die Victrons tatsächlich verhalten. Möglicherweise sind ein paar Punkte überflüssig. Man verzeihe daher wenn ich nicht ganz korrekt liege. Im groben sollte es aber passen.
Naja das artet auch mehr aus als ich dachte und wollte es gar nicht so sehr ausführen.

hallo,
was die verzoergerungen in kombination mit der generatorsteuerung angeht, kann ich dir nicht sagen.

aber ich wuerde das ueber node-red steuern, das hat naemlich mehrere vorteile.

wenn du das system als ess konfiguriert hast, was aber probleme mit dem generator machen kann, kannst du den eingangsstrom langsam von 0 bis max generatorstrom hochfahren. du musst den generator also nicht im leerlauf warmlaufen lassen und kannst sofort eine bestimmte mindestleistung abnehmen. die usv-funktion deaktivierst du aber am besten.

sobald du das system von inverter-only auf ein stellst, wird er den generator zuschalten, sobald das system sich synchronisiert hat. das system wird auch immer den eingestellten maximalstrom ziehen, solange es die leistung im akku speichern kann, unabhaengig der last. die leistung des generators ist also nicht dynamisch, sondern statisch, solange ein entsprechender bedarf besteht!

fuer die steuerung kannst du die relais und die digitaleingaenge des gx benutzen. entweder mit niederspannungs-dc-schuetzen und optokoppleren oder koppelrelais.

wichtig bei der steuerung ist lediglich, dass das system wieder auf inverter-only schaltet, bevor der generator abgeschaltet wird.

der inverter hat auch mit der steuerung selbst nichts zu tun, die muss ueber das gx anhand des soc und der akkuspannung, bzw. der zellspannungsdifferenz erfolgen!

der generator veraendert seine frequenz auch nicht, ausser eventuell mal kurz bei lastschwankungen und wenn du das system wieder auf inverter-only umstellst, bzw. ein relaisassistent den ac-in trennt, dann fallt die leistung des generators sofort auf 0!

ob du jetzt die victron-steuerung dafuer benutzt oder das ganze ueber node-red steuerst ist im prinzip egal. nur mit node-red bist du definitiv flexibler, da du dann auch die zeit und die lasten in die steuerung einbeziehen kannst.

es macht naemlich keinen sinn, zuerst 10 kWh aus dem akku zu ziehen um sie dann direkt ueber den generator wieder nachzuladen. sinnvoller ist es dann, die grossen verbraucher gleich ueber den generator zu versorgen und dabei den akku nach zu laden!

tschuess