Hallo,
vor einiger Zeit habe ich mein MS-II System inkl. ESS mit einem weiteren MPPT und zugehörigen PV-Panels erweitert. Alles funktioniert einwandfrei. Nun habe ich folgendes beobachtet: Haben die Akkus, 4x Pylontech US3000C, eine Ladung von größer/gleich 98% schaltet sich der neu dazu gekommene MPPT, ein MPPT 250-60 TR, in den Absorptions-Modus. In diesem Modus wird die Leistung des MPPT 250-60 stark reduziert obwohl die Leistungsfähigkeit des MS-II 48-3000 noch deutlich unterhalb der Leistungsgrenze von ca. 2.400W ist. Der andere MPPT 150-35 bleibt im Bulk Modus. Da die Leistungsgrenze des MS-II 48-3000 bei weitem noch nicht erreicht ist, hätte ich erwartet, das die überschüssige PV-Leistung ins Netz eingespeist wird. Verringert sich die Akku-Ladung unterhalb einer ca. Grenze von 98%, so schaltet der MPPT 250-60 auch wieder zurück in den Bulk Modus.
Mein MS-II System: 1x MS-II 48-3000 GX, 1x MPPT 150-35, 1x MPPT 250-60, 4x Pylontech US3000C, Netz: EM24 Grid Meter per LAN (3 Phasen Regelung), am MS-II critical Ausgang 1x Balkonkraftwerk mit Wechselrichter über EM24 - 1-phasig per LAN-Verbindung. Der MPPT 150-35 ist direkt per ve.direct am MS-II angeschlossen, der MPPT 250-60 ist per Duppa ve.direct to USB am USB Anschluß des MS-II angeschlossen.
Die Einstellungen in der Konfiguration des MS-II: DC-System vorhanden = ja; Wechselrichterleistung begrenzen = nein; DC und AC gekoppelte Überschusseinspeisung = ja; Systemeinspeisung begrenzen = nein; Einspeisebegrenzung aktiv = nein.
Es sind keine Fehler eingetragen und alles funktioniert sonst einwandfrei.
Frage: Warum wird die Leistung des MPPT 250-60 nur in Abhängigkeit der Batterie bei größer/gleich 98% bereits stark reduziert. Der MPPT 250-60 wird auch nicht besonders warm und ebenso erwärmt sich der MS-II nicht sonderlich, auch der Lüfter des MS-II läuft in dieser Situation im normal Modus recht ruhig.
Den MPPT 150-35 habe ich bisher fast noch nie im Absorptions-Modus gesehen. Die DC Überschussleistung auch bei 100% Batterieladung wurde immer ins Netz eingespeist.
Hallo Bjoern,
vielen Dank für Dein schnelles Feedback.
Hier die Werte:
CVL = 53,2 V
CCL = 148 A
Die an den MPPTs per SmartphoneAPP ausgelesenen Batterie Spannungswerte von MPPT 150-35 und MPPT 250-60 sind quasi identisch. Differenz von beiden MPPTs sind maximal mal 0,01 - 0,02V.
Der MPPT 250-60 schaltet in den Absorption-Mode selbst dann, wenn keine hohe Sonneneinstrahlung da ist und am MPPT 250-60 vielleicht nur 300-400 Watt anliegt und somit der Grenzwert des CCL bei weitem nicht erreicht oder gar überschritten ist.
“schade”, dann finden wir den Fehler evtl. nicht so schnell. CVL 53,2V * 148A (~7.800VA) erklärt die Reduzierung nicht.
Welche Spannung messen
BMS
MP2
MPPT1
MPPT2
dein Multimeter jweisl an den Anschlüssen der Geräte?
Ist evtl die Kommunikaiont zum MPT 250-60 unterbrochen?
Stehen denn alle MPPTs auf “remote controlled”? Ggf. müssen Drehschalter oder DIP-Schalter entsprechend eingestellt werden. Ich habe nur einen 150/45 an Ve.Direct. Doirt muss man auf postion 7 stellen für Li-Ion falls der Cerbo nicht errichbar ist. Normaler weise stuert der Cerboi über DVCC den MPPT remote.
Hallo Björn,
die Batterie-Spannungen von MPPT 150-35 und MPPT 250-60 gemessen mit einem hochwertigen Multimeter sind absolut identisch und entsprechen ebenso der Batteriespannung am MS-II. Ebenso sind die Drehschalter an den MPPT’s identisch auf Position 7 welche auch per APP ausgelesen wird.
Wenn die MPPT ve.direct via USB zum MS-II Datenverbindung mal unterbrochen wäre, so sollte dieses dann ja auch als Fehler “#67 - Verbindung zum BMS unterbrochen” bei den Benachrichtigungen zu finden sein. Hier ist aber kein Fehler eingetragen. Darüber hinaus fände ich es sehr merkwürdig, das eine solche Unterbrechung nur bei einem Batterieladestand von größer/gleich 98% der Fall ist und sobald der Batteriestand wieder geringer ist auch die Datenverbindung wieder einwandfrei funktioniert. Gleichzeitig müßte dann noch der Fehler #67 unterdrückt werden? Meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich.
Und Ja, bei beiden MPPT’s ist der Status: “Ext. Steuerung”, keinerlei Fehler etc.
Moin Rainer,
dann habe ich leider keine Idee mehr. Meine Anlagen hatte immer Fehler mit unterschiedlicher Spannungsmessung, Spannungsabfall unter Last, Kabelbruch oder nicht existierender Kommunikation bzw. falscher Batteriewächter.
Aber andere haben evtl Ideen.
Viel Erfolg! Und LG
Hallo Björn,
nochmals vielen lieben Dank für Deine Überlegungen, Ideen etc.
Gestern hatten wir wieder einmal ein wenig mehr Sonnenschein und die Batterien wurden wurde zu 100% aufgeladen. Hierbei habe ich dann viel geprüft und protokolliert. Ich bin zwischenzeitlich der Meinung, daß bei meiner Anlage keine Fehler oder “Probleme” vorliegen. Sind die Batterien nahezu oder 100% voll und die Sonne liefert weiter Energie, so wird der MPPT 250-60 in den Absorptions-Modus geschaltet und dessen Leistung stark reduziert. Reduziert sich die Sonnenenergie und werden die Batterien wieder entladen, so wird auch der MPPT 250-60 wieder in den “Bulk”-Modus versetzt.
Somit scheint für mich der komplette Regelzyklus im Prinzip einwandfrei zu funktionieren.
Das einzigste Thema für mich an dieser Stelle ist, daß die mögliche Gesamtleistung des MS-II 48/3000GX bei weitem nicht ausgeschöpft wird.
Rechne ich alle Leistungen zusammen, also: Leistung MPPT 150-35 + Leistung MPPT 250-60 + Rückspeisung Leistung MS-II ins Netz + angeschlossene Leistung am critical Ausgang des MS-II so komme ich in diesen Situationen in Summe auf ca. 1.500W bis max. 1800W. Damit bin ich aber deutlich unterhalb der angegebenen Leistung von ca. 2400W des MS-II GX 48/3000.
Frage an die Runde / Experten: Auf welche maximalen Gesamt-Leistungen wie oben beschrieben berechnet kommen eure Anlagen und an welchen möglichen System-Stellschrauben kann man drehen um die Reduktion des MPPT 250 zu verringen und somit die Einspeise-Leistung des MS-II ins Netz zu erhöhen?
Ferner steigt die Temperatur bei hoher Last, weshalb ich PC-Lüfter darunter gebaut habe.
Ich hatte weiter einen größeren Spannungsabfall von 2V unter Last, weshalb ich die „V-Sense“-Leitung gelegt haben. Das war entscheidend.
Prüf doch einmal, was Du aus der Batterie ins Netz schieben kannst. Grid Set Point auf -10.000W und dann die Spannungen im Venus OS für MP2, Batterie und MPPT protokollieren. Die sollten nah bei einander liegen.
Danke für Deine wieder schnelle Antwort und Hinweise.
Klar für die Betrachtung muß die Blindleistung cos-Phi von 0,95 berücksichtigt werden und man muß die Temperatur des MS-II bzw. dessen Wechselrichter mit bewerten. In der beschriebenen Situation ist der MS-II aber nur handwarm. Ich habe zur besseren Kühlung und zusätzlich zur besseren Geräuschdämmung (festgeschraubt über geräuschgedämmte Dübel) den MS-II nicht direkt an der Wand angehangen und festgeschraubt. Zwischen Wand und MS-II ist ca. 2-3 cm Luft zur besseren Kühlung.
Die Leitungen von den Batterien sind 2x25mm² und ca. 1,8 - 2 m lang. Ein möglicher Spannungsabfall an den Batterieleitungen in der beschriebenen Situation in der die Batterien ja bereits zu 100% voll sind können hier meiner Meinung nach nicht die Ursache für den frühen Absorptions-Modus des MPPT 250-60 sein.
Die “Batterie-Leitungen” von den MPPT’s zum MS-II sind nur ca. 1m lang und in 16 mm² ausgeführt. Kabellängen jeweils einfache Strecke.
Die Netz-Einspeise-Leistungsfähigkeit meines MS-II werde ich später, wenn die Sonne wieder mehr scheint und die Batterien wieder regelmäßig geladen werden mal testen. Aktuell dümpelt die Batterieladung typischerweise bei 70-75% - Modus: Optimiert mit BatteryLife.
Die V-Sense Leitungen vom MS-II zur Batterie sind natürlich bei den Pylontech-Batterien mit den speziellen Anschlüssen schwierig herzustellen und sollten meiner Meinung nach auch hauptsächlich für den Fall sinnvoll genutzt werden, wenn der MS-II die Batterien lädt. Das ist aber hier nicht das Thema.
Ich habe hier im Forum jetzt schon mehrfach gelesen das der MPPT 250/60 relativ schnell in den Absorptions-Modus schaltet (sollte natürlich bei BMS-gesteuert vom MS-II in diesen Modus gebracht werden) und es würde mich mal interessieren welche Gesamt-Leistungswerte bei anderen Nutzern der MS-II 48/3000 bringt.
Hallo,
ich habe eine 3 Phasen ESS mit 3 Multi2-48/3000.
Netzeinspeisebegrenzung auf 7500W gestellt.
Ich bekomme auch nur 6000W ins Netz geschoben obwohl ich genug (13kWp) DC-PV habe.
Ganz zu beginn gehts kurz auf über 7000, nach ein paar Minuten auf 6000 zurück.
Ist das eine interne Sicherheitsreserve im Multi?
Hallo Björn,
heute konnte ich testen welche Leistung mein MS-II 48-3000 ins Netz schieben kann. Es sind tatsächlich ca. 2.300VA. D.h. für mich das System arbeitet eigentlich so wie es soll und angegeben ist.
Die Frage für mich bleibt aber, warum der zweite MPPT, der MPPT 250-60, deutlich vor der Leistungsgrenze des MS-II 48-3000 abgeregelt und in den Absorptions-Mode geschickt wird.
Die GX Einheit meines MS-II 48-3000 GX hat aktuell die Firmware 3.55. Die neueste Firmware ist gemäß Victron die Version 3.67.
Gibt es irgendwo eine History / kann man irgendwo nachlesen welche Änderungen, Korrekturen oder Erweiterungen seit Firmware Vers. 3.55 bis zur aktuellen Version 3.67 durchgeführt wurden bzw. erfolgt sind?
Hallo,
nochmals vielen Dank für die Info.
Bei direkter Eingabe der Web Adresse http://professional.victronenergy.com bin ich dann auf die gewünschte Seite gelangt und konnte auch Firmware Änderungs-Histories studieren. Von mir erhoffte Änderungen bzgl. MPPT Leistungsbegrenzungen in Abhängigkeit des Batteriefüllstandes habe ich aber nicht gefunden.
Ich habe jetzt diverse von mir aufgezeichnete Leistungsdaten bei denen die Leistung des MPPT 250-60 begrenzt wurde nochmals geprüft.
Meine Vermutung ist:
Sind die Batterien zu größer 97% gefüllt und die MPPT’s können ihre Leistung nur noch an den MP-II 48-3000 GX abgeben, so wird die Leistung der MPPT’s entsprechend reduziert. Hierbei werden die Leistungen aber nicht gemäß der aktuellen tatsächlichen Leistungen reduziert sondern gemäß statischer maximal Leistungen.
In meinem Fall: Der MultiPlus-II 48-3000 GX ist angegeben mit ca. 2.400 VA (tatsächlich max. gesehene Netzeinspeisung ca. 2.250 VA temperaturabhängig), der MPPT 150-35 kann mit 48V Pylontech Batterien max. ca. 1.860W liefern. Subtrahiert man von den ca. 2.250 VA, Blindleistungs korrigiert, die max. mögliche Leistung des MPPT 150-35 von ca. 1860W, so erhält man einen Wert von ca. 250W. Diese ca. 250W habe ich dann auch bei meinem MPPT 250-60 als begrenzten Leistungswert im Absortionsmodus gesehen.
Fragen:
Können andere User solche Leistungsreduktionen bei ihren verbauten MPPT’s ebenso bestätigen?
Gibt es eine Möglichkeit solche Fragen direkt bei Victron Energy zu platzieren?
Gibt es bei Victron Energy eine Wunschliste bzgl. Änderungen/Erweiterungen? Mein Wunsch an dieser Stelle wäre, daß man eine Leistungs-Begrenzung eines MPPT dynamisch d.h. in Abhängigkeit der tatsächlichen Leistung und nicht statisch durchführt.
z.B.: In meinem Fall: liefert der MPPT 150-35 tatsächlich nur 800W, so wäre eine Leistungsbegrenzung des MPPT 250-60 von 1.400W ausreichend.
Über entsprechendes Feedback aus dem Feld und von den Experten würde ich mich sehr freuen.
bei den mppts wird die ladespannung und der ladestrom begrenzt! wie jetzt die verteilung des ladestroms auf die mppts berechnet wird, kann ich dir nicht sagen, angesehen davon, dass das system bei mir nur sehr selten soweit kommt, dass der ladestrom begrenzt wird und inzwischen wird auch der groessere teil meiner mppts nur noch ueber die spannung begrenzt und nicht mehr strommaessig!
da ich auch viele dc-verbraucher am akku haengen habe und das mit der ladestrombegrenzung bei 2 mp2-systemen am gleichen akku nicht mehr funktioniert, ausser man klemmt das 2. system ueber einen shunt an, damit seine leistung richtig beruecksichtigt wird!
aber du kannst du mppts statisch mit victronconnect begrenzen, vieleicht hat das dann ja auch eine auswirkung auf die stromverteilung! es kann aber auch sein, dass die mppts das selbst regeln, da man ihnen ja auch den aktuellen strom mitteilen kann!
aber wenn der akku voll ist und die energie nicht abgenommen wird, geht die PV-leistung immer runter, das ist garnicht anders moeglich!