Der Verto ist wohl noch zu neu, so daß du wenig Chancen hast da jemand zu treffen der dir einen Beispielflow präsentieren kann. Grundsätzlich sollte das aber über Modbus TCP funktionieren wenn der Verto im Netz hängt. Da musst du dich eben mal in die Register einlesen. Der Verto kann aber vermutlich auch Sunspec, so daß die Register gleich sind wie bei den älteren Fronius (Symo).
Wenn du das nur für deine eigene Installations machst, kannst du das Plug & Play erst mal vergessen. Du weist daß bei dir im Netz ein Verto hängt und auf welcher IP Adresse der erreichbar ist. Damit kannst du die Register direkt ansprechen ohne erst mal eine Enumeration zu machen welche rausfindet welche Geräte in deiner Installation vorhanden sind.
Grundsätzlich kann NR erst mal keinen Modbus. Es gibt aber eine rege internationale Community welche viele Bibliotheksfunktionen bereitstellt, so daß du nicht alles selbst erfinden musst. Für Node Red gibt es aber leider unendlich viele Libs von Usern wo man nicht richtig weis, welche überhaupt funktionieren, welche noch gewartet werden oder welche man nehmen oder nicht nehmen soll. Ich kann dir in diesem Fall die Installation der freien Lib “node-red-contrib-modbus” empfehlen das bei mir schon länger problemlos funktioniert. Es gibt auch welche die nur ähnlich heissen wo man aber besser die Finger weglässt.
Es gibt nun einen Read und einen Write Node womit du auf die passenden Register zugreifen kannst. Du brauchst dazu nur die gewünschte Registernummer angeben. So sieht das bei einem Symo aus wenn die Leistung in diesem Fall ausgelesen wird:
Weil der Symo aus Modbus Sicht Server ist der vom Slave abgefragt wird, gibst du in der Server Zeile ein wo dein WR im Netz zu finden ist:
Das wars dann schon. Wenn du den Flow startest kannst du Daten von oder zum WR schreiben oder lesen. Die Kunst ist nun, die korrekte Registeradresse rauszufinden. Dazu musst du nun in der Modbus Anleitung von Fronius nachlesen. Ich glaube sie haben auch nur ein Excel File mit den Registern und gar kein PDF weil die Infos irgendwo für Servicepartner unter dem Tisch gehandelt werden. Aber Modbus und Sunspec sind keine Geheimnisse und es gibt im Netz haufenweise auch einführende PDFs dafür. Aufpassen muß man bei den Registeradressen. Manche fangen bei 0 und manche fangen bei 1 an zu zählen weshalb man unter Umständen einen Offset von 1 braucht damit irgenwass sinnvolles funktioniert. Aber das siehst du ja wenn Quatsch zurückkommt.
Wenn du die Registeradressen studierst, wirst du merken daß es zwei Versionen gibt welche das Gleiche machen. Einmal im Integer und einmal im IEEE Float Format. Ich habe auch zuerst mit Integer angefangen weil das scheinbar einfacher ist. Aber du hast herstellerübergreifende Probleme High und Lowbytes unterschiedlich umzusortieren und manche Hersteller haben die Integers gar nicht oder nur teilweise implementiert während die Float Version immer da ist. Also am besten immer gleich die Float Version nehmen.
Dummerweise kennt NR von Haus aus aber gar keine IEEE Float Formate. Glücklicherweise gibt es aber auch da eine fleissige internationale Communitiy von welcher du dir dann den “Node-Red-Contrib-Buffer-Parser” installierst. In diesem nachgeschalteten Node gibst du dann an, wie die ankommenden Daten interpretiert werden sollen. Bei Fronius ist das Big Endian (also Float be), ein Offset und keine Byte Swaps. Kaum machst du alles korrekt, landen die passenden Daten von Fronius in deim NR Payload. Umgekehrt beim Schreiben natürlich auch.
Sorry für den langen Post, aber noch ein paar Sätze zur Hardware. Ein “normaler” Drehstromwechselrichter wie auch der Verto (nicht VertoPlus Hybrid) hat eine Drehstrom Vollbrücke aus 6 Transistoren. Ein Multiplus hat eine Wechselstrom Vollbrücke aus 4 Transistoren. Bei Drehstrom aus 3 Multis arbeiten also summa summarum 12 Transistoren oder die doppelte Anzahl von Hardware um einen zusätzlichen Nulleiter zu erzeugen. Hast du nun in deiner Insel eine Schieflast, so kann diese der Verto nur symmetrisch erzeugen weil kein Nulleiter erzeugt wird. Die Multis müssen dafür sorgen daß die Last auch schief bedient wird. Der Strom fliesst dazu über den Nulleiter in einen der Multis. Das funktioniert aber eben nur bis zur Multi Nennleistung und dann macht die Symmetrie die Grätsche. Bei einem 27KW Verto kannst du theoretisch 9kW Schieflast haben welche der 5k Multi nicht bedienen kann. Das würde dann eine Überspannung geben welche die HW zerstört sofern sie nicht rechtzeitig irgendwie abregeln oder die Sicherung rausfliegt. Daher kommt die 1:1 Regel. Es dürfte also solange gut gehen, wie daß du dafür sorgen kannst daß die Schieflast nicht größer als deine Multiplus Nennleistung wird. Ausprobiert habe ich das aber auch noch nie. Wenn deine Batterien voll sind, wird der Verto ansonsten über eine Frequenzanhebung von den Multis abgeregelt.
Edit: @grua hat zwischenzeitlich eine Lösung die funktioniert wenn der Fronius im ESS auf dem dbus über Venus eingebucht ist. Der von Victron vorbereitete Node ist natürlich viel einfacher und du solltest erst das probieren. Obenstehende Lösung funktioniert aber auch wenn der Fronius (wie bei mir) wo ganz anders am AC Netz angeschlossen ist oder das gar kein Fronius sondern ein WR von Hersteller XY ist welchen Victron gar nicht kennt. Mein Fronius hängt in einem ganz anderen Stockwerk an einem anderen Zähler. Ich muß die Leistung begrenzen damit mir die Haussicherung am HAK nicht rausfliegt weil alle Zähler gleichzeitig belastet werden. Im Endeffekt wird sich Venus aber auch an das Sunspec Protokoll halten um rauszufinden ob und welche WR auf der AC Seite angeschlossen sind.