Generator für Inselanlage

Hallo liebe Community,

mich beschäftigt gerade das Thema Generator als Plan B zu meiner Inselanlage bestehend aus:

HomePremium M USV Solaranlage 4500Wp 7kWh LiFePo4 Speicher 1-phasig

*** Nachdem der Regler “geschossen” wurde, da die Paneele in Reihe angeschlossen wurden, habe ich mir einen neuen gekauft, und zwar den MPPT SmartSolar 250/85-Tr.

Wie bereits in einem anderen Post/Kommentar gesagt, bin ich kompletter Neuling in Sachen Photovoltaik und versuche meine Anlage in Griechenland zum Funktionieren zu bringen, nachdem mir die Fachleute leider mehr Schaden anrichteten…

BATTERIE-SPEICHER zu klein?

Die Batterien werden sehr schnell geladen (griechische Sonne), werden aber auch relativ schnell wieder entladen; der Speicher ist somit nicht zufriedenstellend. Würde mir noch eine Batterie helfen oder sogar zwei? Wie viele kann ich überhaupt noch hinzufügen, damit die Komponenten auch noch zusammenpassen?

Ich überlege außerdem -bzw. anstatt der zusätzlichen Batterien- mir einen Generator für die weniger sonnigen Tage zuzulegen, der die vorhandenen Batterien auflädt (und gleichzeitig das Haus mit Strom versorgt?). Wie sind da die Meinungen/Erfahrungen? Welcher Generator wäre für diese Inselanlage zu empfehlen?

Nebenbemerkung: Die Batterien werden bis zu 100% geladen; ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist bzw. so sein sollte, oder wo man die max.-min. Ladebegrenzungen einstellen kann; die unterste Grenze liegt bei 5%.

Ich hatte gehört, dass 80% max. - 20% min. die idealen Werte wären. Stimmt das überhaupt und wenn ja, kann ich das irgendwo einstellen?

Meine Hauptfrage ist der Generator, also könnte der Beitrag hier enden :slight_smile:

Wer Geduld hat, kann meine zusätzlichen Gedanken und Überlegungen/Fragen, sowie Einstellungen der Anlage, hierunter weiterlesen:

Eine andere Frage ist, ob es “normal” ist, dass die Anlage eigentlich nur auf bulk (mit kleinen Ausnahmen) läuft. Bzw. wird das so im Victron Connect beim MPPT angezeigt, wobei am MPPT selbst doch manchmal (wenn die Batterien voll sind) absorption orange leuchtet (flow nicht).

Zu Beginn wurden die Batterien in den Systemdaten nicht angezeigt (nicht korrekt konfiguriert/eingestellt), und die Batterie-Spannung stieg bis auf über 58 V.

Nachdem ich das geändert habe, und das System die Pylontech Batterien erkannte, wurde in den Parametern folgender Ladespannung-Grenzwert (CVL): 53,20V übernommen.

s. Batterie Parameter und Batterie Einstellungen:

In den Einstellungen vom Regler in Victron Connect, mit Batterievoreinst.: Smart Lithium (LiFePo4), erscheinen folgende Werte:

Absorptionsspannung: 56,80V und Erhaltungsspannung: 54,00V.

s. Einstellungen MPPT - Victron Connect:

Mir erscheinen die Werte nicht übereinstimmen zu können, oder stimmen sie doch im Zusammenhang?..

Im Victron Connect sehe ich im Verlauf des Reglers, dass er gerade an den Tagen, wo die Spannung über 58 V war, nicht nur in Absorption sondern auch kurz im Flow war, was seither nie wieder passierte; es wird nur bulk-Zeit angezeigt.

Weitere Einstellungen im Victron Connect sehen so aus, die ich nicht geändert habe:

Ich hoffe, die stimmen so…

Jetzt wurde es doch ein sehr langer Beitrag; vielleicht hatte ja jemand doch die Geduld sich das Ganze durchzulesen und hat einige Ratschläge für mich; dafür wäre ich sehr dankbar!

Ja, selbst für deutsche Sonneneinstrahlung wäre er ziemlich knapp bemessen.

Nein, das stimmt nicht, sondern ist insbesondere in Hinblick auf die obere Begrenzung sogar schädlich. Die Zellen von LFP Akkus müssen regelmäßig (IMO mindestens einmal pro Monat, besser wohl eher einmal pro Woche) balanciert werden. Deine Akkus haben leider auch keinen aktiven Balancer und haben wohl ein etwas veraltetes BMS. Du brauchst zum passiven Balancieren also eine ziemlich lange Absorptionszeit. Ich würde empfehlen, den Akku mindestens bis Zellenanzahl (bei Dir 15?) x 3,45V zu laden, da dürfte der LFP Akku bereits zu mindestens 95% voll sein.

20% als untere Grenze ist nicht falsch, aber üblicherweise können LFP Akkus auch problemlos tiefer entladen werden. Als untere Grenze für den Akku würde ich Zellenzahl x 3,0 V einstellen.

Au weia. Falls Dein Akku nur 15 Zellen hat, ist das wohl sehr deutlich zu viel. Hoffentlich gab’s keinen Schaden …

Da hatte ich wohl Glück :face_exhaling:

Wenn der Laderegler ein BMS erkennt, steht bei “BMS gesteuert” automatisch ein “Ja”. Das bedeutet, dass die Spannungswerte vom MPPT nicht benutzt werden. Das BMS gibt dann die Werte vor. Falls die Kommunikation ausfällt, schaltet sich der MPPT aus Sicherheitsgründen ab. In diesem Fall lässt sich das “Ja” durch den Nutzer zurücksetzen damit Solarenergie weiter erzeugt wird. Dann wirken aber die Spannungswerte des MPPT! Die solltest du beide auf 51,7V stellen, damit in solchem Fall die Batterien nicht zu hoch geladen werden. Die vorgegebenen Werte sind für Batterien mit 16 Zellen. Du hast aber nur 15.

Es kommt auf den Stromverbrauch an, ob eine Batteriekapazität von 7kWh reicht. Wenn du mit einer Klimaanlage heizen willt, ist es wohl zu wenig. Auch wenn Warmwasser elektrisch aufgeheizt wird. Bevor du mit einem Generator arbeitest und die Möglichkeit gegeben ist, würde ich lieber mehr Module und noch einen Laderegler dazunehmen. Da reicht auch ein kleinerer Regler aus der 150V Klasse. Der kann mit Modulen überbelegt werden. Ein recht preiswerter Smartsolar 150/45 kann zum Beispiel mit 3 Reihenschaltungen aus jeweils 3 500Wp Modulen parallel betrieben werden. Die Voc der Module darf nur nicht über 43V liegen.Der Regler kann zwar nur etwa 2300W abgeben, das kann er aber auf Grund der vielen (im Beipiel 9) Module schon bei schwachem Licht.

@Nike

ich habe Dein Panel N5 in den Victron MPPT Calculator mit Standort Griechenland eingeben.

Du musst zwei Strings parallel schalten, die jeweils 5 Panel in Serie haben.
Die Spannung liegt ideal bei 130 bis 190V. Man könnte jeden String noch um ein Panel erwetiern, also insgesammt auf 12 Panel aufrüsten.

Der vorgeschlagene MPPT 250/70 ist bei hoher Temperatur (60C) und auch bei niedriger (-10C) an seiner Grenze von 70A Ladeleistung. Die 113% over paneleing sind OK. Ein MPPT 250/85 würde wohl bei niedrigen Temperaturen kurz mal an seine Grenze kommen, ist also ideal.

Die Konfig mit dem MPPT 250/70 liefert durchschnittlich zwischen 8,5 kWh/Tag (Dezember) und 20,3 kWh/Tag (Juli). D.h. Du wirst bis zu grob 25-30 kWh/Tag im Juli mit deiner 4,5kWp-Anlage erreichen. Die 20 kWh/Tag sind der Monatsdurchschnitt.

Eine UC3000 soll mit max 37A kontinuierlich geladen werden. Davon bräuchtest Du 3 Stück um den MPPT 250/85 dauerhaft zu bedienen.

Je nachdem was für Verbraucher Du hast, würde ich die Anlage für den Winter erweitern:

  1. Batterie vergrößern,
    ggf. direkt die 2 Pylontechn durch eine 16kWh-Batterie z.B. von NKON ersetzen. Durch die höhere Spannung (16 Zellen statt 15 bei Pylontech) steigt die Ladeleistung des MPPT (und des MP2).

  2. AC-PV ergänzen
    z.B. 1-2x Hoymiles HMS-2000 mit je 4 Panel
    Die AC-PV wird mit einer Effizienz von 98% direkt genutzt z.B. von einern Klimaanlage. Der Rest wird vom MP2 in die Batterie geladen. Der Mischbetrieb aus AC-PV und DC-PV erhöht die Effizinez bei Victron. Schau Dir dazu die Videos von Helmut “Schatten-PV” an.

  3. über Generator nachdenken

Grundsätzlich kannst Du auch einfache Generatoren anschließen, jedoch gibt es immer wieder Berichte, dass die nicht akzeptiert werden, da deren AC-Ausgang zu instabil oder unsauber ist.

Hatz stellt DC-Generatoren her (z.B. PMDC-56-55), die mit Victron integreirt sind. Auto-Start/Stop macht der Cerbo, Spannung/Strom werden über DVCC geregelt. Diese kosten wohl ab 6.000 USD.

Da der Unterschied zwichen PV-Ertrag im Sommer und Winter in Griechenladn nur Faktor 2,5 ist, rechnet sich wahrscheinlich eher eine Investition in mehr PV und größere Batterie als in einen 6 TEUR-Generator.

Wenn Dein Tagesbedarf im Winter bei

  • bei rund 5-7 kWh/Tag liegt, dann nichts tun.. Ggf. zwei Panel ergänzen.
  • bei rund 10-12 kWh/Tag liegt, dann lieber eine 16kWh-Batterie und 1-2x 4in1-Mikrowechselrichter ergänzen.

Kosten: ~4.000 EUR

  • 16 kWh-Batterie: 2.000 EUR inkl Versand
    (1.600 ohne Versand)
    2x US5000 kosten auch rund 1.600 EUR und benötigen ggf. noch Erweitrung der DC-Busbar (2. Lynx)
  • 2x HMS-2000: 500 EUR inkl. Versand
  • 8x Panel:750 EUR
  • Montagematerial, GAK, Leitungen: 750 EUR

Du wärst also rund 2.000 EUR günstiger und hättest weder Betriebsmittel, Wartung alle paar hundert Betriebsstunden noch den Lärm des Generators.

Wenn Du Dir aber einen kleine Honda oder Scheppach Benzin-Generator leihen kannst, kannst Du es einfach ausprobieren.

Ich hoffe, das hilft ein wenig…

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Herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen!

Vielen Dank!

Hallo Björn,

ich bin ja bekannt dafür, immer irgendeine Kritik anbringen zu können. Aber verdammt noch mal, so sehr ich mich auch bemühe, ich finde in Deinen Ausführungen nix, was man irgendwie kritisieren könnte. Auch von mir als gar nicht Betroffenem gibt’s dafür ein Herzchen :slight_smile:

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Hammer …. ein Ritterschlag :slight_smile: Da kann @BjoernK stolz sein (keine Ironie).

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