deine Nachfrage hat jetzt dazu geführt, dass ich mich mit einigen weiteren Details der Systemkonfigurationen auseinandersetzen musste - und dabei sind auch für mich erstaunliche Sachen herausgekommen:
Zunächst fand ich im remote control den maximalen Ladestrom, der bei 17,9 A eingestellt war. Da war schon klar, dass dieser Wert vom System aber gar nicht übernommen wird, denn an den Diagrammen sieht man ja bereits, dass der Ladestrom bis auf 45 A hochgeht.
Als ich weiter im Settings-Menü geschaut habe, fand ich, dass - für mich erstaunlicherweise - das DVCC angeschaltet war. (Ich hatte immer geglaubt, es sei früher ausgewesen, aber vielleicht irre ich mich da auch. Auf jeden Fall hatte ich stets gelesen, dass bei reinem Inselbetrieb das DVCC ausgeschaltet sein sollte). Meines stand jedoch auf “forced on” - d.h., ich kann es gar nicht abschalten.
Ich habe dann im Netz mithilfe der KI gestöbert und eine Menge Einträge gefunden, die besagten, dass bei bestimmten Victron-kompatiblen Batterien das DVCC automatisch auf forced-on gestellt wird - und dass der Cerbo dann mit dieser Einstellung (DVCC “forced-on”) bestimmte Werte vom Batterie-BMS übertragen bekommt und sich danach richtet und andere Einstelliungen (zB die besagten 17,9 A) ignoriert. (Es wurden dann einige Vor- und Nachteile erörtert, aber damit konnte ich nicht so viel anfangen.)
Ich verwende 3 parallel geschaltete Batterien vom Typ WECO 5k3 - sie gehören zu diesen “victron-kompatiblen” Batterien, bei denen automatisch auf “DVCC forced-on” geschaltet wird. Jede Batterie hat einen maximalen Lade- und Entladstrom von 100 A - insgesamt dürfte ich also mit bis zu 300 A laden. Es gab im Netz dann einige Empfehlungen, die den Frequenzshift und die Ladestrom- und Spannungsparameter bettreffen. Daran ausgerichtet habe ich nun im DVCC den maximalen Ladestrom auf 250 A gestellt (werde ich niemals erreichen bei einer 5 kWp-Anlage !), und die maximale Ladespannung habe ich von 55V auf 56V erhöht, was die Batterien ohne weiteres akzeptieren.
Nun wollte ich erst einmal abwarten und mir das Diagramm dann erneut anschauen.
Hallo, mit reinen Off Grid anlagen hab ich mich nur wenig beschäftigt. Aber auch wenn das System DCL Limit im offgrid nicht beeinflussen kann würde ich sagen dass DVCC schon Sinn macht (gemeinsame Spannung Temperatur usw.) solange DVCC aktiv ist kann man die Ladespannung nach oben hin nicht frei festlegen, wenn du 56V einstellst das BMS nur 55V möchte dann bekommt es auch nur 55V. Zumal die höchstzulässige Ladespannung im Datenblatt der Batterien meist eher sportlich ist. Den Ladestrom mit knapp 6kWp braucht es dann nicht im Maximum zu begrenzen.
Der CCL (gewünschter Max Ladestrom) kann aber durchaus vom BMS dynamisch vorgegeben werden, je nach Ladezustand oder Temperatur. Deshalb ist es durchaus möglich dass deine Ausgangsfrequenz ansteigt wenn das BMS den Ladestrom reduzieren möchte. Dieser Wert CCL unter Geräteliste/Batterie den die Batterie dem Cerbo mitteilt kann der Auslöser für die Frequenzanhebung sein. Um das zu beeinflussen müsste man die Parameter im BMS ändern.
danke für den Hinweis. Ich denke inzwischen, du könntest Recht haben, dass sich die 17.5 A auf 230 V beziehen. Ich lade einmal den screenshot der Einstellung hier hoch.
(Die Reihenfolge hat sich vertauscht, der 24. ist der obere Graph, der 23. der untere.)
Es lässt sich feststellen, dass der 23. ja eigentlich tadellos verlief, aber da war auch kaum ein Grund für eine Frequenzanhebung (weniger Sonne).
Am 24. ist zwar weitgehend ebenfalls alles soweit okay, aber die Spitze um kurz vor 12 Uhr (Frequenzanhebung auf 51,4 Hz) ist wiederum seltsam und unplausibel. Mir scheint inzwischen, dass ein solcher Peak häufig auftrat, wenn der Ladestrom 45 A erreicht oder überschtritten hat - auch, wenn der SOC noch ganz harmlos niedrig ist. Aber das ist nur so eine Vermutung. Komisch, was da los ist…
wie hoch sind denn die Temperaturen am Installationsort?
Ich könnte mir schon gut vorstellen, dass @DirkW den entscheidenden Hinweis geliefert hat.
Die Begrenzung greift ja “zuverlässig” immer bei ca. 45A ein.
Der Multiplus ist auf 70A bei bis zu 25°C spezifiziert. Zum Derating bei höheren Temperaturen habe ich jetzt auf die Schnelle nichts Offizielles gefunden.
Könntet ihr testweise vielleicht mal einen starken Ventilator von unten durch die Lüftungsschlitze des Multiplus pusten lassen, um zu prüfen, ob die Abregelungsgrenze sich dann nach oben verschiebt?
Hallo Dirk, vermutlich hat er Lasten am ACout - Inselanlage.
Aber Du hast eine gute Vermutung, wenn der Ladestrom der Multis wegen Temperatur einbricht müsste die AC PV runterregeln, aber gibt es ein Parameter den man prüfen könnte? Ich meine damit lässt sich das nachvollziehen wie hoch der MAX Ladestrom der Multis zu dem Zeitpunkt ist?
danke für die Tipps - auch die Frage nach der Temperatur.
Aber ich glaube nicht, dass das hier die Ursache ist. Die Anlage steht zwar in Tansania, aber in Marangu am Fuße des Kilimanjaros. Die Höhe ist knapp 1500 m ü.N. Das Klima kann zwar manchmal heiß sein, aber es ist viel kühler, als man denkt. Tropische Hitze im Batterieraum haben wir dort nicht, die Nächte sind kühl. Die 25°C-Grenze überschreiten wir, wenn überhaupt, nur unwesentlich.
Ein screenshot vom VEconfig mit dem DC-Ladestrom habe ich beigefügt: Er steht korrekt bei 70A.
Gleichzeitig füge ich wieder 2 screenshots vom gestrigen und heutigen Tag bei. Man sieht, dass die Frequenzanhebung aber manchmal auch schon bei 30 A losgeht - also auch hier ist kein “Verlass”
Hat Du mehrer Batterien? Evtl. machen auch einzelne BMS den Charge MOSFET zu. „Anzahl Batterien die Laden blockieren“. Sollte man alles auf dem BMS im Advanced Tab finden. Du kannst auch die KI in VRM. Dir den Graph erzeugen lassen.
Du könntest auch auf DC Ripple schauen.
War der falsche… aber ich hab das mit ki probiert, das geht mittlerweile Super. Ich hab das ganz am Anfang mal probiert und habe es wieder gelassen. Aber jetzt…
@solarfreak1951 Wenn du das unter „Erweitert“ -blaues Symbol unten rechts- eingibst kommt was wir sehen wollen:
Den SoC, CCL vom BMS, Ausgangsfrequenz und pv inverter yield von vorgestern zwischen 9:00 und 12:00 Diagramm
Den Assistenten für AC Solar würde ich auch mal sicherheitshalber durchlaufen lassen.
Dann nochmals alles kontrollieren und per VRM Fernkonfiguration installieren
danke soweit schonmal, aber ich brauche es etwas genauer:
Also, den Haken bei “Lithium” reinmachen, den Haken bei “stop after excessive bulk” rausmachen. Aber was ist mit diesem ganzen “absorption voltage”, “absorption time”, “float voltage”, “absorption interval”, “temperature compensation” ? Ich dachte eigentlich immer, bei Lithium bräuchte man das alles überhaupt nicht. Da gibt es doch keine Absorptionsspannung in dem Sinne wie bei Blei, oder? Soll ich da alle Einträge einfach wegnehmen und nur noch die 70A stehen lassen?
Ich weiß auch nicht, welchen Assistenten du meinst mit “Den Assistenten für AC Solar würde ich auch mal sicherheitshalber durchlaufen lassen.” Assistent für AC solar sagt mir zunächst nichts… Den “PV inverter”-Assistenten meinst du doch nicht, oder? Das ist ja der, den ich hier gerade am Wickel habe…
Auf welche Einstellungen (außer den hier besprochenen) sollte ich ihn genauer überprüfen?
@dennibu: Das Widget von vorgestern habe ich mit der KI jetzt erzeugt und beigefügt. Aber es hilft auch nicht viel weiter. CCL und DCL (discharge limit) sind eingetragen. Komischerweise hat der CCL zwischen 16 und 18 Uhr ene Ausbuchtung nach unten… Keine Ahnung, wie das kommt. Aber letztlich macht es hier gerade nichts weiter.