eine Frage zum Verhalten meines ESS Systems: Ich hatte bisher ein Bestandssystem mit einem 1-phasig an AC-in angeschlossenem MP II 3000/48, 5,12 kWh Batterie, Raspi mit VenusGX und AC seitig angeschlossenen PV Wechselrichtern. Das lief alles sehr zufriedenstellend.
Nun habe ich als Erweiterung einen MPPT 250/70 mit ca 4 KWp PV-Modulen hinzugefügt und wundere mich ein wenig, dass sich das System anders verhält als erwartet.
Das Problem (siehe Bild): Die neuen, ostseitg ausgerichteten Module erzeugen bereits am Morgen viel Strom, so dass die Batterie schnell geladen wird. Das BMS signalisiert ab 80% SoC stufenweise, dass der Ladestrom reduziert werden soll. Das hat zunächst keine Auswirkung, weil noch nicht so viel Strom vom MPPT kommt. Aber irgendwann (im Bild bei SoC 90%, ca 6:55 Uhr) übersteigt der reale Ladestrom den angezeigten Max-Ladestrom und das System reagiert nicht. Ich würde erwarten, dass der Multi dann anfängt überschüssigen Strom zu wandeln und ins Netz einzuspeisen. Aber das tut er nicht. In der Grafik unten habe ich dann um ca 7:15 Uhr die Max Ladespannung von Hand im Cerbo DVCC auf 54V reduziert, was den Multi veranlasst hat einzuspeisen.
Die reduzierte max Ladespannung ist dann auch bisher mein workaround um eine Überlastung der Batterie zu vermeiden. Aber eigentlich sollte das System ja automatisch richtig funktionieren.
Weiß jemand Rat?
(zum Bild: Gelb ist der reale DC-Ladestrom den die Batterie aufnimmt (von BMS an Venus übermittelt). Grün ist der DC-Strom vom MPPT. Rot: AC-Strom vom Multi auf L1 (AC-in) )
die maximal erlaubte ladespannung legt die spannung fest, ab der eingespeist wird. solange die nicht erreicht ist, wird auch nicht eingespeist und wenn das bms die cvl nicht reduziert, sondern nur den ccl duerften lediglich die laderegler abgeregelt werden. allerdings soll bei dc-ueberschusseinspeisung die steuerung der mppts ja wegfallen, es findet dann also keine abregelung mehr statt, ausser ueber die maximale ladespannung + 0.4V.
Hallo John, das was du beobachtet hast ist leider keine falsche Konfiguration sondern das normale verhalten eines ESS mit Überschusseinspeisung. Der MPPT regelt den Strom nicht ab egal was das BMS oder DVCC vorgibt. Hier muss man bereits bei der Planung Batterie und MPPT aufeinander abstimmen.
Die Ladung aus der AC Seite jedoch hält sich an Vorgaben.
@John1469 : yes, i have the same configuration in the Victron connect-App, too
@d_ferdi : mein BMS variiert CVL nicht. Das steht konstant bei 57.6V. Gibt es BMSs, die das tun?
@dennibu und @d_ferdi : irgendwie finde ich dieses Verhalten seltsam, weil technisch unnötig. Der cerbo hat doch alle Informationen, damit könnte es den Multiplus ja veranlassen, einen Teil der Last einzuspeisen. Genau das tut er ja auch, wenn im AC-seitigen Hausnetz ein Verbraucher eingeschaltet wird und last zieht. Ich habe dazu auch nichts in der Dokumentation gefunden. Habt ihr ggfs. eine Referenz zu Doku?
p.s.: Die Cerbo-Dokumentation rät sogar explizit davon ab, die Ladespannung via DVCC zu begrenzen. Siehe hier:
du kannst die daten deines bms nutzen, um ein bms mit node-red zu emulieren und dort die cvl absenken, wobei du verschiedene kriterien dafuer benutzen kannst, wie z.B. der zeitpunkt, wann der akku voll sein soll oder die ccl-vorgabe und den aktuellen ladestrom.
Ja, da gebe ich dir recht. Vermutlich wäre eine Lösung aber zu wackelig und zu langsam um es als Ladestrombegrenzung durchgehen zu lassen. Aber das ist hie im Forum seit Jahren Thema.
Ich finde die Diskussion spannend, weil der Cerbo aus meiner Sicht eigentlich alle Informationen besitzt:
aktuellen Batterieladestrom,
vom BMS freigegebenen Maximal-Ladestrom (CCL),
MPPT-Leistung,
AC-Leistung des MultiPlus,
Netzfluss.
Rein logisch müsste sich daraus doch bereits vor Erreichen der CVL ableiten lassen, wann der MultiPlus beginnen sollte, einen Teil der DC-Leistung ins AC-Netz zu verschieben, um den vom BMS vorgegebenen CCL einzuhalten.
Mich würde interessieren, ob das eine bewusste Designentscheidung im ESS ist oder ob es dafür technische Gründe gibt (z. B. Stabilität oder Regelgeschwindigkeit).
Gibt es dazu Aussagen von Victron oder Erfahrungen aus anderen Anlagen?
Oder ist genau das der Grund, weshalb einige Anwender solche Fälle über eine externe Regelung (z. B. Node-RED) lösen?