Erfahrungswerte mit 3-Phasen-ESS mit dem neuen Multiplus II 6k5?

Hallo zusammen,

der MP2 6k5 ist zwar noch recht neu, aber vielleicht hat ja jemand schon ein 3ph-ESS damit realisiert.

Konkret würde mich interessieren, ob der 6k5 in der genannten Betriebsart auch wenigstens 6kW abgibt. So habe ich es zumindest in einem Zertifikat im Netz gefunden. Das wären dann bei 3ph-Betrieb 18kW! Ich frage deshalb, weil im Single-Betrieb würde der 6k5 ja über der Schieflastgrenze liegen und könnte problemlos per Software durch Victron abgeregelt werden, um konform zu bleiben. ( Oder wird es vielleicht sogar). Aber bei 3 Geräten sollte die Schieflast ja in der Regel innerhalb des Limits bleiben und da müsste man den MP2 ja nicht abregeln.

Ich frage deshalb, weil ich zwischen dem Kauf von 3-mal 6k5 und dem schon länger auf dem Markt befindlichen 5000er schwanke. Der Aufpreis wäre es mir wert, wenn ich auch mehr Leistung bekomme. Ob man es “braucht” oder nicht, ist für mich zweitrangig. Das Ganze ist für mich zu einem guten Teil auch Hobby, in diesem Fall halt mit mehr praktischem Nutzen.

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Wir bekommen „demnächst“ ein dreiphasiges ESS mit Pytes 5kW 4x und drei MP 6k5. Sobald das System installiert ist, berichte ich gerne!

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Vor einigen Wochen gab es hier schon mal genau diese Frage, und da wurde IIRC geantwortet, dass der MPII-6k5 bei Auswahl des deutschen Gridcodes auf jeden Fall auf 4,6 kW limitiert ist, egal ob 1phasig oder 3phasig. Den Beitrag solltest Du leicht finden können.

Den Beitrag kenne ich. Soweit ich die Essenz aus den Beiträgen im Kopf habe, war das halt auch nur eine theoretische Erörterung, keine Praxiserfahrung. Der 6k5 ist halt noch recht neu.

Selbst wenn die Begrenzung des 3phasigen ESS auf insgesamt 13,4kW stattfindet, was passiert, wenn man das Netz wegnimmt? Die Anlage wird auf Notstrombetrieb schalten und der NA-Schutz wird aktiviert. In dem Moment läuft die Anlage als Insel weiter und dann könnte sie ja mehr leisten. Oder muss man gleich eine Insel ohne Gridcode einrichten, damit mehr Leistung geliefert wird?

Theorie ist das Eine, aber eine eine fundierte Erfahrung aus der Praxis ist schon mehr wert.

Bei 4 Akkus kannst Du eh nur max. 15 kW entnehmen…

Bei Netzausfall liefert die Anlage, was zum versorgen der Verbraucher nötig ist, ggf. auch bis zur Überlastabschaltung.

Ihr diskutiert vermutlich die in Deutschland erlaubt Schieflastgrenze an der sich die Hersteller halten müssen.

Nach meinem Verständnis darf mit mehr als 4.6kVA im dreiphasigen Netz eingespeist oder bezogen werden, solange die Schieflast unter 4.6kVA bleibt.

Hier sind die wichtigsten Punkte zur 4,6 kW-Grenze:

  • Schieflastverordnung: In Deutschland darf die Leistungsdifferenz zwischen den Phasen im Drehstromnetz nicht mehr als 4,6 kVA betragen. Dies dient dazu, das Niederspannungsnetz stabil zu halten und eine Überlastung des Neutralleiters zu verhindern.
  • Wechselrichter-Auslegung: Wird eine Photovoltaikanlage einphasig (z.B. mit einem kleinen Wechselrichter) angeschlossen, darf dieser Wechselrichter maximal 4,6 kVA in eine Phase einspeisen.
  • Überschreitung: Soll mehr als 4,6 kW/kVA Leistung eingespeist werden, muss ein dreiphasiger Wechselrichter verwendet werden, der die Leistung gleichmäßig auf alle drei Phasen verteilt.

Nein, tun wir nicht. Es geht um die Frage, ob eine dreiphasige Anlage mit deutschem Gridcode mit 3 MPII-6k5 insgesamt 18 kW WR-Leistung bringt oder nur 13,8 kW.

Ein 1phasig betriebener MPII-6k5 ist bei anliegendem Netz auf 4,6 kW begrenzt, dürfte aber ohne Netz seine Nennleistung von 6 kW bringen. Auch da stellt sich die Frage, ob er das tut, oder ob bei deutschem Gridcode der MPII-6k5 egal in welcher Konfiguration immer auf 4,6 kW begrenzt ist.

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Im Zertifikat steht, dass bei 3 Multiplus 13,8kVA nicht überschritten werden dürfen.

Ob das nun so richtig ist, sei mal dahingestellt. Offenbar hat Victron es so umgesetzt.

Kann es vielleicht sein, dass beim Gridcode, der ja in jedem Multi einzeln eingestellt wird (wenn ich nicht irre) nicht zwischen 1- und 3-phasigem Betrieb unterschieden werden kann?

Das hört sich logisch an und wäre schon mal sinnvoll. Denn bei anliegendem Netz dürften eher selten 13,8kW überschritten werden. Zufällige Schieflasten beim Verbrauch auf einzelnen Phasen, z.B. Herdplatte + Wasserkocher + Waschmaschine gleichzeitig (auf einer Phase), würden übers Netz saldierend ausgeglichen. Wäre das Netz weg, könnte dieser Ausgleich nicht mehr stattfinden und ein 5000er würde hier in Überlast gehen oder abschalten. Der 6k5 könnte die Situation noch stemmen.

So verstehe ich das! (Kann es aber nicht überprüfen)

Wenn die 3 Multiplus als 3 Phasensystem konfiguriert sind, und miteinander kommunizieren, gilt diese Grenze von 13,8 kva nicht!

Die gilt nur wenn 3 einzelne Multiplus (ohne Kommunikation) angeschlossen sind!

Da steht Ansonsten!

Aber ist nur mein Verständnis. Sonst wären ja 2x3 auch nicht möglich.

Lg

Mit dem “ansonsten” kannst du durchaus recht haben, so habe ich das noch nicht interpretiert. Dann wäre es wieder logisch nachvollziehbar.

Wäre super, wenn das jemand mit praktischer Erfahrung bestätigen könnte. @Meine_Energiewende Jens, hast du bzw. dein Kunde das schonmal testen können, ob das 3p 6k5 System im Netzparallelbetrieb mehr als 13,8kW liefern kann?

Das „ansonsten“ interpretiere ich auch so dass ein Dreier-Verbund davon nicht betroffen ist.

Macht auch irgendwie Sinn, am Ende des Tages kann ich ohne die Wechselrichter ja auch Strom ziehen bis die SLS glühen - oder eben der Hausanschluss…

…und idealerweise halte ich dabei die Schieflastgrenze ein oder auch nicht…

Oder?

Die kommt unter voller Last ziemlich genau auf 19 kW. Was man grundsätzlich bei allen MP2 nicht vergessen darf sind die 30 % Überlastfähigkeit für 30 Minuten. Damit kann man schon eine ganze Menge rausreißen.

Und wenn er das macht … dann kann er anschließend seine Akkus weg schmeisen .. denn die 4 Stück werden voll überlastet ;O)))

Mit 4 Pytes auf jeden Fall. Max 50 A bei den 48100R. Also grob 10 kW. Da sind 4 Akkus zu klein. Selbst die V5a können nur 75 Ampere. Wären dann aber immerhin schon 15 kW.