Ich bin derzeit mit der Planung einer PV-Anlage für ein Vereinsgebäude befasst. Das Lastprofil ist wg Beherbergungsbetriebs recht ungewöhnlich, während der Woche ist der Tagesverbrauch oft nur bei 6 bis 8 kWh, an den Wochenenden aber meistens zwischen 30 und 40, im Extremfall auch mal 65 kWh.
Wir werden deshalb eine 3phasige Anlage in Betracht ziehen, gespeist aus ca 12 bis 16 kWp Solarmodulen, die größtenteils über MPPTs einen 65 kWh LFP Akku laden.
Wie ist es nun mit den MP2-6k5: können diese auch bei 3phasiger Installation nur jeweils maximal 4,6 kW WR-Leistung bringen, oder entfällt diese Begrenzung dann und können sie jeweils maximal 6,5 kW bringen?
Was wäre denn der Vor- oder Nachteil zwischen MP2-5000 und MP2-6k5? Wie viel höher wären die Leerlaufverluste bei 3 x MP2-8000?
Habe es vorhin mal kurz in einer Anlage getestet.
Hatte den Netzsollwert auf -20kW gestellt, aber bei ca 4,6-4,7kW pro Gerät war Schluss.
Im Netzbetrieb hat man mit den 6k5 leider keine Mehrleistung von DC nach AC (aber etwas mehr Ladeleistung von AC nach DC).
Nur bei Netzausfall hat man die Mehrleistung zur Verfügung.
Victron wollte die Geräte offensichtlich unbedingt noch für den 1-phasigen Betrieb zertifiziert haben, daher die Einschränkung.
Keine Ahnung ob es möglich/zulässig ist für den 3-phasigen Betrieb die volle Leistung freizuschalten bzw. man drei Geräte als Einheit zertifizieren lassen kann.
Je größer, desto mehr Idle-Verluste, und desto
Weiter ist ein “low load” vom effizienz optimum weg.
Am besten wäre es die Peak-Power zu kennen, die so benötigt wird. kWh über Zeitraum X bildet nur einen Schnitt ab. Wenn es dann lediglich mal 20min bei 20 kW läge, wäre das kein großer Netzbezug und wahrscheinlich die nächsten 20 Jahre aus der Preisdifferenz der Geräte “bezahlt”.
Auch können die Multis overloaden und weit über ihrer nominalen Leistung liefern. Das tun sie automatisch solange, bis sie sagen “Jetz wird mir aber zu warm” (gut belüftete Einbausituation also wichtig)
Danke, diese klare Aussage habe ich bei früheren Threads zu diesem Thema immer vermisst.
Alternativ kann ich mir auch 3 x Multi RS Solar 48/6000 vorstellen. Da wird es vermutlich deutlich weniger Leerlaufverluste geben, und leiser sollten die wohl auch sein.
Ja, das denke ich auch, wobei es aber wohl so gut wie keinen relevanten Unterschied zum MP2-6k5 gibt, oder zum Multi RS Solar. Es gibt wohl auch nur selten höhere Lasten als die 13,8 kW, die damit möglich sind, und dieses bißchen Netzbezug wird wohl schon durch die höheren Leerlaufverluste des MP2-8000 kompensiert.
In der Praxis habe ich das aber noch nie erlebt. Mein an der Außenwand hängender MP2-3000 liefert bei kaltem Wetter schon mal bis zu 2.450 W, aber bei wärmerem Wetter auch oft nur gute 2.000 W.
Weil ich bisher nicht die Möglichkeit hatte das zu testen
Die Anlage habe ich erst letzte Woche in Betrieb genommen.
Habe da noch nicht Nachgefragt.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, das sie das wissen, sie haben diese Einschränkung ja selbst eingebaut, um die Zertifizierung zu bekommen.
Dann scheinen sich die 6k5 für den normalen Netzbetrieb nicht zu lohnen, wenn ich da nicht mehr Energie AC<->DC durchschieben kann als bei einem 5000er. Zumal die Leerlaufverluste erklecklich höher liegen, schon fast im Bereich von 8000ern:
48/5000: 18/12/2 W
48/6k5: 28/18/8 W
48/8000: 29/19/3 W
Zum Akku sind es pro Gerät 30A mehr, bei einem 3-phasigen System also 90A = etwa 4,5kW.
Wenn man also viel AC PV hat (Bestandsanlage), kann das schon durchaus Sinn machen.
ergänzende Frage: Weisst du an welcher möglicherweise bürokratischen Limitation das System hier die Einschränkungen für die Zertifizierung erfüllen muss? Ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, dass es einen technischen Hintergrund hat. Die Geräte wären ansonsten geradezu ideal um eine bestehende Anlage upzudaten.
Höchstwahrscheinlich die VDE-AR-N 4105, 4.6 kVA Schieflastgrenze für einphasige Erzeugersysteme. (Bei Netzbezug ist der Multi kein Erzeugersystem)
Genaues weiß ich nicht, 3 phasig würde das ja ebenfalls nicht greifen - hier kann ich mir nur vorstellen, dass der Amtsschimmel sagt: “Ne, also wenn er 3 phasig über 4.6 kVA pro Phase liegen kann, dann gibt’s kein Zertifikat für den einphasigen Betrieb”.
Es wird das sein, was @dognose geschrieben hat, habe ich oben ja im Grunde auch schon geschrieben.
Die Geräte haben ein Zertifikat für den Einzelbetrieb mit den entsprechenden Einschränkungen um unter 4,6kVA zu bleiben. Das ist in der FW in Verbindung mit den deutschen Gridcode automatisch aktiv.
Ich vermute die Geräte bräuchten ein extra Zertifikat für den 3-phasigen Betrieb.
Dann wünsche ich uns allen, dass die Victrons hier einen kreativen Ansatz erarbeiten, um die tatsächlichen technischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Diesem bürokratischen Schwachsinn muss doch ein (Software-)Schnäppchen zu schlagen sein.