ECO-WORTHY LiFePO4 48V 100Ah V3

Ich möchte an meinen Multiplus 2 eine ECO-WORTHY LiFePO4 48V 100Ah anschließen. Vorher hatte ich einen Blei Batterie angeschlossen. Leider konnte ich keine Anleitung zu diesem Thema finden. Wird so ein System nach dem Anschluss an den CAN Bus automatisch erkannt und konfiguriert oder muss man da mehr einstellen ?

Wenn der Akku kompatibel zu Victron ist … dann wird er auch erkannt.

Trotzdem müssen einige Werte konfiguriert werden… da das BMS nur die Grenzwerte übermitteilt, die man eigentlich nie erreichen sollte.

In der compatibility Liste ist er nicht (Liste). Sollte man die in den Technischen Daten von ECO-WORTHY angegebenen Werte verwenden oder die Werte um x % anpassen ?

Das BMS des Akkus muss das Victron-Protokoll bedienen können. Kannst Du in Deinem BMS “Victron” auswählen? Mein JK BMS steht auch nicht in der Kompatibilitätsliste, aber Victron ist auswählbar und das funktioniert dann bestens.

Und ob die vom Hersteller Deines Akkus genannten Werte passen oder nicht, kann ich Dir nicht sagen, weil ich die nicht kenne. Ich nehme an, es handelt sich um einen LFP Akku. Ist das ein 15s oder 16s Akku? Sind die Werte als äußerste Grenzwerte angegeben (z.B. “überschreiten Sie niemals die Spannung einer einzelnen Zelle von 3,65 V”), oder als sinnvolle Empfehlungen für sicheren Betrieb und lange Lebensdauer (z.B. “wir empfehlen, den Akku nur bis zur maximalen Spannung von 3,45 V je Zelle zu laden”).

Im Netz findest leicht Du unzählige Hinweise auf sinnvolle Werte für LFP-Zellen.

Hallo, habe nun auch diesen Batterietyp. EDIT: doch nicht, ist der 314AH Akku

Mit der aktuellen Firmware wird das Victron Protokoll unterstützt.
Ich muss sagen, das BMS ist einfach nur Dumm.
Mir ist schon klar, das die Batterie den Lade- / Entladestrom selber nicht regeln kann, aber dafür kann es ja die Daten an den WR senden.
Bei den Pylontech Akkus, hat das BMS je nach Ladezustand und Temperatur wenigstens die Ströme reduziert, wenn es aus meiner Sicht auch mehr hätte sein können.
Warum zum Teufel reduzieren die Teile nicht den Ladestrom je nach SOC oder sogar bei Zelldrift? Da kommt dann eine Warnung, die viele sogar ignorieren und sich dann wundern, warum die Zellen Dick werden.
Nun stehe ich auch wieder vor der Frage, wie stelle ich die Werte richtig ein.
Nicht mal der Hersteller ist in der Lage, einheitliche Werte anzugeben.
Angeblich sollen max 57.6V normal sein. Da driftet jetzt schon eine Zelle mit 0,2V
Ich habe die Spannung nun auf 55,2V begrenzt.
Mich regt das dermaßen auf, das ich am liebsten selber die Software fürs BMS schreiben möchte, was ich (natürlich) nicht kann.
Da ich alles auch im HA habe, bin ich am überlegen, die Steuerung dort zu übernehmen.
Abfrage der BatterieSpannung, Zelltemperatur, Zelldrift.
Dann könnte man hier die Werte für den Lade-/ Entladestrom im Victron WR manipulieren.
Hat das schon jemand gemacht, oder eine andere Lösung gefunden?
Tatsächlich wäre es mir lieber, wenn man direkt was in die Datenleitung klemmen könnte, und man die Werte anpassen könnte. Dazu fehlern mir aber die Programierkentnisse. Oder gibt es da was fertiges…
Vielen Dank für Infos!!!

Nun, 200 mV Zelldifferenz ist natürlich schon eine ganze Menge, aber ob das ein schlechter Wert ist, hängt v.a. davon ab, wie lange die Zellen nicht mehr balanciert wurden. Das kann nach einigen Monaten völlig normal sein.

Ich fürchte, dass auch Du mit einem selbstprogrammierten BMS die Probleme bzgl SOC und Zelldfifferenz nicht in den Griff bekommen kannst, weil diese nämlich hauptsächlich von der Hardware abhängen. Das Problem der Zelldifferenz wird erstens durch einen aktiven Balancer behoben (hat Dein jetziges BMS so einen? Regel #1 bei LFP-Akku-Kauf: niemals einen Akku mit passivem Balancer nehmen!), und zweitens natürlich beim Bau des Akkus durch Auswahl von Zellen, deren Innenwiderstand möglichst nahe beieinander liegt. Höherer Innenwiderstand der Zellen ist kein Qualitätsmangel (dafür haben die Zellen in der Regel deutlich höhere als die Nennkapazität), aber ziemlich gleich sollten sie sein. Hersteller von Billigakkus verzichten wohl aus Kostengründen auf diesen Auswahlprozess.

Und das Problem der SOC-Ermittlung hängt v.a. von der Qualität der im BMS verbauten Messgeräte ab, und auch das ist eine reine Kostenfrage. Ein BMS, das dem Endkunden für unter 200 € angeboten werden kann, kann keine präzisen Messgeräte enthalten, die den Hersteller alleine schon 100 € kosten würden.

Laut einigen Beiträgen in den einschlägigen Foren soll es im Markt einige BMSse geben, die in der Lage sind, auch über einige Wochen ohne Balancing hinweg einen einigermaßen verlässlichen SOC ermitteln zu können. Als Preise dafür werden meist 400 € und mehr genannt. Persönliche Erfahrungen damit habe ich keine, und solche Forenbeiträge sind nicht immer unbedingt die letzte Wahrheit. IMO lohnt sich diese Ausgabe aber nicht, weil alle anderen Aufgaben eines BMS auch von Mittelklasse-BMSsen sehr gut erledigt werden können. Die SOC-Ermittlung überlässt man dann in einem Victron-System eben dem SmartShunt, der nur um die 50 € kostet.

Der Akku ist halt neu und soll ja mindestens 10 Jahre halten.
Ja, die Worthy sind preislich schon günstig. Das BMS sagt eben nur Laden oder nicht.
Das geht besser. Und die Daten liefert das BMS alle. Zellspannungen und Temperaturen…, die man tatsächlich weiter verarbeiten könnte um die Ladeströme anzupassen. Mal schauen ob ich rausfinde, welche Ströme der Balancer schafft, hat man schon mal einen Anhaltspunkt.
So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Voller Strom, bis das Teil voll ist. Das sind im Moment “nur” 80A bei voller Sonne, auf 2 Akkus aufgeteit.
Was will der Balancer da machen? Schwachsinn. Da ist die Zelle schneller auf Überspannung. Das will ich vermeiden.

Beides ist ohne Bedeutung. Es gibt auch nagelneue Akkus, die das Marktsegment der preisgünstigen Akkus abdecken sollen. Und da gibt’s keinerlei finanziellen Spielraum für ein gutes BMS mit einem aktiven Balancer. Und die Aussage, dass der Akku so und so lange halten soll, ist ohne Angabe der dafür notwendigen Betriebsumstände völlig sinnfrei. Bei meinen EVE 280K Zellen wird die erreichbare Zyklenzahl von 8000 eingeschränkt auf Einhaltung von max 0,5C Lade- und Entladerate bei hinreichend hohen Temperaturen, und bei Einhaltung einer Druckspannung von soundsoviel Nm auf die Zelle. Aber selbst dann gibt’s keine Garantie von EVE auf die 8000 Zyklen. Im Grunde also ein wertloses Versprechen.

Das sind zwei Aspekte: Voller Strom, bis das Teil voll ist. Das BMS sollte in Kommunikation mit dem Ladegerät den Ladestrom am oberen Ende abregeln. Das geschieht in Victron Systemen mit normaler Kommunnikation zum Akku eigentlich immer sehr zuverlässig. Dabei ist bei einem 280 Ah Akku ein voller Ladestrom von z.B. 80A und auch mehr bis z.B. 55,2V Akkuspannung problemlos machbar, solange die Spannungsdifferenz zwischen den Zellen klein bleibt. Bei einem guten Akku mit regelmäßigem Balancieren ist das meistens auch der Fall.

Das andere Problem ist, dass eine einzelne Zelle zu schnell auf Überspannung ist. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einfachste Ursache: der Akkuhersteller hat die Zellen vor Einbau nicht auf annähernd gleichen Innenwiderstand geprüft. Ich vermute, dass Hersteller von Billigakkus aus Kostengründen auf diesen Schritt verzichten. Wer billig kauft, muss eben mit gewissen Einschränkungen leben. Andere Ursache: das BMS hat nur einen passiven Balancer, und kann die Unterschiede zwischen den Zellen nicht schnell genug ausgleichen. Typisch erreichen passive Balancer nur ca 100 bis 150 mA Ausgleichsströme, und genau genommen sind das noch nicht mal Ausgleichsströme, weil die Zelle mit höchster Spannung dann nicht entladen wird, sondern nur um ca 100 bis 150 mA weniger stark geladen wird. Das reicht natürlich nicht bei den heute üblichen Kapazitäten der Zellen.

Nur mit einem gut gebauten Akku mit einem aktiven Balancer kannst Du die Probleme vermeiden, die Du ansprichst. Deine Kaufentscheidung war vermutlich nicht ganz optimal.

Ich interessier(te) mich auch für den 48V 314Ah Akku von Eco-Worthy aber scheinbar haben die Teile alle nur einen passiven Balancer verbaut. Daran dürfte auch eine eigene Steuerung nichts ändern. Damit ist das Teil für mich leider raus. Wie das bei den kleineren Modellen aussieht, kann ich nicht sagen.