DE - Projekt - vom Balkonkraftwerk über ein 1-Phasen System hin zum 3-Phasen ESS System

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Hallo zusammen - angefangen hat alles mit einer Idee zu einem Balkonkraftwerk Anfang 2023.

Entschieden hatte ich mich damals für ein System von APsystems - den DS3-M mit max 799W. Dazu noch 2 Panels mit jeweils 405W. Zur Überwachung (Datensammler) kam noch ein ECU-B von APsystem hinzu. Mit Halterungen, Kabeln und weiterem kleinem Zubehör hat das System rund 870 Euro gekostet.

Aufstellungsort –> Gartenhäuser (ein Panel SW und eins WO).

Zusätzlich gab es noch ein paar Anpassungen innerhalb des Elektroverteilers, damit die permanenten Verbraucher und die erzeugte Energy auf der gleichen Phase lagen.

Unsere permanent Grundlast (Verbraucher) liegt bei rund 400W.

Vorteil:

  • sehr preisgünstig
  • einfach zu montieren
  • schneller Return of Invest
  • Übersichtliche und einfache Darstellung der erzeugten Energie

Nachteile:

  • keine Sonne - kein Strom
  • fällt der Provider aus - fällt die Anlage aus
  • Überproduktion kann man nicht speichern

Noch ein Hinweis - mir war wichtig, dass ich bei den aktiven Systemen die auch Kontakt zum Internet haben, keine Chinesischen Hersteller mit an Board habe. Kombiniert mit den anderen oben genannten Vorteile, ist dann die Wahl auf APsystems gefallen.

Die Anlage haben wir etwas mehr als ein Jahr betrieben. Ersparnis in dieser Zeit rund 270 Euro - wäre also in Rund 4 Jahre abbezahlt gewesen.

Teil 2 folgt :slight_smile:

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Ausbaustufe 2 –> 1-Phasen ESS System

Nach dem wir festgestellt hatten, wie einfach und effektiv es doch ist aus Sonne Strom zu erzeugen ohne gleich großes Geld auszugeben, haben wir uns dann dazu entschlossen, die Anlage weiter auszubauen.

Primär ging es uns um die folgenden Verbesserungen:

  • Überschüssige Energie speichern und nutzen wenn die Sonne nicht da ist
  • Eine gewisse Unabhängigkeit für den Fall, das der Provider mal keinen Strom liefert

Gerne wäre ich bei APsystem geblieben, jedoch hatten die zu dem damaligen Zeitpunkt (Q2/2024) gerade erst eine passendes Speichersystem angeboten - ein All-In-One.

Da ich kein Freund von All-In-One Systemen bin, habe ich mich auf dem Markt umgesehen und mich für eine Erweiterung mit Victron und Pylontech entschieden.

Ja - eigentlich wollte ich ja keinen Chinesen mit an Board haben - da die Pylontech Systeme jedoch durch Victron gesteuert werden, schien der Kompromiss für mich akzeptable.

Also haben wir die Anlage erst einmal erweitert um:

  • 1x Victron MultiPlus-II 48/5000/70-50 230V
  • Cerbo-GX
  • 1x Pylontech US2000C
  • 6x 480W Panels
  • 3x APsystems DS3-M (a 799W)
  • 1x APsystems ECU-B
  • 1x Victron MIDI-Fuse Halter

Warum nur DC/AC Wandler von APsystems und keine direkte DC zu Akku (Speicher) Kopplung?

  • Die Entfernung zwischen Aufbauort PV-Module und Standort Akkus ist mehr als 30m - was Kabel mt großen Querschnitten bedeuten würde (=teuer)
  • Ziel soll es sein, das der erzeugte Strom auch gleich genutzt wird und nicht 2 Mal gewandet werden muss (Wandlung = Verluste)
  • und nur die überschüssige Energie in den Speicher - bzw. wenn dieser voll ist ohne weitere Wandlung an den Netzanbieter übergeben wird (unnötige Wandlung = Verluste und stärkerer “Verschleiß”)
  • Jeder DS3-M steuert jeweils 2 PV-Module unabhängig von einander. Dadurch wird vermieden, dass DC-Spannungen sich addieren (= mehr Sicherheit bei Arbeiten an der Anlage - bzw. im Fall von Löscheinsätzen)

Nachteil:

  • Es gibt leider derzeit keine Victron zu APsystems Kopplung. Bedeutet - beide Systeme kennen einander nicht und arbeiten autark. Das könnte ggf. an dem Punkt kritisch werden, wenn das Providernetz nicht zur Verfügung steht und der Speicher voll ist - die PV-Anlage aber weiterhin Energie liefert. Bei einem gekoppelten System, würden die AC-Inverter durch den Cerbo-GX runter geregelt. Die Frage, wie der MultiPlus sich in einem solchen Fall verhält, werde ich versuchen zu klären. Für den Notfall habe ich einen Schalter der die PV AC-Inverter einfach abschaltet. Vielleicht kann man das Abschalten auch noch automatisieren - mal schauen :slight_smile:

Aufbauort der PV-Anlage ist unser Flachdach (Ausrichtung Westen und Osten). Plus die bisherige Balkonanlage (siehe oben):

Aufteilung der AC-Wandler:

  • 2x DS3-M (a 799W) –> L1
  • 1x DS3-M (799W) –> L2
  • 1x DS3-M (799W) –> L3

Herausforderung Aufbauort für den MultiPlus und den Speicher:

  • Wir wollten weder die Akkus noch den MultiPlus bei uns im Haus haben. Warum? Falls einmal ein solcher Akku brennt, ist unser Haus auch mit weg.
  • Da MultiPlus und Speicher nah bei sammen stehen sollten, musste also ein Ort her, wo genügend Platz war und der nicht unmittelbar im Haus ist.
  • Wir haben uns dann für die Garage entschieden, die einen separaten Stahlbeton Block darstellt und keinen direkten Zugang zum Haus hat.
  • Neue Herausforderung - wie verbindet man die Garage mit dem zentralen Stromverteiler (HVT) im Keller des Hauses?
  • Wir haben uns dafür entschieden, dass wir unmittelbar hinter dem Zähler und dem Not-Aus den Leitungsstrang aufteilen. Der eine Strang bleibt im Haus und versorgt nur die 3-Phasigen Verbraucher (ist nur das Ceranfeld) und für alle 1-Phasen Verbraucher, schleifen wir die Garage dazwischen. Das sind ca. 25m in Summe (hin und zurück).
  • Zusätzlich haben wir das Elektronetz für die 1-Phasigen Verbraucher so umgebaut, dass es 3 unabhängige Stromkreise sind (als 3x Neutralleiter und 3x Erdung). Den 3-Phasen Fi haben wir für die 3-Phasen Verbraucher gelassen und für die 1-Phasen Verbrauchen haben wir 3x 1-Phasen Fi`s eingebaut.
  • Die Querverbindung Garage zum Hauptverteiler konnten wir zum Glück in der Hausdämmung “verschwinden” lassen (ca. 9m beiputzen und neu streichen)

Im Umbau zentraler Stromverteiler (HVT):

Nach Umbau:

Muss man das alles machen –> Nein :slight_smile: Aber eine saubere und solide Stromverteilung würde ich in jedem Fall empfehlen - zum mal da aus dem MultiPlus ja auch ein separater Stromkreis zur Verfügung gestellt wird (zumindest L1 und N).

HINWEIS/WICHTIG: Ich habe im Elektrohandwerk meine Lehre gemacht. Arbeiten an elektrischen Anlagen sollte man immer durch Fachpersonal durchführen lassen. Man gefährdet ggf. nicht nur sein Leben, sondern möglicherweise auch das der Personen die in diesem Haushalt wohnen. Ggf. sperrt sich auch eine Versicherung wenn es mal zu einem Schaden kommt. Ich habe mir bei meiner Versicherung ein schriftliches OK eingeholt, dass ich auf Grund meiner Ausbildung auch die nötigen Arbeiten für die Installation einer PV-Anlage (mit Speicher) durchführen darf und diese auch mit versichert ist.

Kommen wir zur Installation der Victron Systemen:

  • Wie man den MultiPlus montiert lasse ich and dieser Stelle erst einmal weg
  • Wie man den Cerbo-GX mit dem Victron verbindet, kann man auch an vielen Stellen nachlesen (Strom und Kommunikation)
  • Da ich im ersten Schritt nur einen Pylontech hatte, war es auch recht klar, wie man den anschließt (Amphenol zu M8). Ich habe mich für das 2m Kabel entschieden, was sich später noch als gute Entscheidung herausstellen sollte. Was man jedoch nicht vergessen sollte, ist das Kabel was man für die Kommunikation mit dem Cerbo-GX benötigt (das ist kein normales RJ-45 Kabel).
  • Was die Konfiguration angeht, habe ich euch hier mein Setup beigefügt. Wie immer - das kann alles richtig sein - muss es aber nicht - On-Your-Own-Risk :slight_smile: Kleiner Hinweis noch. In der Unterlage sind auch bereits die Erweiterungen die später hinzukamen mit enthalten. An den Stellen wo die eine Relevanz haben, stehen aber auch entsprechende Hinweise.
  • Ansonsten habe ich die meisten Einstellungen im Cerbo-GX übernommen. Angepasst habe ich:
    • Netzstrombegrenzung = 220A
    • Position der AC-Lasten = AC Eingang und Ausgang
    • Netz-Messung = Wechselrichter/Ladegerät
    • Aktiver SOC-Grenzwert = 15%
    • Modus = Optimiert für die Batterielebensdauer
    • … vermutlich noch ein paar :slight_smile:

Konfiguration ESS:

Einstellungen Victron MultiPlus 2.pdf (492,7 KB)

Erweiterungen:

  • In 08/2024 haben wir einen zweiten Pylontech US2000C mit hinzugenommen. Warum, der eine war gerade im Sommer sehr schnell voll und hat nicht die ganze Nacht durchgehalten - was im Vorfeld zu erwarten war.
  • Die Erweiterung bedingte dann auch, dann wir uns Gedanken über eine DC-Verteilung Gedanken machen mussten. Ich habe es dann erst einmal mit etwas selbstgebautem versucht - was sich aber nach kurzer Zeit als unbrauchbar herausstellte, da es die Stromspitzen von bis zu 200A nicht lange standgehalten hat. Also MIDI-Fuse ersetzt durch MEGA-Fuse (Fuse holder 6-way for MEGA fuse) und eine Busbar (bis 1000A) eingebaut.
  • In 02/2025 haben wir dann den dritten Pylontech US2000C mit hinzugenommen und in 05/2025 den vierten US2000C. Warum? Mit den beiden konnten wir zwar bei genügend Sonne einen Tag und eine Nacht überbrücken, jedoch haben wir noch viel zu viel Strom “verschenkt” und wären im Fall das der Netzanbieter mal keinen Strom stellt, nach rund einem Tag vermutlich auch ohne Strom. Und genau das wollten wir ja gerade nicht (ein Ziel war - mehr Unabhängigkeit)

Zusammengefasst:

  • Die Erweiterungen haben uns in Summe (inkl. Elektroumbau) rund 7.000 Euro gekostet
  • Die Einsparungen in der Zeit (05/2024 bis 10/2025) lag bei rund 1.000 Euro
  • Vorteile –> die gewünschten Ziele (siehe oben) konnten wir mit dem Setup umsetzen
  • Nachteil –> das ESS System steht für für eine Phase zur Verfügung (L1)

Noch ein Hinweis - was man alles bei der Anmeldung einer solchen Anlage berücksichtigen muss, gehe ich weiter unten ein.

Ausbaustufe 3 –> 2-Phasen ESS System

Ich glaube wenn man einmal vom Prinzip Sonne = Strom = Kostenreduktion = gutes für die Umwelt überzeugt ist, dann möchte man sehen, was ansonsten noch so geht :slight_smile:

Neue Herausforderungen/Verbesserungen:

  • Eine Klimaanlage für das Wohn/Esszimmer. Klimaanlage braucht Strom - Strom den wir gerne aus Sonne gewinnen wollen.

  • Da der L1 Strang bereits ausgereizt ist was 1-Phasen Verbraucher angeht, muss die Klimaanlage in einen der beiden anderen Stränge (L2 oder L3) eingebunden werden

Start war in 10/2025. Zu dem Thema gab es auch einen regen Austausch auf diesem Portal –> Erweiterung 1-Phasen ESS System (MultiPlus-II 48/5000/70-50)

Die entscheidenden Punkte fasse ich hier zusammen. Wer mag kann sich aber auch den anderen Post durchlesen, da wir auch dort sehr kontrovers diskutiert haben und nicht immer einer Meinung waren (was OK ist - man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein).

Es klingt vermutlich zu trivial, aber wie erweitert man denn ein 1-Phasen System auf ein 2-Phasen System? Im Netz habe ich dazu nur sehr wenig an Informationen gefunden. Die meisten Artikel beschreiben 1 oder 3-Phasen Systeme.

Möglichkeit 1 ist, man baut das was man schon hat einfach noch einmal auf - getrennt vom ersten System. Also einen Speicher, einen MultiPlus und einen Cerbo für die Steuerung.

Möglichkeit 2 ist, man kauft nur einen MultiPlus und nutzt den vorhandenen Cerbo und den Speicher auch für die 2. Phase.

Wir haben uns für Option 2 entschieden (ein System).

Um auch genügend Speicher für die Verbraucher im L2 Strang zu haben (inkl. neuer Klimaanlage), haben wir den Speicher auch noch erweitert.

Zusätzlich wurden also beschafft:

  • 1x Victron MultiPlus-II 48/5000/70-50 230V
  • 2x Pylontech US3000C

Warum nun 3000er anstelle wie bisher die 2000er? Das war eine Entscheidung die aus Platz und Preis entstanden ist. Wichtig - sobald man 3000er und 2000er mixed, wird der 3000er Master im Verbund. Und zwar der, der das neuste Produktionsdatum hat.

Das reicht jedoch noch nicht ganz für eine Erweiterung. Warum? Die DC-Seite musste auch noch angepasst werden, da die Entfernungen zwischen Speicher und MultiPlus für eine mögliche Erweiterung auf ein 3-Phasen System oder einen weiteren Akku nicht ausreichend waren - bzw. die Kabel zu kurz. Zudem nutzen 2 MultiPlus eine “Speicherfarm”. Die Empfehlung ist hier, dass die Kabellänge jedes MultiPlus zum Speicher gleich sein sollten. Des weiteren sollten der DC-Teil so abgesichert sein, dass jeder MultiPlus und jeder Speicher durch entsprechende Sicherungen geschützt sind (Details sie im nächsten Post - 3-Phasen System).

Was das Thema Konfiguration des 2-Phasen Systems angeht, habe ich euch hier eine Anleitung beigefügt.

Wie richten man einen 2-Phasen Betrieb mit 2 MultiPlus 2 ein.pdf (1,4 MB)

Die Installation stellte sich bei uns als Herausfordernd dar. Warum? Thema Drehfeld. Es stellte sich bei uns leider heraus, dass mit der Installation vor rund 50 Jahren der Netzbereiter das Drehfeld falsch übergeben hat (links drehend anstelle rechts). Das fällt natürlich nicht auf, solange man keine 3-Phasen Motoren betreibt - oder 2 MultiPlus die eine Phasenverschiebung von 120 Grad erwarten :slight_smile:

Der Netzprovider hat sehr schnell reagiert und nachgearbeitet - und schon lief alles so wie es sollte.

In den oben beschriebenen Post wurde auch von vielen Teilnehmern das Thema Netzsensor angesprochen. Das sit ein zentrales System, dass die ein und ausgehenden Ströme misst und versucht die Summe alle Ströme idealerweise auf Null oder auf einen eingestellten wert zu halten. Was dazu führt, dass am Providerzähler die Anzahl der genutzten Einheiten runter geht (= weniger Kosten). Ich habe mich dagegen entschieden. Warum - sage ich euch im nächsten Teil (denn es geht auch ohne dieses Gerät :slight_smile: ).

Basierend auf den bisher gesammelten statistischen Zahlen (jeden Monat ablesen was erzeugt wurde und was verbraucht und “verschenkt” wurde), haben wir auch die PV-Seite erweitert:

  • 8x 500W Panels
  • 4x APsystems DS3-M (a 799W)
  • 2x ECU

Anstelle wie bisher die Panels quer zu installieren, haben wir auf die bestehende Konstruktion eine drauf gesetzt und die Module hochkant montiert. Nahezu gleiche Fläche aber doppelte Leistung.

Bei den beiden Modulen die sich auf den Gartenhäusern befunden haben, haben wir zusätzlich auch noch die Ausrichtung angepasst.

Kosten für die ganzen Erweiterungen - rund 4.000 Euro. Einsparungen von 10/2025 bis 02/2026 - run 120 Euro.

Eigentlich sollte an dieser Stelle erst einmal Schluss sein mit dem Ausbau :slight_smile:

Ausbaustufe 4 –> 3-Phasen ESS System

Tja - schneller als gedacht haben wir uns dann doch für den Ausbau auf ein 3-Phasen System entschieden - wobei wir nicht vorhaben auch 3-Phasige Verbrauchen anzuschließen. Somit ist es eigentlich eher ein 3x 1-Phasen System (jeweils ein MultiPlus für jede Phase).

Richtig gute oder zwingende Gründe für die Erweiterung gab es hier nicht direkt. Vorteil sind hier eher:

  • Die erzeugte Energie der PV-Module auf Phase 3 wurden bisher nicht gespeichert. Die Verbraucher die hier primär die Phase 3 nutzen laufen eher am Abend. Somit ist ein großer Teil der erzeugten Energie nahezu ungenutzt gewesen.
  • Verbrauchsoptimierung - Ich hatte es ja bereits oben angesprochen, man braucht nicht unbedingt einen Netzsensor (Smart-Meter) für den Ausgleich zwischen den Phasen. Dazu gleich mehr.
  • Längere Unabhängigkeit bei einem Stromausfall

HINWEIS/WICHTIG: Wer wie wir die MultiPlus Systeme nicht alle zum gleichen Zeitpunkt kauft, muss darauf achten, dass diese vom gleichen Typ sind:

  • PMP482505010 (gebaut in Indien) - Comp-ID oder Produkt-ID 2623
  • PMP482505012 (gebaut in China) - Comp-ID oder Produkt-ID 2623
  • und alle auf der gleichen Firmware sein (Upgrade via VictronConnect und MK3-USB)

FYI: Wir haben 2x Indien und einmal China - aber die gleiche Produkt-ID (wichtig!)

Eine entsprechende Übersicht der Anlage wie dieser derzeit aussieht habe ich euch hier beigefügt:

PV-Übersichtsplan.pdf (605,1 KB)

Für die Installation der DC-Seite habe ich euch ein Schaubild beigefügt:

DC-Verteilung.pdf (303,2 KB)

Für die Konfiguration habe ich hier eine Anleitung beigefügt:

Wie richten man einen 3-Phasen Betrieb mit 3 MultiPlus 2 ein.pdf (1,5 MB)

Da ich die DC-Kabel bereits bei der letzten Bestellung schon mitbestellt hatte, war das Investment für die Erweiterung eher sehr gering –> 540 Euro

In Summe hat uns die Anlage so wie diese heute da steht über alle Ausbaustufen rund 13.500 Euro gekostet:

  • 5.200 Euro für den PV-Teil (Module AC-Inverter)
  • 4.700 Euro für den Speicher
  • 1.900 Euro für den Elektro-Teil
  • 1.800 Euro für Konstruktionen/Gebäude
  • eigene Arbeitszeit - nicht berechnet :slight_smile:

Die bisherigen Einsparungen sind eher überschaubar –> rund 1.500 Euro

Das wird sich jedoch recht schnell ändern, denn in Monat 02 und 03/2026 hat die Anlage rund 150 Euro eingespart und seit dem wir vollständig sind, haben wir in einem 22 Tage Test mit gemischtem Wetter in Monat 03 + 04/2026 rund 10 kW verbraucht (ohne PV 308 kW). Macht einen Unterschied von rund 75 Euro.

Ich hatte bereits weiter oben gesagt, dass man nicht zwingend einen Netzsensor benötigt - hier nun die Gründe dafür:

  • Wer genau sehen möchte was der Provider-Zähler genau misst, kann sich einen PIN vom Netzanbieter geben lassen. Damit kann man zu jedem Zeitpunkt sehen, was genau an Energie verbraucht wird, oder ins Netz eingespeist wird. ACHTUNG die Richtung wird bei unserem Zähler leider nicht durch ein Minus oder Plus angezeigt, sondern über einen echt kleinen Pfeil in der rechten oberen Ecke.
  • Ja man kann sich auch diese Informationen über die Victron Systeme anzeigen lassen - da das System jedoch permanent versucht gegenzurechnen und ich im Kopfrechnen nicht so schnell bin, ist die Info auf dem Provider-Zähler etwas, was auch ohne App und Internet hervorragend funktioniert :slight_smile:
  • Wieso regelt das System permanent und versucht die ein und ausgehenden Ströme zu optimieren wo ich doch gar keinen Netzsensor einsetze? Tja - das können die MultiPlus auch ohne zusätzliche technische Hardware.
    • Netzmessung –> Wechselrichter/Ladegerät
    • Mehrphasige Regelung –> Summe aller Phasen

Ich bin mir sicher, dass ein solcher Netzsensor noch weitere Vorteile mit sich bringt, wenn es jedoch nur um den Ausgleich - also die Optimierung der Ströme geht, würde ich sagen, der wird nicht zwingend benötigt.

  • Ich habe noch eine Einstellung die abweichend von den Default Einstellungen ist (im ESS Bereich) –> Sollwert-Netz 30W. Ich kann leider nicht mehr erklären warum man den Wert nicht auf NULL stellen sollte, sondern auf einen kleinen Wert einstellen. Wenn ich dies Infos dazu wiederfinde - teile ich gerne.

Nicht zwingend nötig - jedoch hat es sich für mich bewehrt - eine Möglichkeit zu haben die MultiPlus auf einfache Weise für Wartungs- oder Erweiterungszwecke “auszuschalten”. Dafür habe ich mir ein ByPass-System gebaut. Hier kann ich manuell den Strom an den Victron Systemen vorbeileiten. Mehr dazu weiter unten.

Bilder von der Victron/Pylontech Anlage:

PS: Mit der Optik der DC-Kabelverlegung bin nicht ganz zu frieden - Design follows function :slight_smile:

Was sollte man alles beachten?

Weit vor dem Start:

  1. Kennst Du deinen eigenen Verbrauch pro Monat/Tag? Wenn nein, dann ist meine Empfehlung über mindestens 3 Monate diese Daten zu erfassen . Das geht entweder über ablesen des Provider-Zählers oder wenn man ein Smart-Meter einbaut. Beim Smart-Meter würde ich darauf achten, dass das Gerät dir den Verbrauch pro Phase anzeigen kann. Das muss kein geeichtes Gerät sein - hier kommt es nicht auf das letzte Watt an - das macht der Provider-Zähler. ACHTUNG - Arbeiten an stromführenden Anlagen sollten durch Fachpersonal durchgeführt werden!
  2. Stell dir die Frage was Du genau erreichen möchtest mit deiner PV-Anlage. Wie viel Geld Du ausgeben möchtest und was Du ggf. selber machen kannst. Wie Du in meiner Aufstellung sehen kannst, kommt da selbst wenn man nahezu alles selber macht, immer noch ein größerer Betrag auf dich zu. Zu dem hatte ich das Glück, dass ich alles auf einem Flachdach aufbauen konnte - somit kein direkter Eingriff ins Dach nötig war.
  3. Was uns dann auch direkt zur nächsten Frage bringt - wo möchtest - bzw. kannst Du die Anlage aufbauen. Ich habe mich für die zwei Himmelsrichtungen entschieden, weil ich gerne so lange wie möglich die Sonne nutzen möchte um den AC-Strom auch direkt zu nutzen.
  4. Brauchst Du einen Speicher? Das geht auch in die Richtung die ich bereits unter Punkt 2 angesprochen habe - was ist dein Ziel? Ein Speicher ist immer dann nötig, wenn man auch zu den Zeiten wo keine Sonne scheint auf die gespeicherte Energie zurückgreifen möchte.
  5. Wenn Du dich für einen Speicher entscheidest, wie groß muss denn der sein? Bei der Frage geht es nicht nur um den Teil wie viel der Speicher an Energie aufnehmen kann, sondern auch die Frage wo hast du Platz für einen solchen Speicher? Wie oben geschildert, wir wollten keine Speicher im Haus haben, denn wenn der mal brennt, dann wird es sehr schwer den wieder unter Kontrolle zu bekommen.
  6. Auch Thema Speicher - ist es dir wichtig wenn der Strom ggf. mal für ein paar Stunden oder Tage weg ist, dass Du dann immer noch Strom im Haus hast - oder hast Du einen Generator für solche Fälle.
  7. Stell dir die Frage, welche Art der PV-Anlage für dich die bessere ist:
    1. PV-Energie wird direkt in AC-Energie gewandelt und unmittelbar von den Verbrauchern genutzt. Nur der Teil der nicht direkt genutzt wird, wird entweder in einem Speicher gepuffert oder an den Netzt-Provider übergeben. Vorteil - kurze DC-Strecken (geringe Kosten für dicke Kupfer Kabel). Für eine AC-Verkabelung wird ein geringerer Querschnitt benötigt. Geringere Energie-Verluste.
    2. PV-Energie wird so gewandelt, dass damit direkt der Speicher geladen wird. Deine AC-Verbraucher werden durch den Speicher mit entsprechender Energie versorgt. Hier ist zwingend ein Speicher nötig. Vorteil - der Speicher wird immer zuerst geladen. Warum kann das wichtig sein? Wenn der Speicher einmal ganz leer ist, dann startet die Anlage sobald die Sonne wieder da ist. Bei der AC-Version (7.1) muss immer etwas Energie im Speicher sein oder der Netz-Provider muss Energie zur Verfügung stellen. Ansonsten startet die Anlage nicht wenn der Akku leer ist bzw. der Netz-Provider ausgefallen ist.
    3. Top ist aus meiner Sicht eine Anlage die primär auf AC setzt aber ein Modul direkt mit dem Speicher koppelt. Damit deckt man beider Vorteile ab.
  8. Ich hatte eben bereits den Punkt Platz für den Speicher angesprochen. Nicht nur dieser benötigt Platz, sondern auch die Inverter (z.B. Victron MultiPlus 2) und ggf. Erweiterungen/Anpassungen in deiner Elektroverteilung.
  9. Herstellerwahl. Es gibt sehr viele Hersteller auf dem Markt mit unterschiedlichsten Lösungsansetzen. Einige Systeme sind offen und lassen sich mit anderen kombinieren - andere sind mehr oder weniger in sich geschlossene Systeme. Hier die richtige Entscheidung zu treffen ist gar nicht so leicht. Wenn Du dich mit ein vielen Möglichkeiten/Optionen nicht beschäftigen magst, dann könnte ein mehr oder weniger Plug-and-play System eine gute Wahl sein. Mehr Spielraum und Möglichkeiten bietet hier sicherlich Victron - auch in Kombination mit anderen Anbieter (z.B. Pylontech).
  10. Nutze auch gerne die Möglichkeit eines (unabhängigen) Beraters. Achtung - viele Firmen die PV Komplett-Systeme anbieten versuchen ihren Standard zu verkaufen. Das muss nicht unbedingt das sein, was Du wirklich benötigst (z.B. viel zu groß). Es schadet aber auch nicht, sich hier zwei oder drei mal anzuhören - vor allem, wenn Du dir bereits Gedanken über die oben stehenden Punkte gemacht hast - bzw. die Firmen auch mal fragen kannst, was die denn für eine Meinung haben. Solche Angebote kann man ja auch in entsprechenden Foren einmal zur Diskussion stellen.

Projekt Start:

….

–> Kurze Pause :slight_smile:

Gesammelte Erfahrungen mit der Anlage

@R-D
ich habe ein ähnliches System.
Schau gerne in meine System-Vorstellung.

Wenn möglich 2/3 MPPT und 1/3 AC-PV. Ging bei mir leider nicht.

Tip: wenn du im Rahmen PV Deinen Verteiler nur machst, gilt der Null-Steuersatz. Im Internet gibt es Make z.B. Hager zu 40% Liste und damit unter EK des Elektrikers.

Viel Erfolg und Spaß