Dach mit viel Schatten im Winter, Multi RS oder Multiplus+Fronius oder...?

Hallo,

das Haus steht am unteren Ende eines Nordhanges, d.h. zur Wintersonnenwende ist “Süddach” komplett verschattet ebenso die südliche Hälfte des “Westdach”. Vorhandene PV Flächen sind

“Süddach”: Azimuth -20°, Neigung 18°, 12 Stk. zusammen 5,4 kWp

“Westdach”: Azimuth 70°, Neigung 18°, 12 Stk. zusammen 5,4 kWp.

Die Module sind Trina Solar Vertex S+ NEG9R.28 mit 455Wp, Leerlaufspannung 60,5 V, Kurzschlussstrom 10,77 A, MPPT 45 V

Welche Wechselrichter wären der beste Kompromiss (bevorzugt 48V Akku), Mikrowechselrichter, Multi RS oder Multiplus+Fronius oder…?

Vielen Dank.

Kompromiss zwischen
Installations/Ertragskosten vs. PV Ertragsmaximierung?

Alles hängt davon ab, wie der Schattenverlauf im Detail über den Tag und in welcher Jahreszeit ist.

Allg. gesagt: Den größten PV Ertrag bei einer Schatten-PV bringt logischerweise der Einsatz von Mikrowechselrichtern.

Die (Kosten-)Frage ist aber immer, wieviel (finanziellen) Mehraufwand treibt man zur Maximierung des PV Ertrags gegenüber dem Verlust von PV Ertrag und vlt. geringeren Installationskosten und Ertrag über die Jahre.

Deine Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Die Mikrowechselrichter haben generell etwas weniger Wirkungsgrad als die guten Strang-WR und letzendlich 6 bis 12 mWR am AC-out1 zu bändigen und 48V Akku effizient laden ist auch nicht easy…

…daher tendiere ich eher zu Multi RS oder Multiplus+Fronius. Unterschied Multi RS zu Multiplus+Fronius unter diesen Bedingungen (Winter verschattet, Sommer nicht) wäre für mich sehr interessant.

Generell lieber weniger ertragsoptimiert und dafür weniger komplex(=fehleranfällig).

Nachtrag: vier zusätzliche Module hängen an einem Smartsolar MPPT 150/35

Multi Rs 6000: maximal 430 volt/ 12 A pro mppt!

Mit 48V Akku auf 400 Volt limitiert, daher 6 Stk. (363 V) o.k. pro MPPT, da dreiphasig braucht es nur 4 von 6 MPPT, das ginge also.

2x12 panels = 24 panels. Es gibt mWR mit 4 und 6 panel Eingängen, also 6 oder 4 mWR am AC.

Weniger komplex ist immer der beste Ansatz. :grinning_face:

“Winter verschattet, Sommer nicht” heißt: Die PV Verluste sind mit Strang-WR an sich schon geringer, weil die PV im Winter eh herumdümpelt.

Ich würde mir eine kleine Tabellenkalkulation machen, die Stückliste der jeweiligen Variante eintragen, dann die Marktpreise der Komponenten und dann sagen die Summen mehr darüber, wohin die Reise gehen kann.

Warum Multi RS? Willst du den nur als PV-Wechselrichter einsetzen oder damit auch den Akku laden?

Die RS Modelle haben ein PV-Spannungslimit von 450V, du müsstest also schauen, wie hoch die Spannung aktuell ist.
Auch wenn die max. Stringspannung schon passt, wird der Multi/MPPT RS den Ertrag bei Verschattung nicht wirklich verbessern können.
Wie auch?

Bessern Ertrag bei Verschattung schafft man nur mir mehreren kürzeren Strings in Verbindung mit mehreren MicroWR bzw MPPTs oder Optimierern an jedem Modul.

Mit Optimierern könnte man auch in Verbindung mit dem Fronius den Ertrag verbessern, aber dafür musst du auch aufs Dach und an jedes einzelne Modul.

Das einfachste/günstigste wird wohl sein, den Fronius zu nehmen, den du ja schon hast.
Für alles andere wirst du wohl aufs Dach müssen um die Strings anzupassen.

Sorry, zur Klarstellung hier geht es NICHT um mein Dach :slight_smile: .

Warum Multi RS? Willst du den nur als PV-Wechselrichter einsetzen oder damit auch den Akku laden?

Es soll prinzipiell auch ein 48V Akku geladen werden da der SmartSolar MPPT 150/35 an vier zusätzlichen Modulen wahrscheinlich nicht ausreicht.

Die RS Modelle haben ein PV-Spannungslimit von 450V…

Stimmt schon, aber nicht mit 48V Akku:

https://www.victronenergy.com/upload/documents/Datasheet-Multi-RS-Solar-DE.pdf –> Fußnote 4: Die maximale PV-Spannung sollte das 8 -fache der Erhaltungsspannung der Batterie nicht überschreiten. Wenn die Batteriespannung beispielsweise 50 V beträgt, sollte die
maximale PV-Spannung 8 x 50 = 400 V nicht überschreiten.

Mit Fronius 2 MPPT mit je 12 Modulen, beim Multi RS mindestens 4 MPPT mit maximal 6 Modulen, daher die Hoffnung Multi könnte besser sein. Keine Ahnung ob Schattenmanagement vom Multi oder vom Fronius merklich besser funktioniert…

Hatte halt die Hoffnung ihr könntet aus Erfahrung sagen was eher besser funktioniert (auch im Hinblick auf den Preis). Der Ruf der Optimierer ist ja auch nicht der Beste. Lebensdauer und Wartbarkeit der am Dach montierten WR ist ja auch eher negativ.

Ok, gut zu wissen.
Ein ESS gibt es da noch nicht?

Das weiß ich natürlich, aber 450V ist eben das absolute Maximum, darüber geht der MPPT kaputt.

Und es geht dabei um die Float-Spannung, nicht um die Nominalspannung des Akkus.
Bei BYD ist das z.B. 55V x 8 = 440V

Man kann auch hier wieder eine Mischung machen.
Ein kleiner 3-phaiger Fronius mit 3kW und da je ein String mit 6 Modulen von jedem Dach und ein Multi RS (oder MPPT RS 450/100) auch mit je 6 Modulen von jedem Dach.

hast Du hierzu Quellen? Es gibt übrigens auch größere Micro-WR als 800W, z.B. Hoymiles HMS-2000

Solche und größere (HMTs) kenne ich und sie funktionieren in Verbindung mit den Multiplus sehr gut.

zur Verschattung: Je kleiner der String, umso besser das Schattenmanagement. Also sind Mehr MPPTs immer besser als wenige.

Ein Hoymiles HMT kann 6 panels, ein großer HMS 4 panels bedienen und JEDES panel hat einen eigenen MPPT. Ein schattenbedingten “Leistungs-Zusammenbruch” gibt es da nicht.

nein, nur PV-Module vorhanden, noch keine WR geordert.

Habe nie bezweifelt, dass du das weißt. Ich bin froh, dass du das mit der Erhaltungsspannung herausgestrichen hast, denn dann sind ja 7 * 60,5=423,5 V in Relation zu 8 * 55V = 440 V ja auch noch möglich. Super Hinweis !

Nicht ganz, du musst noch die Temperatur mit einbeziehen.
Die Angaben in Datenblatt sind bei 25°C und wenn es kälter wird, geht die Spannung noch weiter hoch.
Da solltest du noch mal mit 10-12% mehr rechnen, je nach dem, wie kalt es dort werden kann.

Schau dir mal den MPPT Rechner an:

Das Dach steht in Österreich und die meisten größeren Hoymiles haben keine Zulassung mehr. Die Probleme mit den HMS-800-2T WLAN eine Verbindung aufzubauen sind auch nicht ohne.

Wirkungsgrad der Hoymiles steht in der Bedienungsanleitung und ist für den HMS-800-2T mit 96,7 % angegeben. Die Strang-WR sind meist höher angegeben.

Danke, das wusste ich sogar, die 60,5 V sind der -30° Wert.

Funktionieren die HMS-800-2T WiFi/WLAN auch, insbesondere da man ja 12 bräuchte ? Wurde der Frequenzbereich so ausgenutzt, dass die Rampe auf 0 geht oder original belassen ?

Ok, dann passt das ja, wobei -30°C da mMn etwas übertrieben für Deutschland wäre.
Im MPPT Rechner ist der Standardwert -10°C.

Im konreten Fall nimmt man keine 2T mWR, sondern 4T (einphasig) oder 6T (dreiphasig) mWR. Ist preislich und technisch wesentlich besser.
Diese mWR kommunizieren im Sub-1-G Band, also funken spielend durch jedes Dach und auch auf weitere Strecken. Dazu benötigt man eine Hoymiles DTU, die dann ins WLAN und die Cloud kann.
(Geht auch ohne DTU, aber ich denke JEDER will sehen, was die ganze PV und vor allem die panels “über den Tag so machen.”)

Der schattenbedingte Ausfall eines ganzen Strangs wiegt schwerer als “nur” 96% Wirkungsgrad.

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