Skylla-IP65 Laden mit 70A nur kurz möglich

Hallo!

In einem Segelboot habe ich als Landstromladegerät das Skylla-IP65 eingebaut, damit die Batterie auch in kurzen Pausen schnell voll geladen werden kann.

Bei den ersten Fahrten ist aufgefallen, dass der max. Ladestrom nur bis ca. 60 % SOC der Batterie anliegt, danach wird runtergeregelt auf 42 A oder noch weniger. Das Ziel mit dem Kauf des doch sehr teuren Ladegerätes war, dass z. B. von 60 bis 90% in 1,5 Stunden Mittagspause geladen werden kann.

Die Lithium-Batterien sind 2 Stück Parallel geschalten: 12V Lithium Batterie 200 Ah

eingestellt habe ich das Standard-Lithium-Programm Nr. 7 mit einer Konstantspannung von 14.2 V

Das Datenblatt der Batterie gibt folgendes vor:

Empfohlener Ladestrom 40A

Max. Ladestrom 200A

Empfohlene Ladespannung 14.6 V

BMS Schwellenwert <15.4V

Spannung für Wiederanbindung >14.6V

Ausgleichsspannung <14.4 V

Lässt sich an den Einstellungen etwas optimieren, denkt das Ladegerät bereits, dass der Akku voll ist und fährt den Ladestrom herunter?

Leider kann ich genaue Testreihen erst wieder im Frühjahr starten, das Boot wird dann erst wieder genutzt und ich kann auch nur “Gast” sein.

Meine Idee ist, das manuelle Programm 8 zu verwenden und die Konstantspannung auf 14.6 V und die Speicherung auf 14.4 V zu setzen. Ist das zu hoch?

Könnte das funktionieren?

Vielen Dank fürs reindenken!

Viele Grüße

André

Solange du die empfolene Ladespannung nicht überschreitest, kannst du fast alles versuchen.

Das Problem ist die weglaufende Einzellzellspannung im Akku … hier kann beim schnellen Vollladen das BMS auf Sicherheit schalten bis der Balancer das wieder im Griff hat und sich die Zellspannung wieder im normalen Limit bewegt. Dann wird der Akku weiter geladen.
Probiere es also gerne aus … Kaputtmachen kannst du ja soweit nichts …

Die Runterregelung kann ja nur durch die Eigenerwärmung des Ladegerätes stattfinden. Das BMS kommuniziert ja nicht mit dem Ladegerät oder hast du den Temperatursensor angeschlossen ?

die 40°C sind schnell erreicht

Den Temperatursensor habe ich an an den Minuspol einer Batterie angeschlossen. Das ist ein guter Hinweis! Ich glaube, die gemessene Temperatur kann man sich im Menü anzeigen lassen. Danke für den Tipp! Aber die ganze Batterie zu kühlen geht schlecht, vielleicht in den Batteriekasten noch mehr Lüftungslöcher bohren? Oder evtl. einen Kühler davorsetzen?

Es geht bei der Angabe oben um den Temperaturbereich des Ladegerätes !!! … dieses hat , so wie ich es sehe, nur eine passive Kühlung oder ? Eine Aufrüstung mit Lüftern wäre dann optimal

Gute Frage, oben in den technischen Daten steht, Fremdkühlung: Ja. Das heißt für mich aktive Kühlung, aber noch einen 12V Lüfter einzubauen, kann bestimmt nicht schaden! Ich werde als erstes die Temperatur im Ladegerät messen und dann weitersehen. Und vorallem den Ladebereich von 10-90% mal komplett durchtesten.

Das das BMS der Batterien den Ladestrom begrenzen ist eher unwarscheinlich?

Solange das BMS nicht aktiv kommuniziert, kann das BMS nur den Lade-FET sperren. Entweder wegen Temperatur,Spannung oder eben all dem was man so einstellen kann.
Solange nur eine deiner Akkus den Ladestrom aufnehmen kann ist alles gut.

Und ja … testen, testen … testen :nerd_face:

hallo,

hast du auch die leitungen fuer die akkuspannungsmessung angeschlossen, dann wird naemlich der spannungsabfall auf den leitungen kompensiert!

tschuess

Nein, habe ich nicht. Aber das Ladegerät liegt direkt neben den Akkus. die Kabellänge ist höchstens 50 cm und auch entsprechend dick. Da sollte der Spannungsabfall eigentlich nicht so groß sein.

hallo,

wie hoch ist denn die spannung an den polen der batterie und was zeigt das bms an?

zu hohe ladespannungen und stroeme sind schaedlich fuer den akku und du kannst einen akku auch nur bis zu einem bestimmten punkt mit einem hohen strom laden, dann geht der runter!

50 cm kabel ist zwar gut, aber welchen querschnitt hast du genommen? fuer diese stroeme nehme ich immer mindestens 25 mm² kabel!

tschuess

Ich habe gerade nochmal in die Rechnung geschaut, es ist ein 35mm²-Kabel. Die Spannung an den Polen kann ich messen, das BMS der Batterien ist leider nicht auslesefähig, hat kein Bluetooth.

Weißt du, wann dieser bestimmte Punkt ist, bzw. wie dieser definiert wird, bei dem der Ladestrom runter geht?

hallo,

wie hoch der ladestrom ist, haengt von der spannung ab. aber du kannst davon ausgehen, dass ab 3,4V zellspannung die spannung schnell hoch geht und damit der strom runter!

bei 35 mm² sollte der spannungsabfall fuer ein so kurzes kabel eigentlich nicht ins gewicht fallen. aber haengt das ladegeraet wirklich direkt am akku und sind sicherungen verbaut oder nicht. an den sicherungen kann dann schon ein groesserer spannungsabfall auftreten!

ich wuerde den akku normalerweise nicht mit mehr als 14V laden, ausser eventuell um sicherzustellen, dass er zu 100% ausbalanciert ist. hoehere spannungen bedeuten naemlich stress!

abgesehen davon, einen akku, bei dem man keinen zugriff auf das bms hat, sollte man sich besser nicht kaufen! da hat man naemlich keine moeglichkeiten, probleme im akku festzustellen!

tschuess