Batteriekapazität in Prozent

Guten Tag,

zwischenzeitlich habe ich in meinem Campingfahrzeug die werksmäßig verbauten Komponenten gegen Victron Geräte getauscht.

Dazu gehört ein MultiPlus II, ein Cerbo GX, zwei MPPT Regler, ein Shunt an der Starterbatterie, ein Batteriewächter an der Aufbaubatterie, und ein Touch 50.

Leider wird die Kapazität der Aufbaubatterie am Touchbildschirm nicht in Prozenten angezeigt, zu sehen sind dafür zwei Bindestriche.

Muss ich für diese Anzeige an der Aufbaubatterie dafür auch einen Shunt verbauen, oder habe ich das ganze noch nicht korrekt konfiguriert?

Vielen Dank für’s antworten.

Klaus

hallo,

der shunt muss nach der installation zuerst synchronisieren oder der soc von hand ueber victronconnect gesetzt werden!

tschuess

Dankeschön für die Antwort, aber der Shunt ist an der Starterbatterie, an der Aufbaubatterie habe ich den SmartBatterySense, kann ich den synchronisieren?

Der SmartBatterySense liefert “nur” Spannung und Temperatur der Batterie, nicht aber den SoC. Also entweder kann deine Aufbaubatterie über das BMS mit dem CerboGX/VenusOS reden, oder du müsstest den SmartShunt an die Aufbaubatterie hängen.

Warum hast du überhaupt einen SmartShunt an der Starterbatterie? Der SoC der Starterbatterie ist doch in so einer Anwendung wesentlich uninteressanter und meistens ohnehin nur voll durch das Fahren, und bei Blei/AGM Batterien auch einfach über die Spannung alleine recht genau bestimmbar.

Also warum nicht den SmartShunt an die Aufbaubatterie?

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Den Shunt habe ich auf Empfehlung eines Kollegen an die Starterbatterie gehängt :blush: Zu dem Zeitpunkt hatte ich von der Materie noch weniger Ahnung als jetzt :joy: Äääääh, was heißt denn SoC?

Kann ich auch einen zweiten Shunt an die Aufbaubatterie hängen, oder stehen die sich dann im Weg? Dann würde ich mir den “Rückbau” sparen.

SoC steht für State of Charge, also die Kapazitätsanzeige in %.

Und spare dir den zweiten SmartShunt, du brauchst eigentlich nur den einen an der Aufbaubatterie. Es sei denn, du hast nennenswerte Verbraucher des Aufbaus an der Starterbatterie hängen? Das würde ich dir ohnehin nicht raten. D.h. im Stand wird die Starterbatterie nicht belastet, da reicht es die Spannung zu messen (z.B. mit dem SmartBatterySense, den du schon hast).

Zwei SmartShunts würden, soweit ich weiß, zwar unabhängig laufen und in der Victron Connect App angezeigt, aber in der Anzeige des Touch50 geht (meine ich) nur einer.

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Besten Dank für die ganzen Informationen.

Ich fahre einen Camper auf MAN/TGE Basis, der auch mal ein- zwei Wochen ohne Landstrom vor der Tür parkt.

Da “hält” die Starterbatterie gerade mal eine Woche, einmal aufschließen “kostet” 30A Strom, alle Steuergeräte wachen dann auf und ziehen kurzzeitig Strom.

Meine Idee war, den Shunt mit einem GlobalLink 520 zu verbinden, um aus der Ferne den Status der Starterbatterie abfragen zu können. Der GlobalLink liegt schon hier, ich hatte nur noch keine Zeit ihn zu verbauen.

Deshalb würde ich den gern dran lassen

Dann ist entweder die Starterbatterie schon an ihrem Lebensende angekommen, oder es hängen doch sehr wesentliche Verbraucher ständig an der Starterbatterie.

Die Starterbatterie braucht eigentlich nur Strom zum Starten (das sind zwar extrem hohe Ströme, aber nur für sehr kurze Zeit, viel Ah werden da also nicht entnommen), und für sehr wenige sehr kleine Verbraucher (Uhr, einige LEDs u.ä.). Sobald der Motor läuft, wird ja alles an Verbrauchern aus der LiMa versorgt. Deshalb schadet es idR nicht, wenn eine Starterbatterie schon bei nur 50% Restkapazität oder darunter angelangt ist, weil das dann immer noch zum Starten reicht. Deshalb halten Starterbatterien in PKWs meistens 10 Jahre oder länger, die Verbraucherbatterie im WoMo aber nur weniger als 5 Jahre.

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Dann mache ich mal auf die Suche, bzw. drei Verbraucher habe ich schon gefunden, zwei Wasserstandsensoren und eine UV-LED Wasserentkeimung.

Die waren bis gerade an der Starterbatterie angeklemmt, das ändere ich jetzt mal umgehend.

Vielen Dank für den Hinweis :+1:t2:

Wenn der Shunt richtig installiert ist, sollte er dir ja anzeigen ob und wie viel Strom aus der Starterbatterie gezogen wird.

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Da ist dann wieder das Problem der Messgenauigkeit bei sehr kleinen Strömen. Wenn die Starterbatterie immerhin noch eine Woche Standzeit durchhält, dann läuft da außer der Selbstentladung ein Strom von weit unter 500 mA. Dazu wird der Victron Shunt keine verlässliche Aussage liefern können.

Ob 0 oder 500mA wird der Shunt ganz sicher noch unterscheiden können.
Es geht ja nicht darum auf das mA genau zu erfassen, ob da noch ein Strom fließt oder nicht, sonder ob überhaupt ein Strom fließt.

Ich will da jetzt kein Faß aufmachen, aber wie hoch ist denn der Spannungsabfall am Victron Shunt bei 500 mA? Und welche Messgenauigkeit ist von Victron angegeben? Und Strom fließt sowieso immer

Machst du aber immer wieder.

Wenn der Shunt wirklich nicht im Bereich von 100mA messen könnte, wäre das Gerät sinnlos.

Ich denke es macht keinen Sinn eine Strommessung bzw. Kapazitätsmessung dauerhaft an der Starterbatterie zu installieren. Zumal ich hier auch noch die Startströme beachten würde. Kann mir vorstellen, dass hier ggf. 1kW oder mehr drüber geht, also gut über 1000A, wenn auch nur sehr kurz. Weiß nicht ob bzw. wie der SmartShunt das verträgt. Selbst wenn er das übersteht und einfach nur max. 500A anzeigt (ich gehe von der 500A Version aus), so verursacht er immer einen zusätzlichen Spannungsfall, der deiner ohnehin schon schwächelnden Batterie ggf. noch den Rest gibt.

In meinen Augen kann es Sinn machen den überflüssigen Verbrauchern etwas auf die Schliche zu kommen und zu identifizieren wieviel mA/A da wirklich im Stand raus gehen, aber das ist nur ne einmalige Sache. Eine reine Spannungsmessung reicht bei Bleibatterien vollkommen aus um zu wissen wie in etwa der Stand ist.

1000 A bei 12 V wären aber schon 12 kW. So weit ich weiß, zieht so ein Anlasser um die 5 kW.

Oha, ja… blöd wenn man nicht rechnen kann :sweat_smile:

1kW an 12V sind ein bisschen mehr als 83A, auf keinen Fall aber 1000.

Glühkerzen ziehen kurzzeitig zw. 25A - 30A, das macht beim 4 Zylinder 100A - 120A, das dürfte wohl mit die größte Last sein, die so anliegt…

Naja, es ist ja auch viel komplexer, als ich es mit “1000 x 12” dargestellt habe. Wenn aus einer 12V-100-Ah-Bleibatterie 1000 A kommen, dann hat die in dem Moment definitiv keine 12V. Wie weit die Spannung dabei einbricht, weiß ich aber nicht.

Es ist wie du sagst, die Spannung bricht ordentlich ein, das verursacht dann noch größere Ströme, aber die 1000A war trotzdem vermutlich gut überzogen.

@sender ja, hast Recht, aber moderne Diesel haben sog. Schnellglühkerzen, die eine Nennspannung von Teils 4-6V haben. Die werden mit PWM angesteuert, in den ersten 1-3 Sekunden werden sie allerdings voll mit 12V (oder was die Batterie eben hergibt überfahren) damit sie schnellst möglich auf Temperatur kommen. Und da gehen teils 30-40A pro Kerze rein für die genannten wenigen Sekunden, dann werden sie gleich runtergetaktet. Das dient u.a. dem Komfort, dass man nicht mehr Vorglühen muss und auch bei abkühlenden Brennkammern nach einer Talfahrt z.B. auch zwischengeglüht werden kann.

Naja, jedenfalls kommen da riesige Ströme zusammen. Ob es 500A überschreitet bleibt offen. Dennoch finde ich den dauerhaften Einsatz des SmartShunts hier unnötig.